Adipositas

Was kann ich bei dieser Erkrankung tun?

Figur, die den Bauch misst, mit einer Waage.
Wie erkenne ich Fakten statt Fake?
#1 Inhalte sind neutral und realistisch
#2 Quellen sind ersichtlich
#3 Autor*in ist angegeben
Redaktion: Bianca Heppner, MPH (Master in Public Health) und Anja Mandl, BA MA (Bachelor und Master in Gesundheitsmanagement)
Zuletzt geändert am: 06.08.2026
Nächste geplante Überarbeitung: 2029

Verhalten, Medikamente, Rauchen, Genetik und Hormone: Unser Körpergewicht wird von vielen verschiedenen Faktoren beeinflusst. Nicht immer sind zu viel Essen und zu wenig Bewegung allein schuld an überschüssigen Kilos.[1] Wenn der Fettanteil im Körper übermäßig hoch ist, spricht man von Adipositas oder auch Fettleibigkeit.[1] Damit ist das Risiko für verschiedene Erkrankungen erhöht. Aber auch Einschränkungen im Alltag durch das erhöhte Gewicht können belastend sein.[2] Die gute Nachricht: Sie selbst können viel für ein gesundes Gewicht tun!

In diesem Beitrag werden häufige Fragen zum Thema Adipositas beantwortet. Sie erfahren, was Sie als  erwachsene Person selbst tun können, um ein gesundes Körpergewicht zu erreichen. Wir klären über Mythen rund um das Thema Gewicht auf und Sie erfahren, wo Sie Rat und Hilfe und weitere Informationen finden. Mit diesen Informationen können Sie sich selbst ein Bild machen, bevor Sie eine Entscheidung für Ihre Gesundheit treffen!

Überblick

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Adipositas bedeutet starkes Übergewicht oder Fettleibigkeit.[2]
  • Die Weltgesundheitsorganisation definiert Adipositas mit einem Body-Maß-Index von 30 oder höher. Fachleute empfehlen aber noch weitere Messungen zur Diagnose, zum Beispiel die Messung des Taillenumfangs. [13]
  • Viele verschiedene Faktoren beeinflussen unser Körpergewicht. Zum Beispiel Lebensstil, Medikamente, Hormone und genetische Faktoren. [3]
  • Adipositas erhöht das Risiko für viele Folgeerkrankungen. [2]
  • Menschen mit Adipositas haben gegenüber Personen mit normalem Gewicht ein erhöhtes Risiko, früher zu versterben. Das Risiko steigt mit dem Ausmaß der Adipositas.[14]
  • Es gibt viel, was Sie selbst tun können, um auf ein gesundes Körpergewicht zu achten. [14]

Podcast

Folge #104: Gesund informiert mit Bianca Itariu: Wann macht die Abnehmspritze Sinn?

In dieser Folge spricht Internistin Bianca Itariu darüber, für wen die Abnehmspritze Sinn machen kann, wo man sich näher informieren kann und was wir als Gesellschaft noch im Umgang mit Adipositas lernen können.

Aus Datenschutz-Gründen ist dieser Inhalt ausgeblendet. Die Einbettung von externen Inhalten wird nach Zustimmung in den Datenschutz-Einstellungen aktiviert.

Podcast-Ausschnitte

Hören Sie kurz in die Folge hinein!

Teil 1: Was ist Adipositas?

Teil 2: Welche Rolle spielt Social Media?

Folge #42 Adipositas: Bin ich selbst schuld an meinem Gewicht?

In dieser Folge erklärt Diätologin Birgit Kogler was der BMI über die Gesundheit aussagt, ob Übergewicht immer gefährlich ist und was Sie selbst für ein gesundes Körpergewicht tun können.

Aus Datenschutz-Gründen ist dieser Inhalt ausgeblendet. Die Einbettung von externen Inhalten wird nach Zustimmung in den Datenschutz-Einstellungen aktiviert.

Testen Sie Ihr Wissen

Frage von

Häufige Fragen

Was bedeutet Adipositas?

Adipositas ist eine Erkrankung, die durch viele verschiedene Faktoren beeinflusst wird.[13] Ein anderes Wort für Adipositas ist Fettleibigkeit.[1] Adipositas sollte behandelt werden.[13]

Mit Hilfe des Body-Mass-Index, besser bekannt als BMI, kann Adipositas bestimmt werden. Der BMI beschreibt das Verhältnis des Körpergewichts zur Körpergröße. So wird der BMI berechnet [11]:

 

Formel zur Berechnung des Body-Mass-Index (BMI) auf Deutsch: BMI = Körpergewicht in Kilogramm dividiert durch (Körpergröße in Meter) zum Quadrat.

Adipositas liegt laut Definition bei einem BMI-Wert ab 30 vor.[1]

Der BMI sagt nichts über die den Anteil von Fett- und Muskelmasse im Körper sowie über die Verteilung von Fett im Körper aus. Deshalb kann es passieren, dass Menschen, die Sport treiben und viel schwere Muskelmasse haben, anhand des BMI als übergewichtig eingeordnet werden. Auch bei sehr großen oder sehr kleinen Menschen kann es zu einer falschen Einschätzung kommen.[11]

Deshalb wird für die Diagnose von Adipositas zusätzlich der Taillenumfang oder eine Analyse der Körperzusammensetzung (Bioimpedanzanalyse, kurz BIA) herangezogen. [13] Damit kann überprüft werden, ob tatsächlich eine gesundheitlich ungünstige Verteilung der Fettmasse im Körper vorliegt. [13] 

Was sind die Ursachen für Adipositas?

Adipositas ist meistens eine Folge davon, dass mehr Kalorien aufgenommen als verbraucht werden. Überschüssige Kalorien werden vom Körper in Form von Fett eingelagert.[2] Adipositas entsteht meist über mehrere Jahre oder Jahrzehnte.[2]
Es gibt viele Faktoren, die zu einer Gewichtszunahme führen können:[1]

  • moderner Lebensstil: viel sitzen, kalorienreiches Essen, Schlafmangel und Stress
  • seelische Probleme
  • genetische Veranlagung
  • geschlechtsspezifische Faktoren
  • bestimmte Erkrankungen, zum Beispiel eine Schilddrüsenunterfunktion
  • bestimmte Medikamente, zum Beispiel gegen Depression

Heute arbeiten weniger Menschen in körperlich anstrengenden Berufen als früher. Wir fahren öfter mit dem Auto, statt zu Fuß zu gehen oder mit dem Rad zu fahren. Auch unsere Freizeit verbringen wir häufig im Sitzen, zum Beispiel vor dem Fernseher oder Smartphone. Das alles macht es schwieriger, genug Kalorien zu verbrauchen.
Zuckerhaltige Getränke und kalorienreiche Nahrungsmittel sowie Snacks zwischen den Hauptmahlzeiten sind zusätzliche Kalorien. Auch Alkohol kann zur Gewichtszunahme beitragen.[2]

Wie gefährlich ist Adipositas?

Adipositas kann zu vielen Folgeerkrankungen führen, zum Beispiel:[5, 14]

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Herzinfarkt
  • Diabetes Typ 2 („Zuckerkrankheit“)
  • Erkrankungen des Bewegungsapparates, zum Beispiel Arthrose
  • Erkrankungen von Organen, zum Beispiel Gallensteine und Fettleber
  • Bestimmte Krebsarten
  • Unfruchtbarkeit beim Mann
  • schwerer Verlauf bei Infektionskrankheiten, z.B. Covid-19 oder Grippe

Die folgende Grafik zeigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen anhand von BMI und Taillenumfang:

Die Grafik zeigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen anhand von Body-Maß-Index und Taillenumfang.
Grafik wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz erstellt.

Das tägliche Leben und die Lebensqualität können durch Adipositas eingeschränkt sein. Viele Betroffene werden diskriminiert, ausgegrenzt oder angefeindet. Das kann zu Stress und einem geringen Selbstwertgefühl führen und das Risiko psychischer Erkrankungen erhöhen.[14]

TIPP: Machen Sie keine Bemerkungen über das Gewicht anderer Menschen. Das kann verletzend sein! Auch Komplimente, wenn jemand abgenommen hat, kommen nicht immer gut an.

Wie wird Adipositas behandelt?

Fachleute empfehlen, innerhalb von 6 Monaten, eine Gewichtsabnahme zwischen 5% und 10% des Ausgangsgewichts.[13]

Beispiel: Bei 100 Kilogramm Ausgangsgewicht sollten Sie im Zeitraum von 6 Monaten zwischen 5 und 10 Kilogramm abnehmen.

Adipositas ist ein Zusammenspiel aus mehreren Faktoren. Deshalb können auch mehrere Behandlungsansätze helfen:[13]

  • Lebensstil verändern: Ernährung, Bewegung und Verhalten
  • Medizinische Behandlungen: Medikamente und Operationen

Lebensstil verändern:

Zum Abnehmen kann es sinnvoll sein, einen Plan zu entwickeln, der gut zu Ihrem eigenen Leben passt. Hier können Sie Ihre persönlichen Ziele festlegen. Auch ein Ernährungstagebuch kann hilfreich sein.

Um Gewicht zu verlieren ist in der Regel eine Umstellung der Ernährung, des Verhaltens und mehr Bewegung notwendig. Der Körper muss mehr Energie verbrauchen, als er aufnimmt.[4]

Gewohnheiten zu verändern ist schwierig. Manchmal kann deshalb eine Verhaltenstherapie beim Abnehmen helfen. Dabei lernen Sie, das eigene Verhalten zu beobachten und zu verändern.[4]

Medikamente und Operationen:

Wenn eine Änderung des Lebensstils nicht ausreicht, können Medikamente als Ergänzung beim Abnehmen unterstützen. Bei der Einnahme von Medikamenten können Nebenwirkungen auftreten.[4]

Bei starker Adipositas kann auch eine Operation infrage kommen, zum Beispiel eine Magenverkleinerung. Es ist wichtig, die Vor- und Nachteile einer Operation gut abzuwägen. Komplikationen und Nebenwirkungen können auftreten. Außerdem sind auch nach der Operation Anpassungen im Lebensstil notwendig.[2] Sollten Sie eine Operation in Betracht ziehen, können Sie sich an eine Adipositasambulanz wenden.

Welche Medikamente gegen Adipositas gibt es?

Die europäische Arzneimittelagentur (EMA) hat verschiedene Wirkstoffe zugelassen.[13] Dazu zählen auch die sogenannten "Abnehmspritzen". Sie können zusätzlich zu Veränderungen des Lebensstils (Ernährung, Bewegung, Verhalten) eingesetzt werden.

Diese Medikamente werden empfohlen bei: [13] 

  • Personen mit einem BMI über 30
  • Personen mit einem BMI über 27 und zumindest einer Erkrankung, die mit dem Gewicht  zusammenhängt
Bin ich immer selbst schuld an meinem Gewicht?

Viele Menschen denken, dass starkes Übergewicht eine Folge von zu wenig Bewegung und zu viel Essen ist. Das stimmt NICHT immer! Es gibt viele Faktoren, die unser Gewicht beeinflussen. [13]

Ein Besuch beim Arzt oder bei der Ärztin ist daher für Menschen mit Adipositas sinnvoll. Besprechen Sie mögliche Ursachen und persönliche Risikofaktoren! Gemeinsam mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin können Sie eine passende Lösung finden.[3]

Was kann ich selbst tun

Es gibt einige Hilfestellungen, um abzunehmen: 

Verhalten:

  • Gewohnheiten zu verändern ist schwierig und braucht Zeit. Das gilt auch für unser gewohntes Ernährungs- und Bewegungsverhalten.[4]  Ändern Sie Ihre Gewohnheiten Schritt für Schritt. Setzen Sie sich realistische Ziele.
  • Ein realistisches Ziel für eine Gewichtsabnahme ist zum Beispiel ein Viertel-Kilo bis ein Kilo pro Woche. Innerhalb von 6 Monaten ist eine Abnahme von 5 % bis 10 % des Ausgangsgewichts realistisch.[13]
  • Beobachten Sie Ihr Bewegungs- und Ernährungsverhalten: Oft essen wir aus Stress, Langeweile oder als Belohnung. Notieren Sie, was Sie essen und trinken – zum Beispiel in einem Ernährungstagebuch.  Schreiben Sie auch auf, warum und wie Sie gegessen haben. Zum Beispiel zu Mittag gestresst vor dem Computer. Oder in Ruhe am Abend auf der Couch.
  • Notieren Sie auch, wann und wie sie sich bewegen. Waren Sie mit einer Freundin spazieren? Oder haben Sie die Stiege in den zweiten Stock genommen und sind nicht mit dem Lift gefahren? Haben Sie mit Ihren Kindern Ball gespielt?
  • Verzichten Sie auf strenge Verbote. Diese wecken häufig noch mehr Interesse. Wenn Sie die selbst ernannten Vorsätze dann nicht einhalten können, kommt es oft zu Versagensgefühlen und Rückfällen. Besser ist es, kleine Ausnahmen in Maßen zu genießen.
  • Rückfälle können vorkommen. Das ist ganz normal. Lassen Sie sich nicht entmutigen!
  • Belohnen Sie sich für Erfolge, zum Beispiel mit einem Besuch im Kino oder bei einem Konzert.
  • Folgende Tipps können helfen:
    o    Essen Sie immer zu festgelegten Zeiten.
    o    Gehen Sie nicht hungrig einkaufen und nehmen Sie immer eine Einkaufsliste mit.
    o    Essen Sie nicht nebenbei. Also nicht beim Fernsehen, Zeitunglesen oder vor dem Computer.
    o    Verabreden Sie sich mit Freunden oder Familie zum Sport.
    o    Schließen Sie sich einer Sportgruppe an. Bewegen Sie sich zu fixen Zeiten, zum Beispiel immer montags um 19 Uhr.

Ernährung:

  • Essen Sie 500-600 Kalorien weniger am Tag. Dafür sind verschiedene Ernährungsformen gleich gut geeignet. Zum Beispiel: fettarme Kost, kohlenhydrat-arme Kost oder Intervallfasten.[13] Finden Sie eine Ernährungsform, die zu Ihnen passt!
  • Essen Sie häufig nährstoffreiche Lebensmittel. Diese enthalten viele Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe und machen lange satt. Zum Beispiel: Gemüse, Hülsenfrüchte (Erbsen, Bohnen, Linsen), Obst und Vollkornprodukte.[15]
  • Vermeiden Sie große Portionen.[15] Richten Sie Ihre Mahlzeiten auf einem kleinen Teller an.[16]
  • Reduzieren Sie Fett in Ihren Mahlzeiten und bevorzugen Sie pflanzliches Fett.[15] Zum Beispiel: Rapsöl, Sonnenblumenöl, Nüsse und Samen.
  • Vermeiden Sie fettreiche Lebensmittel.[15]  Zum Beispiel: fettreiches Fleisch und fettreiche Wurst, Fast Food- und Fertiggerichte, fettreiche Backwaren und Süßigkeiten, Chips und Co.
  • Trinken Sie Wasser statt süßen Limonaden oder Energy-Drinks. Das spart Kalorien. [15] 
  • Verzichten Sie bestenfalls auf Alkohol. Trinken Sie keinesfalls mehr als zwei kleine Gläser alkoholhaltige Getränke pro Tag.[15] 
  • Vermeiden Sie Crash-Diäten und versuchen Sie, Ihre Ernährung langfristig gesünder zu gestalten. Ein Ernährungstagebuch kann Ihnen dabei helfen.[4]

Bewegung:

  • Regelmäßige Bewegung ist genauso wichtig wie eine ausgewogene Ernährung. Mit Bewegung können Sie Ihren täglichen Energieverbrauch erhöhen.[4]
  • Bewegung verbessert die körperliche Leistungsfähigkeit und steigert die Lebensqualität. Mehr dazu lesen Sie in unserem Gesundheitsthema.
  • Empfohlen wird eine Kombination aus Ausdauertraining und Krafttraining.[13]
  • Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, welche Bewegung für Sie geeignet ist. Wählen Sie eine Bewegungsart aus, die Ihnen dauerhaft Spaß macht. Zum Beispiel: Schwimmen, Spazierengehen, Radfahren, Nordic Walking, Krafttraining.
  • Nutzen Sie Alltagssituationen für Bewegung. Sie können Bewegung gut in Ihren Alltag einbauen.[13] Zum Beispiel: im Garten arbeiten, putzen, Stiegen steigen, zu Fuß einkaufen gehen, Rasen mähen oder Schnee schaufeln.
  • Hier finden Sie weitere Informationen und Bewegungstipps.

Videos

Im Video berichtet Lea von Ihrem Umgang mit Adipositas. Dieser Film ist ein persönlicher Erfahrungsbericht und stellt keine Empfehlung dar. Jeder Mensch findet seinen eigenen Umgang mit der Erkrankung.

Aus Datenschutz-Gründen ist dieser Inhalt ausgeblendet. Die Einbettung von externen Inhalten wird nach Zustimmung in den Datenschutz-Einstellungen aktiviert.

Was ist Adipositas? Wie erkenne ich, ob ich übergewichtig bin? Welche Gesundheitsrisiken sind mit Übergewicht verbunden? Dr. Brodnig erklärt dir im Video, alles zum Thema Adipositas. Denn Ihre Gesundheit ist wichtig!

Aus Datenschutz-Gründen ist dieser Inhalt ausgeblendet. Die Einbettung von externen Inhalten wird nach Zustimmung in den Datenschutz-Einstellungen aktiviert.

 

Mythen

Mythos 1: Wenn ich aufhöre zu rauchen, nehme ich zu.

Das kann stimmen! Manche Menschen nehmen unmittelbar nach dem Rauchstopp an Gewicht zu. Das hat verschiedene Gründe. Zum Beispiel essen Menschen mehr, weil ihr Geschmackssinn durch den Rauchstopp besser geworden ist. Oder sie essen, statt zu rauchen. Mehr dazu lesen Sie hier.[8]

Mythos 2: Hormone beeinflussen das Gewicht.

Das stimmt! Bestimmte Hormone sind dafür verantwortlich, ob wir Hunger haben oder uns satt fühlen. Bei Adipositas können diese Hormone aus dem Gleichgewicht geraten.[3] Wie verschiedene Hormone wirken und in welcher Form sie zu einer Gewichtszunahme beitragen, ist noch nicht ausreichend erforscht.[3] Hormonelle Erkrankungen können Adipositas verursachen, zum Beispiel eine Unterfunktion der Schilddrüse.[1] 

Mythos 3: Wenn mein BMI normal ist, bin ich auf der sicheren Seite.

Das stimmt nicht! Entscheidend ist nicht nur, wie viel wir wiegen, sondern wo das Fett sitzt.[13] Das Fett im Bauchraum, das die inneren Organe umgibt, ist besonders gefährlich. Man kann trotz eines normalen BMI einen zu hohen Bauchumfang haben (über 88cm bei Frauen, über 102cm bei Männern) und damit dasselbe gesundheitliche Risiko tragen wie jemand mit starkem Übergewicht.[13] Der Griff zum Maßband ist deshalb oft wichtiger als der Gang auf die Waage!

Zahlen und Daten

  • 13 von 100 Frauen in der Steiermark haben einen BMI über 30 und sind daher als adipös einzustufen.[10]
  • 17 von 100 Männern in der Steiermark haben einen BMI über 30 und sind daher als adipös einzustufen.[10]

Rat und Hilfe

Wenn Sie an Adipositas leiden, können Ihnen folgende Stellen weiterhelfen: 

  • Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin
    Ihr Hausarzt oder Ihre Hausärztin ist die erste Anlaufstelle bei gesundheitlichen Problemen. Sprechen Sie gemeinsam über Ihr Gewicht, welche Risikofaktoren Sie haben und was Ihnen helfen kann.
  • Ein Arzt oder eine Ärztin für innere Medizin kann ebenfalls eine gute Anlaufstelle sein. Im Idealfall hat Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin auch ein Diplom für Ernährungsmedizin.
    Wenn Sie als Frau zusätzlich an Wechselbeschwerden leiden, kann auch Ihr Gynäkologe bzw. Ihre Gynäkologin ein passender Ansprechpartner sein.
  • In der Steiermark gibt es auch spezialisierte Adipositas-Ambulanzen, an die Sie sich wenden können:
    Ambulanz für Diabetes-, Lipid- und Stoffwechselerkrankungen
    Auenbruggerplatz 15, 8036 Graz
    Mo-Do: 09:00 - 12:00 Uhr und 13:00 - 14:30 Uhr
    Fr: 09:00 -12:00 Uhr
    Telefon: 0316 385 13270
    E-Mail: diabetes.ambulanz@uniklinikum.kages.at

    Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Graz
    Marschallgasse 12
    8020 Graz
    Adipositas-Infoveranstaltung: jeden Mittwoch von 13:00 – 14:00 Uhr
    Telefon: 0316 7067 158115
    E-Mail: termin@bbgraz.at

    LKH Hochsteiermark – Standort Leoben
    Vordernberger Straße 42
    8700 Leoben
    Termine Montags nach Terminvereinbarung
    Telefon: 03842 401 232

    Weitere spezialisierte Ambulanzen und Abteilungen finden Sie hier.

  • Gehen Sie zu einer Ernährungsberatung
    In der Steiermark gibt es verschiedene Möglichkeiten eine Ernährungsberatung in Anspruch zu nehmen, teilweise auch kostenlos. Informieren Sie sich jetzt und vereinbaren Sie gleich einen Termin.
  • Nutzen Sie das Programm „EasyKids“
    Das Programm ist für Kinder von 6-14 Jahren. Es gibt zwei Varianten: Im Kompaktprogramm werden Kinder mit leichtem Übergewicht betreut. Diese Variante dauert 8 Wochen + 8 Wochen Nachbetreuung. Für Kinder mit starkem Übergewicht gibt es das Intensivprogramm. Dieses dauert 6 Monate + 6 Monate Nachbetreuung. Das Programm wird eng medizinisch begleitet, ist kostenfrei und wird in der Steiermark von Styria Vitalis im Auftrag der Österreichischen Gesundheitskasse umgesetzt.
  • Nutzen Sie das Programm „Leichter leben – Blutwerte und Körpergewicht im Griff“
    Dieses Programm ist für Erwachsene. Es ist kostenfrei und wird von Styria Vitalis im Auftrag der Österreichischen Gesundheitskasse umgesetzt.

Ein Beispiel

Apfel mit einem Maßband

Walter (60) ist schon immer übergewichtig. Er arbeitet als Bauleiter und hatte im Jahr 2019 ein einschneidendes Erlebnis. Er war auf einer Baustelle und musste ein größeres Stück zu Fuß gehen. Zurück beim Auto, war er komplett durchgeschwitzt und fühlte sich erschöpft. Daraufhin ging Walter zum Arzt. Dieser empfahl ihm eine Ernährungsberatung. Gemeinsam mit der Ernährungsberaterin stellte Walter einen Plan für seine Ernährung auf. Walter beginnt wieder, sich regelmäßig zu bewegen. Heute haben sich seine Blutwerte verbessert, er fühlt sich gesünder und fühlt sich wieder wohl in seiner Haut.[7]

Hier finde ich weitere Informationen

Gesundheitsinformation.de

Hier finden Sie wichtige Infos zu Adipositas auf einen Blick sowie Erfahrungsberichte und zusätzliches Wissen zu Kalorien.

Stiftung Gesundheitswissen

Die Stiftung Gesundheitswissen bietet anschauliche und leicht verständliche Informationen zum Thema Adipositas. Lesen Sie hier mehr zum Hintergrund der Erkrankung, zur Diagnose und Behandlung sowie zum Leben mit Adipositas.

Öffentliches Gesundheitsportal Österreich

Eine Übersicht und häufig gestellte Fragen zum Thema Adipositas finden Sie im Öffentlichen Gesundheitsportal Österreich. Hier finden Sie auch Informationen zu Adipositas-Ambulanzen in Österreich.

Gesunde Rezepte

Rezepte für eine gesunde Ernährung können Ihnen helfen, Ihr Gewicht zu halten. Die Fach- und Koordinationsstelle Ernährung bietet eine große Auswahl an gesunden Rezepten.

Podcast Kopfsalat & Butterbrot: Übergewicht & Adipositas (mit DDr. Adrian Moser)

Aus Datenschutz-Gründen ist dieser Inhalt ausgeblendet. Die Einbettung von externen Inhalten wird nach Zustimmung in den Datenschutz-Einstellungen aktiviert.

Gute Informationen in anderen Sprachen

Informationen zu Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen und wie Sie vorbeugen können lesen Sie hier in leichter Sprache.

Quellen

Hinweis: Wir weisen Sie ausdrücklich darauf hin, dass die Informationen auf dieser Webseite auf keinen Fall als Ersatz für eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Expertinnen und Experten (zum Beispiel Ärzt*innen, Apotheker*innen, Ernährungsberater*innen, Psycholog*innen etc.) dienen. “Gesund informiert“ ist eine Webseite des Gesundheitsfonds Steiermark und wird ausschließlich aus öffentlichen Mitteln finanziert. Weitere wichtige Informationen finden Sie hier.

Haben Sie einen Vorschlag für ein Gesundheitsthema, über das wir auf der Webseite informieren sollen?

Schreiben Sie uns per E-Mail an gesund-informiert@gfstmk.at