Gesundheitsthema

Medikamente einnehmen Was muss ich beachten?

Stand: 

Damit Medikamente richtig wirken und positive Effekte für die Gesundheit haben sind die richtige Auswahl, die Dosierung und die richtige Anwendung von großer Bedeutung. Wann nehme ich also das Medikament ein und sind Wechselwirkungen zu erwarten?

In diesem Beitrag werden häufige Fragen zum Thema Medikamenten-Einnahme beantwortet. Wir klären über Mythen auf und Sie erfahren, wo Sie Rat und Hilfe sowie weitere Informationen finden.

Das Wichtigste auf einen Blick
  • Der Beipackzettel (=Gebrauchsinformation) enthält wichtige Informationen zur Wirkung, richtigen Anwendung, Dosierung und möglichen Nebenwirkungen eines Medikaments.
  • Lesen Sie Ihren Beipackzettel aufmerksam durch. 
  • Nur wenn das Medikament exakt nach den Vorschriften eingenommen wird, wirkt es optimal. 
  • Erstellen Sie einen Plan, wenn Sie mehrere Medikamente einnehmen müssen.
  • Wenn Sie an einer chronischen Erkrankung leiden oder bereits Medikamente einnehmen, sollten Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt beziehungsweise Ihre Apothekerin oder Ihren Apotheker darüber informieren.
  • Es kann sein, dass es bei der gleichzeitigen Einnahme von mehreren Medikamenten zu Wechselwirkungen kommt. Auch bestimmte Lebensmittel und rezeptfreie Medikamente (zum Beispiel Aspirin) können die Wirkung von Medikamenten beeinflussen. 
  • Wenn Sie Medikamente nehmen, sollten Sie keinen Alkohol trinken!

Videos

Gemeinsam mit der Österreichischen Apothekerkammer haben wir die wichtigsten Informationen über den Beipackzettel und die Medikamenten-Einnahme für Sie in kurzen Videos zusammengefasst:


„Warum gibt es einen Beipackzettel?“
In diesem Video informiert Sie die Österreichische Apothekerkammer über den Beipackzettel.


„Entsorgung von Medikamenten“
In diesem Video informiert Sie die Österreichische Apothekerkammer über die Entsorgung von Medikamenten und die Eigenverantwortung bei abgelaufenen Medikamenten.


„Medikamentenliste – Medikationsplan“
In diesem Video informiert Sie die Österreichische Apothekerkammer über die Medikamentenliste und den Medikationsplan.


„Wechselwirkungen“
In diesem Video informiert Sie die Österreichische Apothekerkammer über Wechselwirkungen von Arzneimitteln.


„Eigenverantwortung im Internet“
In diesem Video informiert Sie die Österreichische Apothekerkammer über die Eigenverantwortung von Patientinnen und Patienten im Internet.

Häufige Fragen

Der Beipackzettel wird auch Gebrauchsinformation genannt. Sie finden ihn in der Verpackung. Der Beipackzettel enthält wichtige Informationen zum Medikament. Das sind:

  • Wirkung
  • Richtige Anwendung
  • Dosierung 
  • Nebenwirkungen
  • Warnhinweise

Wirkung: Sie erhalten Informationen über Krankheiten und Symptome, bei denen das Medikament wirkt beziehungsweise gegen die es eingesetzt wird.

Richtige Anwendung: Die richtige und exakte Anwendung ist Voraussetzung dafür, dass das Medikament seine volle Wirkung entfalten kann. Beachten Sie folgende Hinweise:

  • „Vor dem Essen“ bedeutet nicht vor dem ersten Bissen, sondern eine halbe Stunde oder Stunde vor der Mahlzeit.
  • „Zum Essen“ beschreibt die Einnahme während dem Essen. 
  • „Nach dem Essen“ heißt eine halbe Stunde bis Stunde nach der Mahlzeit. 
  • „2-mal täglich“ beschreibt die Einnahme möglichst im 12-Stunden-Abstand.
  • „3-mal täglich“ beschreibt die Einnahme möglichst alle 8 Stunden. 

Dosierung: Sie werden informiert, welche Menge und zu welchem Zeitpunkt Sie das Medikament einnehmen müssen.

Nebenwirkungen: Hier steht alles, was nicht nur bei diesem Medikament, sondern auch bei ähnlichen Medikamenten oder Substanzen jemals als Nebenwirkung aufgetreten ist. Nebenwirkungen können eintreten, müssen aber nicht eintreten. Seien Sie deshalb ehrlich zu sich! Beobachten Sie sich, beobachten Sie Ihren Körper und fragen Sie sich: „Was merke ich davon wirklich?“

Es gibt Nebenwirkungen, die „sehr häufig“, „häufig“, „gelegentlich“, „manchmal“ und „selten“ auftreten können.

„Sehr häufige“ Nebenwirkungen werden von 10 bis 30 Prozent der Menschen, die das jeweilige Medikament einnehmen, wahrgenommen. „Seltene Nebenwirkungen“ treten bei einer Person von einer Million Personen, die das jeweilige Medikament einnehmen, auf.

Das kommt immer auf das Medikament an, das Sie nehmen und darauf, wie schwer die Nebenwirkung ist. Besprechen Sie die Möglichkeiten mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt beziehungsweise Ihrer Apothekerin oder Ihrem Apotheker.

Bei Informationen aus dem Internet ist es oft schwierig einzuschätzen, ob es sich um eine Gute Gesundheitsinformation handelt. Fragen Sie am besten in Ihrer Apotheke nach!

Tipp: Die offiziellen Beipackzettel zu Medikamenten finden Sie auch in der Apotheken-App. Dort finden Sie ebenfalls eine Kurzfassung über wichtige Informationen.

Prinzipiell ja. Jedoch sollten Sie die Einnahme von Medikamenten vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt beziehungsweise Ihrer Apothekerin oder Ihrem Apotheker abklären. Es gibt Medikamente, die für die Zeit der Schwangerschaft geeignet sind, andere wiederum dürfen dann gar nicht eingenommen werden.

Vor allem, wenn Sie mehrere Medikamente einnehmen müssen, ist es sehr sinnvoll, sich einen Medikationsplan erstellen zu lassen. Wenn Sie diesen Plan aktuell halten und Ihre Ärztin oder Ihren Arzt beziehungsweise Ihre Apothekerin oder Ihren Apotheker darüber informieren, können Sie Nebenwirkungen und Wechselwirkungen vermeiden. Auch wenn Sie für eine andere Person Medikamente vorbereiten, hilft ein Medikationsplan dabei, den Überblick zu bewahren.

Auf Alkohol sollten Sie verzichten, wenn Sie Medikamente einnehmen. Hier kann es zu schweren Wechselwirkungen kommen. Diese zeigen sich in Form von Übelkeit, Erbrechen, Schweißausbrüchen, Schwindel bis hin zu einem Kreislauf-Kollaps.

Auch bei privat gekauften, rezeptfreien Medikamenten können Wechselwirkungen mit rezeptpflichtigen Medikamenten auftreten. Zum Beispiel bei Medikamenten zur Blutverdünnung in Kombination mit Aspirin. Oder wenn die Anti-Baby-Pille mit Johanniskraut gemeinsam eingenommen wird. Johanniskraut beschleunigt den Abbau des Wirkstoffs der Pille, wodurch die Wirkung der Pille reduziert wird.

Mythen

Mythos 1: Wenn ich ein Medikament einnehme, kann ich alle Lebensmittel und Getränke konsumieren.

Leider nein. Aufpassen muss man bei Milch oder Milch-Produkten (zum Beispiel Joghurt) und bestimmten Lebensmitteln wie Goji-Beeren, Grapefruit-Saft und Tomaten. Unmittelbar vor oder nach der Einnahme von Medikamenten sollten Sie auch keinen Tee oder Kaffee trinken. Der Grund: Hier können Stoffwechsel-Vorgänge in Gang gesetzt werden, welche die Aufnahme von Wirkstoffen im Körper entweder beschleunigen oder hemmen. Im ersten Fall haben Medikamente eine verstärkte oder längere Wirkung. Im zweiten Fall haben Medikamente weniger oder eine kürzere Wirkung. Bestimmte Medikamente, wie zum Beispiel Antibiotika, sollten grundsätzlich nicht zusammen mit Lebensmitteln eingenommen werden. 


Mythos 2: Ich kann die Dosis eines Medikaments auch ohne die Ärztin oder den Arzt selbst bestimmen.

Das sollten Sie auf keinen Fall tun! Wenn Sie die Dosis eines Medikaments ohne ärztliche Verordnung verändern, kann das die Wirkung beeinflussen und im schlimmsten Fall sogar die Gesundheit gefährden. Das gilt auch für das vorzeitige Absetzen eines Medikaments. Die Einnahme kann nur Ihre Ärztin oder Ihr Arzt verändern. Die verordnete Behandlung kann dabei von den Angaben in der Gebrauchsinformation des Medikaments abweichen, da Ärzt*innen eine individuelle Therapie verordnen können.


Mythos 3: Rezeptfreie Medikamente sind ungefährlich, die kann ich immer nehmen.

Das stimmt nicht. Auch rezeptfreie Produkte, wie zum Beispiel Kopfschmerz-Tabletten, homöopathische Mittel oder Nahrungs-Ergänzungsmittel können Wechselwirkungen mit Arzneimitteln verursachen. Besprechen Sie die gleichzeitige Einnahme solcher Produkte vorab mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt beziehungsweise mit Ihrer Apothekerin oder Ihrem Apotheker. Weitere Informationen finden Sie hier.

Rat und Hilfe

Wenn Sie Fragen zu Medikamenten und Arzneimitteln, deren Anwendung und Wirkung haben, wenden Sie sich am besten direkt an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt beziehungsweise Ihre Apothekerin oder Ihren Apotheker! Diese klären Sie gerne umfassend über das Medikament auf.  


e-Medikation
Alle Medikamente auf einen Blick: dafür sorgt die e-Medikation, eine Funktion der Elektronischen Gesundheitsakte (ELGA). Sie steht österreichweit in Apotheken, Kassenordinationen und öffentlichen Krankenhäusern zur Verfügung. Durch die e-Medikation sieht Ihre Ärztin oder Ihr Arzt, welche Medikamente Sie einnehmen oder sich in der Apotheke abgeholt haben. Damit können unerwünschte Wechselwirkungen überprüft werden. Ebenso kann vermieden werden, dass Ihnen Medikamente von verschiedenen Ärzt*innen doppelt verschrieben werden. Sie können über das ELGA-Portal Ihre e-Medikation einsehen.

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