Folge #42 Adipositas: Bin ich selbst schuld an meinem Gewicht?
Der erste Rat bei Übergewicht lautet meist: „Weniger essen, mehr bewegen!“. Oft ist das aber zu kurz gegriffen, denn in den wenigsten Fällen sind nur Ernährung und Bewegung schuld an den überschüssigen Kilos. Viele weitere Faktoren beeinflussen unser Gewicht.
In der Folge #42 des „Gesund informiert“-Podcast erfahren Sie, was der BMI über die Gesundheit aussagt, ob Übergewicht immer gefährlich ist und was Sie selbst für ein gesundes Körpergewicht tun können.
Gast: Birgit Kogler, Diätologin
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Text zur Folge
Da spielt einfach so, so viel mit, sodass es einfach unprofessionell und uninformiert ist zu sagen "Iss einfach weniger und beweg dich mehr."
Willkommen bei „gesund informiert“, deinem Podcast, der Gesundheit verständlich macht. Wir sind Anja und Bianca von „gesund informiert“ und wir versorgen dich mit Fakten zum Thema Gesundheit.
In der Steiermark hat ungefährt jeder sechste Mensch eine BMI von über 30 und ist damit stark übergewichtig. Man spricht auch von Adipositas. Was das überhaupt ist, wie es entsteht und welche Auswirkungen die Erkrankung auf den Körper hat, erfährst du in der heutigen Podcast-Folge. Zu Gast ist heute Birgit Kogler, sie ist Diätologin und bietet im Rahmen von "Gemeinsam genießen" Ernährungsberatungen an. Herzlich willkommen.
Ja, hallo und danke für die Einladung. Es freut mich wirklich sehr, dass ich heute über dieses sehr wichtige Thema sprechen darf. Möchte aber gleich vorneweg eine Triggerwarnung aussprechen. Es wird jetzt im Folgenden um die Themen Körpergewicht, Übergewicht, Abnehmen gehen. Das heißt, es kann triggernd sein für betroffene Menschen.
Ich schlage vor, wir starten gleich einmal mit den Basics und möchte dich fragen, was versteht man überhaupt unter Adipositas und was hat der Bodymass-Index oder BMI damit zu tun?
Adipositas ist grundsätzlich definiert als eine chronische Erkrankung, die gekennzeichnet ist durch eine über das Normalmaß hinausgehende Vermehrung des Körperfettanteils. Definiert wird die Adipositas mit dem BMI, dem Bodymass-Index. Sobald dieser BMI über 30 liegt, spricht man von Adipositas. Man muss allerdings dazu sagen, dass dieser BMI nur eine grobschätzende Maßeinheit für das Verhältnis von Körpergewicht und Körpergröße ist und keineswegs über die Gesundheit eine Aussagekraft haben sollte. Es ist ganz klar zu sagen, der BMI definiert Adipositas, aber er definiert noch nicht die Gesundheit.
Okay, trotzdem verwendet man den BMI.
Ja, er wird weltweit verwendet, weil er auch von der Weltgesundheitsorganisation als Definitionsmaßstab empfohlen worden ist. Ganz spannend, kurz zum Hintergrund, wo dieser BMI überhaupt herkommt: Er wurde 1832 von einem belgischen Mathematiker entwickelt. Erst einige Jahre später, nämlich dann 1972, wurde der BMI wiederbelebt durch einen amerikanischen Ernährungswissenschaftler. Dieser hat damals ganz klar gesagt, dass der BMI nur für den statistischen Vergleich von Bevölkerungsgruppen verwendet werden darf, nicht für Einzelpersonen. Leider machen wir heutzutage genau das. Das ist das Problem daran. Der BMI sollte wirklich nur ein Anhaltspunkt sein, aber er sollte nicht dafür verwendet werden, um jetzt eine Einzelperson als gesund oder krank einzustufen.
Okay, ich habe nämlich auch gelesen, auch ein Profisportler könnte einen BMI über 30 haben. Ja, das ist so. Der BMI nimmt als Faktor nur das Gewicht und die Größe heran. De facto wird aber die Körperzusammensetzung nicht berücksichtigt. Alter, Geschlecht, zum Beispiel bei kleinen Personen, auch bei sehr großen Personen, stimmt der BMI dann auch wieder nicht, oder eben auch, wenn man eine sehr hohe Muskelmasse hat und dadurch ein höheres Körpergewicht, hat man auch einen höheren BMI. Das hat in dem Sinne aber nichts mit der Adipositas zu tun.
Das heißt, man muss sich jeden Menschen ganz genau anschauen.
Richtig. Und es braucht noch andere Kennzahlen, um wirklich Adipositas zu definieren und auch den Gesundheitszustand zu bewerten. Ein Wert wäre zum Beispiel auch noch, dass man den Taillenumfang misst, um festzustellen, handelt es sich um einen sogenannten Apfeltyp oder Birnentyp. Der Birnentyp lagert das Fett eher im Bereich Hüfte und Schenkel an. Der Apfeltyp dann eher im Bereich des Bauches. Gerade dieses Bauchfett gilt als das schlechte Fett und ist nachweislich gesundheitsgefährdend. Der Birnentyp ist da ein bisschen aus dem Schneider.
Okay. Was ist denn der Unterschied zwischen Übergewicht und Adipositas? Ist ja beides schlecht für die Gesundheit, oder?
Wenn wir jetzt beim BMI bleiben, dann ist es so, dass Übergewicht durch einen BMI von 25 bis 29,9 definiert wird. Adipositas beginnt ab 30. Man kann aber keineswegs sagen, dass beides gefährlich ist. Wie schon vorher erwähnt, der BMI definiert nicht den Gesundheitszustand. Um wirklich den Gesundheitszustand zu bewerten, müsste man sich auch Laborwerte anschauen. Wie ist der Lebensstil der Person, das heißt, wie schaut es mit Bewegung und Ernährung aus? Wie ist die Schlafqualität der Person? Wie ist auch der Zugang zu medizinischer Versorgung? Es spielen einfach so viele Faktoren mit, dass man da nicht sagen kann, dass Übergewicht oder Adipositas gesundheitsgefährdend sind.
Du hast einige Punkte jetzt schon angesprochen. Was sind denn die Ursachen für Adipositas? Sind die Menschen immer selbst schuld an ihrem Gewicht?
Ja, das ist leider genau das, was in den Köpfen von vielen einfach noch so verankert ist, nämlich eine mehrgewichtige Person, die ist einfach zu viel und die bewegt sich weniger. Aber da möchte ich auch ganz klar sagen, so ist es nicht. In den seltensten Fällen spielen nur die Ernährung und die Bewegung eine Rolle. Was dem auch hinzukommt, ist der gesamte Lebensstil. Wie ist es mit Stress, mit Stressmanagement? Wie sieht es aus mit der Schlafqualität? Wie sind die sozialen Aspekte?. Es spielt so viel mit, dass es einfach unprofessionell und uninformiert ist zu sagen, isst einfach weniger und bewegt dich mehr.
Also, ich nehme mit: Man muss sich jeden Menschen individuell anschauen. Man muss sich auch viele Gesundheitsfaktoren anschauen, um zu bestimmen, wie gefährlich oder wie gesundheitsschädlich das Gewicht ist. Stimmt das so?
Ja, genau. Das ist der Punkt, und leider ist es auch so, dass Gewichtsdiskriminierung in unserer Gesellschaft ein sehr großes Thema ist, weil man einer mehrgewichtigen Person schon mit Vorurteilen entgegnet. Mehrgewichtige Personen sind beispielsweise häufiger konfrontiert mit abwertenden Kommentaren zur eigenen Person. Das ist natürlich auch wieder ein Teufelskreislauf, denn wenn man so etwas ständig zu hören bekommt, bewegt man sich natürlich nicht mehr so gerne, wenn man das Gefühl hat, man schaut eh dabei nicht gut aus, oder man denkt sich dann, na ja, die Packung Chips, die geht jetzt auch schon, nur, weil es eh schon egal ist. Daher möchte ich ganz klar sagen: Gewichtsdiskriminierung sollte etwas sein, was in unserer Gesellschaft keinen Platz mehr finden sollte.
Trotzdem hat das Gewicht eine Auswirkung auf unsere Gesundheit und auf unseren Alltag. Wie ist das bei Adipositas? Gibt es da Einschränkungen und ist es gefährlich für die Gesundheit?
Es gibt schon Statistiken oder auch Studien, die zeigen, dass in einer Bevölkerung, wo es vermehrt zu Übergewicht oder Adipositas kommt, auch der Anteil an ernährungsmitbedingten Erkrankungen steigt. Das sind zum Beispiel Bluthochdruck, Diabetes Mellitus Typ 2, Fettleber, erhöhte Cholesterinwerte oder Ähnliches. Nur weil es einen Zusammenhang gibt, ist es noch lange keine Ursache. Ich würde niemals sagen, dass Übergewicht automatisch die Ursache von Diabetes Mellitus Typ 2 ist. Das wäre total unprofessionell. Es ist wichtig, dass man sich die Person als Ganzes ansieht, nämlich wie ist der Lebensstil? Gibt es eine genetische Prädisposition, also zum Beispiel Vorbelastungen in der Familie? Erst ausgehend von diesen Kofaktoren kann man dann wirklich das Gesundheitsrisiko abschätzen.
Okay, das heißt jedenfalls der Weg zum Hausarzt, zur Hausärztin.
Es ist auf alle Fälle der einfachste Weg, dass man beim Hausarzt oder bei der Hausärztin einmal Blut abnehmen lässt, um festzustellen, wie die Stoffwechselparameter im Blut derzeit sind, wie zum Beispiel Blutzucker, Cholesterinwerte, Leberwerte oder Ähnliches. Es macht aber natürlich dann Sinn, wenn man da schon erste Warnsignale bemerkt, dass man dann den Weg in Richtung einer Ernährungsberatung geht oder sich sportwissenschaftliche Betreuung sucht, um dadurch auch bei den Lebensstilfaktoren ansetzen zu können.
Gibt es Unterschiede zwischen Männern und Frauen?
Ja, tatsächlich. Grundsätzlich ist es so, dass die Zahlen für Übergewicht oder Adipositas bei Männern höher sind als bei Frauen. Was ich aber auch in meinen Ernährungsberatungen häufiger merke, ist, dass der Leidensdruck bei Frauen wiederum um einiges größer ist. Das liegt natürlich daran, weil der gesellschaftliche Druck auf Frauen viel größer ist, sei es Familie, Beruf und natürlich diese permanente Wunschvorstellung, dass Frauen immer schlank sein müssen. Wenn es da zu Mehrgewicht kommt, kommt es parallel dazu auch häufig zu depressiven Verstimmungen, zu sozialem Rückzug. Und dass man dann vielleicht auch nicht mehr so gern schwimmen oder Radfahren geht, weil man sich denkt, es schaut eh nicht gut aus, und das kann natürlich diesen Teufelskreislauf verstärken.
Was kann ich denn selbst tun, um diesem Teufelskreis zu entkommen?
Ich würde mal empfehlen, dass man sozusagen seinen eigenen Zustand erhebt. Das heißt, dass man sich anschaut, wo hat man Ressourcen und wo hat man Potenzial, etwas zu verändern, sei es im Ernährungsverhalten, im Bewegungsverhalten, auch zum Beispiel, was Schlaf anbelangt. Und wenn man dann schon einzelne Punkte findet, wo man selber merkt, okay, da kann ich was tun, dann macht das bitte. Es können durchaus auch immer kleine Schritte sein, dass man beginnt, einmal am Tag Gemüse in die Speisen zu integrieren oder zumindest einmal am Tag ein Vollkornprodukt auswählt. Auch diese kleinen Schritte können schon einiges bringen.
Und was kann ich selbst tun, damit es gar nicht so weit kommt? Also, wie bekomme ich mein Gewicht in den Griff?
Wichtig ist, achtsam mit sich selber zu sein. Das heißt, eigene Bedürfnisse wahrnehmen: Was tut einem gut? Was tut einem vielleicht auch nicht gut? Und dann auch klare Grenzen setzen. Das heißt, auch einmal sich die Zeit nehmen und zu sagen: Ich würde mich heute bewegen, ich will jetzt meinen Sport machen, einfach weil das vielleicht guttut. Oder auch beispielsweise beim Essen: Wir neigen dazu, ständig nebenbei zu essen. Sei es während der Arbeit, oder während des Essens schauen wir die Zeitung durch oder die Post. Das sind Verhaltensweisen, die unser komplettes Bewusstsein für den Körper überdecken. Man wird gar nicht mehr spüren, wann bin ich eigentlich satt? Als ersten Tipp an alle: Versucht wirklich einmal, beim Essen nur zu essen. Legt das Handy weg, schaltet den Fernseher aus, weg mit der Post und der Zeitung vom Tisch und konzentriert euch einfach nur aufs Essen. Ihr werdet merken, es schmeckt viel besser, und man wird vielleicht dann merken: Hoppla, die Portion war mir jetzt zu groß, ich bin schon satt. Wenn man währenddessen Zeitung liest, wird man diese Grenze nicht spüren. Und beim Thema Bewegung: Sucht euch eine Bewegungsart, die euch Freude bereitet, die man gerne macht, vielleicht auch, die man mit Freunden oder Freundinnen gemeinsam ausüben kann, weil man das dann einfach wirklich langfristig auch umsetzen wird.
Und worauf sollte ich bei meinen Kindern achten? Wie kann ich meinen Kindern ein gutes Ernährungsverhalten schon beibringen?
Das beginnt natürlich schon bei sich selbst, also auch bei den Eltern. Wenn Eltern schon vorleben: „Das ist die ungesunde Schokolade, die gönne ich mir jetzt und dann nächste Woche nicht mehr, weil dann muss ich wieder abnehmen“, dann wird es natürlich für Kinder schon eine ganz andere Bedeutung bekommen. Vermeiden Sie es, dass man Lebensmittel moralisiert. Es gibt nicht die ungesunde Schokolade und den gesunden Apfel, sondern es ist einfach Schokolade und ein einfacher Apfel. Bieten Sie den Kindern alle Lebensmittel an. Wenn es an die Jausenbox geht, bieten Sie sehr wohl Obst und Gemüse an, Brot, Joghurt, und es darf dann gerne auch einmal eine kleine Schokolade sein, wenn das Kind das möchte. Wenn man von vornherein schon so eine Einschränkung vorgibt, „das ist gesund und das andere darfst du nicht essen“, dann wird das, was man nicht darf, umso interessanter.
Soll ich meinen Kindern vorgeben, was sie essen oder darf das Kind auch selbst entscheiden?
Natürlich gibt man als Elternteil einen gewissen Rahmen vor, das ist auch gut so. Aber ich würde trotzdem empfehlen, das Kind aktiv in die Essensentscheidungen mit einzubeziehen. Das heißt, das Kind darf selber aussuchen, was es essen möchte, oder auch beispielsweise beim Einkaufen, dass das Kind sich ein Obst und ein Gemüse aussuchen darf, die es vielleicht besonders gerne mal kosten würde. So schafft man schon eine Neugierde für das Essen. Dann ist es auch wichtig, dass sie vielleicht auch mal beim Kochen mithelfen, dass sie das Gemüse schneiden dürfen, weil gerade diese Zusammenhänge, wie das Lebensmittel davor ausgeschaut hat und wie es dann am Teller ausschaut, gerade diese Zusammenhänge sind auch wichtig für Kinder.
Okay, super Tipps, die wir glaube ich alle gut umsetzen können. Noch einmal zurück zu Adipositas oder zum Mehrgewicht. Wie wird Adipositas behandelt? Reicht es, wenn ich einfach eine Diät mache oder mal eine Zeit lang nichts esse? Was sind da deine Empfehlungen?
Dieser Abnehmwunsch ist in unserer Gesellschaft permanent vorhanden. Die meisten gehen den ersten Schritt in die Richtung, dass sie sagen: "Ich mache eine Diät." Wir müssen nur in die Apotheke gehen, eine Zeitschrift kaufen oder ins Internet schauen, und schon wird uns irgendeine Diät präsentiert, die angeblich so toll ist und uns so schlank macht. Unterm Strich wissen wir mittlerweile, dass 95 bis 98 % der Diäten in den ersten ein bis fünf Jahren scheitern werden, und zwei von drei Personen wiegen danach mehr als davor. Das Ganze mündet häufig in ein sogenanntes Weight Cycling, das ist ein Auf und Ab beim Gewicht. Wir wissen ganz konkret, dass dieses permanente Abnehmen und dann wieder Zunehmen, die nächste Diät probieren, wieder Abnehmen, wieder Zunehmen, gefährlich ist. Daher ist ganz klar zu sagen: Finger weg von Diäten. Auch wenn die noch so toll klingen und noch so tolle Erfolge versprechen. Besser ist es wirklich, sich Hilfe bei einem qualifizierten Ernährungsberater oder einer Ernährungsberaterin zu holen, oder auch gerne Meinungen von Ärzten oder Ärztinnen einzuholen, um dann wirklich auf individueller Ebene schauen zu können, was die eigenen Bedürfnisse sind. Wenn man etwas am Gewicht verändern möchte, kommt man nicht darum herum, am Lebensstil etwas zu verändern.
Lebensstil heißt wieder Ernährung, Bewegung?
Ja, genau. Man sieht sich seine Ernährung an, wo gibt es da Potenzial, etwas zu verbessern. Man findet eine Bewegung, die einem Spaß macht, die man gerne macht. Man achtet auf eine gute Schlafqualität. Man trifft sich häufig mit Freundinnen oder Freunden, wenn auch das einem guttut. Es geht wirklich um Verhaltensweisen, die einen Mehrwert für sich selber haben, damit man dadurch auch die Lebensqualität steigern kann.
Du als Diätologin hast sicher Ernährungstipps, also was würdest du dann empfehlen? Worauf sollte man achten?
Ich würde empfehlen, regelmäßige Mahlzeiten einzuplanen. Der Körper muss mit Energie und wichtigen Nährstoffen versorgt werden, damit er gut funktionieren kann. Lange Essenspausen oder zu langes Fasten sollte man vermeiden. Der Heißhunger kommt bestimmt, und bei Heißhunger treffen wir selten gute Entscheidungen. Nimm vorgekochte Speisen von zu Hause mit, Snacks mit, damit man, wenn der Hunger kommt, sofort etwas parat hat und nicht erst bis zum nächsten Abendessen fastet. Bei den Mahlzeiten würde ich empfehlen, darauf zu achten, viele Ballaststoffe zu integrieren, sei es in Form von Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, weil die einfach länger satt machen und auch unsere Verdauung in Schwung bringen.
Zum Thema Vollkorn und Ballaststoffe gibt es auch schon eine Podcast-Folge, auch zum Thema Gemüse. Vielleicht auch da einfach mal reinhören. Wo kann ich mich denn im Internet informieren beziehungsweise wer sind die richtigen Ansprechpersonen, wenn ich mich über meine Ernährung informieren möchte?
Also, wenn man seine Ernährung optimieren möchte, dann würde ich empfehlen: Geht zu Diätologinnen oder Diätologen und lasst euch dort beraten, weil man da auch wirklich individuell auf die Person eingehen kann. Ansonsten im Internet unter gemeinsam-genießen.at gibt es eine gute Sammlung an verschiedenen Rezepten und Ähnlichem, auch viele Gemüserezepte, die wirklich sehr gut schmecken. Ich würde empfehlen, schaut da mal rein, oder ansonsten gerne auch auf meine Internetseite schauen, also am besten einfach unter Birgit Kogler suchen, und dann findet ihr mich. Dort gibt es auch viele Rezepte zum Nachkochen und Nachbacken.
Alleine ist es ja oft schwierig, wie kann ich mir Hilfe holen oder wo können sich Betroffene Hilfe holen?
Es gibt vom Gesundheitsfond Steiermark eine ganz nette Broschüre, die nennt sich der steirische Ernährungskompass. Dort findet man alle Angebote zum Thema Ernährung, aber auch zum Thema Bewegung, die es in der Steiermark gibt. Schaut da gerne einmal durch. Es gibt durchaus auch einige Angebote, die kostenlos sind. Schaut euch diese Angebote auf alle Fälle an und nutzt sie auch.
Den Ernährungskompass werden wir auf jeden Fall auch verlinken. Also einfach einmal auf www.gesund-informiert.at reinschauen. Was kann ich denn als Angehörige tun? Wie kann ich unterstützen?
Leider ist es ja auch so, dass man als Angehörige oftmals die Person mit Mehrgewicht fast schon überschüttet mit Ratschlägen, mit Tipps, mit Empfehlungen. Doch genau das ist der falsche Weg. Ich würde auch da empfehlen, solche Kommentare, sei es zum Gewicht oder Ähnlichem, wirklich sein zu lassen. Zeigt einfach Verständnis, wirkt unterstützend, aber wenn die betroffene Person von mir keine Ratschläge möchte, dann gibt es auch keine.
Gibt es noch etwas, das unsere Hörerinnen und Hörer wissen sollten? Ja, ich möchte an dieser Stelle noch einmal betonen, dass Mehrgewicht keineswegs ein Gesundheitsrisiko sein muss. Es gibt Hinweise darauf, dass eine aktive, mehrgewichtige Person genauso gesund sein kann wie eine inaktive, schlanke Person. Darum ist es einfach wichtig zu wissen, dass man das sehr wohl auch ein bisschen selber in der Hand hat, wie man seinen Lebensstil gestaltet, und dass man dadurch auch seiner Gesundheit etwas Gutes tun kann.
Wir sind schon wieder am Ende dieser Folge angelangt, und ich fasse das Wichtigste noch einmal zusammen. Ich habe mir gemerkt, dass nicht immer zu viel Essen und zu wenig Bewegung Schuld am Übergewicht ist, sondern dass es noch viele andere Faktoren gibt, die mitspielen. Man muss immer den Menschen als Ganzes betrachten, und deshalb haben auch Vorurteile keinen Platz. Wir hoffen, diese Folge hat dir zu Hause gefallen und du bist auch das nächste Mal wieder dabei. Wenn du mehr zum Thema Gesundheit wissen willst oder den Podcast nachhören möchtest, dann schau auf unserer Webseite gesund-informiert.at. Wenn du Themen für uns hast, die dich interessieren, dann schreibe uns unter gesund-informiert@gfstmk.at.
Wir freuen uns schon auf ein Wiederhören. Bis dahin bleibt gesund und informiert. Baba, Bianca und Anja von Gesund informiert, deinem Podcast, der Gesundheit verständlich macht.