Zahlen, Daten, Fakten

Gesundheits­kompetenz in Österreich

 

Mit der European Health Literacy Survey (HLS-EU 2011) wurde die Gesundheitskompetenz erstmals systematisch erhoben. Die Befragung wurde in acht europäischen Ländern durchgeführt: Bulgarien, Deutschland, Griechenland, Irland, Niederlande, Österreich, Polen und Spanien. Die Befragten wurden gebeten, ihre Gesundheitskompetenz in den Bereichen der Krankheitsbewältigung, der Prävention und der Gesundheitsförderung selbst einzuschätzen. Die Ergebnisse zeigen, dass die österreichische Gesundheitskompetenz unter dem Durchschnitt aller befragten Länder liegt.

Über eine ausreichende Gesundheitskompetenz verfügen lediglich 37,2 Prozent der österreichischen Bevölkerung (internationaler Vergleich: 36,0 Prozent), wohingegen 51,6 Prozent eine problematische bis inadäquate Gesundheitskompetenz (internationaler Vergleich: 47,6 Prozent) aufweisen.

Besonders häufig betroffen von mangelnder Gesundheitskompetenz sind:

  • Ältere Menschen (über 76 Jahre)
  • Chronisch Kranke
  • Personen aus sozial schwächeren Schichten (niedriger sozioökonomischer Status, auch im Zusammenhang mit Migrationshintergrund)
  • Männer haben eine etwas geringere Gesundheitskompetenz als Frauen

Menschen mit höherem Bildungsstand haben eine höhere Gesundheitskompetenz. In allen österreichischen Bundesländern ist der Zusammenhang zwischen Gesundheitskompetenz und Gesundheit deutlich.

Fast jede 2. Person in Europa verfügt über eine unzureichende Gesundheitskpompetenz.

 

Gesundheitskompetenz in der Steiermark

Zusätzlich zur nationalen Erhebung wurde eine Zusatzerhebung in allen österreichischen Bundesländern durchgeführt. Die Steiermark weist im Bundesländervergleich die niedrigste Gesundheitskompetenz auf: 63,2 Prozent der Bevölkerung haben eine zu geringe Gesundheitskompetenz.

In einer neuen Erhebung der Gesundheitskompetenz im Jahr 2019 zeigte sich eine leichte Verbesserung. Die Ergebnisse für die Steiermark waren sehr ähnlich wie die Ergebnisse für Österreich.
 

  • 45,5 Prozent der Steirer*innen
    finden es schwierig oder sehr schwierig zu beurteilen, wie vertrauenswürdig die im Internet gefundenen Informationen sind.
  • 47,5 Prozent der Steirer*innen
    finden es schwierig oder sehr schwierig zu beurteilen, ob hinter den angebotenen Informationen im Internet wirtschaftliche Interessen stehen.
  • 18,8 Prozent der Steirer*innen
    finden es schwierig oder sehr schwierig zu beurteilen, ob Informationen über ungesunde Lebensgewohnheiten wie Rauchen, Bewegungsmangel oder übermäßiger Alkoholkonsum vertrauenswürdig sind.
  • 43,9 Prozent der Steirer*innen
    finden es schwierig oder sehr schwierig herauszufinden, welche Rechte sie als Patient*in beziehungsweise Nutzer*in des Gesundheitssystems haben.
  • 19,8 Prozent der Steirer*innen
    finden es schwierig oder sehr schwierig zu entscheiden, ob Sie sich gegen Grippe impfen lassen sollten.
  • 32,7 Prozent der Steirer*innen
    finden es schwierig oder sehr schwierig, Informationen darüber zu finden, wie man mit psychischen Problemen umgeht. 

Die Zahlen zeigen aber: Es gibt weiterhin viel zu tun!

 

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