Gesundheitsbericht Steiermark

Wie gesund sind die Steirerinnen und Steirer?

Eine Berichtmappe auf der ein medizinische Versorgung- Plus abgebildet ist und die Jahreszahl 2020.
Wie erkenne ich Fakten statt Fake?
#1 Inhalte sind neutral und realistisch
#2 Quellen sind ersichtlich
#3 Autor*in ist angegeben
Redaktion: Bianca Heppner, MPH (Master in Public Health) und Anja Mandl, BA MA (Bachelor und Master in Gesundheitsmanagement)
Zuletzt geändert am: 26.11.2021
Nächste geplante Überarbeitung: 2024

In der Gesundheitsberichterstattung wird abgebildet, wie gesund die Steirerinnen und Steirer sind und was sie tun, damit sie gesund bleiben. Die gute Nachricht: Die Steirerinnen und Steirer dürfen sich über eine gute und steigende Lebenserwartung freuen. Nicht alle verbringen ihre Lebensjahre jedoch bei guter Gesundheit. Viele Menschen in der Steiermark sind zu dick, bewegen sich zu wenig und leiden unter psychischen Belastungen.

In diesem Beitrag werden häufige Fragen zur Gesundheitsberichterstattung für die Steiermark beantwortet. Sie erfahren, was Sie selbst tun können und wie Sie die Daten für Ihre Fragen individuell nutzen. Wir klären über die Fakten zur Gesundheit der Steirerinnen und Steirer auf und Sie erfahren, wo Sie Rat und Hilfe sowie weitere Informationen finden.

Überblick

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Der Gesundheitszustand und das Gesundheitsverhalten der Steirerinnen und Steirer wird in der Gesundheitsberichterstattung dargestellt.
  • Seit vielen Jahren steigt die Lebenserwartung: Steirische Männer werden durchschnittlich 80 Jahre alt und steirische Frauen werden sogar knapp 85 Jahre alt.
  • Weniger erfreulich ist die Tatsache, dass nur rund 63 Jahre bei Männern beziehungsweise 62 Jahre bei Frauen in guter Gesundheit erlebt werden.
  • Die steirischen Gesundheitsziele setzen hier an. Ziel ist es, allen Menschen in der Steiermark ein möglichst gutes gesundheitliches Umfeld zu bieten und das Bewusstsein der Steirerinnen und Steirer für ihre eigene Gesundheit zu stärken.

Podcast

Folge #5 Der Gesundheitsbericht 2020: Wie gesund sind die Steirerinnen und Steirer?

Alle fünf Jahre gibt es einen neuen Gesundheitsbericht für die Steiermark. Im Gesundheitsbericht wird anhand von Daten abgebildet, wie gesund die Steirerinnen und Steirer sind und was sie tun, damit sie gesund bleiben.

Gast: Dr.in Birgit Gossar-Summer, Gesundheitsfonds Steiermark

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Häufige Fragen

Was ist die Gesundheitsberichterstattung?

In der Gesundheitsberichterstattung werden der Gesundheitszustand und das Gesundheitsverhalten der Steirerinnen und Steirer dargestellt. Also wie gesund die Menschen sind und was sie tun, um gesund zu bleiben beziehungsweise nicht krank zu werden.

Die vielen Daten und Analysen sind für den Gesundheitsfonds Steiermark eine wichtige Grundlage, um neue Strategien und Programme zur Förderung der Gesundheit und zur Gesundheitsversorgung zu planen oder umzusetzen.

Warum gibt es die Gesundheitsberichterstattung?

Mit den Zahlen und Daten bekommt man einen guten Überblick über die Entwicklung der Bevölkerung (Demografie) sowie über Gesundheit und Krankheit der Steirerinnen und Steirer. Daraus kann der Gesundheitsfonds Steiermark ableiten, ob die Gesundheitsziele erreicht werden.

Was sind Gesundheitsziele?

Die Gesundheitsziele bilden die Grundlage für die Gesundheitsversorgung und die Gesundheitsförderung in der Steiermark.

Die Gesundheitsziele sollen die Steirerinnen und Steirer dabei unterstützen, möglichst lange gesund zu bleiben – körperlich, seelisch und sozial. Sie orientieren sich an den Stärken und Ressourcen der Menschen, damit sie Verantwortung für ihre eigene Gesundheit wahrnehmen können.

Weitere Informationen zu den Gesundheitszielen finden Sie hier.

Welche Gesundheitsziele gibt es?

Die steirischen Gesundheitsziele gibt es seit 2007. Im Jahr 2022 wurden sie aktualisiert und es wurde überprüft, wie gut die Ziele erreicht wurden und ob sich der Gesundheitszustand der Steirer*innen verändert hat.

Hier finden Sie die steirischen Gesundheitsziele: https://gesundheitsfonds-steiermark.at/gesundheitsziele-steiermark/

Wie aktuell sind die Daten aus der Gesundheitsberichterstattung?

Alle Ergebnisse in der Gesundheitsberichterstattung werden nach Regionen, nach AlterGeschlechtBildung und im zeitlichen Verlauf abgebildet. Die Daten sind aus dem Jahr 2019 oder früher, je nach Verfügbarkeit. Für bestimmte Themen gibt es auch aktuellere Daten.

Allgemeine demografische Daten werden zum Stichtag 01.01.2020 dargestellt. Aus diesem Grund wird auch auf Fragestellungen rund um die COVID-19-Pandemie in diesem Gesundheitsbericht nicht eingegangen.

Wo kommen die Daten her?

Die Daten in der Gesundheitsberichterstattung kommen sowohl aus allgemeinen Statistiken, wie zum Beispiel Daten der Sozialversicherung, als auch aus Gesundheits-, Unfall- und Todesursachen-Statistiken. Manche Daten kommen aus Befragungen und Umfragen, zum Beispiel der Österreichischen Gesundheitsbefragung oder aus Erhebungen im Gesundheitsbereich.

Hier finden Sie die genauen Datenquellen für die Gesundheitsberichterstattung.

Was versteht man unter "vorzeitiger Sterblichkeit"?

Unter „vorzeitiger Sterblichkeit“ versteht man Todesfälle von erwachsenen Menschen vor dem 70. Lebensjahr. Die vorzeitige Sterblichkeit weist auf gesundheitliche Belastungen und Gesundheits-Risiken hin. Viele dieser Fälle gelten als vermeidbar.

Menschen sterben häufig vor dem 70. Lebensjahr auf Grund von Krebs (39,6 Prozent), gefolgt von Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems (19,3 Prozent) wie zum Beispiel Herzinfarkte.

Zeigt die Gesundheitsberichterstattung Unterschiede im Gesundheitsverhalten von Männern und Frauen?

Der Daten zeigen eine Reihe von Unterschieden im Gesundheitsverhalten von Männern und Frauen:

Frauen in der Steiermark essen mehr Obst als Männer. Frauen essen auch mehr Gemüse. Beim Essen von Fleisch und Wurst ist der Unterschied zwischen Männern und Frauen relativ groß: 84,8 Prozent der Steirer und 61,7 Prozent der Steirerinnen essen mindestens 3 Mal pro Woche Fleisch und Wurst.

Beim Thema Bewegung in der Freizeit zeigt sich, dass Männer etwas mehr Bewegung machen als Frauen. Jedoch bewegen sich beide Geschlechter zu wenig. Die Empfehlung lautet, dass man sich mindestens 2,5 Stunden in der Woche bewegen sollte. Das tut nicht einmal die Hälfte aller Steirerinnen und Steirer.

Deutliche Unterschiede gibt es zwischen den befragten Männern und Frauen beim Thema Alkohol. 14,2 Prozent der Steirer und 3,8 Prozent der Steirerinnen gaben an, mindestens 5 Tage pro Woche Alkohol zu konsumieren. Insgesamt waren es in Österreich 13,2 Prozent der Männer und 3,9 Prozent der Frauen, die täglich Alkohol trinken.

Zahlen und Daten

So gesund sind die Steirerinnen und Steirer

Fakt 1: Die Lebenserwartung der Steirerinnen und Steirer steigt.

Die steirische Bevölkerung wird älter. Die Lebenserwartung der Männer liegt bei 79,5 Jahren. Die Lebenserwartung der Frauen liegt bei 84,7 Jahren. Nicht alle Lebensjahre werden in guter Gesundheit verbracht: Frauen aus der Steiermark können 63,2 Jahre in (sehr) guter Gesundheit erwarten. Männer aus der Steiermark können 61,8 Jahre in (sehr) guter Gesundheit erwarten.

Fakt 2: Immer mehr Menschen in der Steiermark leben allein.

Menschen, die allein leben ("Ein-Personen-Haushalt"), sind häufiger von Einsamkeit betroffen. Das kann die Gesundheit ungünstig beeinflussen. 36,1 Prozent aller Haushalte in der Steiermark sind Ein-Personen-Haushalte. Es leben mehr Frauen als Männer in Ein-Personen-Haushalten (Frauen: 54,1 Prozent, Männer: 45,9 Prozent).

Fakt 3: Die Steirerinnen und Steirer sind besser ausgebildet.

Bildung hat einen sehr hohen Einfluss auf die Gesundheit der Bevölkerung. Das Bildungsniveau der steirischen Bevölkerung ist in den letzten Jahren gestiegen. Der Anteil der Personen mit niedrigem Bildungsstand nimmt ab. Der Anteil der Personen mit höherem Bildungsstand nimmt zu.

Fakt 4: Die Lebensqualität in der Steiermark ist sehr gut.

82,9 Prozent der Steirerinnen und 83,9 Prozent der Steirer stufen ihre Lebensqualität als gut oder sehr gut ein.

Fakt 5: Die Steirerinnen und Steirer bewegen sich zu wenig.

Nur knapp die Hälfte der Steirerinnen und Steirer zwischen 20 und 65 Jahren bewegt sich in ihrer Freizeit in einem gesundheitsförderlichen Ausmaß. 47,0 Prozent der Steirer und 46,1 Prozent der Steirerinnen erfüllen die Bewegungs-Empfehlungen und bewegen sich mindestens 150 Minuten pro Woche. Das sind weniger Personen als im Jahr 2014.

Fakt 6: Viele Steirerinnen und Steirer sind zu dick und essen zu wenig Obst und Gemüse.

15,3 Prozent der Steirerinnen und Steirer sind adipös, das heißt sie sind krankhaft übergewichtig. Insgesamt sind mehr Männer übergewichtig. 47,5 Prozent der Steirerinnen und Steirer haben 2019 täglich mindestens einmal Obst gegessen. Damit liegt die Steiermark unter dem österreichischen Durchschnitt (49,9 Prozent). 49,2 Prozent der Steirerinnen und Steirer essen täglich Gemüse. Beinahe drei Viertel der Steirerinnen und Steirer (73 Prozent) essen 3 bis 7 Mal pro Woche Fleisch und Wurst.

Fakt 7: In der Steiermark wird weniger geraucht.

Der Anteil der Raucherinnen und Raucher ist etwas gesunken. 2019 gaben 22,3 Prozent der Steirer und 18,5 Prozent der Steirerinnen an, täglich Zigaretten zu rauchen.

Fakt 8: Die Steirerinnen und Steirer trinken zu viel Alkohol.

14,2 Prozent der Steirer und 3,8 Prozent der Steirerinnen gaben an, mindestens 5 Tage pro Woche Alkohol zu trinken.

Fakt 9: Die seelische Gesundheit in der Steiermark ist gut.

Mehr als drei Viertel (77,0 Prozent) der befragten Steirerinnen und Steirer gaben an, nie aufgrund von Niedergeschlagenheit, Schwermut oder Hoffnungslosigkeit beeinträchtigt zu sein. 18,9 Prozent der Steirerinnen und Steirer fühlen sich an manchen Tagen niedergeschlagen. 1,4 Prozent fühlen sich beinahe an jedem Tag niedergeschlagen.

Hier finde ich weitere Informationen

Gesundheitsberichterstattung für die Steiermark

Seit 2020 wird die Gesundheitsberichterstattung in Form einer Webseite umgesetzt und die Daten werden bei Bedarf aktualisiert. Sie können gezielt Ihre Abfragen eingeben. Die Daten können beispielsweise nach Alter, Geschlecht und Region abgefragt werden.

Quellen

Hinweis: Wir weisen Sie ausdrücklich darauf hin, dass die Informationen auf dieser Webseite auf keinen Fall als Ersatz für eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Expertinnen und Experten (zum Beispiel Ärzt*innen, Apotheker*innen, Ernährungsberater*innen, Psycholog*innen etc.) dienen. “Gesund informiert“ ist eine Webseite des Gesundheitsfonds Steiermark und wird ausschließlich aus öffentlichen Mitteln finanziert. Weitere wichtige Informationen finden Sie hier.

Quellen

Redaktion: Bianca Heppner, MPH (Master in Public Health) oder Anja Mandl, BA MA (Bachelor und Master in Gesundheitsmanagement)

Expert*innen: Dr.in Birgit Gossar-Summer, MA, Gesundheitsfonds Steiermark

Ärztliches Review: Dr.in Eva Wolfbauer

Bei der Erstellung dieser Gesundheitsinformation lagen keine Interessenskonflikte der Autor*innen vor.

Die Gefahr, dass Interessen der Expert*innen, die Inhalte beeinflussen, wird verringert, indem Interessenkonflikte strategisch abgefragt und bei Bestehen veröffentlicht werden. Informationen zur Strategie im Umgang mit Interessenskonflikten finden Sie im Methodenpapier.

Gesundheitsbericht für die Steiermark 2020:
Gesundheitsfonds Steiermark, https://gesundheitsbericht-steiermark.at/
Der Gesundheitsbericht wurde vom Gesundheitsfonds Steiermark herausgegeben und von der EPIG GmbH – Entwicklungs- und Planungsinstitut für Gesundheit ausgearbeitet.

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Schreiben Sie uns per E-Mail an gesund-informiert@gfstmk.at