Darmkrebsvorsorge

Warum ist sie wichtig?

Darmkrebs
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Redaktion: Bianca Heppner, MPH (Master in Public Health) und Anja Mandl, BA MA (Bachelor und Master in Gesundheitsmanagement)
Zuletzt geändert am: August 2026
Nächste geplante Überarbeitung: 2029

In Österreich sterben jährlich rund 2.000 Menschen an den Folgen von Darmkrebs.[10] Wenn Darmkrebs früh erkannt wird, sind die Heilungschancen sehr gut. [1] Die Darmkrebsvorsorge ist wichtig, um Krebs und seine Vorstufen im Darm zu erkennen und möglichst früh mit der Behandlung beginnen zu können. [1] 

In diesem Beitrag werden häufige Fragen zum Thema Darmkrebsvorsorge beantwortet. Sie als gesunde erwachsene Person erfahren, ob und wann eine Untersuchung zur Darmkrebsvorsorge Sinn macht. Sie lesen, wo Sie Rat und Hilfe und weitere Informationen finden. Mit diesen Informationen können Sie sich selbst ein Bild machen, bevor Sie eine Entscheidung für Ihre Gesundheit treffen! 

Überblick

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Darmkrebs entsteht meist sehr langsam aus kleinen Vorstufen, die man Polypen nennt. [6]
  • Die Vorsorge hilft, diese Vorstufen zu finden und zu entfernen, bevor daraus Krebs wird. [6]
  • In Österreich können alle Frauen und Männer ab 45 Jahren kostenlos zur Darmkrebsvorsorge gehen. [1]
  • Es gibt zwei Varianten der Darmkrebsvorsorge: ein Stuhl-Test alle 2 Jahre und/oder eine Darm-Spiegelung alle 10 Jahre. [1] 
  • Bei der Darm-Spiegelung können Polypen direkt und schmerzfrei entfernt werden. [1] 
  • Wird Darmkrebs durch die Vorsorge früh erkannt, gibt es gute Chancen für eine Heilung. [1] 

Podcast

Folge #105: Gesund informiert mit Bernd Haditsch: Warum macht die Darmkrebsvorsorge Sinn?

In dieser Folge spricht Vorsorgemediziner Bernd Haditsch darüber, was bei der Darmspiegelung passiert, wie Sie sich darauf vorbereiten sollten und ob es Alternativen gibt.

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Podcast-Ausschnitte

Hören Sie kurz in die Folge hinein!

Teil 1: Warum ist die Vorsorgeuntersuchung so wichtig?

Teil 2: Wann sollte man zur Vorsorgeuntersuchung gehen?

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Frage von

Häufige Fragen

Was passiert bei der Darmkrebsvorsorge?

Die Darmkrebsvorsorge dient der frühzeitigen Entdeckung von Darmkrebs oder deren Vorstufen („Polypen“), noch bevor Beschwerden auftreten.[1]  

Es gibt dazu zwei Verfahren: [1]   

  • Test auf nicht sichtbares Blut im Stuhl  
  • Darmspiegelung („Koloskopie“) 

Test auf nicht sichtbares Blut im Stuhl 

Bei diesem Test wird eine Stuhlprobe im Labor auf unsichtbare Blutspuren untersucht. Wenn der Test Blut im Stuhl nachweist, spricht man von einem positiven Ergebnis. Das bedeutet nicht zwingend, dass die betroffene Person Darmkrebs hat. [1] Blut im Stuhl kann auch andere Ursachen haben. Fachleute empfehlen bei positivem Testergebnis daher eine anschließende Darmspiegelung, um die Ursache zu klären.[1] 

Darmspiegelung  

Die Darmspiegelung gilt als die gründlichste Untersuchungsmethode zur Erkennung von Darmkrebs. Der entscheidende Vorteil ist, dass entdeckte Polypen direkt entfernt werden können und/oder Gewebeproben zur genaueren Untersuchung unter dem Mikroskop entnommen werden können. [1]

Wie laufen die Untersuchungen konkret ab?

Test auf nicht sichtbares Blut im Stuhl 

Beim Stuhltest wird zu Hause eine Probe vom Stuhl entnommen. Diese wird im Labor auf nicht sichtbares Blut untersucht. Fachleute nennen das nicht sichtbare Blut auch „okkultes Blut“. [1] 

Wird Blut in der Stuhlprobe entdeckt, sollte die Ursache dafür abgeklärt werden. Es wird daher empfohlen ein positives Ergebnis durch eine Darmspiegelung weiter abklären zu lassen. [1] 

Darmspiegelung  

Bei einer Darmspiegelung muss der Patient/die Patientin vorab ein Medikament (Abführmittel) einnehmen, um den Darm vollständig zu reinigen und eine optimale Sicht auf die Schleimhaut zu ermöglichen. [2]  

Die Untersuchung dauert etwa 20 Minuten und wird meist unter einer kurzen Sedierung (Beruhigungsmittel) durchgeführt, sodass der Patient nichts davon bemerkt. [3]   

Der Arzt bzw. die Ärztin führt einen biegsamen Schlauch mit Minikamera („Koloskop“) durch den After in den Dickdarm ein, um die Darmwand genau zu begutachten. Entdeckte Polypen können entfernt werden. Zudem können bei Bedarf Gewebeproben („Biopsien“) zur weiteren Laboruntersuchung entnommen werden. [1,2]

Was bringt die Darmkrebsvorsorge?

Durch das Entfernen von Vorstufen (Polypen) kann die Entstehung von Krebs oft ganz verhindert werden.[1] Bei einer frühen Diagnose sind die Heilungschancen sehr hoch. [1]   

In Österreich können durch die regelmäßige Teilnahme an der Darmkrebsvorsorge bis zu 35 Todesfälle pro 1.000 Personen vermieden werden.[7] Bezogen auf die Bevölkerung können außerdem hunderte Lebensjahre gewonnen werden. [7]

Für wen wir die Darmkrebsvorsorge empfohlen?

Die Darmkrebsvorsorge ist für alle Menschen ab 45 Jahren empfohlen.[1]  

In Österreich ist alle zwei Jahre ein Stuhltest oder alle zehn Jahre eine Darmspiegelung ab 45 Jahren kostenlos. [1]   

Wenn Sie ein höheres Risiko für die Erkrankung haben, sollten Sie sich öfter untersuchen lassen. Das betrifft vor allem Personen, deren Eltern oder Geschwister bereits Darmkrebs hatten, da sich das eigene Risiko in diesem Fall verdoppelt. Auch bei dauerhaften Darmentzündungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa ist es wichtig, darüber mit einer Ärztin oder einem Arzt zu sprechen. [6]   

Für Menschen über 75 Jahren wird die Vorsorge nicht mehr allgemein empfohlen. [7]  In diesem Alter sollte man die Entscheidung für weitere Untersuchungen einzeln mit dem Arzt oder der Ärztin absprechen und dabei auf den eigenen Gesundheitszustand achten.

Gibt es Warnsignale oder Beschwerden, bei denen man sich immer untersuchen lassen sollte?

Darmkrebs macht am Anfang oft keine Schmerzen oder Probleme und kann deshalb lange unbemerkt bleiben.[8] Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin wenn Sie folgende Beschwerden haben: 

  • Blut oder Schleim im Stuhl: Achten Sie auf Blut, das den Stuhl rot, aber auch schwarz oder sehr dunkel färben kann. Auch Schleim beim Toilettengang kann ein Warnzeichen sein. [8] 
  • Veränderter Stuhlgang: Gehen Sie zum Arzt, wenn sich Ihr gewohnter Stuhlgang über mehrere Wochen ändert. Das kann ein ständiger Wechsel zwischen Verstopfung und Durchfall sein oder ein auffallend dünner Stuhl („Bleistiftstuhl“). [8,9] 
  • Schmerzen und Krämpfe: Lassen Sie Bauchschmerzen oder Krämpfe untersuchen, die länger als eine Woche dauern. Auch sehr starke Blähungen, bei denen man manchmal ungewollt Stuhl verliert, sind ein Warnsignal. [8,9] 
  • Körperliche Schwäche: Wichtige Zeichen sind auch ein Gewichtsverlust ohne ersichtlichen Grund oder wenn Sie sich dauerhaft sehr müde und schwach fühlen.[8] 

Warten Sie bei solchen Beschwerden nicht bis zum nächsten regulären Vorsorgetermin. Diese Anzeichen bedeuten nicht sofort, dass es Krebs ist. Oft stecken andere Ursachen dahinter, wie zum Beispiel Hämorrhoiden oder eine Entzündung. Zur Sicherheit sollte dies aber immer zeitnah medizinisch untersucht werden. [8] 

Was kann ich selbst tun

Sie können Ihr persönliches Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, durch einen gesunden Lebensstil aktiv senken. [10] Auch wenn es keinen hundertprozentigen Schutz gibt, werden folgende Maßnahmen für einen gesunden Alltag empfohlen:[10]  

  • Ernährung: Essen Sie ballaststoffreich mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten. Reduzieren Sie rotes Fleisch und vermeiden Sie verarbeitete Fleischwaren wie Wurst so gut wie möglich. [9] 
  • Genussmittel: Rauchen Sie nicht und trinken Sie keinen oder nur sehr wenig Alkohol. [10] 
  • Bewegung & Gewicht: Bewegen Sie sich regelmäßig und achten Sie auf ein gesundes Körpergewicht. [10] 

Ab einem Alter von 45 Jahren wird empfohlen, regelmäßig an den Vorsorge-Programmen teilzunehmen. [1]   

Die Entscheidung für eine Vorsorgemethode – ob Stuhltest oder Darmspiegelung – müssen Sie nicht alleine treffen. Lassen Sie sich in Ihrer Hausarztpraxis ausführlich über die Vor- und Nachteile der Methoden beraten. [11]

Ein Beispiel

Walter ist 60 Jahre alt und hat seit Kurzem ungewohnte Bauchschmerzen. Bei seiner Internet-Recherche nutzt er die Tipps von vertrauenswürdigen Seiten, um gezielt nach wissenschaftlich fundierten Informationen zu suchen. Dabei erfährt er, dass für Menschen in seinem Alter eine Darmkrebsvorsorge wichtig ist und er lernt die Unterschiede zwischen Stuhltest und Darmspiegelung kennen. Nach einem Gespräch mit seiner Hausärztin und weil er in den letzten 10 Jahren keine Darmspiegelung hatte, entscheidet er sich für diese Methode.  

Nach einem beratenden Vorgespräch nimmt Walter das verschriebene Medikament ein. Die Untersuchung selbst dauert nur etwa 20 Minuten. Walter bekommt ein Beruhigungsmittel und bekommt vom Eingriff gar nichts mit.  

Vorteile und Nachteile

Vorteile der Darmkrebsvorsorge:  

Vorteile vom Stuhltest:  

  • Der Test ist einfach anzuwenden.[5]  
  • Der Test hat keine direkten Nebenwirkungen. [5] 

Vorteile von Darmspiegelung:  

  • Eine Darmspiegelung dauert zwischen 30 und 60 Minuten. [2]   
  • Die Untersuchung ist sehr genau und die Ärztin bzw. der Arzt kann die gesamte Darmschleimhaut begutachten. [2]  
  • Bei Auffälligkeiten können sofort Proben vom Gewebe entnommen werden. [2]  
  • Polypen können gleich während der Darmspiegelung entfernt werden. [2] 

Nachteile der Darmkrebsvorsorge  

Nachteile von Stuhltest:  

  • Der Stuhltest kann auch falsche Ergebnisse liefern. [5] Ein auffälliges Testergebnis bedeutet nicht unbedingt, dass Krebs die Ursache ist. [5] Deshalb wird bei einem positiven Ergebnis eine Darmspiegelung zur Abklärung empfohlen. [16] Gleichzeitig hinterlässt Darmkrebs nicht immer Blut im Stuhl. Das heißt, der Test kann negativ sein, obwohl man Darmkrebs hat. [5]   

Nachteile von Darmspiegelung:  

  • Bei der Darmspiegelung kann es selten Komplikationen geben, zum Beispiel eine Blutung. [2] 

Mythen

Mythos 1: Ich habe keine Beschwerden – also brauche ich keine Vorsorge.

Falsch! Darmkrebs und seine Vorstufen verursachen oft über viele Jahre hinweg keine Beschwerden.[8] Wenn der Krebs weit fortgeschritten ist und Beschwerden verursacht, sind die Heilungschancen schlecht. [1] Das Ziel der Vorsorge ist es deshalb, Darmkrebs zu entdecken bevor Beschwerden auftreten. Je früher eine Behandlung beginnen kann, desto besser sind die Chancen auf Heilung. [1]  

Mythos 2: Die Darmspiegelung ist schmerzhaft.

Grundsätzlich nicht.[2] Eine Darmspiegelung ist heute fast immer schmerzfrei, da die modernen Geräte viel dünner und flexibler als früher sind. [2] Damit die Untersuchung für Sie völlig entspannt abläuft, wird ein Beruhigungsmittel angeboten, durch welches Sie kurz einschlafen und nichts spüren. [2] Das österreichische Qualitätszertifikat garantiert Ihnen zudem eine besonders sanfte und sichere Durchführung durch erfahrene Fachkräfte. Mehr dazu lesen Sie im Folder der Sozialversicherung.  

Mythos 3: Ein negativer Stuhltest bedeutet, dass ich sicher keinen Darmkrebs habe.

Das ist leider falsch. Nicht jeder Darmkrebs oder Polyp hinterlässt Blutspuren im Stuhl.[4, 5] Deshalb erkennt ein einzelner Stuhltest nur etwa 70 von 100 Darmkrebsfällen. Rund 30 von 100 Tumoren im Darm und viele Polypen bleiben unentdeckt. [4, 5]  Das nennt man ein falsch-negatives Testergebnis: Der Test ist unauffällig, obwohl eine Erkrankung vorliegt. Gesundheitsinformation.de hat nähere Informationen zur Zuverlässigkeit des Stuhltest bei Frauen und Männern.  

Zahlen und Daten

  • 2024 erkrankten in Österreich 2600 Männer neu an Darmkrebs.[15] 
  • 2024 erkrankten in Österreich 2169 Frauen neu an Darmkrebs.[15] 

Rat und Hilfe

  • Infos zur Darmkrebsvorsorge in Österreich 
    https://www.vorsorgeuntersuchung.at/gesundheits-check/darmkrebs-frueherkennung/ 
    Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) stellt Informationen zum Nutzen, Ablauf, Anspruch und Kosten der Vorsorgeuntersuchung in verschiedenen Sprachen sowie Empfehlungen zur Früherkennung im Rahmen der kostenlosen österreichischen Vorsorgeuntersuchungen bereit. Hier finden ÖGK-Versicherte auch Kontaktdaten zur Terminvereinbarung und Informationen zu weiteren sinnvollen Gesundheitschecks und Vorsorgeuntersuchungen.
  • Österreichische Krebshilfe 
    https://www.krebshilfe.net/ 
    Die Österreichische Krebshilfe bietet kostenlose und unabhängige Information, persönliche Beratung sowie psychosoziale Unterstützung zur Krebsprävention, Früherkennung und Begleitung von Betroffenen und Angehörigen.
  • Ärztinnen- und Ärztesuche 
    https://www.aekstmk.or.at/46 
    Über die Ärztesuche der Ärztekammer Steiermark finden Sie schnell und einfach (Fach-)Ärztinnen und (Fach-)Ärzte in Ihrer Nähe. Die Ergebnisse können Sie beispielsweise nach Fach (z. B. Innere Medizin und Gastroenterologie und Hepatologie), Bezirk, Krankenkasse und Fremdsprache filtern.

Hier finde ich weitere Informationen

Gute Informationen in anderen Sprachen

Vorsorgeuntersuchungen in Österreich
https://www.vorsorgeuntersuchung.at/gesundheits-check/darmkrebs-frueherkennung/
Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) stellt Informationen in verschiedenen Sprachen zu Vorsorgeuntersuchung sowie Empfehlungen zur Früherkennung im Rahmen der kostenlosen österreichischen Vorsorgeuntersuchungen bereit. Verfügbar in: Deutsch, Englisch, Ungarisch, Rumänisch, Bosnisch/Kroatisch/Serbisch, Türkisch, Ukrainisch und Arabisch 

Weltgesundheitsorganisation (WHO)  

Darmkrebs (Englisch), WHO, https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/colorectal-cancer

Quellen

Hinweis: Wir weisen Sie ausdrücklich darauf hin, dass die Informationen auf dieser Webseite auf keinen Fall als Ersatz für eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Expertinnen und Experten (zum Beispiel Ärzt*innen, Apotheker*innen, Ernährungsberater*innen, Psycholog*innen etc.) dienen. “Gesund informiert“ ist eine Webseite des Gesundheitsfonds Steiermark und wird ausschließlich aus öffentlichen Mitteln finanziert. Weitere wichtige Informationen finden Sie hier.

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