Kopfschmerzen
Welche Unterschiede gibt es?
Kopfschmerzen kommen häufig vor und vergehen oft von alleine wieder.[1] Es gibt verschiedene Arten von Kopfschmerzen und einiges, das Sie selbst tun können. [2]
In diesem Beitrag werden häufige Fragen zum Thema „Kopfschmerzen“ beantwortet. Sie als gesunde erwachsene Person erfahren, wie Sie die unterschiedlichen Kopfschmerz-Arten unterscheiden und was Sie selbst gegen die Schmerzen tun können. Wir klären über Mythen rund um das Thema Kopfschmerz auf und Sie erfahren, wo Sie Rat und Hilfe sowie weitere Informationen finden. Mit diesen Informationen können Sie sich selbst ein Bild machen, bevor Sie eine Entscheidung für Ihre Gesundheit treffen!
Überblick
Das Wichtigste auf einen Blick
- Kopfschmerzen kommen häufig vor. Meistens sind sie unbedenklich und vergehen von alleine wieder.[1]
- Fachleute unterscheiden zwischen primären und sekundären Kopfschmerzen: Primäre Kopfschmerzen treten ohne eine konkrete Ursache auf und sind eine eigene Erkrankung. Sekundäre Kopfschmerzen haben eine andere Ursache – zum Beispiel eine Erkältung.[2]
- Die häufigsten Kopfschmerzen ohne erkennbare Ursache sind Spannungskopfschmerzen, Migräne und Cluster-Kopfschmerzen.[1]
Podcast
Folge #41 Kopfschmerz: Wie werde ich ihn los?
In dieser Folge geht es um das Thema Kopfschmerzen. Dr.in Anita Lechner, ehemaliges Vorstands-Mitglied der österreichischen Kopfschmerzgesellschaft und Neurologin, hat rund 15 Jahre die Schmerzambulanz an der Universitätsklinik für Neurologie in Graz geleitet. Sie erklärt wann Sie zur Ärztin oder zum Arzt sollten und vor allem was Sie zuhause selbst gegen Kopfschmerzen tun können.
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Häufige Fragen
Welche Ursachen von Kopfschmerzen gibt es?
Warum Kopfschmerzen einfach so auftauchen, ist noch nicht eindeutig erforscht. Es kann sein, dass die Gene dabei eine Rolle spielen.[1] Es gibt aber auch Faktoren die Kopfschmerzen auslösen können, sogenannte Trigger. Trigger können zum Beispiel Stress, Hunger, Alkohol oder Schlafmangel sein.[1]
Kopfschmerzen können gemeinsam mit anderen Erkrankungen auftreten oder von diesen ausgelöst werden. Zum Beispiel bei einer Erkältung, Muskelverspannungen oder Bluthochdruck.
Welche unterschiedlichen Kopfschmerzarten gibt es?
Es gibt viele verschiedene Arten von Kopfschmerzen. Dies sind die häufigsten Kopfschmerzen, die ohne bestimmte Ursache auftreten: [2]
- Spannungskopfschmerzen,
- Migräne und
- Cluster-Kopfschmerzen.
Was sind Spannungskopfschmerzen?
Spannungskopfschmerzen treten bei vielen Menschen immer wieder mal auf.[5] Sie äußern sich meist durch dumpfe oder drückende Schmerzen. Welcher Bereich des Kopfes schmerzt, kann unterschiedlich sein. [5]
Spannungskopfschmerzen können leicht bis mittelstark sein und nur kurz oder bis zu einer Woche dauern. [5] Wenn Sie körperlich aktiv sind, werden Spannungskopfschmerzen nicht stärker. Es gibt auch keine Begleiterscheinungen wie zum Beispiel Übelkeit. [5]
Was ist Migräne?
Migräne setzt plötzlich und mit heftigen Schmerzen ein.[6] Diese Schmerzen sind stärker als Spannungskopfschmerzen und beeinträchtigen den Alltag sehr. Oft ist nur eine Kopfseite betroffen. [6] Die Kopfschmerzen werden meistens bei körperlicher Aktivität stärker und sind von Übelkeit, Lichtempfindlichkeit oder Geräuschempfindlichkeit begleitet.[6] Erst wenn diese Beschwerden mehr als fünf Mal hintereinander auftreten spricht die Ärztin oder Arzt von Migräne. [6]
Manche Personen sehen bei Migräne verschwommen oder Lichtblitze. Es können auch Sprachstörungen oder Lähmungen für kurze Zeit auftreten. Dies wird „Aura“ genannt und klingt in der Regel innerhalb einer Stunde wieder ab. Erst dann beginnen die typischen Migräneschmerzen. [6]
Was sind Cluster-Kopfschmerzen?
Bei Cluster-Kopfschmerzen schmerzt immer nur eine Kopfseite im Bereich der Schläfe oder um das Auge.[7] Diese Beschwerden treten in einer bestimmten Zeit gehäuft auf, zum Beispiel tägliche Beschwerden über mehrere Wochen hinweg. [7]
Diese Kopfschmerzen dauern von 15 Minuten bis zu drei Stunden. [7] Oft werden die Cluster-Kopfschmerzen von einer verstopften Nase, Schwitzen auf der Stirn oder einem geschwollenen oder hängenden Augenlid begleitet. [7] Cluster-Kopfschmerzen können durch Bewegung etwas gelindert werden. [7]
Wie kann ich Kopfschmerzen vorbeugen?
Wenn Kopfschmerzen ohne erkennbaren Grund auftauchen, können Sie versuchen mit Hilfe eines Kopfschmerztagebuches mögliche Auslöser zu erkennen.[1] So können Sie diese Auslöser vermeiden und den Schmerzen eventuell vorbeugen.
Im Kopfschmerztagebuch können Sie auch die Einnahme von Schmerzmitteln dokumentieren. Wenn Schmerzmittel zu häufig eingenommen werden, können sie Kopfschmerzen auslösen oder verstärken. [1]
Folgende Maßnahmen können helfen, die Häufigkeit von Kopfschmerzen zu reduzieren: [1]
- Rauchen Sie nicht und trinken Sie wenig oder keinen Alkohol
- Reduzieren oder vermeiden Sie den Konsum von Koffein
- Achten Sie auf ausreichend Schlaf
- Machen Sie mehrmals pro Woche Bewegung
- Versuchen Sie, Stress zu reduzieren
- Achten Sie auf eine gesunde Ernährung und trinken Sie ausreichend
Wann kann mir die Ärztin oder der Arzt helfen?
Wenn Sie unsicher sind wegen Ihrer Beschwerden, nehmen Sie Kontakt mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt auf. Meist reicht ein ausführliches Gespräch mit den folgenden Fragen aus, damit eine Diagnose gestellt werden kann: [2]
- Wie fühlt sich der Schmerz beim Kopfweh an?
- Wo tut es weh?
- Seit wann tut es weh?
- Haben Sie noch andere Beschwerden?
- Nehmen Sie Medikamente ein?
- Gibt es in der Familie Kopfweh-Beschwerden?
Bereiten Sie sich auf das Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt vor. Hier finden Sie Tipps, wie es gut gelingt.
Nach dem Gespräch wird meist eine gründliche körperliche Untersuchung gemacht und bei Bedarf zu anderen Untersuchungen weitergeleitet, wie zum Beispiel Magnetresonanz oder Labor. [2]
Wann sind Kopfschmerzen ein Notfall?
In der Regel klingen Kopfschmerzen wieder von selbst ab. Manchmal ist es allerdings nötig, die Rettung unter 144 zu rufen. Zum Beispiel wenn: [1]
- schlagartig extreme Kopfschmerzen auftreten, die innerhalb von Minuten immer stärker werden.
- Kopfschmerzen von einem steifen Nacken und hohem Fieber begleitet sind.
- Kopfschmerzen mit Sehstörungen, Lähmungserscheinungen, Wesensveränderungen oder Gefühlsstörungen einhergehen.
- auf Kopfschmerzen epileptische Anfälle folgen.
Was kann ich selbst tun
Wie kann ich den Kopfschmerz lindern?
Es gibt einige Tipps und Hausmittel, die bei Kopfweh helfen können:
- Pfefferminzöl [5]
Manchen Menschen hilft es, wenn sie Pfefferminzöl auf Stirn, Nacken oder Schläfen tupfen.
- Bewegung an der frischen Luft [5]
Ein Spaziergang an der frischen Luft kann bei Spannungskopfschmerzen helfen.
- Ausreichend trinken [1]
Fachleute empfehlen, ausreichend Wasser zu trinken. Pro Tag sollten es mindestens 1,5 Liter alkoholfreie Getränke ohne Zucker und ohne Süßungsmittel sein.[10]
- Rezeptfreie Schmerzmittel [5]
Diese können helfen, die Schmerzen zu lindern. Schmerzmittel können aber auch Nebenwirkungen haben, zum Beispiel Magenprobleme. Wenn sie zu häufig eingenommen werden, kann das dazu führen, dass Kopfschmerzen häufiger werden. [5]
Mythen
Wahrheit oder Mythos?
Mythos 1: Magnesium hilft gegen Kopfschmerzen.
Dafür gibt es keine wissenschaftlichen Belege. [4] Es wurde nur in wenigen Studien untersucht, ob Magnesium Kopfschmerzen vorbeugen oder behandeln kann. Diese Studien waren klein und mangelhaft. Außerdem kommen sie zu widersprüchlichen Ergebnissen. [4] Mehr dazu lesen Sie bei Medizin Transparent.
Mythos 2: CBD hilft bei Migräne.
Cannabidiol, kurz CBD, der nicht-berauschende Stoff aus der Cannabis Pflanze, soll gegen Migräne helfen. Die Kolleginnen und Kollegen von Medizin Transparent meinen, diese Behauptung ist Spekulation.[9] Es gibt keine Untersuchungen, die überprüfen ob CBD bei Migräne-Anfällen hilft. Es wurde auch noch nicht untersucht ob CBD den Anfällen vorbeugen kann. [9] Mehr dazu lesen Sie hier.
Mythos 3: Akupunktur hilft Migräne vorzubeugen.
Das stimmt. Die vorbeugende Wirkung von Akupunktur hilft wahrscheinlich ähnlich gut bei Migräne wie die vorbeugende Wirkung von Medikamenten. [11] Allerdings sei die Wirkung nur wenig besser als bei einer Schein-Akupunktur. Mehr dazu lesen Sie bei Medizin Transparent.
Zahlen und Daten
Kopfschmerzen sind sehr verbreitet. Allerdings gibt es Unterschiede in den Kopfschmerz-Arten:
- Spannungskopfschmerz kommt am häufigsten vor. Rund 40 von 100 Menschen haben immer wieder Spannungskopfschmerzen. [5]
- An Migräne leiden etwa 14 von 100 Frauen und 7 von 100 Männern. [6]
- Etwa 1 von 1.000 Personen leidet an Cluster-Kopfschmerz.[7]
Rat und Hilfe
Beratungsangebote
- Wenden Sie sich an Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt
Ihre Hausärztin oder Ihr Hausarzt ist erste*r Ansprechpartner*in bei gesundheitlichen Problemen. Bei Bedarf werden Sie an eine Spezialistin oder einen Spezialisten überwiesen. - Österreichische Kopfschmerzgesellschaft
Hier finden Sie Spezialisten und Zentren für Kopfschmerzen. - Selbsthilfe Steiermark für Migräne und Kopfschmerz
In einer Selbsthilfegruppe können Sie sich mit anderen Betroffenen austauschen und Ihre eigenen Erfahrungen mit der Erkrankung teilen.
Gute Informationen in anderen Sprachen
Information in leichter Sprache, Special Olympics Deutschland: Was ist Migräne?, 2020-12-14-Broschuere-Migraene-WEB.pdf (migraeneliga.de)
Hier finde ich weitere Informationen
Information zu Kopfschmerzen aus der EVI-Box
EVI steht für “Evidenzbasierte Gesundheitsinformationen“, also qualitativ hochwertige Gesundheitsinformationen, die überprüft, wissenschaftlich fundiert und leicht verständlich sind. In vielen Hausarztpraxen in der Steiermark finden Sie die sogenannte EVI-Box mit Informationen zu verschiedenen Gesundheitsthemen.
Darin finden Sie auch folgende Unterlage zum Thema Kopfschmerzen.
Gesundheitsinformation.de
Bei den Kolleg*innen des IQWIG finden Sie viele Informationen zum Thema Kopfschmerz. Von der Erkennung über mögliche Untersuchungen bis hin zu verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten.
Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft
Auf dieser Webseite finden Sie Informationen zum Thema Kopfschmerz und auch Kopfschmerztagebücher zu den unterschiedlichen Kopfschmerz-Arten.
Downloads
Quellen
Hinweis: Wir weisen Sie ausdrücklich darauf hin, dass die Informationen auf dieser Webseite auf keinen Fall als Ersatz für eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Expertinnen und Experten (zum Beispiel Ärzt*innen, Apotheker*innen, Ernährungsberater*innen, Psycholog*innen etc.) dienen. “Gesund informiert“ ist eine Webseite des Gesundheitsfonds Steiermark und wird ausschließlich aus öffentlichen Mitteln finanziert. Weitere wichtige Informationen finden Sie hier.