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GESUNDHEITSKOMPETENZ FÜR BESONDERS WISSBEGIERIGE

Die offizielle Beschreibung vom Begriff „Gesundheitskompetenz“ ist lang und ein bisschen verschachtelt, aber trotzdem lesenswert:

„Gesundheitskompetenz ist verknüpft mit allgemeiner Bildung und umfasst das Wissen, die Motivation und die Fähigkeiten von Menschen, relevante Gesundheitsinformationen zu finden, zu verstehen, zu beurteilen und anzuwenden, um im Alltag in den Bereichen Gesundheitsförderung (zur Erhaltung und Stärkung der Gesundheit), Prävention (zur Vorbeugung von Beschwerden oder Erkrankungen) und Krankenversorgung (bei bestehenden Beschwerden oder Erkrankungen) Entscheidungen treffen zu können, die zur Erhaltung oder Verbesserung der Lebensqualität und Gesundheit während des gesamten Lebensverlaufs beitragen.“

Quelle: Österreichische Plattform Gesundheitskompetenz, 2019

Warum ist Gesundheitskompetenz wichtig?

Personen mit höherer Gesundheitskompetenz …

  • sind weniger häufig im Krankenhaus.*
  • benötigen seltener eine Ärztin oder einen Arzt.*
  • benötigen seltener medizinische Notfalldienste (zum Beispiel die Rettung).*
  • leiden weniger häufig unter chronischen Erkrankungen (zum Beispiel Zuckerkrankheit).**
  • haben einen besseren Umgang mit chronischen Krankheiten.**
  • wissen, wo sie sich mit einem gesundheitlichen Problem hinwenden sollen.**
  • bewegen sich mehr.***
  • nutzen häufiger Vorsorgeuntersuchungen.***
  • haben ein besseres Verständnis für Gesundheitsbotschaften und Behandlungsoptionen.****
  • nutzen Angebote der Gesundheitsförderung und Prävention häufiger.****
  • haben geringere Erkrankungsraten.****
  • haben eine höhere Lebenserwartung.****

* Quelle: Gesundheitsfonds Steiermark, Bericht „Gesundheit verstehen – beurteilen – anwenden, 2017
** Quelle: Uni Bielefeld, 2017
*** Quelle: Geschäftsstelle Nationaler Aktionsplan Gesundheitskompetenz, 2018
**** Quelle: Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger, 2017


Daten und Fakten zur Gesundheitskompetenz

Gesundheitskompetenz wurde erstmals systematisch 2011 in folgenden Ländern erhoben:

  • Bulgarien
  • Deutschland
  • Griechenland
  • Irland
  • Niederlande
  • Österreich
  • Polen 
  • Spanien

Dazu wurde die Bevölkerung zu unterschiedlichen Themen der Krankheitsbewältigung, Krankheitsvermeidung und Gesunderhaltung befragt.
Es handelte sich also um eine Selbsteinschätzung der Befragten.


Die Gesundheitskompetenz ist zu gering, wenn Menschen zum Beispiel folgende Schwierigkeiten haben:

  • Für über 60 % der Steirerinnen und Steirer ist es schwierig, Angaben auf Lebensmittelverpackungen zu verstehen. (Thema Gesundheitsförderung)
  • Über 50 % der Steirerinnen und Steirer finden es schwierig, zu beurteilen, ob die Informationen über Gesundheitsrisiken in den Medien vertrauenswürdig sind. (Thema Prävention)
  • Über 50 % der Steirerinnen und Steirer finden es schwierig, die Vor- und Nachteile von Behandlungsmöglichkeiten zu beurteilen. (Thema Krankheitsbewältigung)

Seit der europäischen Studie sind folgende Fakten bekannt:

  • In Österreich haben 51,6 % eine zu geringe Gesundheitskompetenz (international: 47,6 %).
  • Die Steiermark weist im Bundesländer-Vergleich die niedrigste Gesundheitskompetenz auf – hier haben 63,2 % eine zu geringe Gesundheitskompetenz.
  • Die Gesundheitskompetenz ist bei Frauen etwas höher als bei Männern.
  • Die Gesundheitskompetenz ist bei älteren Personen im Durchschnitt niedriger als bei Jüngeren.
  • Menschen mit höherem Bildungsstand haben eine höhere Gesundheitskompetenz – in der Steiermark ist dieser Zusammenhang stärker ausgeprägt als in jedem anderen Bundesland.
  • Der Zusammenhang zwischen Gesundheitskompetenz und Gesundheit ist deutlich.
  • Personen mit höherer Gesundheitskompetenz schätzen ihre Gesundheit besser ein.

Quelle: Grafik in Anlehnung an den Bericht Gesundheit verstehen – beurteilen – anwenden, 2017

Weitere Informationen finden Sie unter LINKS & DOWNLOADS