Mikroplastik
Was macht es mit unserer Gesundheit?
Plastik ist ein fester Bestandteil unseres Alltags (zum Beispiel in Verpackungen, in Spielzeug, in Kleidung). Wenn Plastik zersetzt wird, entstehen sehr kleine Teile, die Mikroplastik genannt werden. Diese kleinen Teilchen kommen in die Umwelt, in unser Essen und auch in unseren Körper. Forschende untersuchen daher, ob Mikroplastik unserer Gesundheit schaden kann.[2]
In diesem Beitrag werden häufige Fragen zum Thema „Mikroplastik und was es mit unserer Gesundheit macht“ beantwortet. Sie als gesunde erwachsene Person erfahren, was Sie selbst tun können, um einen achtsamen Umgang mit Plastik für Ihre Gesundheit zu finden. Sie erfahren, wo Sie weitere Informationen finden. Mit diesen Informationen können Sie sich selbst ein Bild machen, bevor Sie eine Entscheidung für Ihre Gesundheit treffen!
Überblick
Das Wichtigste auf einen Blick
- Mikroplastik ist überall. Es wurde in der Luft, im Wasser, in Lebensmitteln und auch im menschlichen Körper gefunden.[2]
- Bis jetzt fehlen wissenschaftliche Beweis, dass Mikroplastik direkt Krankheiten beim Menschen verursacht.[2] Wie gefährlich Mikroplastik für die Gesundheit von Menschen ist, weiß man noch nicht genau.
- Aus Tierversuchen weiß man, dass Mikroplastik im Körper Auswirkungen haben kann. Zum Beispiel kann es Entzündungen verursachen oder das Abwehrsystem (Immunsystem) schwächen.[6]
- Es ist sinnvoll, den Kontakt mit Mikroplastik zu verringern. Das ist im Alltag oft möglich, zum Beispiel durch Vermeidung von Plastikverpackungen.[1]
Podcast
Folge #91 Gesund informiert mit Eleonore Fröhlich: Wie schädlich ist Mikroplastik?
In dieser Folge erklärt Biochemikerin und Ärztin Eleonore Fröhlich, wo Mikroplastik genau enthalten ist, welche Auswirkungen es auf unseren Körper hat und ob wir es vermeiden können.
Podcast-Ausschnitte
Hören Sie kurz in die Folge hinein!
Teil 1: Wie schadet Mikroplastik unserer Gesundheit?
Teil 2: Wer ist gefährdet und wie vermeiden wir Mikroplastik?
Teil 3: Was genau ist Mikroplastik?
Testen Sie Ihr Wissen
Häufige Fragen
Was versteht man unter Mikroplastik
Mikroplastik sind sehr kleine Plastikteilchen. Sie sind zwischen 0,001 und 5 Millimeter groß und oft mit bloßem Auge kaum zu sehen. Noch kleinere Teilchen nennt man Nanoplastik.[1]
Mikroplastik entsteht auf verschiedene Arten. Fachleute unterscheiden primäres und sekundäres Mikroplastik.
Primäres Mikroplastik wird absichtlich hergestellt, zum Beispiel:
- kleine Plastikkügelchen für die Plastikherstellung
- Kunststoffteilchen in Kosmetik und Hygieneprodukten, zum Beispiel in Peelings oder Zahnpasta
- Plastikteilchen für die Industrie oder Medizin
- Mikroplastik in Dünger, Klärschlamm oder Kunstrasen
Sekundäres Mikroplastik entsteht, wenn sich größere Plastikstücke zersetzen oder abnutzen, zum Beispiel:
- Plastikflaschen oder Plastiksackerl durch UV-Strahlen der Sonne
- Plastikmüll im Meer durch Reibung und UV-Einwirkung
- Kunststofffasern aus Kleidung beim Waschen
- Reifenabrieb durch den Straßenverkehr
Ist Mikroplastik in unserem Körper?
Studien haben Mikroplastik in verschiedenen Bereichen des menschlichen Körpers nachgewiesen. Zum Beispiel im Darm, in der Lunge, im Blut und im Gehirn. Dies bedeutet nicht automatisch, dass es krank macht. Es zeigt aber, dass wir damit in Kontakt kommen.[2]
Wie kommt Mikroplastik in den Körper?
Mikroplastik gibt es überall auf der Welt.
Es wurde in der Luft, im Wasser, im Boden und in vielen Lebensmitteln und Getränken gefunden. Auch im Körper von Menschen und Tieren wurde Mikroplastik entdeckt.[2]
Mikroplastik kann auf mehreren Wegen in unseren Körper gelangen:
- Luft
Durch Luftverschmutzung können Mikroplastikteilchen eingeatmet werden. Studien haben gezeigt, dass Mikroplastik in der Luft enthalten ist.[2]
- Essen und Trinken
Trinkwasser kann Mikroplastik enthalten. Mikroplastik kann auch über die Nahrung aufgenommen werden. Zum Beispiel durch Meeresfrüchte oder durch andere Lebensmittel, die mit Mikroplastik in Kontakt gekommen sind.[2]
- Über die Haut gelangt nur sehr wenig Mikroplastik in den Körper.
Welche Auswirkungen hat Mikroplastik auf unsere Gesundheit?
Es gibt Hinweise darauf, dass Mikroplastik der Gesundheit schaden könnte. Aber bisher weiß man noch nicht genau, wie groß das Risiko wirklich ist.[2]
Das hat mehrere Gründe:
- Mikroplastik ist schwierig nachzuweisen.
- Verschiedene Studien benutzen unterschiedliche Methoden, die oft nicht gut vergleichbar sind.
- Häufig fehlen genaue Prüfungen der Messmethoden.
- Deshalb gibt es bisher zu wenig verlässliche Daten.
Zurzeit kann man nicht genau sagen, wie viel Mikroplastik wir durch die Umwelt oder durch Lebensmittel aufnehmen.
Auch weiß man noch zu wenig darüber:
- wie Mikroplastik in den Körper gelangt,
- wie es sich dort verteilt,
- wie lange es im Körper bleibt,
- und welche genauen Wirkungen es hat.
Darum kann man bisher nicht sicher sagen, ob bestimmte Krankheiten durch Mikroplastik verursacht werden. Bei einigen Erkrankungen wurde bei den Patientinnen und Patienten höhere Mengen an Mikroplastik als bei Gesunden nachgewiesen. Hierbei ist jedoch ungewiss, ob dies durch die Erkrankung bedingt ist oder ob Mikroplastik die Empfindlichkeit für diese Erkrankung steigert. Es fehlen auch große Studien, die untersuchen, ob Menschen mit mehr Mikroplastik im Körper häufiger krank werden.
Ein weiteres Problem ist, dass Mikroplastik sehr unterschiedlich sein kann (zum Beispiel in Größe, Form oder Zusammensetzung). Das macht die Forschung zusätzlich kompliziert.
Man kann daher die genaue Gefahr von Mikroplastik für die menschliche Gesundheit im Moment noch nicht abschätzen.
Was kann ich selbst tun
Wie Mikroplastik konkret im Körper wirkt, wird gerade erforscht. Ein achtsamer Umgang damit gelingt, indem wir, wo möglich, auf Plastik zu verzichten.[2]
In der Küche helfen Glasbehälter, Mehrwegflaschen und Küchenhelfer aus Holz, um das Plastik zu reduzieren. Im Badezimmer sind feste Seife und mikroplastikfreie Waschmittel gute Alternativen.[5]
- Reduzieren Sie Einweg-Kunststoffe
Vermeiden Sie Plastikflaschen, Plastiktaschen und Plastikverpackungen. - Bevorzugen Sie natürliche Materialien
Glas statt Plastikbehälter oder Holz als Küchenhelfer können unterstützen. - Wählen Sie Lebensmittel bewusst
Achten Sie darauf, woher Ihre Lebensmittel stammen. Bevorzugen Sie Bio-Lebensmittel, die nicht in Plastik verpackt sind
Unter folgender Webseite bekommen Sie weitere Tipps, wie Sie Plastik im Alltag vermeiden: Plastikfrei zuhause
Hier finde ich weitere Informationen
Umweltbundesamt
Das Umweltbundesamt informiert über Mikroplastik und hat die häufigsten Fragen dazu gesammelt.
Downloads
Quellen
Hinweis: Wir weisen Sie ausdrücklich darauf hin, dass die Informationen auf dieser Webseite auf keinen Fall als Ersatz für eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Expertinnen und Experten (zum Beispiel Ärzt*innen, Apotheker*innen, Ernährungsberater*innen, Psycholog*innen etc.) dienen. “Gesund informiert“ ist eine Webseite des Gesundheitsfonds Steiermark und wird ausschließlich aus öffentlichen Mitteln finanziert. Weitere wichtige Informationen finden Sie hier.