Grippe-Impfung

Gesundheitsthema

Grippe-Impfung Soll ich mich impfen lassen?

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Die „echte" Grippe oder Influenza ist eine sehr ansteckende Virus-Erkrankung. Typische Beschwerden sind hohes Fieber, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Husten und Halsschmerzen. Die Grippe kann sehr schwer verlaufen, besonders bei Kindern, älteren Personen und Schwangeren sowie Menschen mit chronischen Erkrankungen. Die Grippe-Impfung kann vor einer Grippe-Erkrankung und möglichen schweren Folge-Erkrankungen, wie zum Beispiel einer Lungenentzündung, schützen. 

In diesem Beitrag beantworten wir häufige Fragen zum Thema. Sie erfahren, was Sie selbst tun können, um sich vor einer Ansteckung mit der Grippe zu schützen. Wir klären über Mythen und die Vorteile und Nachteile der Grippe-Impfung auf. Außerdem erfahren Sie, wo Sie Rat und Hilfe sowie weitere Informationen finden.

Das Wichtigste auf einen Blick
  • Die Grippe-Impfung ist kostengünstig und in der Regel gut verträglich.
  • Grippeviren verändern sich regelmäßig. Das ist der Grund, warum die Impfung jedes Jahr neu empfohlen wird.
  • Jedes Jahr erkranken zwischen 5 und 20 von 100 Personen an der „echten" Grippe.
  • In der Saison 2022/23 ist die Grippe-Impfung für Kinder bis zum vollendeten 15. Lebensjahr kostenlos. Für Erwachsene bis zum vollendeten 65. Lebensjahr kostet die Impfung 16 Euro. Für Personen ab 65 Jahren kostet die Impfung 27 Euro.
  • Durch eine Impfung werden Ansteckungen verhindert und daher auch Personen geschützt, die nicht geimpft sind.
  • Eine Impfung schützt vor schweren Verläufen, Komplikationen und Folge-Erkrankungen wie Lungenentzündungen oder Herzinfarkten. 
Häufige Fragen

Wahrscheinlich ja

In einem Jahr mit hoher Ansteckungs-Gefahr erkranken ohne Impfung 10 von 100 Menschen an der Grippe. Von 100 Menschen, die geimpft sind, erkranken dann trotzdem noch 4 Menschen. 

In einem Jahr mit niedriger Ansteckungs-Gefahr erkranken ohne Impfung 2 von 100 Menschen an der Grippe, mit Impfung wäre es 1 von 100 Menschen.

Grippeviren verändern immer wieder ihre Form. Deshalb ist die Herstellung von Grippe-Impfstoffen nicht einfach. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) versucht jedes Jahr, die gerade aktuellen Grippeviren zu erkennen. Nur wenn bekannt ist, wie die aktuellen Grippeviren aussehen, kann ein Impfstoff hergestellt werden, der auch wirkt.

Die Entwicklung eines Grippe-Impfstoffs dauert bis zu 9 Monate. Daher kommt es vor, dass die vorhandene Impfung nicht gegen die gerade aktuellen Grippeviren schützt. Die Impfung wirkt also nicht jedes Jahr gleich gut vor einer Erkrankung.

Im Impfstoff befinden sich Grippeviren oder Teile davon, die nicht aktiv sind. Diese regen den Körper dazu an, die Viren abzuwehren. Dadurch werden sogenannte „Antikörper“ gebildet. Wenn man nach der Impfung in Kontakt mit Grippeviren kommt, sorgen diese Antikörper dafür, dass man nicht krank wird.

Für folgende Personen wird eine Grippe-Impfung besonders empfohlen: 

  • Personen über 60 Jahre
  • Personen mit chronischen Erkrankungen (zum Beispiel Krebs, Diabetes, HIV etc.)
  • Schwangere oder Frauen, die schwanger werden möchten
  • Stillende und Personen im Umfeld von Neugeborenen 
  • Kinder ab dem vollendeten 6. Lebensmonat
  • stark übergewichtige Personen (BMI höher als 40) 
  • Menschen, die im Gesundheitsbereich und in der Pflege arbeiten und engen Kontakt mit Risiko-Personen haben
  • Personen und Personal in Gemeinschafts-Einrichtungen (zum Beispiel Kindergärten, Schulen, soziale Einrichtungen etc.)
  • Personen mit häufigen sozialen Kontakten (zum Beispiel Personal in Tourismus, Gastronomie, Handel, Friseur- und Kosmetik-Betrieben etc.)
  • Reisenden wird die Impfung spätestens 2 Wochen vor Reiseantritt empfohlen 

Vor der COVID-19-Pandemie startete die Grippe-Welle in Österreich in der Regel Ende Dezember oder im Jänner. Der ideale Zeitpunkt für die jährliche Grippe-Impfung war üblicherweise Ende Oktober bis Mitte November

Nachdem es in den vergangenen 2 Jahren keine nennenswerte Grippe-Welle gab, ist gerade in dieser Saison die Grippe-Impfung von großer Bedeutung. Es wird empfohlen, die Grippe-Impfung weiterhin vor Beginn der kalten Jahreszeit, im Herbst durchzuführen.

Sie können aber auch zu jedem späteren Zeitpunkt, während bereits Grippe-Fälle auftreten, noch vom Schutz durch eine Impfung profitieren.

Die Grippe-Impfung bietet keinen 100-prozentigen Schutz. Das heißt, man kann sich auch mit der Grippe anstecken, wenn man geimpft ist. Die Impfung schützt außerdem nur gegen Grippeviren und nicht gegen andere Viren und Bakterien, die Erkältungen oder grippale Infekte auslösen.

Sollten Menschen trotz Grippe-Impfung an der "echten Grippe" erkranken, verläuft die Erkrankung meist milder und dauert kürzer. Außerdem gibt es bei geimpften Menschen weniger Grippe-bedingte Komplikationen und sie müssen seltener ins Krankenhaus. 

In der Regel ist die Grippe-Impfung gut verträglich. Manchmal entstehen nach der Impfung leichte Nebenwirkungen, zum Beispiel leichte Schmerzen, Rötung oder Schwellung der Impfstelle. Gelegentlich treten Beschwerden wie Fieber, Müdigkeit, Kopf- und Muskelschmerzen auf. Diese verschwinden in der Regel innerhalb von zwei Tagen wieder von allein.

Was kann ich selbst tun

10 Tipps um sich vor einer Ansteckung mit der Grippe zu schützen

  • Waschen Sie Ihre Hände mehrmals täglich mit warmem Wasser und Seife.
  • Greifen Sie sich nicht ins Gesicht.
  • Husten und niesen Sie in die Ellenbeuge, nicht in die Hände.
  • Entsorgen Sie benutzte Taschentücher sofort und lassen Sie diese nicht herumliegen.
  • Meiden Sie große Menschen-Mengen und halten Sie Abstand.
  • Verzichten Sie auf Händeschütteln und Umarmungen.
  • Lüften Sie regelmäßig – zu Hause und am Arbeitsplatz.
  • Schlafen Sie ausreichend.
  • Bewegen Sie sich regelmäßig, am besten an der frischen Luft.
  • Achten Sie auf eine gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse.

Vorteile der Grippe-Impfung

  • Die Grippe-Impfung verringert das Risiko, an der Grippe zu erkranken.
  • Die Impfung ist allgemein gut verträglich.
  • Eine Impfung schützt vor schweren Verläufen, Komplikationen und Folge-Erkrankungen wie Lungenentzündungen oder Herzinfarkten. 

Nachteile der Grippe-Impfung

  • Wie bei jeder Behandlung können auch unerwünschte Nebenwirkungen auftreten.
  • Typisch für Impfungen sind Rötungen der Haut an der Einstichstelle, Verhärtungen oder Muskelschmerzen. Auch Fieber kann eine mögliche Folge sein.
  • Ernstere Nebenwirkungen sind sehr selten; sie sind aber nicht auszuschließen. 
Mythen

Mythos 1: Nur ältere Menschen sollten sich gegen die Grippe impfen lassen.

Das stimmt nicht. Die Impfung wird jeder Person, die sich schützen will, empfohlen.

 

Mythos 2: Die Impfungen gegen COVID-19 und die Grippe sollen nicht gleichzeitig erfolgen. 

Falsch! Sowohl die Impfung gegen COVID-19 als auch die Impfung gegen Grippe sind in der Regel gut verträglich. Es ist nicht notwendig, einen zeitlichen Abstand zwischen den Impfungen einzuhalten.

Rat und Hilfe
  • Besprechen Sie mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt, ob eine Grippe-Impfung für Sie empfohlen ist.
     
  • Empfehlung Influenza-Impfung Saison 2022/202
    Hier können Sie die aktuellen Impf-Empfehlungen des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz herunterladen. 
     
  • Impfaktion 2022/2
    Informationen für die diesjährige Grippe-Impfaktion gibt die reisemedizinische Impf- und Beratungsstelle des Landes Steiermark.

Hinweis: Wir weisen Sie ausdrücklich darauf hin, dass die Informationen auf dieser Webseite auf keinen Fall als Ersatz für eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Expertinnen und Experten (zum Beispiel Ärzt*innen, Apotheker*innen, Ernährungsberater*innen, Psycholog*innen etc.) dienen. “Gesund informiert“ ist eine Webseite des Gesundheitsfonds Steiermark und wird ausschließlich aus öffentlichen Mitteln finanziert. Weitere wichtige Informationen finden Sie hier
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