Bauchweh

Was kann ich selbst tun?

Bauchschmerzen, krampfender Magen
Wie erkenne ich Fakten statt Fake?
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Redaktion: Bianca Heppner, MPH (Master in Public Health) und Anja Mandl, BA MA (Bachelor und Master in Gesundheitsmanagement)
Zuletzt geändert am: Juli 2025
Nächste geplante Überarbeitung: 2028

Bauchweh kommt häufig vor und ist oft harmlos.[1] Es gibt verschiedene Ursachen für Bauchweh. Wenn die Schmerzen besonders stark sind, plötzlich auftauchen oder mit anderen Beschwerden einhergehen, sollten Sie einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen.[1]

In diesem Beitrag werden häufige Fragen zum Thema Bauchweh beantwortet. Sie erfahren, welche Auslöser es für Bauchschmerzen gibt und wo Sie Rat und Hilfe finden. Mit diesen Informationen können Sie sich selbst ein Bild machen, bevor Sie eine Entscheidung für Ihre Gesundheit treffen! 

Überblick

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Bauchschmerzen kommen häufig vor und sind meist harmlos.[1] 
  • Plötzlich stark werdende Schmerzen können ein Anzeichen für eine ernste Erkrankung sein.[1] 
  • Kinder haben oft Bauchschmerzen, zum Beispiel wegen Verdauungsproblemen, einer Magen-Darm-Erkrankung oder weil sie länger keinen Stuhlgang hatten.[2] 
  • Auch seelische Belastungen oder Ängste können Bauchweh auslösen. Das trifft insbesondere auf Kinder zu.[2]

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Häufige Fragen

Woher kommt das Bauchweh?

Bauchweh kann viele verschiedene Ursachen haben. Zum Beispiel:  

Bauchweh kann auch bei vielen anderen Erkrankungen als Symptom auftreten.  

Was ist das Reizdarmsyndrom?

Typische Beschwerden des Reizdarmsyndroms sind Bauchschmerzen, Verstopfung und Durchfall.[7] Diese treten meist chronisch, also dauerhaft auf. Häufig tritt die Erkrankung in Schüben auf. Das heißt, Betroffene haben eine Zeit lang gar keine Beschwerden und dann wieder stärkere Beschwerden.[7] 

Es ist nicht eindeutig geklärt, was diese Beschwerden verursacht. Es könnte sein, dass sehr sensible Darmnerven, eine gestörte Darmmuskulatur, Veränderungen in der Darmflora und Entzündungen eine Rolle spielen.[7] 

Bevor ein Reizdarmsyndrom festgestellt wird, müssen andere mögliche Ursachen für die Beschwerden ausgeschlossen werden.[7] 

Wann sollte ich bei Bauchweh zum Arzt bzw. zur Ärztin?

Bei folgenden Beschwerden sollten Sie zu Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt gehen:[8] 

  • Starke Bauchschmerzen mit Fieber  
  • Anhaltender Durchfall oder anhaltendes Erbrechen  
  • Blut im Stuhl  
  • Wenn Sie nach einem Unfall Bauchschmerzen haben  
  • Heftiger, drückender Schmerz im rechten Oberbrauch  
  • Heftiger, drückender Schmerz im rechten Unterbauch  

Wenn Sie unsicher sind, ob Sie zum Arzt / zur Ärztin gehen sollen, rufen Sie beim Gesundheitstelefon 1450 an. Das Gesundheitstelefon ist rund um die Uhr erreichbar.

Warum hat mein Kind Bauchweh?

Kinder haben oft Bauchweh. Vielleicht haben sie zu viel gegessen oder Probleme mit der Verdauung.[9] Ernste Ursachen sind bei Bauchweh bei Kindern selten, können aber auch vorkommen.[9] Auch seelische Belastungen oder Ängste können sich bei Kindern in Form von Bauchweh zeigen.[2] 

Wenn die Bauchschmerzen länger bestehen, sollten Sie mit Ihrem Kind zum Arzt / zur Ärztin gehen, um die Ursache zu klären.[9] 

Wann sollte ich mit meinem Kind zum Arzt / zur Ärztin gehen?

Achten Sie auf den Stuhlgang Ihres Kindes. Wenn der Stuhl regelmäßig sehr weich oder sehr hart ist, oder es anhaltend keinen Stuhlgang hat, sollten Sie Ihr Kind untersuchen lassen. Ebenso wenn Blut im Stuhl des Kindes ist oder viel Schleim.[9] 

Sie sollten mit Ihrem Kind auch zum Arzt oder zur Ärztin gehen, wenn es an Gewicht verliert oder nicht ausreichend Gewicht zunimmt.[9] 

Bei starken Schmerzen im rechten Unterbauch, die mit Appetitlosigkeit und eventuell mit Fieber auftreten, sollten Sie auch zum Arzt gehen. Das kann ein Hinweis auf eine Blinddarmentzündung sein.[9] 

Was kann ich selbst tun

Was hilft gegen Bauchweh?

Eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung sind Voraussetzungen für eine gesunde Verdauung.  

  • Essen Sie leichte Mahlzeiten. Also keine fetten oder schwer verdaulichen Lebensmittel.[8] 
  • Trinken Sie ausreichend. Bei Bauchweh können Tees, wie zum Beispiel Fenchel-, Kümmel- oder Anis-Tee guttun.[8] Achtung: Kinder unter 4 Jahren sollten keinen Fencheltee trinken.[10] 
  • Auch Wärme kann helfen, zum Beispiel in Form einer Wärmeflasche.[8] 
  • Wenn Sie öfter Bauchweh haben, führen Sie am besten ein Ernährungstagebuch und notieren Sie auch, wann Sie Schmerzen haben.[7] 
  • So können Sie bzw. Ihr Arzt / Ihre Ärztin erkennen, ob Sie gewisse Lebensmittel nicht vertragen.

Video

Mein Kind hat starke Bauchschmerzen und leidet unter Übelkeit. Was kann ich tun? 
Ärztekammer für Steiermark, 2023 
https://www.leitfaden-kinderkrankheiten.at/2023/12/bauchschmerzen/

Mythen

Stimmen folgende Behauptungen über Bauchweh? 

Mythos 1: Wenn man Kirschen isst und Wasser trinkt, bekommt man Bauchweh.

Dazu gibt es keine Studien und keine Fallberichte. Kirschen und andere Obstsorten enthalten viel Fruchtzucker. Manche Personen können diesen nur unvollständig aufnehmen.[3] Das kann zu Blähungen führen. Mehr dazu lesen Sie bei Medizin Transparent.

Mythos 2: Probiotika helfen gegen Reizdarm-Beschwerden.

Probiotika sind lebende Mikroorganismen, meistens Bakterien. Es gibt viele Studien dazu, ob Probiotika bei Reizdarm-Beschwerden helfen. Die Ergebnisse zeigen einen kleinen Effekt. Der Effekt ist aber so klein, dass nicht klar ist, ob Betroffene überhaupt eine Verbesserung spüren.[11] Hier lesen Sie die gesamte Bewertung der Studienlage.

Mythos 3: Kinder sind eher gegen Nahrungsmittel allergisch, wenn Sie diese schon früh zu essen bekommen.

Das stimmt wahrscheinlich nicht. In keiner bisherigen Studie sank das Risiko für eine Nahrungsmittelallergie, wenn Babys allergieauslösende Lebensmittel erst möglichst spät bekamen.[12]  Mehr zu den Studien lesen Sie bei Medizin Transparent.

Rat und Hilfe

  • Gesundheitstelefon 1450 (https://1450.at/)
    Das Gesundheitstelefon 1450 bietet 24h am Tag Gesundheitsberatung. Wenn Sie unsicher sind, ob Sie wegen der Bauchschmerzen zum Arzt oder zur Ärztin gehen sollen, rufen Sie bei 1450 an.  
  • Hausarzt / Hausärztin bzw. Kinderarzt / Kinderärztin (Ärztesuche - ordinationen.st)
    Wenn das Bauchweh länger anhält oder sehr stark ist, sollten Sie einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen. Auf ordinationen.st sehen Sie, welche Ordination gerade geöffnet hat.

Hier finde ich weitere Informationen

Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten

Bauchweh kann ein Anzeichen für Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten sein. Beim Öffentlichen Gesundheitsportal Österreichs finden Sie nähere Informationen dazu.

Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten und -Intoleranzen | Gesundheitsportal 

 Verstopfung 

Auch bei Verstopfung kann es zu Blähungen und damit Bauchschmerzen kommen. Lesen Sie beim Öffentlichen Gesundheitsportal Österreichs nach, was Sie gegen Verstopfung tun können. 

Verstopfung (Obstipation) | Gesundheitsportal 

 Durchfall  

Wenn man mehr als drei Mal täglich Stuhlgang hat und dieser weich oder flüssig ist, spricht man von Durchfall. Was bei Durchfall wirklich hilft und wie sie ihn wieder loswerden, lesen Sie bei „Gesund informiert“.  

Durchfall: Wie stoppe ich ihn? - gesund-informiert.at 

Quellen

Hinweis: 

Wir weisen Sie ausdrücklich darauf hin, dass die Informationen auf dieser Webseite auf keinen Fall als Ersatz für eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Expertinnen und Experten (zum Beispiel Ärzt*innen, Apotheker*innen, Ernährungsberater*innen, Psycholog*innen etc.) dienen. “Gesund informiert“ ist eine Webseite des Gesundheitsfonds Steiermark und wird ausschließlich aus öffentlichen Mitteln finanziert.  

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