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Psychische Gesundheit Was kann ich für meine Psyche tun?

Auf die oft alltägliche Frage „Wie geht es dir?“ antwortet man meist mit „gut“. Oft stimmt das aber gar nicht.

Die Zeiten sind herausfordernd. Psychische Belastungen von jungen Menschen und Erwachsenen nehmen zu.[10] Das kann persönliche Auswirkungen haben, wie eine verminderte Lebensqualität. Aber auch für die Gesellschaft und unser Gesundheitssystem ist es wichtig, auf die eigene psychische Gesundheit zu achten.[6]

In diesem Beitrag werden häufige Fragen zum Thema psychische Gesundheit beantwortet. Sie als gesunde erwachsene Person erfahren, was psychische Gesundheit ist, ob eine Erkrankung der Psyche nach wie vor ein Tabuthema ist und was man tun kann, um sich seelisch fit zu halten. Wir klären über Mythen rund um das Thema auf und Sie erfahren, wo Sie Rat und Hilfe sowie weitere Informationen finden. Mit diesen Informationen können Sie sich selbst ein Bild machen, bevor Sie eine Entscheidung für Ihre Gesundheit treffen!

 
Das Wichtigste auf einen Blick
  • Wer psychisch gesund ist, fühlt sich wohl, kann seine Fähigkeiten voll ausschöpfen, die normalen Belastungen des Lebens bewältigen, produktiv arbeiten und etwas zur Gemeinschaft beitragen. 
  • Es gibt viele Faktoren, die die psychische Gesundheit beeinflussen.[2]   
  • Es gibt vieles, was Sie selbst tun können, um psychisch gesund zu bleiben.[5] 
  • Jeder Mensch kann im Laufe seines Lebens eine psychische Erkrankung entwickeln.[9] 
  • Depression ist die häufigste psychische Erkrankung weltweit.[6]
 
27.10.2023
Folge #47 Erste Hilfe für die Seele: Wie geht das?
In dieser Folge erklärt Sigrid Lugitsch, MSc (Diplomsozialarbeiterin beim Hilfswerk Steiermark), wie Sie Erste Hilfe für die Seele leisten können.
12.10.2023
Folge #46 Tipps von den Profis von morgen: Was kann ich tun für eine gesunde Seele?
Wir waren zu Besuch im BG/BRG Pestalozzi in Graz und haben von den Schülerinnen Tipps bekommen, was der Seele gut tun kann. Auch die Pädagog*innen haben ihre Ideen beigesteuert.
Häufige Fragen

Psychische Gesundheit bezieht sich auf unser „Inneres“. Also darauf, wie wir denken, fühlen und handeln. Psychisch gesund ist man, wenn man sich seelisch und geistig wohl fühlt. Psychisch gesunde Menschen werden mit Belastungen und Stress im Leben fertig. 

Psychische Gesundheit bedeutet nicht nur, dass man keine psychischen Belastungen oder Erkrankungen hat.[1] Die Weltgesundheits-Organisation spricht von einem „Zustand des Wohlbefindens, in dem ein Mensch seine Fähigkeiten ausschöpfen, die normalen Lebensbelastungen bewältigen sowie produktiv arbeiten kann und im Stande ist, etwas zu seiner Gemeinschaft beizutragen.[2]

Vielen fällt es schwer, über psychische Probleme zu reden oder sich Hilfe zu suchen. Für viele Menschen ist es schwierig, aufgrund von psychischen Problemen in Behandlung zu sein. Es ist für sie leichter, aufgrund von Bauchschmerzen zu einem Arzt oder einer Ärztin zu gehen. Ein verspäteter Beginn der Behandlung und eine Verschlechterung der Beschwerden sind oft die Folge.[3] Daher gibt es Bestrebungen, das Tabu zu brechen und offen über psychische Gesundheit zu reden. 

Neben unseren Genen spielen soziale, kulturelle und wirtschaftliche Faktoren eine Rolle, ebenso wie Umweltfaktoren. Es gibt viele Einflüsse, die sich positiv oder negativ auf die psychische Gesundheit auswirken. Zum Beispiel das Gefühl geliebt zu werden, Arbeitsbedingungen, Selbstvertrauen und der eigene Umgang mit Problemen. Körperliche Krankheiten, Medikamente und andere Faktoren können ebenso einen großen Einfluss auf die psychische Gesundheit haben. Sie können Ihre psychische Gesundheit zu einem bestimmten Teil selbst beeinflussen. Mehr dazu finden Sie unter „Was kann ich selbst tun?“

Wenn Sie sehen, dass es jemandem nicht gut geht, können Sie immer das Gespräch suchen. Fragen Sie einfach, wie es geht und hören sie mit Geduld zu. Das kann sehr entlastend für die Person wirken. Wenn Sie unsicher sind, besprechen Sie sich mit einer weiteren Person. Holen Sie sich Unterstützung durch Expertinnen oder Experten, lieber früher als später.[11]

Psychiater*innen haben Medizin studiert, sind also ausgebildete Ärzt*innen mit entsprechender Facharztausbildung. Sie dürfen Patient*innen behandeln und Medikamente verschreiben.

Psycholog*innen haben Psychologie studiert. Sie beschäftigen sich mit dem Verhalten, Denken und Lernen von Menschen. 

Psychotherapeut*innen haben eine mehrjährige Zusatzausbildung. In Österreich kann diese Ausbildung von unterschiedlichen Berufsgruppen gemacht werden, zum Beispiel Ärzt*innen, Psycholog*innen, Krankenpflegepersonen, Sozialarbeiter*innen. Psychotherapeut*innen behandeln durch Gespräche gezielt psychische Erkrankungen und Leidenszustände.[12]

 
Was kann ich selbst tun

Die 10 Schritte für meine psychische Gesundheit 

Die 10 Schritte für psychische Gesundheit umfassen einfache Maßnahmen, die helfen, psychisch gesund zu bleiben[5]:  

  1. Darüber reden

    Reden Sie über ihre Probleme. Nur wenn Sie über ihre Probleme, Sorgen und Ängste mit vertrauten Menschen sprechen, kann Ihnen geholfen werden. 
     
  2. Um Hilfe fragen

    Manchmal wollen wir uns nicht eingestehen, dass wir an einem Punkt angelangt sind, an dem wir nicht mehr weiterwissen. Genau dann sollten Sie sich anderen Menschen anvertrauen und um Hilfe bitten. 
     
  3. Sich nicht aufgeben

    In herausfordernden Situationen ist es wichtig, sich nicht aufzugeben und sich auf eigene Stärken und Fähigkeiten zu verlassen. 
     
  4. Sich selbst annehmen

    Es ist wichtig, unsere eigenen Talente zu erkennen. Die Stärken sind genauso wichtig wie die Schwächen. Mitmenschen können uns helfen, Schwächen auszugleichen und unsere Stärken zu benennen. 
     
  5. In Kontakt bleiben

    Ihre Familie, Freunde und Bekannte bilden auch in schwierigen Situationen ein Sicherheitsnetz. Pflegen Sie diese Kontakte regelmäßig, um in Notsituationen auf Hilfe vertrauen zu können. 
     
  6. Aktiv bleiben

    Durch Bewegung, Sport und das Genießen der Natur aktivieren Sie die Kraft und die Leistungsfähigkeit Ihres Körpers. So schaffen Sie den richtigen Ausgleich zu Belastungen im Arbeitsalltag und Privatleben.
     
  7. Sich beteiligen

    Durch die Teilnahme an gemeinsamen Aktivitäten, sind Sie Teil einer Gemeinschaft und fühlen sich nicht einsam.
     
  8. Etwas Kreatives tun

    Durch kreative Tätigkeiten wie zum Beispiel Malen oder Musizieren bringen Sie Ihre Wünsche, Gedanken, Sehnsüchte, Träume und auch Ihre Sorgen zum Ausdruck. Die kreative Gestaltung unterstützt auch beim Entspannen.
     
  9. Sich entspannen

    Entspannung ist wichtig. Sie können eine Pause einlegen, auf der Couch ruhen und bewusst ein- und ausatmen, um neue Kraft zu tanken. 
     
  10. Neues lernen

    Bleiben Sie neugierig und interessieren Sie sich für neue Themen wie zum Beispiel Bücher oder Dokumentationen. So lassen Sie Herausforderungen zu und begegnen diesen mit Selbstbewusstsein.
 
Unterschiede Frauen und Männer

Frauen und Männer leiden unterschiedlich an psychischen Erkrankungen.

Psychische Erkrankungen bei der Frau

  • Mehr Frauen als Männer haben eine ärztlich festgestellte Depression oder sagen von sich selbst, depressiv zu sein. 
  • Frauen nehmen bei psychischen Belastungen häufiger eine Behandlung in Anspruch. 

Psychische Erkrankungen beim Mann 

  • Männer sterben häufiger an Suizid als Frauen. 
  • Männer sind häufiger von Stress in Bezug auf die Arbeit betroffen.[6] 
 
Video

Was ist eine Psychotherapie?

 
Mythen

Mythen zum Thema Psychische Gesundheit[9] 

Mythos 1: Psychische Belastungen sind eh so selten. Das betrifft mich nicht.

Das stimmt nicht. Ungefähr ein Drittel der Österreicher*innen erlebt mindestens einmal im Leben eine psychische Erkrankung oder Krise. 
 

Mythos 2: Nur schwache Menschen sind psychisch krank.

Falsch! Psychische Gesundheit hängt nicht von Stärke oder Schwäche ab. Jeder und jede kann eine psychische Erkrankung entwickeln. 
 

Mythos 3: Bei psychischen Belastungen kann man nicht helfen.

Falsch! Jeder und jede kann helfen! Es kann ausreichen, ein Gespräch zu beginnen und dann zuzuhören.

 
Zahlen und Daten
  • 77,0 % der Steirerinnen und Steirer sind nie aufgrund von Niedergeschlagenheit, Schwermut oder Hoffnungslosigkeit beeinträchtigt.
  • 18,9 % der Steirerinnen und Steirer fühlen sich an manchen Tagen niedergeschlagen, 2,7 % an mehr als der Hälfte der Tage und 1,4 % beinahe an jedem Tag.
  • Männer sind dabei häufiger von Niedergeschlagenheit beeinträchtigt als Frauen, mit 80,6 % bei Männern und 73,6 % bei Frauen.[7]
  • Depressionen sind die häufigste psychische Erkrankung. Weltweit leiden rund 322 Millionen Menschen (=4,4 % der Gesamtbevölkerung) an Depressionserkrankungen.[6]
 
Rat und Hilfe

Weitere Informationen zu Angeboten im Bereich Psychischer Gesundheit finden Sie hier:

  • Plattform Psyche 

    Hier finden Sie die richtige Anlaufstelle bei psychischen Belastungen. Je nach Problemstellung und Alter der Betroffenen gibt es unterschiedliche Angebote. 
     
  • GO-ON Kompetenzzentrum für Suizidprävention in der Steiermark 

    Wenn es Ihnen selbst nicht gut geht oder Sie sich Sorgen um einen lieben Menschen machen, finden Sie hier passende Informationen. Informieren Sie sich, wie Sie mit dem schwierigen Thema Suizid umgehen können.
     
  • Verein Achterbahn 

    Der Verein Achterbahn  ist eine Plattform für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen und vertritt Betroffene in der Öffentlichkeit. Es geht darum, psychischen Erkrankungen das Tabu zu nehmen.
     
  • Schulprojekt „Verrückt? Na und! – „Seelisch fit in Schule und Ausbildung“

    Das Projekt macht das schwierige Thema psychische Krise in der Schule besprechbar und wird ab der 8. Schulstufe umgesetzt.
     
  • „Psychisch fit studieren“

    Das Präventionsprogramm bringt das Thema psychische Gesundheit an Hochschulen. Psychische Krisen werden besprechbar und Zuversicht und Lösungswege vermittelt.
     
  • Erste Hilfe für die Seele 

    Erste Hilfe für die Seele von Pro Mente Austria will dabei unterstützen, im Krisenfall der Seele nicht wegzuschauen.

  • Magazin „Gesundes Österreich"

    Das Magazin „Gesundes Österreich“ des Fonds Gesundes Österreich (FGÖ) widmet sich in der Ausgabe 1/2024 unter dem Titel „Wie geht’s?“ den Strategien zur Förderung der psychosozialen Gesundheit. Auf gesellschaftlicher Ebene geht es darum, die Rahmenbedingungen dafür, wie wir arbeiten, lernen und leben möglichst gesundheitsförderlich und fair zu gestalten. Auf individueller Ebene können gute und verlässliche soziale Beziehungen zu unseren Mitmenschen auch unser Wohlbefinden erhöhen. Beide Ebenen sind für unsere Gesundheit insgesamt und speziell für unser psychosoziales Wohlbefinden wesentlich. Welche Strategien geeignet sind, dieses zu stärken, beleuchtet die neue Ausgabe des Magazins. Jetzt herunterladen oder bestellen.
     
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