Männergesundheit: Die Prostata
Was kann Mann für seine Gesundheit tun?
Die Gesundheit der Prostata spielt eine zentrale Rolle für das Wohlbefinden vieler Männer – körperlich wie seelisch. Häufig wird das Thema verdrängt oder erst dann wahrgenommen, wenn Beschwerden auftreten. Aufklärung und ein gesunder Lebensstil können dazu beitragen rechtzeitig auf die Gesundheit Ihrer Prostata zu achten und sie günstig zu beeinflussen.
In diesem Beitrag werden häufige Fragen zum Thema Prostata beantwortet. Sie als gesunde erwachsene Person oder als gesunder erwachsener Mann erfahren, was Sie selbst tun können, um die Gesundheit Ihrer Prostata zu erhalten und was Sie tun können, wenn Beschwerden auftauchen. Sie erfahren, wo Sie Rat und Hilfe und weitere Informationen finden. Mit diesen Informationen können Sie sich selbst ein Bild machen, bevor Sie eine Entscheidung für Ihre Gesundheit treffen!
Überblick
Das Wichtigste auf einen Blick
- Die Prostata produziert einen Teil der Samenflüssigkeit und spielt eine wichtige Rolle bei der Fruchtbarkeit.[3]
- Ein gesunder Lebensstil kann das Risiko für Prostatakrebs und gutartige Erkrankungen senken, ersetzt die ärztliche Vorsorge aber nicht.[6]
- Prostatakrebs zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen bei Männern.[1]
Podcast
Folge #84 Gesund informiert im Movember: Was hat der Schnurrbart mit Männergesundheit zu tun?
In dieser Folge erklärt der Leiter der Urologie am LKH Graz, warum „Mann“ sich nicht mehr vor einer Prostatauntersuchung fürchten muss, ab wann „Mann“ überhaupt eine machen sollte und wie ein gesunder Lebensstil auch vieles zur Männergesundheit beitragen kann.
Podcast-Ausschnitte
Hören Sie kurz in die Folge hinein!
Teil 1: Wegen welchem Krebs geht man zur Vorsorge?
Teil 2: Gibt es Geschlechterunterschiede bei der Vorsorge?
Teil 3: Ab welchem Alter sollte man zum Urologen?
Testen Sie Ihr Wissen
Häufige Fragen
Was ist die Prostata und welche Funktion hat sie?
Die Prostata ist eine Drüse, die bei Männern unterhalb der Harnblase liegt und die Harnröhre umgibt. Sie wird auch Vorsteherdrüse genannt. Sie produziert eine Flüssigkeit, die zusammen mit den Samen aus dem Hoden und anderen Flüssigkeiten die Samenflüssigkeit ergibt. Diese wird bei einem Samenerguss durch die Muskelfasern der Prostata in die Harnröhre und nach außen befördert. Das Geschlechtshormon Testosteron steuert hauptsächlich das Wachstum und die Funktion der Prostata des Mannes. [3]

Quelle: KI-generiertes Bild (ChatGPT)
Was sind häufige Erkrankungen der Prostata?
Die Prostata kann sich akut oder chronisch entzünden. Das wird Prostatitis genannt. Sie kann gutartig vergrößert sein. Dann spricht man von benigner Prostatahyperplasie. Auch eine Krebserkrankung der Prostata ist häufig. Man nennt es Prostatakarzinom oder maligne (=bösartige) Prostatahyperplasie.[3]
Ab wann sollte ich zur Prostata-Vorsorge gehen?
- Ab ca. 50 Jahren sollten Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über das Thema Prostata-Vorsorge sprechen. Bei familiärer Vorbelastung, also wenn ihr Vater oder Bruder Prostatabeschwerden hat, kann es schon früher sinnvoll sein.[2]
- Wichtig: Jede Untersuchung kann Vor- und Nachteile haben. Der Nutzen von Vorsorgeuntersuchung der Prostata beim gesunden Mann ist nicht immer eindeutig. Bitte lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin informieren.
Welche Untersuchungen zur Vorsorge gibt es?
Zu den Vorsorgeuntersuchungen gehört immer ein Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt. Hier werden aktuelle Beschwerden, frühere Erkrankungen, Lebensumstände und familiäre Vorbelastungen erfragt. Weitere Untersuchungen, die nicht immer routinemäßig durchgeführt werden, sind zum Beispiel:
- Bestimmung des prostataspezifischen Antigens (PSA) durch eine Blutuntersuchung: PSA ist ein Eiweiß, das nur in der Prostata produziert wird. Ein erhöhter PSA-Wert im Blut zeigt, dass die Prostata verändert ist. Ein einmalig erhöhter PSA-Wert ist nicht aussagekräftig und muss wiederholt kontrolliert werden.[3]
- Tastuntersuchung der Prostata: Die Ärztin oder der Arzt tastet die Prostata über den Enddarm mit einem Finger ab, um die Größe und Beschaffenheit einzuschätzen (rektale Untersuchung).[8]
- Bitte sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über die Vorteile und Nachteile dieser Untersuchungen.[2]
Was kostet die Untersuchung zur Prostatakrebs-Früherkennung?
Männer ab 50 Jahren können bei der Österreichischen Gesundheitskasse kostenfrei einen PSA-Test durchführen lassen. Das gilt für Versicherte bei der ÖGK. Die Bestimmung erfolgt durch eine Blutabnahme. Andere Untersuchungen können Kosten verursachen.[10] Bitte informieren Sie sich zu Ihren konkreten Fragen bei Ihrem Hausarzt oder Ihrer Hausärztin oder Ihrem Sozialversicherungsträger.
Wie häufig sind Prostataerkrankungen?
- In Österreich ist das Prostatakarzinom die häufigste Krebsart bei Männern.[1]
- 2023 starben in Österreich 1.424 Männer an Prostatakrebs.[1]
- Die Erkrankungswahrscheinlichkeit steigt mit dem Alter. Durchschnittlich ist der Mann bei der Erstdiagnose in Österreich über 70 Jahre alt.[1]
- 2023 erkrankten in Österreich 48 Männer an einer gutartigen Prostatavergrößerung.[1]
Welche Fragen zur Prostatagesundheit können Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprechen?
Folgende Fragen können Sie im Arztgespräch stellen[5]:
- Welche Vorsorgeuntersuchung empfehlen Sie mir?
Es gibt Unterschiede je nach Alter, Familiengeschichte, Lebensstil - Welche Vor- und Nachteile haben diese Untersuchungen?
- Welche Bedeutung hat meine aktuelles Test-Ergebnis für mich?
- Bei welchen Anzeichen sollte ich sofort kommen?
- Welche Lebensstilmaßnahmen empfehlen Sie konkret in meinem Fall (Essen, Bewegung, Rauchen, Alkohol, Stress)?
Wenn bei Ihnen eine Erkrankung der Prostata festgestellt wurde, können Sie zusätzlich folgende Fragen stellen:
- Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?
- Welche Vor- und Nachteile haben diese Therapiemöglichkeiten?
- Welche Nebenwirkungen oder Folgen sind bei Therapien möglich (zum Beispiel im Zusammenhang mit Sexualität oder Harnlassen)?
Was kann ich selbst tun
Was kann ich selbst tun um meine Prostata gesund zu halten?
Sie können mit Ihrem Lebensstil einiges zur Gesundheit Ihrer Prostata beitragen:[6]
- Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung: Obst, Gemüse, Vollkorn, Hülsenfrüchte. Wenig verarbeitetes Fleisch, wenig gesättigte Fette.
- Bewegen Sie sich regelmäßig: Die Empfehlung lautet 150 Minuten moderate körperliche Aktivität pro Woche und an zwei Tagen pro Woche muskelkräftigende Übungen.
- Verzichten Sie auf Rauchen.
- Trinken Sie weniger Alkohol oder verzichten Sie ganz darauf. Es gibt keine gesunde Menge Alkohol.
- Achten Sie auf regelmäßigen Schlaf.
- Vermeiden Sie Stress.
Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin über Ihre persönliche Situation (Alter, Familie, Lebensstil) – so können Sie gemeinsam entscheiden, welche Vorsorge für Sie sinnvoll ist.
Video
In diesem Video wird erklärt was eine Überdiagnose ist. Wenn also eine Erkrankung erkannt wird, die nicht behandelt werden müsste. Das kann auch bei der Vorsorge zur Prostatagesundheit eine Rolle spielen.[7,8]
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Vorteile und Nachteile
Es gibt Vor- und Nachteile beim PSA-Test zur Früherkennung von Prostatakrebs:
Bitte sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über die Vorteile und Nachteile eines PSA-Tests zur Früherkennung von Prostatakrebs und treffen Sie dann eine informierte Entscheidung.[8]
Vorteile des PSA-Tests zur Früherkennung von Prostatakrebs
Der PSA-Test zur Früherkennung kann 3 von 1000 Männern davor bewahren an Prostatakrebs zu sterben
Nachteile des PSA-Tests zur Früherkennung von Prostatakrebs
60 von 1000 Männern erhalten durch den PSA-Test zur Früherkennung eine Prostatakrebs- Diagnose, die nicht behandelt hätte werden müssen.
Mythen
Stimmen folgende Behauptungen?
Mythos 1: Samenerguss schützt vor Prostatakrebs
Häufige Samenergüsse schützen nicht vor Prostatakrebs. Es ist eher wahrscheinlich, dass das Sexualverhalten und das Risiko für Prostatakrebs durch andere Dinge gemeinsam beeinflusst werden. Mehr dazu lesen Sie hier.[9]
Mythos 2: Kürbiskerne verbessern Beschwerden bei gutartig vergrößerter Prostata
Falsch. Kürbiskerne sind in der Volksmedizin als Mittel gegen Prostatabeschwerden bekannt. In zwei Studien haben sich die Beschwerden bei einer gutartig vergrößerten Prostata nach einer einjährigen Behandlung mit Kürbiskernen jedoch nicht gebessert. Ob Kürbiskerne vorbeugend wirken, ist nicht ausreichend untersucht. Mehr Infos gibt es hier. [9]
Rat und Hilfe
Ärztliche Hilfe
- Ihre erste Ansprechstelle für Fragen zur Prostata-Gesundheit ist Ihre Hausärztin oder Ihr Hausarzt.
- Für Diagnose und Behandlung finden Sie Fachärztinnen und Fachärzte für Urologie in Ihrer Nähe über die Ärztinnen- und Ärztesuche der Ärztekammer Steiermark. Ordinationssuche : Ärztekammer Steiermark
- In der Steiermark gibt es auch eine Selbsthilfegruppe zur Prostata-Gesundheit
Prostata – Selbsthilfe Steiermark
Hier finde ich weitere Informationen
Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs
Weitere wissenswerte Informationen finden Sie auf der Webseite GESUNDheit.gv.at – Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs.
Prostatakrebs früh erkennen | Gesundheitsportal
Dachverband der Sozialversicherungsträger
Informationen zur Prostatakrebs-Früherkennung der Österreichischen Sozialversicherung gibt es hier:
Quellen
Hinweis:
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