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Das Blutbild Wie kann ich die Werte verbessern?

Die Laboruntersuchung des Blutes liefert wichtige Informationen über die Gesundheit eines Menschen. Für Laien sind die Ergebnisse aber meist schwierig zu verstehen. Deshalb ist es wichtig, Blutwerte immer gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt zu besprechen. Unser Blut besteht aus Blutzellen und Blutplasma. Die häufigste Labor-Untersuchung des Blutes ist das sogenannte kleine Blutbild. Dabei werden die festen Bestandteile des Blutes, also die Blutzellen untersucht. Das große Blutbild erweitert das kleine Blutbild.

In diesem Beitrag werden häufige Fragen zum Thema „Blutbild“ beantwortet. Sie als gesunde erwachsene Person erfahren, was hinter den Blutwerten steckt und was Sie selbst tun können, um Ihre Werte zu verbessern. Wir klären über Mythen rund um das Thema auf und Sie erfahren, wie Sie sich vorbereiten und wo Sie weitere Informationen finden. Mit diesen Informationen können Sie sich selbst ein Bild machen, bevor Sie eine Entscheidung für Ihre Gesundheit treffen!

Das Wichtigste auf einen Blick
  • Untersuchungen des Blutes werden durchgeführt, um Informationen über die Gesundheit einer Person zu erhalten.
  • Zu den häufigsten Blutuntersuchungen gehört das sogenannte kleine Blutbild.
  • Beim kleinen Blutbild werden die festen Bestandteile des Blutes untersucht.
  • Beim großen Blutbild werden die Werte des kleinen Blutbildes noch genauer untersucht.
  • Für eine Blutuntersuchung wird meist Blut aus einer Vene in der Ellenbeuge entnommen.
  • Die Blutwerte sollten immer mit einer Ärztin oder einem Arzt besprochen werden.
28.07.2023
Folge #43 Das Blutbild: Wie kann ich die Werte verbessern?
In dieser Folge erklärt Frau Primaria Dr.in Mariana Stettin (Medizinerin Barmherzige Brüder Steiermark) was hinter den Abkürzungen des Blutbildes steckt, wie Sie sich auf einen Bluttest vorbereiten und was Sie tun können, um die Werte zu verbessern.
Häufige Fragen

Bei Blutuntersuchungen wird aus der Vene Blut abgenommen, meist in der Ellenbeuge. Dabei hilft eine Manschette am Oberarm. Diese staut das Blut und es ist einfacher, Blut abzunehmen. Auch am Hand- oder Fußrücken und bei Babys am Kopf kann Blut abgenommen werden.[2] Dies dauert nur wenige Minuten. Die Blutprobe kommt dann in ein Labor und wird untersucht.

Wenn man nur eine kleine Menge Blut für die Untersuchung braucht, gibt es auch die kapillare Blutabnahme. Dafür ist ein kleiner Stich in die Fingerkuppe bzw. in das Ohrläppchen nötig. Entsprechende Untersuchungsmöglichkeiten müssen bei dieser Form der Blutabnahme vor Ort vorhanden sein.

Die Ergebnisse der Blutuntersuchung werden an die überweisende Ärztin oder den überweisenden Arzt geschickt. Das kann ein paar Stunden oder ein paar Tage dauern. Die Ärztin oder der Arzt wird mit Ihnen die Laborwerte besprechen und bei Bedarf weitere Schritte, wie zum Beispiel weitere Untersuchungen, einleiten.

Um sich auf eine Blutuntersuchung gut vorzubereiten, können ein paar Punkte befolgt werden. Es gibt aber keine allgemeinen Richtlinien:

Vorab ist es wichtig, immer mit der Ärztin oder dem Arzt zu sprechen. So bekommen Sie genauere Anweisungen für die Vorbereitung zur Blutuntersuchung. Für das Gespräch ist es immer empfehlenswert, sich vorzubereiten. Mehr dazu finden Sie unter „Mein Arztgespräch“.

Für bestimmte Blutuntersuchungen ist es wichtig, nüchtern zu sein. Dazu zählen zum Beispiel die Bestimmung des Blutzuckers oder die Messung des Cholesterins. Diese werden jedoch nicht mit dem Blutbild bestimmt, sondern mit einer anderen Laboruntersuchung des Blutes. Deswegen wird das Blut bei der Blutabnahme in unterschiedliche Röhrchen entnommen.  Klären Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab, ob Sie nüchtern sein müssen.

Nüchtern bedeutet, dass Sie am Abend vor der Blutuntersuchung das letzte Mal essen. Verzichten Sie auf das Frühstück und trinken Sie keinen Kaffee. Das ist wichtig, um ein genaues Ergebnis zu erhalten. Natürlich dürfen Sie ein Glas Wasser oder ungezuckerten Tee trinken. Falls Sie regelmäßig Medikamente nehmen, kann das Auswirkung auf die Laboruntersuchung des Blutes haben. Also klären Sie bitte vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab, ob Sie diese Medikamente nehmen dürfen. Weisen Sie jedenfalls darauf hin, dass Sie Medikamente einnehmen.[3]

Durch eine Blutuntersuchung können viele Werte bestimmt werden, wie zum Beispiel die Anzahl der Blutkörperchen, der Blutzucker oder die Vitamine. Zu den häufigsten Blutuntersuchungen gehört das sogenannte kleine Blutbild. Das kleine Blutbild betrachtet die festen Bestandteile des Blutes. Dazu gehören:

  • weiße Blutkörperchen (Fachbegriff: Leukozyten): spielen eine wichtige Rolle im Immunsystem[4]
  • Blutplättchen (Fachbegriff: Thrombozyten): Sind wichtig für die Blutgerinnung, also zum Beispiel, dass die Wunde bei einer Verletzung aufhört zu bluten.   
  • rote Blutkörperchen (Fachbegriff: Erythrozyten): bringen mit Hilfe des roten Blutfarbstoffes (siehe nächste Zeile) den Sauerstoff in die Zellen.
  • roter Blutfarbstoff (Fachbegriff: Hämoglobin): ist ein Bestandteil der roten Blutkörperchen und transportiert den Sauerstoff im Blut.  
  • Hämatokrit: ist der Anteil an festen Bestandteilen im Blutvolumen und kann anzeigen, ob eine Blutarmut vorliegt.

Andere Laborwerte, wie zum Beispiel Blutzucker oder Leberwerte sind nicht Teil des kleinen Blutbildes. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, wenn Sie zusätzliche Werte interessieren.[3]

Für das große Blutbild werden die Werte des kleinen Blutbilds genauer untersucht. Zum Beispiel gibt es unterschiedliche Arten von weißen Blutkörperchen, die dann genauer betrachtet werden. Das große Blutbild wird meist gemacht, wenn ein Verdacht auf eine Infektionskrankheit besteht.[1]

Andere Laborwerte wie zum Beispiel Blutzucker und Leberwerte sind auch nicht Teil des großen Blutbildes. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, wenn Sie zusätzliche Werte untersuchen lassen wollen.

Bei der Angabe von Laborwerten gibt es Normalbereiche oder Referenzbereiche. In diesen Bereichen liegen 95 von 100 Werten, die bei gesunden Personen gemessen werden. Daher gelten diese Werte als unauffällig oder normal. Wenn Ihre Werte außerhalb des Normalbereichs liegen, muss das nicht bedeuten, dass eine Erkrankung besteht oder eine Behandlung nötig ist. Besprechen Sie Blutwerte immer mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[1]

Es gibt keine allgemeinen Kosten für eine Blutuntersuchung. Diese unterscheiden sich je nach Art der Untersuchung und dem durchführenden Labor. Einige Blutuntersuchungen werden von der Krankenversicherung übernommen. Bitte informieren Sie sich vorab bei Ihrer zuständigen Krankenversicherung über Kosten, die eventuell auftreten können!

Blut kann bei Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt, in einem Laborinstitut oder im Krankenhaus abgenommen werden. Das abgenommene Blut wird dann entsprechend weitergeleitet und untersucht.[4]

Was kann ich selbst tun

Wie kann ich die Blutwerte verbessern?

Untersuchungen des Blutes werden durchgeführt, um Informationen über Ihre Gesundheit zu erhalten. Wenn Ihre Blutwerte außerhalb der Normalbereiche liegen, sollten Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber sprechen. Es ist wichtig, den Ursachen für diese Werte-Abweichungen gemeinsam auf die Spur zu kommen. Und dann können Maßnahmen eingeleitet werden, die diese Ursache der Abweichungen in Angriff nehmen. Zum Beispiel kann eine erhöhte weiße Blutkörperchen-Zahl darauf hinweisen, dass eine Infektionskrankheit  besteht, wie zum Beispiel eine Erkältung. Es ist wahrscheinlich, dass dieser Blutwert wieder im Normalbereich liegt, wenn diese Infektionskrankheit bekämpft ist.[1]

Allgemein kann Ihnen ein gesunder Lebensstil helfen, sich gesünder zu fühlen. Dies kann sich auch auf gewisse Laborwerte auswirken.

  • Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung, mit viel Gemüse, Vollkornprodukten, wenig Zucker und hochwertigen Ölen kann dazu beitragen, Laborwerte zu verbessern.
  • Bewegung: Regelmäßige körperliche Aktivität kann dabei helfen, den allgemeinen Gesundheitszustand zu fördern. Dies kann sich positiv auf viele Laborwerte auswirken.
  • Stress: Vermeiden Sie Stress, wenn möglich. Erlernen Sie Entspannungstechniken, machen Sie regelmäßig Pausen und schlafen Sie ausreichend. Das ist gut für Ihre Gesundheit und Ihre Laborwerte.
Unterschiede Frauen und Männer

Laborwerte können sich bei gesunden Personen sehr stark unterscheiden. Das gilt auch für Geschlecht und Alter.[1] Die Gründe dafür liegen meist im Lebensstil bzw. in den biologischen Unterschieden.

Bei Blutuntersuchungen werden Unterschiede in den Referenzwerten für Männer und Frauen gesehen werden. Diese Referenzwerte für Männer und Frauen werden als Normwerte im Laborbefund dargestellt.

Vorteile und Nachteile

Eine Blutuntersuchung bietet Vorteile und auch Nachteile. Dabei überwiegen in den meisten Fällen die Vorteile gegenüber den Nachteilen. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie unsicher sind.

Vorteile von Blutuntersuchungen

  • Blutuntersuchungen können dazu beitragen verschiedene Krankheiten oder Störungen im Körper zu erkennen.
  • Blutuntersuchungen können Informationen über die Funktion von Organen wie Leber, Nieren, Schilddrüse usw. liefern.

Nachteile von Blutuntersuchungen

  • Für eine Blutuntersuchung ist es nötig, Blut abzunehmen. Dafür wird mit einer Nadel in eine Vene gestochen. Das kann unnagenehm oder schmerzhaft sein.
  • Es können Kosten für Sie entstehen, wenn Sie eine Blutuntersuchung durchführen lassen. Erkundigen Sie sich bei Ihrer zuständigen Krankenversicherung.
  • Blutuntersuchungen können auch falsche Ergebnisse liefern. Diese Fehlinformationen können zum Beispiel zu unnötigen Sorgen führen.
Mythen

Mythos1: Ein Labor-Bluttest kann eine psychische Erkrankung feststellen[6]

Aus Laboruntersuchungen des Blutes kann auf viele Erkrankungen rückgeschlossen werden. Bisher fehlen aber alle Belege, dass dies auch für psychische Erkrankungen möglich ist. Die Kolleginnen von Medizin Transparent wissen mehr.

Mythos 2: Personen mit Blutgruppe AB erkranken eher an Demenz[5]

Man hört und liest des Öfteren, dass Personen mit der Blutgruppe AB eher an Demenz erkranken. Das konnte eine Studie mit über 9000 Personen nicht bestätigen. Die Blutgruppe hat laut Studie, keinen Einfluss darauf an Demenz zu erkranken. Mehr Infos dazu finden Sie hier.

Rat und Hilfe

Wenden Sie sich an Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt

Ihre Hausärztin oder Ihr Hausarzt ist erste*r Ansprechpartner*in bei gesundheitlichen Problemen. Bei Bedarf werden Sie an eine Spezialistin oder einen Spezialisten überwiesen.

Hinweis: Wir weisen Sie ausdrücklich darauf hin, dass die Informationen auf dieser Webseite auf keinen Fall als Ersatz für eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Expertinnen und Experten (zum Beispiel Ärzt*innen, Apotheker*innen, Ernährungsberater*innen, Psycholog*innen etc.) dienen. “Gesund informiert“ ist eine Webseite des Gesundheitsfonds Steiermark und wird ausschließlich aus öffentlichen Mitteln finanziert. Weitere wichtige Informationen finden Sie hier
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