Ernährungsmythen

Was stimmt wirklich?

männer, fleisch
Wie erkenne ich Fakten statt Fake?
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#3 Autor*in ist angegeben
Redaktion: Bianca Heppner, MPH (Master in Public Health) und Anja Mandl, BA MA (Bachelor und Master in Gesundheitsmanagement)
Zuletzt geändert am: Mai 2026
Nächste geplante Überarbeitung: 2029

Detox, Protein und Gluten sind nur einige Stichworte: Im Internet kursieren viele Mythen zum Thema Ernährung. Nicht alle davon sind wahr.

In diesem Beitrag gehen wir häufigen Ernährungsmythen auf den Grund. Sie als gesunde erwachsene Person erfahren, welche Mythen wirklich stimmen und wo Sie lieber genauer hinschauen sollten. Sie erfahren, wo Sie Rat und Hilfe und weitere Informationen finden. Mit diesen Informationen können Sie sich selbst ein Bild machen, bevor Sie eine Entscheidung für Ihre Gesundheit treffen!

Podcast

Folge #98: Gesund informiert zu Ernährungsmythen: Was stimmt wirklich?

In dieser Folge schildert die Ernährungswissenschafterin Anna Brandtner, was es mit Fibremaxxing auf sich hat, warum man Gluten als gesunder Mensch nicht weglassen sollte und worauf es bei einer gesunden Ernährung wirklich ankommt.

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Podcast-Ausschnitte

Hören Sie kurz in die Folge hinein!

Teil 1: Brauchen Männer Fleisch?

Teil 2: Wie viel Eiweiß sollen wir essen?

Teil 3: Wie wichtig sind Kohlenhydrate?

Häufige Fragen

Männer brauchen Fleisch – stimmt das?

Bei Fleisch gilt für Frauen und Männer gleichermaßen: weniger ist mehr. [4] Pro Woche sollten Sie maximal 300g Fleisch und/oder Wurst essen. [4] Das sind 1-2 Portionen pro Woche. [5]

Fleisch enthält wichtige Nährstoffe, wie zum Beispiel Eisen, Zink und Selen. Der Bedarf kann aber auch ohne oder mit weniger Fleisch gedeckt werden. [4]

Zu viel Fleisch kann das Risiko für bestimmte Krebsarten und Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. [4]

Detox: Muss ich meinen Körper regelmäßig entgiften?

Nein, der Körper entgiftet sich von selbst – zum Beispiel über die Leber, Nieren oder unsere Haut. [2]

Detox kommt vom englischen Begriff „detoxification“ und bedeutet Entgiftung. [1] Oft wird behauptet, dass gewisse „Detox-Produkte“ oder „Detox-Kuren“ schädliche Ablagerungen (sogenannte „Schlacken“) und Gifte [2] aus dem Körper entfernen können. Solche „Schlacken“ gibt es aber gar nicht und die Wirkungsnachweise für Detox-Produkte fehlen. [1,2] Das Team von Medizin Transparent hat keine Studien gefunden, die einen gesundheitlichen Vorteil von Detox-Kuren nachweisen. [2]

Sinnvoller als „Detox“ ist es, Schadstoffe im Alltag möglichst zu vermeiden. [1] Verzichten Sie zum Beispiel auf Alkohol und Nikotin, achten Sie bei Lebensmitteln auf Regionalität, verwenden Sie wenn möglich Bio-Produkte und achten Sie generell auf Hygiene. [1]

Wenn ich abnehmen möchte, muss ich Kalorien zählen. Stimmt das?

Es stimmt grundsätzlich, dass man abnimmt, wenn man weniger Kalorien zu sich nimmt als man verbraucht. Manchmal kann Kalorienzählen hilfreich sein, zum Beispiel um den Energiewert von Mahlzeiten besser einschätzen zu können. [1]

Aber: es gibt auch Möglichkeiten, abzunehmen ohne Kalorien zu zählen. Studien zeigen, dass auch andere Faktoren wie zum Beispiel die Verteilung der Nährstoffe und die Geschwindigkeit beim Essen eine Rolle spielen können – unabhängig vom Kalorienzählen. [1]

Kalorienzählen kann negative Auswirkungen auf das Wohlbefinden und das Körpergewicht haben. Im schlimmsten Fall kann Kalorienzählen die Entstehung von Essstörungen begünstigen. [1]

Gluten macht krank – oder?

Nein, das stimmt so nicht. Gluten ist ein Eiweiß, das in Getreide enthalten ist. [1] Für die meisten Menschen gibt es keinen Grund, Gluten wegzulassen. Ausnahme: Menschen mit Zöliakie. [1]

Als gesunder Mensch sollten Sie nicht auf Gluten verzichten, weil: [1]

  • Glutenfreie Ernährung kann das Immunsystem schwächen
  • Durch das Weglassen glutenhaltiger Lebensmittel kann es zu Nährstoffmängeln kommen (z.B. zu wenige Ballaststoffe, B-Vitamine oder Selen)
  • Ersatzprodukte, die glutenfrei sind, können Zusatzstoffe und Schwermetalle enthalten
  • Glutenfrei essen kann eine Herausforderung sein, zum Beispiel im Restaurant oder im Urlaub
High-Protein-Produkte: Bekomme ich davon mehr Muskeln?

Eiweißreiche Produkte sind im Trend. Manchmal ist in „High-Protein“-Produkten aber gar nicht mehr Eiweiß als in herkömmlichen, mageren Produkten (z.B. bei Cottage Cheese). [1] Vergleichen Sie die Nährwert-Tabelle und den Preis verschiedener Produkte!

Der tägliche Eiweiß-Bedarf liegt bei Menschen, die keinen Sport machen bei 0,8/g pro Kilogramm Körpergewicht. [1] Ein gesunder erwachsener Mensch mit 70kg braucht also etwa 56g Eiweiß pro Tag.

Bei Hobbysportlern liegt der tägliche Eiweiß-Bedarf bei ca. 1g pro Kilogramm Körpergewicht. [1] Ein gesunder erwachsener Hobbysportler mit 70kg braucht also rund 70g Eiweiß pro Tag.

Menschen die viel Kraft- oder Ausdauersport machen, haben einen höheren Eiweißbedarf. [1]

Für die Allgemeinbevölkerung ist es nicht nötig, High-Protein-Produkte zu verwenden. Die normale Ernährung deckt normalerweise auch bei Menschen, die hobbymäßig Sport machen, den täglichen Eiweißbedarf. [1]

Der Aufbau von Muskeln oder Abnehmen passiert nicht allein durch High-Protein-Produkte. Es spielen immer die gesamte Ernährung und Bewegung eine Rolle. [3]

Kohlenhydrate machen dick – besonders am Abend. Stimmt das?

Das stimmt so nicht. [1]

Es gibt langkettige und kurzkettige Kohlenhydrate:

  • Langkettige Kohlenhydrate: Stärke, schmecken mehlig (z.B. in Nudeln, Brot, Vollkornprodukten, etc.)
  • Kurzkettige Kohlenhydrate: Einfach-Zucker (z.B. Traubenzucker oder Fruchtzucker) und Zweifach-Zucker (z.B. Haushaltszucker), schmecken süß

Zugesetzten Zucker (z.B. in Süßigkeiten) braucht unser Körper nicht unbedingt. [1] Unser Körper braucht aber langkettige Kohlenhydrate, zum Beispiel aus Getreide. [1] Diese Kohlenhydrate enthalten viele Ballaststoffe, die viele positive Eigenschaften haben. [1] Außerdem liefern Kohlenhydrate unserem Körper wichtige Energie. [1]

Ob wir zunehmen, hängt unter anderem von der Art und Menge der Kohlenhydrate ab. Entscheidend ist die gesamte Kalorienbilanz, nicht einzelne Nährstoffe. [1]

Was kann ich selbst tun

Folgende Tipps können Ihnen dabei helfen, Ernährungstrends zu beurteilen:

  • Klingt etwas zu gut, um wahr zu sein? Dann ist es in der Regel auch nicht wahr. [1]
    • Vertrauen Sie keinen selbsternannten Expertinnen und Experten. Überprüfen Sie immer, welche Ausbildung eine Person hat, die zum Beispiel auf Social Media Ernährungsratschläge gibt.
  • Achten Sie auf die Quellen. [1]
    • Quellen sollten im besten Fall unabhängig und wissenschaftlich fundiert (evidenzbasiert) sein.
    • Wird im Text Werbung für ein bestimmtes Produkt gemacht? Dann sollten Sie eher skeptisch bleiben.
    • Gibt es Interessenskonflikte? Ein Interessenskonflikt besteht zum Beispiel, wenn jemand mit dem Verkauf von Produkten Geld verdient und darüber informiert.
  • Informieren Sie sich bei öffentlichen Stellen, Fachgesellschaften und qualitätsgesicherten Plattformen. [1]

Video

In diesem Video erfahren Sie, wie Sie gesunde Ernährung langsam zur Gewohnheit werden lassen:

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Rat und Hilfe

Wenn Sie auf der Suche nach einer Ernährungsberatung sind, schauen Sie am besten hier nach:

Hier finde ich weitere Informationen

Medizin Transparent

Das Team von Medizin Transparent überprüft Behauptungen und Mythen aus dem Internet. Es gibt schon einige Faktenchecks zum Thema Ernährung.

Du hast nach Ernährung gesucht | Medizin transparent

Österreichische Gesundheitskasse

Die Österreichische Gesundheitskasse bietet verlässliche Informationen zu verschiedenen Ernährungsthemen an. Es gibt auch Webinare und Kurse sowie Programme für verschiedene Zielgruppen.

Gesunde Ernährung

Fach- und Koordinationsstelle Ernährung

Die Fach- und Koordinationsstelle Ernährung bietet unter anderem Informationen zu gesunder Ernährung und zu Beratungsangeboten in der Steiermark. Hier finden Sie auch gesunde Rezepte und Informationsbroschüren.

Gesunde Ernährung - Gesundheitsfonds

 

Quellen

Hinweis: Wir weisen Sie ausdrücklich darauf hin, dass die Informationen auf dieser Webseite auf keinen Fall als Ersatz für eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Expertinnen und Experten (zum Beispiel Ärzt*innen, Apotheker*innen, Ernährungsberater*innen, Psycholog*innen etc.) dienen. “Gesund informiert“ ist eine Webseite des Gesundheitsfonds Steiermark und wird ausschließlich aus öffentlichen Mitteln finanziert. Weitere wichtige Informationen finden Sie hier.

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