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Folge #30 Schlaganfall: Zeit ist Hirn!

Ein Gehirn und ein Blitz.

Am 29. Oktober ist der Welttag des Schlaganfalls. Schlaganfälle zählen zu den häufigsten Todesursachen. Im Ernstfall ist vor allem eines wichtig: Zeit!

In der Folge #30 des „Gesund informiert“-Podcast erfahren Sie, was bei einem Schlaganfall im Gehirn passiert, wie Sie Anzeichen für einen Schlaganfall rasch erkennen und warum ein „Schlagerl“ keineswegs harmlos ist.

Gast: Assoz. Prof. Priv.-Doz. Dr.med.univ. Dr.scient.med. Thomas Gattringer, stv.-Leiter der Abteilung für allgemeine Neurologie am Universitätsklinikum Graz

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Text zur Folge

Im Schlaganfall ist es so, wie der Name schon sagt, es kommt zum schlagartigen, also plötzlichen, Auftreten von Symptomen.
Willkommen bei gesund informiert, mit deinem Podcast, der Gesundheit verständlich macht.
Bianca und Anja bringen Licht in den Dschungel der Gesundheitsinformation.
Mit wissenschaftlich gesicherten Infos, hilfreichen Tipps und spannenden Interviewgästen bist Du immer gesund informiert.

Am neunundzwanzigsten Oktober ist der Welttag des Schlaganfalls.
Schlaganfall zählt zu den häufigsten Todesursachen.
Im Ernstfall ist vor allem ein Faktor entscheidend, nämlich die Zeit.
Aber wie erkennt man einen Schlaganfall und was soll ich dann am besten tun?
In dieser Folge von gesund informiert erfährst Du, was Anzeichen für einen Schlaganfall sind, was dabei im Gehirn passiert und warum auch ein Schlaganfall nicht harmlos ist.

Zu Gast bei mir ist heute Herr Professor Doktor Doktor Thomas Gattinger.
Er ist stellvertretender Leiter der Abteilung für Allgemeine Neurologie am Universitätsklinikum Graz.
Vielen Dank, dass Sie heute meine Fragen beantworten.
Aber bevor wir starten, stellen Sie sich doch selbst noch einmal kurz vor.

Mein Name ist Thomas Gartring.
Ich bin Facharzt für Neurologie und Intensivmedizin, bin, wie Sie gesagt haben, an der Universitätsklinik für Neurologie in Graz am Klinikum tätig.
Bin Leiter der Schlaganfallstation, beschäftige mich seit meiner Ausbildung intensiv mit der Erkrankung.
Bin einerseits eben klinisch tätiger Arzt, aber auch Schlaganfallforscher und beschäftige mich eben so seit vielen Jahren mit der Erkrankung.

Was ist denn ein Schlaganfall?
Unter einem Schlaganfall werden akute Gefäßerkrankungen des Gehirns zusammengefasst.
Es handelt sich in circa 80 bis 85 Prozent der Fälle hierbei einen akuten Gefäßverschluss.
Das Gehirngewebe wird eben nicht mehr adäquat mit Blut und Nährstoffen versorgt, und es kommt zum Untergang von Nervenzellen und zum neurologischen Funktionsausfall.
Es gibt auch eine zweite Form des Schlaganfalls, eben die Hirnblutung.
Hierbei kommt es zur Zerreißung von Blutgefäßen im Gehirn, und durch den Blutaustritt kommt es auch zur Verdrängung und schließlich zum Funktionsverlust von Hirngewebe.

Das heißt, wenn ich Sie richtig verstanden hab, entweder eine Ader im Gehirn ist verstopft oder sie platzt.
Genauso wie ist es.

Der Schlaganfall ist eine Erkrankung, die, wie Sie schon gesagt haben, eine sehr häufige Ursache ist für eine bleibende Behinderung im Erwachsenenalter beziehungsweise auch eine der häufigsten Todesursachen.
Das hängt sehr stark davon ab, welches Gehirnareal betroffen ist.
Wie groß ist der Gefäßverschluss?
Wie groß ist die Blutung im Kopf?
Es ist insofern gefährlich, weil eben lebenswichtige Areale im Gehirn betroffen sein können, die wichtige Körperfunktionen steuern.
Der Schlaganfall kann auch sehr wichtige Folgeschäden mit sich bringen, die dann auch die Lebensqualität der Patientinnen stark beeinträchtigen können und auch die Prognose der Patientinnen verschlechtern können.

Das heißt, man kann auch sterben an einem Schlaganfall?
So ist es.
Also vor allem bei der Hirnblutung, das ist immer die schwerste Form des Schlaganfalls, kann es auch unmittelbar zum Tod der Patientinnen kommen.
Es kann auch bei sehr schweren Gefäßverschlüssen, wenn keine Akuttherapie mehr möglich ist, weil die Patientinnen vielleicht zu spät im Krankenhaus eintreffen oder gewisse andere Voraussetzungen nicht gegeben sind, ein ein schwerer Funktionsausfall des Gehirns eintreten.
Und das kann unter bestimmten Umständen durchaus auch zu einem zum Tod des Patienten, der Patientin führen.

Woran erkenn ich denn einen Schlaganfall?
Im Schlaganfall ist es so, wie der Name schon sagt, es kommt zum schlagartigen, also plötzlichen, Auftreten von Symptomen, von Funktionsausfällen des Gehirns, und das wären eben typischerweise eine halbseitige Lähmung, Schwäche eines Armes, eines Beines zum Beispiel, der herabhängende Mundwinkel.
Ganz typisch wären auch halbseitige Gefühlsstörungen wie etwa Taubheitsgefühle.
Ganz ein klassisches Symptom wären auch das plötzliche Auftreten von Sprachstörungen.
Patientinnen können unter Umständen nicht mehr sprechen oder sprechen sehr undeutlich, manchmal auch nahezu unverständlich.
Auch eine Störung des Verständnisses von Sprache.
Also Patientinnen können Aufforderungen nicht mehr adäquat ausführen, wären eben typische Symptome.
Weiters muss man auch beim plötzlichen Auftreten von Sehstörungen an einen Schlaganfall denken.
Wichtig ist, wie eingangs erwähnt, dass Schlaganfallsymptome praktisch immer, wie der Name sagt, eben schlagartig, also plötzlich auftreten.

Ich hab vorab recherchiert und hab gelesen, dass es den sogenannten Fast Test gibt.
Was ist denn das?

Der Fast Test zielt genau auf diese typischen Schlaganfallsymptome ab.
Der Fast Test beinhaltet die Funktionsüberprüfung des Gesichtes, also das f steht für Face.
Man achtet darauf, ob die etwaig betroffene Person einen herabhängenden Mundwinkel hat.
Das a im Fast Test steht für Arm.
Man bittet den Betroffenen, die Betroffene, den die Arme anzuheben.
Wenn es zu einer Lähmung eines Armes kommt oder wenn diese auffällig wird, der Arm absinkt oder unter Umständen gar nicht angehoben werden kann, wäre das ein typisches Schlaganfallzeichen.
Das s steht für Sprache im Fast Test.
Man beurteilt, ob der Patient, die Patientin mit Schlaganfallverdacht adäquat sprechen kann beziehungsweise ein Sprachverständnis hat.
Und das t würde für time, also Zeit, stehen.
Das bedeutet, wenn derartige Symptome vorliegen, geht es darum, rasch zu handeln, rasch die Rettung zu rufen, denn Zeit ist, wie Sie eingangs gesagt haben, der wichtigste Faktor in der Akuttherapie des Schlaganfalls.

Was soll ich denn tun, wenn ich solche Anzeichen bei jemandem erkenne?
Und was ist, wenn ich mir nicht sicher bin?
Ich bin ja schließlich keine Ärztin.

Also wenn Sie mit einem potenziellen Schlaganfallpatienten konfrontiert sind, wenn eben diese typischen Schlaganfallsymptome auffällig geworden sind, geht es darum, rasch die Rettung zu verständigen.
Das Typische beim Schlaganfall ist immer dieses plötzliche Auftreten.
Also die Betroffenen haben von der einen auf die andere Sekunde diese erwähnten Funktionsausfälle.
Und wenn so solche Zustände vorliegen, die Rettung verständigen 1 4 4 und die Patientinnen werden dann rasch in ein in ein Krankenhaus mit sogenannter Stroke Unit gebracht.

Mhm.
Sie haben's jetzt schon angesprochen.
Wie schaut denn die Behandlung vom Schlaganfall aus?
Also wie funktioniert das bei uns in der Steiermark?

Es hat sich beim Schlaganfall wie kaum in einem anderen Gebiet der Medizin in den letzten 10 bis 20 Jahren ein massiver Fortschritt ergeben.
Es ist vor allem damit erklärbar, dass es flächendeckend sogenannte Stroke Units gibt, also Schlaganfall‑Spezialeinheiten, wo eben erfahrene Neurologinnen und Neurologen gemeinsam mit anderen Fachdisziplinen abklären, diagnostizieren und in weiterer Folge auch behandeln.
Also man muss bei der Schlaganfallbehandlung unterscheiden zwischen dieser Akuttherapie, die an einer Stroke Unit erfolgt.
Und eben wenn diese Akuttherapie abgeschlossen ist, ist es auch ganz wichtig, vorbeugende Maßnahmen zu treffen, dass Patientinnen nicht wieder einen Schlaganfall bekommen, also adäquate Medikamente einleiten.
Manchmal sind auch Operationen notwendig.
Ist ganz wichtig auch, die Patientinnen hinsichtlich Lebensstil zu beraten, dass die Patientinnen eben ein geringeres Risiko haben für das Auftreten von Gefäßerkrankungen.

Und diese Stroke Units, die Sie erwähnt haben, die gibt's in der ganzen Steiermark.
Es gibt in der Steiermark 5 Stroke Units, sehr gut verteilt.
Das heißt, die steirische Bevölkerung kann rasch eine derartige Stroke Unit erreichen.
Es ist so, dass die Stroke Units wie folgt verteilt sind.
Eine Stroke Unit befindet sich im LKH Hochsteuermarkt Standort Bruck, eine weitere im LKH Murtal Standort Knittelfeld.
Im LKH Feldbach ist eine Stroke Unit beheimatet.
Und in Graz gibt es 2 Stroke Units im LKH Graz 2 Standort Süd, vormals LSF, und eben am Universitätsklinikum Graz.

Aber das heißt, wenn ich solche Anzeichen erkenne und die Rettung ruf, dann hab ich alles richtig gemacht und die weitere Versorgung wird dann durch die Rettung koordiniert.
Genau, also es ist so, 1 4 4 wählen, die Rettung verständigen.
Ruhe bewahren ist ganz wichtig in einer Schlaganfallsituation.
Das ist natürlich nicht immer ganz einfach, aber es ist sehr wichtig auch, den Patienten oder die Patientin zu beruhigen.
Während man auf die Rettung wartet, ist es wichtig, einige Informationen einzuholen.
Hier geht es vor allem darum, was haben die Patientinnen für Vorerkrankungen?
Was nehmen sie für Medikamente ein?
Und der allerwichtigste Faktor ist, wann sind die Schlaganfallsymptome konkret eingetreten?
Denn die Akuttherapien sind eben zeitabhängig.
Das heißt?
Das heißt, es gibt beim chemischen Schlaganfall, bei der sogenannten oder bei der Durchblutungsstörung des Gehirns, ist das oberste Ziel, die Blutversorgung wiederherzustellen, also das verschlossene Gefäß wieder aufzumachen, vereinfacht gesagt.
Das geht über Medikamente, die man in eine Vene spritzt.
Das ist sehr erfolgreich bei kleinen Gefäßverschlüssen.
Bei großen Gefäßverschlüssen ist es notwendig, mit einem kleinen Katheter das Gerinnsel herauszuholen, mechanisch zu entfernen.
Das ist eine Technik, die gibt es auch noch nicht lange.
Hier ist Österreich und speziell auch die Steiermark sicher eine Vorreiterrolle zuzuschreiben, weil es eben nun möglich ist, auch bei großen Blutgerinnseln, die große Blutgefäße im Gehirn verstopfen, den Blutfluss wiederherzustellen, was mit dem Medikament alleine oftmals nicht möglich war.

Muss man nach einem Schlaganfall dauerhaft Medikamente nehmen?
Es ist sehr oft so, dass Medikamente nach einem Schlaganfall erforderlich sind.
Nach der häufigsten Art des Schlaganfalls, der Durchblutungsstörung, brauchen praktisch alle Patientinnen langfristig blutverdünnende Medikamente.
Es ist sehr wichtig, diese Medikamente, wie verordnet, regelmäßig einzunehmen.
Weiters spielen Blutdruckmedikamente für Bluthochdruckpatienten eine wichtige Rolle, und auch gewisse Cholesterinsenker, sogenannte Statine oder andere, sind entscheidend, nicht nur das Cholesterin zu senken, sondern auch die Bildung von sogenannten Gefäßplugs, also krankhaften Ablagerungen in der Gefäßwand, zu reduzieren.

Das heißt, ist es auch wichtig, wenn man dauerhaft Medikamente nehmen muss, diese auch wirklich regelmäßig und wie verordnet zu nehmen?
Das ist ein sehr wichtiger Faktor, und es ist sehr wichtig, hier regelmäßige Kontrollen auch beim Hausarzt oder beim niedergelassenen Facharzt durchzuführen.

Okay, das heißt, ich hab mal gemerkt, es gibt gute Behandlungen.
Der wichtige Faktor ist aber die Zeit.
Was sind denn mögliche Folgen eines Schlaganfalls?

Also neben den bleibenden neurologischen Defiziten ist es so, dass auch andere wichtige Folgeerkrankungen mit einem Schlaganfall in Verbindung stehen.
Zum einen können Schlaganfallpatientinnen im Verlauf epileptische Anfälle und eine Epilepsieerkrankung erleiden.
Es ist auch so, dass Demenzerkrankungen auftreten können.
Also vor allem Patientinnen, die viele Schlaganfälle erleiden, sind hier gefährdet.
Es gelingt durch Akuttherapien und Reha zumeist, Patientinnen wieder gut in den Alltag zu integrieren.
Aber es gibt auch Menschen, die vielleicht zu spät ins Krankenhaus kommen beziehungsweise wo ganz kritische Hirnareale betroffen waren, wo durchaus auch die Akutbehandlung und die Rehabilitation an ihre Grenzen stoßen.
Aber hier ist es wichtig, nicht aufzugeben, denn Rehamaßnahmen machen auch Monate bis wenige Jahre nach der Erkrankung Sinn und können bei einzelnen Patientinnen noch zu einer Verbesserung beitragen.

Was wären denn solche neurologischen Defizite, die Sie angesprochen haben?
Ja, die typischen neurologischen Defizite wären die halbseitige Lähmung und die Sprachstörung.
Patientinnen können unter Umständen nicht mehr adäquat sprechen oder Sprache nicht mehr richtig verstehen.
Daraus ergeben sich natürlich vor allem aus den motorischen Einschränkungen Gangstörungen und häufige Stürze.
Das ist dann natürlich wieder ein Problem, weil diese Stürze zu Knochenbrüchen führen können.
Das hängt sehr stark von den betroffenen Hirnarealen ab beziehungsweise auch davon, ob das jetzt der erste Schlaganfall ist oder ob schon mehrere Schlaganfälle stattgefunden haben.

Okay, und Sie haben es schon angesprochen, dass man einem Schlaganfall auch vorbeugen kann.
Habe ich das richtig verstanden?
Ja, das ist die gute Nachricht.
Während es Risikofaktoren gibt, die wir nicht beeinflussen können – das Alter, das Geschlecht, eine familiäre Vorbelastung –, gibt es Risikofaktoren, die Menschen konkret beeinflussen können.
Und das sind zumeist sehr einfache Faktoren.
Weltweit betrachtet ist vor allem der Bluthochdruck eine der wichtigsten Schlaganfallursachen, gefolgt von ungünstigen Blutfetten, Blutzuckererkrankung (Diabetes) und mangelnder körperlicher Aktivität; Bewegungsmangel ist ein klarer Schlaganfallrisikofaktor.
Ganz relevant ist auch zu betonen, dass vor allem bei jüngeren Schlaganfallpatientinnen das Rauchen eine ganz besondere Bedeutung hat – natürlich auch bei älteren, aber speziell bei jüngeren Patientinnen kann sich dadurch ein Schlaganfall schon früher bemerkbar machen.
Es gibt noch andere wichtige Risikofaktoren wie Herzerkrankungen, die zu einem Schlaganfall führen können, wobei Herzerkrankungen und Schlaganfall sehr viele ähnliche Risikofaktoren haben – eben die soeben erwähnten.

Stimmt das, dass nur ältere Menschen einen Schlaganfall erleiden können?
Also, wie gerade erwähnt, ist das Alter ein klarer Schlaganfallrisikofaktor.
Je älter man wird, desto höher ist das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden.
Es ist so, dass circa 10 bis 15 Prozent aller Schlaganfallpatientinnen unter 55 Jahre alt sind.
In diesem Alter spricht man von einem jungen Schlaganfallpatienten oder einer jungen Schlaganfallpatientin.
Vor allem die klassischen Schlaganfallrisikofaktoren nehmen in dieser jungen Bevölkerung zu.
Man muss aber auch sagen, dass wir mittlerweile bessere diagnostische Modalitäten zur Verfügung haben.

Manchmal hört man auch, dass jemand ein Schlagerl hatte.
Für mich hört sich das so an, als sei das ein kleiner Schlaganfall.
Stimmt das?
Und wenn ja, ist ein Schlagerl harmlos?

Ja, „Schlagerl“ ist ein ungünstiges Wort, das uns Schlaganfallmediziner:innen nicht gefällt.
In der medizinischen Sprache ist es eine sogenannte transiente ischämische Attacke, also eine vorübergehende Durchblutungsstörung des Gehirns, die noch nicht ausreicht, einen Schlaganfall auszulösen.
Patientinnen mit einer sogenannten transienten ischämischen Attacke (TIA) haben ein erhöhtes Risiko, in den nächsten Tagen einen Schlaganfall zu erleiden und bleibend behindert auszusteigen.
Da ist es sehr wichtig, auch vorübergehende, plötzliche neurologische Ausfallssymptome abklären zu lassen und dann einem Schlaganfall vorzubeugen.
Diese „Schlagal“, wie sie im Volksmund genannt werden, sind also sehr ernst zu nehmen; sie bringen ein deutlich erhöhtes Schlaganfallrisiko mit sich und gehören akut abgeklärt und behandelt.

Das heißt, auch da gilt: 1 4 4 wählen und die Rettung rufen.
Genauso ist es, völlig richtig.

Was kann ich denn selbst tun, einem Schlaganfall vorzubeugen?

Ganz wichtig ist, dass regelmäßig der Blutdruck gemessen wird, vor allem bei Risikopatientinnen und ‑patienten.
Man soll seinen Blutdruck kennen.
Generelle Zielwerte werden mittlerweile unter 130 zu 80 mmHg angegeben.
Es ist auch sehr wichtig, regelmäßige körperliche Ausdaueraktivität zu betreiben.
Hier empfehlen diverse Fachgesellschaften, dass man sich täglich eine halbe Stunde bewegen soll.
Ganz wichtig ist auch, eine gesunde Ernährung anzustreben – wenig Fleisch, viel Fisch, gesunde Öle, viel Obst und Gemüse, Stichwort mediterrane Diät.
Bei Patientinnen, die rauchen, ist es sehr wichtig, das Rauchen einzustellen.
Auch hier kann man mehreren Erkrankungen vorbeugen, nicht nur Schlaganfall, sondern auch Herzinfarkt und, wie Sie wissen, Krebserkrankungen.
Sehr wichtig ist dann noch speziell bei Risikopatientinnen, wenn eine familiäre Belastung vorliegt, nach Herzerkrankungen Ausschau zu halten und diese regelmäßig von Hausärztinnen oder Internistinnen kontrollieren zu lassen.

Ich glaube,
wir haben jetzt schon sehr viel zum Thema Schlaganfall gelernt.
Haben wir denn irgendwas vergessen, was unsere Hörerinnen und Hörer noch wissen sollten?

Ich denke, ganz wichtig ist neben dem Hören dieses Podcasts auch, dass man sich mit dem Thema beschäftigt, dass ein Bewusstsein da ist für die Erkrankung.
Einfache Maßnahmen können in der Vorbeugung des Schlaganfalls hocheffektiv sein.
Wenn man Schlaganfallsymptome rasch richtig erkennt und die Rettung verständigt.
Sehr wichtig ist es auch, dass Patientinnen regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen bei den Hausärztinnen durchführen, denn hier können Risikofaktoren zumeist einfach identifiziert und weiterführend behandelt werden.

Okay.
Wo kann ich mich denn genauer zum Thema Schlaganfall informieren?

Neben der Webseite des Gesundheitsfonds, wo sehr viele Themen des Schlaganfalls gut aufbereitet sind, gibt es diverse Selbsthilfegruppen, auch in der Steiermark.
Diese Selbsthilfegruppen haben auch eigene Internetauftritte.
Auch die österreichische Schlaganfallgesellschaft hat eine eigene Webseite, auf der Informationen zum Thema abgebildet sind.
Natürlich ist es auch möglich, über Hausärztinnen und Hausärzte Informationen und vor allem Kenntnis über Risikofaktoren für die Erkrankung einzuholen.

Wir sind schon wieder am Ende dieser Folge angelangt, und ich fasse das Wichtigste noch einmal zusammen.
Bei einem Schlaganfall kommt es zu einer Durchblutungsstörung im Gehirn, und ich hab mir gemerkt, dass auch ein Schlager nicht harmlos ist.
Was ich selbst tun kann, wenn ich einen Schlaganfall bei einer anderen Person erkenne, ist eindeutig, die Rettung zu rufen.
Es gibt Symptome, die für einen Schlaganfall sprechen, und die Symptome kann man anhand des Fast Tests erkennen.
Time – das ist auch der wichtigste Faktor, nämlich die Zeit.
Wenn man Anzeichen eines Schlaganfalls erkennt, dann sollte man keine Zeit verlieren.

Wir kommen schon zur letzten Frage, und die ist bei uns im Podcast immer die gleiche.
Was ist denn Ihr persönlicher Tipp für ein gesundes Leben?

Mein Tipp für ein gesundes Leben ist, ein aktives Leben zu führen, körperliche Aktivität in den Alltag zu integrieren, auf eine gesunde Ernährung zu achten und nicht zu rauchen.

Das war's für heute.
Danke, lieber Herr Professor Gartringer, dass Sie heute bei mir zu Gast waren und meine Fragen beantwortet haben.
Wir hoffen, diese Folge hat dir zu Hause gefallen, und Du bist auch das nächste Mal wieder dabei.
Wenn Du mehr zum Thema Gesundheit wissen willst oder den Podcast nachhören möchtest, dann schau auf unsere Webseite gesund‑informiert.at.
Wenn Du Themen für uns hast, die dich interessieren, dann schreib uns unter gesund‑informiert@gfscmk.at.
Wir freuen uns schon auf ein Wiederhören.
Bis dahin, bleibt gesund und informiert.
Papa, Bianca und Anja von gesund informiert, deinem Podcast, der Gesundheit verständlich macht.