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So funktioniert der Mutter-Kind-Pass

Stand: Jänner, 2022

Allgemeines

Eine Schwangerschaft ist immer aufregend und bringt das gewohnte Leben ganz schön durcheinander. Jede Mutter und jeder Vater wünscht sich vor allem eines: Ein gesundes und glückliches Kind. Und da gibt es natürlich viele Fragen: Ist mit dem Baby alles in Ordnung? Entwickelt es sich gut? Wann muss ich zur Ärztin bzw. zum Arzt? Welche Untersuchungen muss ich machen?

Der Mutter-Kind-Pass begleitet werdende Eltern von der Schwangerschaft bis zum fünften Lebensjahr des Kindes. Wie er funktioniert und welche Informationen er bietet erfahren Sie im Beitrag.


Podcast: Der österreichische Mutter-Kind-Pass: Was müssen Eltern wissen?

Podcast #14: Der österreichische Mutter-Kind-Pass: Was müssen Eltern wissen?

Eine Schwangerschaft ist immer aufregend und bringt das gewohnte Leben ganz schön durcheinander. Seit 1974 gibt es den Mutter-Kind Pass in Österreich. Der Mutter-Kind-Pass begleitet die werdenden Mütter und Väter bis zum Kleinkindalter des Kindes.

Wer dir den Mutter-Kind Pass gibt, welche Untersuchungen notwendig sind und wo du Hilfe bekommst, wenn es mal nicht so einfach ist, hörst du in dieser Folge mit Dr.in Heidelinde Jakse von der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK).

Hier kannst du alle Infos zum Mutter-Kind-Pass nachlesen:
https://www.gesund-informiert.at/gesundheitsthemen/so-funktioniert-der-mutter-kind-pass

Du möchtest eine Hebamme kontaktieren:
https://www.hebammen.at

Den Mutter-Kind Pass Terminrechner findest du hier:
https://www.vorsorgemedizin.st/mutter-kind-pass/mkp-und-impfterminrechner

Du hast Fragen zum Kinderbetreuungsgeld? Hier findest du Antworten:
https://www.oesterreich.gv.at/themen/familie_und_partnerschaft/geburt/3/2/3.html

Du brauchst Unterstützung, weil die neue Situation so fordernd ist:
https://www.fruehehilfen.at/

Informationen zu den Mutter-Kind Pass-Stellen der ÖGK findest du hier:
https://www.gesundheitskasse.at/cdscontent/?contentid=10007.831454

Die Seite des Sozialministerium zum Mutter-Kind Pass gibt es hier:
https://www.sozialministerium.at/Themen/Gesundheit/Eltern-und-Kind/Mutter-Kind-Pass.html

 

Auf Spotify anhören. Google Podcasts Auf Apple Podcast anhören.


Das Wichtigste im Überblick

• Der Mutter-Kind-Pass ist ein Vorsorgeprogramm für Schwangere und Kleinkinder (bis fünf Jahre).

• Er beinhaltet 15 Untersuchungen. Ziel ist, Probleme so früh wie möglich zu erkennen und schnell zu behandeln, damit Mutter und Kind gesund bleiben.

• Alle Ergebnisse der Untersuchungen werden in den Mutter-Kind-Pass eingetragen. Zum Beispiel: Lage, Gewicht, Größe des Babys, Blutgruppe und Zuckerwert der Mutter.

• Der Mutter-Kind-Pass ist kostenlos und nicht verpflichtend. Aber Voraussetzung für verschiedene Sozialleistungen.

• Damit Sie das Kinderbetreuungsgeld in voller Höhe bekommen, müssen Sie alle Untersuchungen in der Schwangerschaft und bis zum 14. Lebensmonat des Kindes machen.

• Wenn Sie sich mit der Schwangerschaft und mit dem neuen Alltag mit Kind überfordert fühlen, gibt es das Angebot Frühe Hilfen. Es ist freiwillig, vertraulich und kostenlos!

Was ist der Mutter-Kind-Pass genau und wozu brauche ich ihn?

Der Mutter-Kind-Pass ist ein Vorsorgeprogramm für die Gesundheit von Mutter und Baby. Sie erhalten durch den Mutter-Kind-Pass Informationen zu wichtigen ärztlichen Untersuchungen. Diese Untersuchungen zeigen, ob sich das Kind gut entwickelt und ob Sie als Mutter auch gesund sind. Ziel ist es, gesundheitliche Probleme so früh wie möglich zu erkennen und schnell zu behandeln.

Den Mutter-Kind-Pass gibt es in Österreich seit 1974. Er wird laufend weiterentwickelt und verbessert. In Zukunft wird es den Mutter-Kind-Pass auch elektronisch geben.


Welche und wie viele Untersuchungen werden für den Mutter-Kind-Pass gemacht?

Der Mutter-Kind-Pass beinhaltet insgesamt 15 Untersuchungen der schwangeren Frau und des neugeborenen Kindes bzw. Kleinkindes. Für die schwangere Frau sind fünf Untersuchungen vorgesehen. Für das neugeborene Kind gibt es in den ersten 14 Lebensmonaten fünf ärztliche Untersuchungen. Bis das Kind fünf Jahre alt ist werden weitere fünf Untersuchungen gemacht. Zum Beispiel wird die Sehkraft des Kindes untersucht.

Alle wichtigen Daten und Ergebnisse der Untersuchungen werden von der Ärztin bzw. vom Arzt in den Mutter-Kind-Pass eingetragen. Die Lage, das Gewicht und die Größe des Babys werden regelmäßig kontrolliert und erfasst. Auch wichtige gesundheitliche Daten der Mutter werden aufgeschrieben, zum Beispiel die Blutgruppe und der Zuckerwert.

Untersuchungen der schwangeren Frau:

  • Frauenärztliche Untersuchungen inklusive drei Ultraschalluntersuchungen
  • Laboruntersuchungen, wie zum Beispiel Untersuchungen des Blutes zur Bestimmung der Blutgruppe und ein Zuckerbelastungstest
  • Hebammenberatung
  • Internistische Untersuchung

Untersuchungen des neugeborenen Kindes und Kleinkindes:

  • Kinderärztliche Untersuchungen inklusive Laboruntersuchungen
  • Ultraschalluntersuchung des Hüftgelenks
  • Hals-Nasen-Ohren-Untersuchung
  • Augenuntersuchung
  • Untersuchung des Bewegungsapparates

Gibt es Fristen für die Mutter-Kind-Pass Untersuchungen, die ich einhalten muss?

Die erste Mutter-Kind-Pass-Untersuchung muss bis zum Ende der 16. Schwangerschaftswoche erfolgen. Für alle weiteren Untersuchungen gibt es Termin-Empfehlungen, die eingehalten werden müssen. Genaue Angaben, welche Untersuchungen in welcher Schwangerschaftswoche beziehungsweise in welchem Lebensmonat gemacht werden sollten finden Sie hier


Wann und wie bekomme ich den Mutter-Kind-Pass?

Jede Frau bekommt den Mutter-Kind-Pass, wenn eine Frauenärztin bzw. ein Frauenarzt feststellt, dass sie schwanger ist. Auch bei folgenden Ärztinnen bzw. Ärzten und Einrichtungen ist ein Mutter-Kind-Pass erhältlich, falls diese Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen durchführen: Allgemeinmedizinerin/ Allgemeinmediziner, Ambulatorien, Schwangeren- beziehungsweise Familienberatungsstellen, Ambulanzen von Entbindungsabteilungen.

Den Mutter-Kind-Pass kann jede schwangere Frau bekommen, wenn sie in Österreich einen Wohnsitz hat. Auch wenn sie nicht österreichische Staatsbürgerin ist. Wichtig ist, dass Sie Ihren Lebensmittelpunkt in Österreich nachweisen können.


Wie viel kostet der Mutter-Kind-Pass?

Der Mutter-Kind-Pass kostet nichts, wenn die Untersuchungen im Mutter-Kind-Pass-Programm von Kassenärztinnen bzw. Kassenärzten der Sozialversicherungsträger durchgeführt werden.

Wegen der Corona-Pandemie gibt es zurzeit besondere Regelungen zum Mutter-Kind-Pass. Mehr Informationen finden Sie in diesem Video:

Welche Leistungen bietet der Mutter-Kind-Pass noch?

Kinderbetreuungsgeld

Die Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen sind Voraussetzung, um in Österreich das Kinderbetreuungsgeld zu erhalten. Die fünf Untersuchungen der Mutter und die ersten fünf Untersuchungen des Kindes sind dafür nötig. Wird eine Untersuchung nicht durchgeführt oder nicht rechtzeitig nachgewiesen, werden vom Kinderbetreuungsgeld 1.300,- Euro abgezogen.

Geburt und Kosten

Fragen zur Planung der Geburt können bei den Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen besprochen werden. Die Kosten, die bei einer Geburt anfallen, sind sehr unterschiedlich. Sie sollten sich vorab informieren, welche Leistungen von der Krankenkasse in welcher Höhe übernommen werden.

Hebammen-Beratung

Mit dem Mutter-Kind-Pass kann eine Beratung (1 Stunde) durch eine Hebamme zwischen der 18. und 22. Schwangerschaftswoche kostenlos in Anspruch genommen werden. Weitere Beratungen sind kostenpflichtig. Fragen Sie rechtzeitig bei der Hebamme nach, ob die Kosten für die Leistungen rückerstattet werden und in welcher Höhe.


Diese Vorteile hat der Mutter-Kind-Pass:

Maria K. ist mit dem ersten Kind schwanger. Sie freut sich sehr, endlich den gelben Mutter-Kind-Pass in ihren Händen zu halten. Durch die kostenfreien Untersuchungen weiß sie, wann der wahrscheinliche Geburtstermin ist, welche Blutgruppe sie hat und ob das Kind entsprechend entwickelt ist. Sie nimmt auch die eine Stunde Hebammenberatung zwischen der 18. und 22. Schwangerschaftswoche in Anspruch. Weil sie viele Fragen zum Stillen hat, möchte sie die Hebamme nochmals treffen und weiß, dass dadurch für sie Kosten entstehen.


Was kann ich selbst tun?

In der Schwangerschaft ist es wichtig, auf Ihre Gesundheit zu achten. Tun Sie sich und Ihrem Baby etwas Gutes indem Sie folgende Tipps beherzigen:

• Machen Sie täglich ca. 30 Minuten mäßige körperliche Bewegung wie zum Beispiel schnelles Spazieren oder Schwimmen!

• Achten Sie auf eine gesunde Ernährung! Tipps für die Ernährung in Schwangerschaft und Stillzeit gibt das Programm „Richtig essen von Anfang an“ im Erklärvideo.

• Trinken Sie ausreichend: Mindestens 1,5 Liter Wasser pro Tag!

• Trinken Sie keinen Alkohol!

• Rauchen Sie nicht!


Wo finde ich Rat und Hilfe?

Hebammen unterstützen und beraten Sie während der Schwangerschaft, der Geburt, dem Wochenbett, beim Stillen und bei allen Fragen zum Baby. Mit dem Mutter-Kind-Pass ist eine Beratungsstunde kostenlos.

Die Frauenärztin und der Frauenarzt beraten Sie während der Schwangerschaft, Geburt und in der Zeit danach.

Frühe Hilfen richten sich an Eltern oder Familien, die das Gefühl haben, im Alltag mit dem Kind überfordert zu sein und sich Unterstützung wünschen. Die Angebote umfassen praktische Hilfen, Beratung und Begleitung während der Schwangerschaft und für Kinder bis drei Jahre. Das Angebot ist freiwillig, vertraulich und kostenlos!


Wo finde ich weitere Informationen?

• Zusätzliche Informationen zum österreichischen Mutter-Kind-Pass finden Sie im öffentlichen Gesundheitsportal Österreichs.

• Hier finden Sie Informationen zum Kinderbetreuungsgeld.

• Die Broschüre des Sozialministeriums zum Mutter-Kind-Pass begleitet Sie durch die spannende Zeit: „Unser Baby kommt“.

Broschüre: Unser Baby kommt


Gute Information in anderen Sprachen:

• Broschüren und Grafiken in Englisch, Bosnisch/Kroatisch/Serbisch und Türkisch mit Tipps für Schwangere und Stillende finden Sie auf der Seite von „Richtig essen von Anfang an!“

• Gebärdensprache: Der Mutter Kind Pass: Vorsorge für Mutter und Kind

Expertinnen und Experten:

Wir danken folgenden Expert*innen für die Bereitstellung von Fachkenntnissen:

Dr. Heidelinde Jakse, Österreichische Gesundheitskassa

Petra Wielender, BA; MPH Gesundheitsfonds Steiermark