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Krebs – Kann ich mich vor dieser Erkrankung schützen?

Stand: Jänner, 2022

Allgemeines

Jedes Jahr am 4. Februar findet der Weltkrebstag statt. Der Tag dient dazu, über die Erkrankung Krebs zu informieren und aufzuklären. Vor allem die Vorbeugung von Krebs und der Umgang mit der Krankheit stehen dabei im Mittelpunkt. Das ist wichtig, denn jährlich erkranken in Österreich etwa 42.000 Menschen an Krebs. Männer sind dabei etwas häufiger betroffen als Frauen. Nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind Krebserkrankungen die zweithäufigste Todesursache der Österreicherinnen und Österreicher.


Podcast zum Weltkrebstag

Podcast #10: Weltkrebstag: Wie geht ein Leben mit Krebs?

Am 4. Februar ist Weltkrebstag. In dieser Folge stellen wir unsere Fragen rund um das Thema Krebs an Christian Scherer, den Geschäftsführer der Krebshilfe Steiermark.

Ob man allen von einer Krebserkrankung erzählen soll, ob Dr. Google eine Hilfe für Angehörige ist und ob eine Krebserkrankung auch etwas Gutes hat, hört ihr in dieser Folge von „Gesund informiert“.

Hier kannst du alle Infos über Krebs nachlesen:
https://www.gesund-informiert.at/gesundheitsthemen/krebs

Hier findest du die Krebshilfe Steiermark:
https://www.krebshilfe.at

Die Selbsthilfe Steiermark gibt es hier:
https://selbsthilfe-stmk.at

 

Auf Spotify anhören. Google Podcasts Auf Apple Podcast anhören.


Das Wichtigste im Überblick

• Der Begriff „Krebs“ fasst eine Reihe von Erkrankungen zusammen, die sehr unterschiedliche Symptome und Verläufe haben können.

 • Wenn Krebs entsteht, verändern sich normale Zellen im Körper und werden zu Krebszellen.

 • Das kann dazu führen, dass wichtige Körperfunktionen gestört sind und Organe nicht mehr richtig arbeiten.

 • Es gibt viele Risikofaktoren, die zur Entstehung von Krebs führen können.

 • Durch die Fortschritte in der Medizin sind viele Krebserkrankungen gut behandelbar.

 • Ein gesunder Lebensstil ist immer zu empfehlen, schützt aber nicht automatisch vor Krebs.

Was ist Krebs?

Unser Körper besteht aus vielen einzelnen Zellen. Diese Zellen teilen sich regelmäßig und sterben ab. Das ist ganz normal. Manchmal passiert dabei ein Fehler. Zellen wachsen zu stark, teilen sich falsch, wachsen an falschen Stellen oder sterben nicht ab. Diese krankhaften Zellen nennt man auch Krebszellen.

Normalerweise werden Krebszellen vom Immunsystem erkannt und beseitigt. In seltenen Fällen gelingt es den Krebszellen sich zu vermehren und Schaden anzurichten. Die Ursachen dafür sind unterschiedlich.

Die Bezeichnung "Krebs" stammt vom griechischen Arzt Hippokrates. Er hat die übergreifenden Tumore mit den Zangen eines Krebses verglichen.


Was ist ein Tumor?

Ein Tumor ist eine Anhäufung von Krebszellen. Es gibt gutartige und bösartige Tumore.

Gutartige oder in der Fachsprache „benigne“ Tumore sind örtlich beschränkt. Sie kapseln sich von dem umliegenden Gewebe ab und dringen nicht in gesundes Gewebe ein. Aber wenn ein Tumor wächst und größer wird, kann er das umliegende Gewebe verdrängen. Das kann manchmal problematisch sein.

Bösartige Tumore werden in der Fachsprache „maligne“ genannt. Sie dringen in das benachbarte Gewebe ein, siedeln sich dort an und zerstören es. Außerdem können sich diese Krebszellen im Körper verteilen. Dann spricht man von „Metastasen“ oder „Tochtergeschwülsten“.

Es gibt auch Krebsformen, die keine Tumore bilden. Sie entstehen aus Blutzellen. Diese Krebszellen verdrängen gesunde Blutzellen und stören ihre normale Funktion.


Wie entsteht Krebs?

Verschiedene Faktoren können dazu beitragen, dass Krebs entsteht. Vor manchen dieser Faktoren kann man sich schützen, vor anderen nicht.
Krebs kann zufällig entstehen. Wenn sich Zellen fehlerhaft teilen und unkontrolliert vermehren. Davor kann man sich nach bisherigem Forschungsstand nicht schützen.

 

Es gibt aber auch bekannte Auslöser, die zu einer Entstehung von Krebs führen können. Zu diesen zählen:

 • Umweltfaktoren: Es gibt bekannte Stoffe, die Krebs auslösen. Diese kommen im täglichen Leben vor und werden auch „Kanzerogene“ genannt. Dazu gehören zum Beispiel Asbest oder manche Chemikalien und Umweltgifte. Auch Strahlung gehört dazu, zum Beispiel radioaktive Strahlung.

 • Krebs in der Familie: Manche Menschen haben ein erhöhtes Krebsrisiko. Es finden sich Veränderungen im Erbgut, die die Entstehung von Krebs fördern. Sagen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn jemand aus Ihrer Familie an Krebs erkrankt oder daran gestorben ist. Das ist wichtig. In diesem Fall können regelmäßige Untersuchungen zur Früherkennung gemacht werden, zum Beispiel bei Brustkrebs.

 • Ungesunder Lebensstil: Ein ungesunder Lebensstil kann die Entstehung von verschiedenen Krebserkrankungen begünstigen. Raucherinnen und Raucher haben ein höheres Risiko an Lungenkrebs, Blasenkrebs oder Nierenkrebs zu erkranken. Übergewicht und zu wenig Bewegung oder Sport gelten als Risikofaktoren für Darmkrebs und Brustkrebs. Zu viel Alkohol kann zum Beispiel zu Leberkrebs oder Speiseröhrenkrebs führen. Wer ohne Sonnencreme und zu lange in der Sonne ist, erhöht das Risiko an Hautkrebs zu erkranken.

 • Krankheitserreger: Auch verschiedene Krankheitserreger können zur Entstehung von Krebs beitragen. Vor allem Viren sind bisher als Auslöser bekannt. Dazu gehört zum Beispiel der humane Papillomavirus (HPV), der Gebärmutterhalskrebs auslösen kann. Aber auch manche Bakterien können zur Entstehung von Krebs beitragen. Zum Beispiel kann das Bakterium „Helicobacter pylori“ zu Magenkrebs führen.

Im Erklärvideo der deutschen Gesundheitskasse AOK wird einfach und anschaulich erklärt, wie Krebs entsteht:


Kann ich mich vor Krebs schützen?

Durch einen gesunden Lebensstil, Teilnahme an Früherkennungs-Programmen oder durch Impfungen kann das Krebsrisiko verringert werden. Allerdings gibt es keine Garantie, nicht an Krebs zu erkranken.

Früherkennungs-Programme

Für einige der häufigen Krebserkrankungen sind geeignete Tests verfügbar.

Zum Beispiel für Brustkrebs. Durch die frühe Erkennung können sich die Heilungschancen verbessern. Die Teilnahme ist freiwillig. Alle diese Tests können auch Nachteile haben, wie zum Beispiel ein falsches Ergebnis. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber und wägen Sie ab.

Impfungen

Es gibt Viren, die Krebs verursachen können. Impfungen können helfen, das zu verhindern.

Es gibt zum Beispiel eine Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV). Diese Viren können die Entstehung von zum Beispiel Gebärmutterhalskrebs begünstigen. Informieren Sie sich bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über die Vorteile und Nachteile der Impfung.

Gesunder Lebensstil

Zu wenig Bewegung, zu viel Alkohol, Rauchen oder zu viel Sonne können eine Krebserkrankung auslösen. Achten Sie auf Ihre Gesundheit, indem Sie…

 • …nicht rauchen.

 • …wenig Alkohol trinken.

 • …zu viel Sonne meiden.

 • …ausreichend Gemüse und Obst essen.

 • …sich regelmäßig bewegen.

 • …schädliche Stoffe meiden, zum Beispiel Asbest.

Leider gibt es keine Garantie dafür, dass man im Laufe des Lebens nicht an Krebs erkrankt. Auch Menschen, die sehr gesund leben, können krank werden.


Vor- und Nachteile

Die Krebs-Früherkennung ist wichtig. Aber viele Untersuchungen haben neben Vorteilen auch Nachteile für die körperliche und psychische Gesundheit. Zum Beispiel kann ein falsches Ergebnis große Ängste bei Betroffenen verursachen. Sprechen Sie daher vor einer Untersuchung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber und lassen Sie sich genau zu Vorteilen und Nachteilen beraten. Dann können Sie eine gute Entscheidung treffen.

 

Beispiel: Ob die Brustkrebs-Früherkennung durch ein Bruströntgen, also eine „Mammographie“, wirklich ein Lebensretter ist und welche Chancen und Risiken sie bietet, haben die Expertinnen und Experten von „Medizin-Transparent.at“ wissenschaftlich überprüft:
www.medizin-transparent.at/brustkrebs-frueherkennung/


Mythen

Zur Entstehung von Krebs gibt es zahlreiche Mythen. Beim deutschen Krebsinformationsdienst finden Sie einige Beispiele und Informationen, was wirklich stimmt.

www.krebsinformationsdienst.de/vorbeugung/risiken/mythen.php


Rat und Hilfe

Diagnose Krebs: Wo finde ich Rat und Hilfe?

Die Diagnose Krebs führt oft zu Angst. Auch Wut, Verzweiflung, Ungewissheit und viele Fragen tauchen auf. Angehörige und Freunde können eine große Hilfe sein, um über diese Gefühle zu sprechen. Professionelle Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner können Ihnen helfen, mit medizinisch geprüften Informationen und Wissen diesen Ängsten zu begegnen:

 • Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt und sprechen Sie Ihre Ängste an.

 • Die Steirische Krebshilfe bietet zahlreiche Beratungs- und Hilfsangebote für Erkrankte und Angehörige.

 • Selbsthilfegruppen zu unterschiedlichen Krebsarten in der Steiermark bieten neben Beratung auch die Möglichkeit, sich direkt mit anderen Betroffenen auszutauschen.


Wo finde ich weitere Informationen?

 • Am Arbeitsplatz ist man unter Umständen krebserzeugenden Arbeitsstoffen ausgesetzt. Die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA) informiert über Risiken und wie man diese verhindern kann. Hier finden Sie die Informationen: „Gib Acht, Krebsgefahr!“.

 • Es gibt viele Menschen, die mit Krebs leben und offen darüber reden. Auch über Themen wie Sexualität oder Haarverlust. Aus der Sicht einer Betroffenen spricht zum Beispiel Martina Hagspiel auf der Seite www.influcancer.com/.

Im Erklärvideo der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) erfahren Sie mehr über mögliche Gefahren durch krebserzeugende Stoffe am Arbeitsplatz und wie man sich davor schützen kann: