Angst
Schutz vor Gefahr oder Krankheit?
Angst ist ein normales Gefühl. Sie schützt uns vor Gefahren und hilft uns, richtig zu reagieren. [3] Übermäßig starke Angst kann unseren Alltag aber einschränken und auf eine Angsterkrankung hinweisen. [3]
In diesem Beitrag werden häufige Fragen zum Thema Angst beantwortet. Sie als gesunde erwachsene Person erfahren, was Sie selbst tun können, um einer Angststörung vorzubeugen und Betroffene zu unterstützen. Sie erfahren, wo Sie Rat und Hilfe und weitere Informationen finden. Mit diesen Informationen können Sie sich selbst ein Bild machen, bevor Sie eine Entscheidung für Ihre Gesundheit treffen!
Überblick
Das Wichtigste auf einen Blick
- Angst ist ein normales Gefühl, das uns hilft, Gefahren zu erkennen. [3]
- Bei einer Angststörung haben Menschen in eigentlich ungefährlichen Situationen Angst. Oft wird die Angst übermächtig. [2]
- Es gibt unterschiedliche Arten von Angststörungen. [3]
- Etwa 5 von 100 Menschen erkranken im Laufe ihres Lebens an einer generalisierten Angststörung. [1]
Podcast
Folge #90 Gesund informiert mit Omid Amouzadeh: Ist meine Angst noch normal?
In dieser Folge erklärt der Psychiater Omid Amouzadeh, warum Angst manchmal Sinn macht, manchmal aber auch unbegründet ist. Außerdem zeigt er auf, wie man lernt mit Angst umzugehen, wie man als Angehöriger reagieren kann und ab wann man Hilfe holen sollte.
Podcast-Ausschnitte
Hören Sie kurz in die Folge hinein!
Teil 1: Wie reagiert man richtig auf Angst?
Teil 2: Was hilft gegen Angstgefühle?
Teil 3: Macht Angst eigentlich Sinn?
Testen Sie Ihr Wissen
Häufige Fragen
Warum haben Menschen Angst?
Angst warnt uns normalerweise vor Bedrohungen oder Gefahren. [2] Wenn wir Angst haben, ist unser Körper in Alarmbereitschaft [1] und hilft uns so, richtig zu reagieren. Wenn die Bedrohung vorbei ist, verschwindet normalerweise auch die Angst wieder. [2] Angst ist also ein normales Gefühl, das uns vor Gefahren schützt und uns hilft, diese zu vermeiden. [3]
Was ist eine Angststörung?
Bei einer Angststörung tritt die Angst in eigentlich ungefährlichen Situationen auf. [2] Die Angst kann verschiedene Bereiche des Lebens betreffen [1] und wird übermächtig. [2] Betroffene erleben psychische und körperliche Beschwerden und wissen oft, dass die Angst unbegründet ist. Sie können das Gefühl aber nicht kontrollieren. [2]
In folgendem Video erfahren Sie mehr über Angststörungen:
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Welche unterschiedlichen Angststörungen gibt es?
Generalisierte Angststörung:
Bei dieser Form der Angststörung kommt es zu andauernder Angst. Diese betrifft oft den Alltag und die Zukunft. [3] Typisch sind ständige Sorgen und Unruhe. Hier lesen Sie, wie sich eine generalisierte Angststörung anfühlen kann.
Panikstörung:
Bei einer Panikstörung tritt die Angst in Form von plötzlichen Attacken auf (Panikattacke). [3] Die Panikattacken haben oft keinen direkten Auslöser. Panikattacken merkt man auch körperlich. Zum Beispiel können Schwindel, Herzrasen, Atemnot oder das Gefühl zu ersticken auftreten. [4] Hier lesen Sie mehr zur Panikstörung.
Sozialphobie:
Bei einer Sozialphobie haben Betroffene Angst vor dem Zusammentreffen mit anderen Menschen. [3] Betroffene fürchten sich davor, von anderen Menschen als peinlich, merkwürdig oder lächerlich empfunden zu werden. [5] Mehr zur Sozialphobie lesen Sie hier.
Spezifische Angststörungen:
Hier haben Menschen Angst vor ganz konkreten Dingen oder Tatsachen [3], zum Beispiel:
- Höhenangst
- Angst vor Dunkelheit
- Angst vor bestimmten Tieren (Spinnen, Schlangen, etc.)
- Prüfungsangst
- Flugangst
- und viele weitere
Welche Behandlungen gibt es?
Folgende Behandlungen können bei Angststörungen helfen [1]:
- Psychotherapie: Damit können Betroffene lernen, Gedanken und Ängste zu steuern.
- Entspannungstechniken: Zum Beispiel autogenes Training oder Atemübungen.
- Medikamente: Es gibt verschiedene Medikamente, die helfen können.
- Selbsthilfe: Der Austausch mit anderen Betroffenen kann ebenso hilfreich sein.
Was kann ich selbst tun
Wie kann ich Anspannung und Stress im Alltag reduzieren?
Es kann helfen, Anspannung und Stress im Alltag zu verringern.[6] Folgende Tätigkeiten können dabei helfen:
- Entspannungstechniken lernen und anwenden [6]
- Sport und Bewegung [6]
- Yoga, Meditation oder Achtsamkeitsübungen [6]
- Ein gesunder Lebensstil: ausgewogene Ernährung, genügend Schlaf, wenig oder kein Alkohol, nicht Rauchen [6]
- Wenn Sie Konflikte mit Mitmenschen haben, kann es helfen, dies aktiv anzusprechen und zu klären. [6]
- Achten Sie auf Ihre eigenen Grenzen der Belastbarkeit und nehmen Sie diese ernst. [6]
Wann brauche ich professionelle Hilfe?
Sie sollten sich professionelle Hilfe holen, wenn eine oder mehrere der folgenden Aussagen auf Sie zutreffen: [6]
- Mehr als die Hälfte des Tages denke ich über meine Ängste nach.
- Meine Lebensqualität ist durch die Angst eingeschränkt.
- Meine Ängste machen mich immer depressiver.
- Ich habe bereits an Suizid gedacht.
- Ich trinke Alkohol, nehme Drogen oder Tabletten, um damit meine Ängste zu bekämpfen.
- Meine Arbeit und/oder meine Partnerschaft sind durch meine Ängste in Gefahr.
Was kann ich als Angehörige oder Angehöriger tun?
So können Sie als Angehörige/r unterstützen:
- Informieren Sie sich über Angststörungen. So können Sie das Verhalten der betroffenen Person besser verstehen und darauf reagieren.[7]
- Motivieren Sie den oder die Betroffene, zu einem Arzt oder einer Ärztin bzw. zu einem Therapeuten oder einer Therapeutin zu gehen. [7]
- Unterstützen Sie die betroffene Person beim Erreichen der Therapieziele. Wenn der Therapeut oder die Therapeutin zum Beispiel dazu rät, sich den Angstsituationen auszusetzen statt sie zu vermeiden, dann unterstützen Sie Ihren Angehörigen dabei. [7]
- Suchen Sie sich selbst Unterstützung. Das Zusammenleben mit einer betroffenen Person kann anstrengend sein. Es gibt aus Selbsthilfegruppen für Angehörige. Dort können sie sich austauschen. [7]
Ein Beispiel
Im Video erzählt Claudia Schiller von Ihrer Angsterkrankung.
Jeder Mensch findet seinen eigenen Umgang mit der Krankheit. Dieser Film ist ein persönlicher Erfahrungsbericht und stellt keine Empfehlung dar.
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Mythen
Mythos 1: Ashwagandha hilft gegen Angststörung.
Wissenschaftliche Belege fehlen. Bisherige Studien sind wenig aussagekräftig, weil sie schlecht durchgeführt wurden. Die bisherige Forschung kann eine angstlindernde Wirkung von Ashwagandha nicht belegen.[8] Mehr dazu lesen Sie bei Medizin Transparent.
Mythos 2: Der Extrakt der Passionsblume wirkt beruhigend.
Dafür gibt es keine wissenschaftlichen Belege. Studien, die eine beruhigende Wirkung der Passionsblume untersucht haben, sind nicht aussagekräftig und weisen große Mängel auf. [9] Ob der Extrakt der Passionsblume bei Angststörungen helfen kann, ist unerforscht. [9] Mehr dazu lesen Sie hier.
Zahlen und Daten
Rat und Hilfe
Wenn Sie glauben, an einer Angststörung zu leiden, nehmen Sie professionelle Hilfe in Anspruch:
- Hausärztin bzw. Hausarzt
Der erste Weg führt zu Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt. Mit der Ärztesuche der Ärztekammer Steiermark finden Sie Ärzt*innen für Allgemeinmedizin in Ihrer Nähe.
- Psychotherapie
Bei Angststörungen kann eine Psychotherapie helfen. Die Plattform Psyche informiert Sie über Psychotherapie an sich und wo Sie Anlaufstellen in der Steiermark finden.
Hier finde ich weitere Informationen
Generalisierte Angststörung
Bei gesundheitsinformation.de finden Sie einen guten Überblick über das Thema „Generalisierte Angststörung“. Hier bekommen Sie genauere Informationen zu Symptomen und Behandlungsmöglichkeiten.
Was ist eine Angststörung?
Auch die Stiftung Gesundheitswissen bietet einen guten Überblick zu diesem Thema. Hier finden Sie auch viele Videos und Erfahrungsgeschichten von betroffenen Menschen und Angehörigen.
Selbsttest Angststörungen
Hier finden Sie einen anonymen Selbsttest. Dieser ist ein Anhaltspunkt. Ob Sie tatsächlich an einer Angststörung leiden, kann nur ein Arzt / eine Ärztin oder ein Psychotherapeut / Psychotherapeutin feststellen.
Downloads
Gute Informationen in anderen Sprachen
Hier finden Sie Informationen zur generalisierten Angststörung in englischer Sprache:
Quellen
Hinweis: Wir weisen Sie ausdrücklich darauf hin, dass die Informationen auf dieser Webseite auf keinen Fall als Ersatz für eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Expertinnen und Experten (zum Beispiel Ärzt*innen, Apotheker*innen, Ernährungsberater*innen, Psycholog*innen etc.) dienen. “Gesund informiert“ ist eine Webseite des Gesundheitsfonds Steiermark und wird ausschließlich aus öffentlichen Mitteln finanziert. Weitere wichtige Informationen finden Sie hier.