Grippe oder grippaler Infekt

Wie erkenne ich den Unterschied?

Eine Person, Grippezellen und ein Thermometer
Wie erkenne ich Fakten statt Fake?
#1 Inhalte sind neutral und realistisch
#2 Quellen sind ersichtlich
#3 Autor*in ist angegeben
Redaktion: Bianca Heppner, MPH (Master in Public Health) und Anja Mandl, BA MA (Bachelor und Master in Gesundheitsmanagement)
Zuletzt geändert am: 07.04.2025
Nächste geplante Überarbeitung: 2028

Grippe oder grippaler Infekt? Im Alltag sprechen wir oft von „Grippe“, meinen aber eigentlich eine „Erkältung". Deswegen werden die beiden Erkrankungen oft miteinander verwechselt. Was sind die Unterschiede? Ist eine Grippe gefährlich und wann sollte man zur Ärztin oder zum Arzt gehen? 

In diesem Beitrag werden häufige Fragen zum Thema Grippe und grippaler Infekt beantwortet. Sie als erwachsene Person erfahren, was Sie selbst tun können, wenn Sie an einer Grippe oder an einem grippalen Infekt leiden und wie Sie sich vor einer Ansteckung schützen. Wir klären über Mythen auf und Sie erfahren, wo Sie Rat und Hilfe sowie weitere Informationen finden. Mit diesen Informationen können Sie sich selbst ein Bild machen, bevor Sie eine Entscheidung für Ihre Gesundheit treffen! 

Überblick

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Man unterscheidet zwischen der Grippe (Influenza) und einem sogenannten grippalen Infekt (Erkältung). [5]
  • Ein grippaler Infekt verläuft meist harmlos und klingt mit oder ohne Behandlung innerhalb von einer Woche wieder ab. [1]
  • Die Grippe (Influenza) ist eine schwere Infektions-Krankheit. Das Risiko für Folge-Krankheiten wie Lungen- oder Herzmuskel-Entzündungen besteht.  [4]
  • Jährlich sterben in Österreich rund 1.000 Personen an einer Ansteckung mit Influenza-Viren. [4]
  • Mit einfachen Hygiene-Maßnahmen können Sie Ihr Ansteckungs-Risiko für grippale Infekte und die Grippe verringern. [3]
  • Sowohl bei grippalen Infekten als auch bei der Grippe können nur die Beschwerden behandelt werden. [3]
  • Gegen Grippe kann man sich impfen lassen.[4]
  • Antibiotika helfen nicht, weil sie nicht gegen Viren wirksam sind. [3]

Häufige Fragen

Was ist eine Grippe?

Die Grippe, auch „Influenza“ genannt, wird durch Influenza-Viren verursacht. Sie breitet sich von Mensch zu Mensch aus und wird vor allem durch Tröpfchen übertragen, zum Beispiel über Niesen oder Husten. Eine Ansteckung kann aber auch durch die Berührung von Gegenständen erfolgen (=Schmierinfektion). [4]

Wenige Stunden bis drei Tage nach der Ansteckung können folgende Krankheitszeichen auftreten: [4]

  • Fieber
  • Halsschmerzen
  • Schnupfen
  • trockener Husten
  • Müdigkeit
  • Kopf- und/oder Muskelschmerzen

Bei einer Grippe besteht das Risiko für schwere Folge-Krankheiten wie Lungen- oder Herzmuskel-Entzündungen. [4]

Fast jedes Jahr kommt es auch in Österreich in den Herbst- und Wintermonaten zu einer Grippewelle, bei der sich 5 bis 15 Prozent der Bevölkerung anstecken und viele Menschen erkranken. Jährlich sterben rund 1.000 Personen in Österreich an einer Ansteckung mit Influenza-Viren. [4]

Was ist ein grippaler Infekt?

Ein grippaler Infekt, auch „Erkältung“ oder „Verkühlung" genannt, ist in der Regel harmlos. Eine Erkältung kann von verschiedenen Viren verursacht werden und kommt in der kalten Jahreszeit häufig vor. [1]

Beschwerden wie Husten, Halsschmerzen und eine laufende Nase können lästig sein. Bei einer starken Erkältung fühlt man sich oft auch schlapp und krank. Meist klingt eine Erkältung nach etwa ein bis zwei Wochen von selbst wieder ab. Eine Behandlung mit Medikamenten ist meist nicht nötig. Sie können aber helfen, die Beschwerden etwas zu lindern. [1]

Wie kann ich eine Grippe von einem grippalen Infekt unterscheiden?

Ein grippaler Infekt beginnt langsam und ist durch folgende Symptome gekennzeichnet: [5]

  • Schnupfen (laufende oder verstopfte Nase)
  • Niesen
  • Husten
  • Halsschmerzen
  • manchmal auch Müdigkeit, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen
  • gar kein oder leichtes Fieber

Typisch für eine Grippe ist der plötzliche Beginn mit folgenden Beschwerden: [5]

  • Kopf- und Halsschmerzen
  • Gelenks- und Muskelschmerzen
  • Schüttelfrost
  • starkes Krankheitsgefühl
  • starke Müdigkeit
  • Husten, Schnupfen
  • Appetitlosigkeit

Die Übersicht des Öffentlichen Gesundheitsportal Österreichs stellt die jeweiligen Kennzeichen eines grippalen Infekts der „echten“ Grippe gegenüber. Die Tabelle dient lediglich der Übersicht. Die Diagnose kann nur eine Ärztin oder ein Arzt stellen. [5]

Wie kann ich eine Grippe oder einen grippalen Infekt von einer Covid-19-Infektion unterscheiden?

Auch eine Infektion mit dem Corona-Virus (SARS-CoV-2) kann ähnliche Beschwerden verursachen. [10]  

Da die Beschwerden im Einzelfall keine sichere Diagnose erlauben, sollten Sie Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt anrufen oder das Gesundheitstelefon unter der Telefon-Nummer 1450 anrufen.

Was kann ich selbst tun

Das können Sie bei einer Grippe oder Erkältung selbst tun [11]

  • Schonen Sie sich, bis es Ihnen wieder gut geht.
  • Trinken Sie ausreichend.
  • Rauchen Sie nicht!
  • Sie können probieren, ob Hausmittel Ihnen helfen oder gut tun. Oft fehlen aber die wissenschaftlichen Nachweise für die Wirkung von Hausmitteln.

So schützen Sie sich vor einer Ansteckung mit der Grippe oder einem grippalen Infekt

Waschen Sie sich regelmäßig und gründlich die Hände mit Wasser und Seife. [4]

  • Husten und niesen Sie in die Armbeuge oder in ein Taschentuch. [11]
  • Vermeiden Sie Berührungen der Augen, der Nase oder des Mundes. [1]
  • Werfen Sie benutzte Taschentücher weg. [11]
  • Lüften Sie Innenräume regelmäßig. [11]
  • Die Schutzimpfung kann vor einer Grippe-Erkrankung schützen. [11]

Video

Erklärvideo Fieber mit Dr. Brodnig

Ab wann spricht man von Fieber? Wann soll man zum Arzt bzw. zur Ärztin gehen?
Dr. Brodnig beantwortet diese Fragen im Video und erklärt, warum man Fieber bekommt und was man beim Fiebermessen beachten sollte.

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Mythen

Wahr oder falsch?

Mythos 1: Eine Erkältung oder Grippe kann man mit Antibiotika behandeln.

Das stimmt nicht. Antibiotika wirken nur gegen Bakterien. Viele Infektionen werden aber durch Viren ausgelöst. Antibiotika wirken bei Viren nicht. Mehr Infos zur richtigen Anwendung von Antibiotika finden Sie hier. [8]

Mythos 2: Homöopathische Mittel können Erkältungs-Krankheiten bei Kindern vorbeugen und lindern.

Das ist ein Irrtum. Wissenschaftliche Studien kamen zu dem Ergebnis, dass Homöopathie nicht gegen Erkältungen bei Kindern wirkt. Die Begründung können Sie hier nachlesen. [2]

Mythos 3: Wenn ich Vitamin C nehme, bekomme ich keine Erkältung oder Grippe.  

Falsch. Die vorbeugende Einnahme von Vitamin C kann grippale Infekte oder eine Grippe nicht verhindern. Auch wenn Sie bereits eine Erkältung haben, kann Vitamin C die Erkrankung wahrscheinlich nicht bessern. Wer vorbeugend Vitamin C nimmt, ist zwar im Falle einer Erkältung wahrscheinlich etwas kürzer krank, der Effekt ist allerdings klein: Bei einer durchschnittlichen Dauer von sieben Tagen würde das Vitamin C für eine Verkürzung um einen halben bis maximal einen Krankheits-Tag sorgen. Mehr Infos können Sie hier nachlesen. [9]

Hier finde ich weitere Informationen

Erkältung

Die Webseite Gesundheitsinformation.de informiert über Symptome, Ursachen und Verlauf von Erkältungen und zeigt einfache Maßnahmen, wie Sie sich vor einer Ansteckung schützen können.

Grippe (Influenza)

Das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz informiert auf der Webseite über die wichtigsten Fakten zur Grippe.

Händewaschen

Die Hände sind die häufigsten Überträger von Krankheits-Erregern. Hier erfahren Sie, wie Sie richtig Ihre Hände waschen.

Influenza (Grippe) & grippaler Infekt (Erkältung)

Informationen zur Diagnose, Behandlung und Vorbeugung finden Sie auf GESUNDheit.gv.at – Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs.

Medikamenten-Anwendung

Antibiotika gehören zu den wichtigsten Entdeckungen in der Medizin: Sie bekämpfen Bakterien und können lebensbedrohliche Infektions-Krankheiten wie etwa Lungenentzündungen heilen. Wie Sie Antibiotika richtig anwenden, erfahren Sie hier.

Quellen

Hinweis: Wir weisen Sie ausdrücklich darauf hin, dass die Informationen auf dieser Webseite auf keinen Fall als Ersatz für eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Expertinnen und Experten (zum Beispiel Ärzt*innen, Apotheker*innen, Ernährungsberater*innen, Psycholog*innen etc.) dienen. “Gesund informiert“ ist eine Webseite des Gesundheitsfonds Steiermark und wird ausschließlich aus öffentlichen Mitteln finanziert. Weitere wichtige Informationen finden Sie hier.

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