Folge #51 Künstliche Intelligenz: Ist ChatGPT die Ärztin bzw. der Arzt von morgen?
Alle reden von Künstlicher Intelligenz, ChatGPT und Co. Richtig spannend wird es in Zusammenhang mit Fragen zur Gesundheit. Wird Künstliche Intelligenz bereits im Gesundheitsbereich angewandt, worauf müssen Sie achten und wie ist das mit Vertrauen und Kontrolle?
In der Folge #51 des „Gesund informiert”-Podcast erfahren Sie, wie Sie die Künstliche Intelligenz nutzen können, warum Sie immer den Hausverstand einschalten sollten und was KI mit Steinen zu tun hat.
Gast:
Christoph Holz, KI-Experte und Informatiker
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Text for the episode
Künstliche Intelligenz soll uns von allem befreien, ähm was uns Zeit kostet, was anstrengend ist, was langweilig ist, was wir Fehler machen könnten.
Willkommen bei Gesund informiert, deinem Podcast, der Gesundheit verständlich macht. Bianca und Anja bringen Licht in den Dschungel der Gesundheitsinformationen mit wissenschaftlich gesicherten Infos, hilfreichen Tipps und spannenden Interviewgästen. Bist du immer gesund informiert.
Alle reden ja von künstliche Intelligenz, ChatGPT und Co. Wird künstliche Intelligenz schon im Bereich Gesundheit angewandt? Kann ich hier vertrauen und worauf muss ich eigentlich achten? Ehrlich, ich habe keine Ahnung. Also umso schöner, dass sich heute ein echter Experte zum Thema KI Zeit genommen hat. Christoph Holz ist Digitalisierungsexperte. Er ist Informatiker, Raumfahrttechniker, Podcaster. Er ist immer wieder mit Vorträgen in der Steiermark unterwegs. Lieber Christoph, schön, dass du dir Zeit nimmst und herzlich willkommen bei unserem Podcast.
Bianca, vielen Dank für die Einladung. Freut mich total,
lieber Christoph, also bitte bring Licht in mein Dunkel. Ähm alle reden ja von künstliche Intelligenz, ChatGPT und Co. Was ist denn damit eigentlich gemeint?
Na ja, künstliche Intelligenz bleibt ewig das, was nicht funktioniert. Du erinnerst dich vielleicht an die ersten großen Taschenrechner, die wir gehabt haben. Rechengehirne. Ja, vor 30 Jahren ungefähr hat Deep Blue den Kasparov den Schachweltmeister geschlagen im Schach. Das war damals der Höhepunkt der künstlichen Intelligenz. Heute nennen wir das Schachcomputer. Künstliche Intelligenz ist das schon lange nicht mehr. Die neueste Welle der künstlichen Intelligenz, die gerade über uns herschwappt, das ist generative künstliche Intelligenz. Und das gibt's erst seit 2017 oder so. Das sind jetzt wirklich Systeme, die wirken wie ja wie Außerirdische, wie ein nichtmenschliches System, das plötzlich mit mir spricht. Und jeder, der ChatGPT noch nicht ausprobiert hat, das geht gratis. Man braucht das nur danach suchen, dann kann man Fragen stellen. Man kann aber auch darum bitten, die 80-jährige Großmutter, die in Graz geboren ist, dafür ein Geburtstagsgedicht zu verfassen und zwar im Stil von Donald Duck. Sogar das kann dieses System total überraschend. Niemand hat damit gerechnet, dass es so gut wird. Nicht einmal wir Informatiker.
Du jetzt aber eine Verständnisfrage, ich kann ja auch Google äh befragen und sagen Gedichte für meine 80-jährige Omi, wo ist denn da der Unterschied?
Da wird es richtig darauf angepasst. Das heißt, ich beschreibe meine Omi, ich sage, was sie sonst noch tut, was sie für Haare hat und dass sie total gern Gitarre spielt und mit dem Motorrad durch den Hühnerstall fährt und was sie eben sonst noch alles tut, was meine Oma ganz speziell macht und dann bekomme ich genau das passende Geburtstagsgedicht zu ihrem Geburtsort zu allem, was sie erlebt hat. Also die künstliche Intelligenz, die ist jetzt plötzlich in der Lage, wirklich den Kontext richtig zu verarbeiten, richtig so zu tun, ja, so zu tun, als wäre sie ein Mensch. Kaum mehr zu unterscheiden.
Aber weil du gesagt hast, ChatGPT, finde ich denn das in den Suchmaschinen oder wie kann ich denn überhaupt auf die künstliche Intelligenz stoßen?
Es gibt natürlich viele davon. Eine Menge sind versteckt. Die verstecken sich zum Beispiel hinter Siri oder Alexa oder solchen Sprachassistenten. Es gibt auch schon eine künstliche Intelligenz, du hast ja die Google Suche angesprochen, auch die Google Suche verwendet schon eine künstliche Intelligenz, um nämlich das Ranking zu machen der zehn besten Suchergebnisse. Bei Google weiß kein Mensch, warum etwas an die erste Stelle kommt und nicht an die zweite oder warum es vielleicht an der dritten Stelle ist. Das wird bereits eigenständig von einer KI entschieden, was für mich als Suchergebnis am besten passt. Es ist also schon lange da, diese neue künstliche Intelligenz, die stellt mir eben die Informationen wirklich ganz individuell zusammen.
Mhm. Dann machen wir es vielleicht gleich konkret mit dem Beispiel aus dem Gesundheitsbereich, was jeder kennt. Ich habe Kopfweh. Äh, wie gehe ich es denn an?
Ja, dann würde ich vorschlagen, ich tippe OpenAI ein oder ChatGPT und dann kriege ich so eine Suchzeile. Das kenne ich wie bei Google, schaut es im Grunde genommen aus. Bei Google ist die Zeile oben, wo ich das einfülle. Bei ChatGPT ist das unten und dann schreibe ich da mal rein. Ja, ich habe seit einigen Tagen stechende Kopfschmerzen im Hinterkopf. Außerdem war ich vorgestern Rudern und ich bin gestürzt. Was könnte es sein? Ja, oder ich sag, ja, das ist ein drückender Kopfschmerz. Jedes halbe Jahr passiert mir das äh und nach normalerweise 5 Stunden geht es weg und dann würde ChatGPT zuerst mal warnen. Würde sagen, ja, ich weiß zwar vieles über Medizinisches, aber da bin ich noch nicht ganz so zuverlässig und das stimmt auch. Was soll ChatGPT nicht alles glauben? Ähm und dann würde es Vorschläge machen, was man denn tun könnte. Man könnte vielleicht eine Tablette nehmen, Wasser trinken oder was hätte jeweils passt. Und meistens ist aber auch der Vorschlag dabei und übrigens, ich bin kein Mediziner, bitte besuchen Sie einen Arzt.
Mhm. Okay. Ähm darauf gehen wir vielleicht eh noch ein bisschen später ein jetzt, wie vertrauenswürdig äh die künstliche Intelligenz ist. Du hast vorher gesagt, das ist kostenfrei. Ich brauche dafür nicht zu bezahlen für diese Empfehlungen, die mir die künstliche Intelligenz liefert.
Ja, es gibt allerdings auch Bezahlservices. Die Firma möchte auch von was leben. Allerdings ist es so, dass die Qualität der Informationen in der bezahlten Version nicht direkt besser wird, sondern ähm es wird äh die Qualität der Formulierung besser. Ich kann mehr Daten formulieren, die Informationen sind aktueller, die ich dort abrufen kann. Man muss es natürlich verstehen. Auch die geben eine Menge Geld aus für die Entwicklung dieser Systeme und müssen natürlich auch was verdienen. Die kostenpflichtige Version, das sind 20 ca. 20 € zahle ich im Monat dafür und ich könnte heute schon nicht mehr ohne das arbeiten. Wenn ich eine Einladung bekomme per E-Mail und mir keine Ausrede einfällt, warum ich eigentlich dort nicht hingehe. ChatGPT schreibt mir eine freundliche Absage. Ich brauche das jeden Tag.
Oh Gott, da bin ich sehr froh, dass du unsere Einladung angenommen hast und ich von dir bekommen habe, weil du gesagt hast schreiben äh könnte ich nur ich nur schreiben, kann ich auch sprechen oder was gibt's denn für Möglichkeiten, wenn ich jetzt nicht unbedingt das Zehnfingersystem optimal beherrsche?
Ja, das ist ein wenig wie Siri und ich muss dazu sagen, Siri wird relativ bald. Damit rechnen wir heuer noch, dass Siri ungefähr das Gleiche kann oder der entsprechende Chatbot von Samsung auf Android oder die Google Suche und mit den Systemen kann ich heute schon sprechen und das geht auch mit ChatGPT, das waren heute nur einfach die ersten, deswegen nehmen wir es gern als Beispiel her und ich kann es mir dann auch vorlesen lassen, wo es da herauskommt.
Und was ist, wenn ich jetzt im schönsten Storsteirisch heißt das bei uns so schön spreche, weiß mich da die künstliche Intelligenz mit Dialekten?
Also, ich bin ja Tiroler, äh das hört man nicht so äh weil das kann ich nur zu Hause mit meinen Freunden sprechen und ich fürchte, noch ist ChatGPT hier überfordert. Aber die gute Nachricht, ChatGPT spricht bereits Suaheli und viele andere sehr seltene Sprachen. Darauf wurde es explizit äh trainiert, damit diese Sprachen nämlich konserviert werden. Dank ChatGPT wird keine Sprache mehr aussterben, werden wir Sprachen noch sprechen können, wenn der letzte natürliche Sprecher schon längst gestorben ist. Storsteirisch kommt also bald dazu.
Mhm. Sehr gut. Äh und wie ist es denn, das ist jetzt nicht unbedingt Steirisch, aber das sind so Umgangsfloskeln, so was wie mir "irheppert der Schädel." Kann das äh die künstliche Intelligenz schon zuordnen?
Sie würde vermutlich. Ja, das habe ich jetzt nicht ausprobiert. Äh sie würde vermutlich nachfragen, was soll denn das bedeuten, bitte? Und da muss man sich halt noch einmal Mühe geben. Aber mit jeder Frage, die wir stellen, lernt ChatGPT dazu. Das heißt, die Fragen, die finden wieder Eingang in das sogenannte Training. Die künstliche Intelligenz, so wie wir heute auch, ja, ist ja auch nur ein Mensch, wenn man so will, muss auch lernen, muss trainieren, muss üben und alles, was wir eingeben, davon lernt ChatGPT und spuckt das vielleicht auch wieder aus. Das heißt, wir müssen uns schon ein wenig überlegen, was wir alles sagen. Äh denn am Ende äh ist diese Information natürlich im Internet.
Mhm. Ist es, glaubst du, denkbar, dass wir in Kürze uns selbst aufnehmen, also zum Beispiel per Handy und dann spreche ich mit Video rein und sage, ich habe ein Wimmerl. Was kann denn das sein?
Also, es gibt halt mein Dermatologe verwendet eine andere Art von äh künstlicher Intelligenz. Dort werde ich aber kommt das neue Gerät. Äh da stelle ich mich dann hin. Ähm fast nackt. Also ich fürchte, die Unterhose da, ich hoffe, die Unterhose darf ich anbehalten, aber dann werden Fotos von mir gemacht. Ich drehe mich dann aus jeder Richtung und zwei Jahre später wieder Fotos und die werden dann miteinander verglichen. Kein Arzt kann sich an meine Male von damals erinnern, ja, ob die mittlerweile weiß ich nicht, schwarz und dunkle Ausläufer bekommen haben oder was da sonst noch Gruseliges passieren kann. Also das gibt's heute schon und es gibt ein Startup. Ähm da kann man das sogar über eine Handy-App äh sich die äh die Hautflecken diagnostizieren lassen.
Mhm. Das heißt, es gibt also schon Anwendungen im Gesundheitsbereich für die künstliche Intelligenz.
Also im internen, Ja. Ja. Da muss man jetzt unterscheiden. Zum einen gibt's die ganzen organisatorischen Dinge. Viele Firmen profitieren davon, dass sie KI in der Verwaltung verwenden, aber das ist jetzt noch nichts explizit Medizinisches. Wir wissen heute äh, dass in der Diagnose, gerade in der Diagnose, wir noch relativ weit zurück sind im Vergleich zu dem, was wir könnten. Ja. Ähm es wäre ja vollkommen schräg, wenn der Internist die Blutprobe, die er gerade abgenommen hat, gegens Licht hält und bisschen dagegen klopft und sagt: "Ja, das da haben wir relativ viele weiße Blutkörperchen drin." Nein, der schickt das natürlich ein, der lässt das von einem System, das bereits teilweise künstliche Intelligenz verwendet, um Blutplättchen zu zählen oder was auch immer da getestet wird. Und für die optischen Verfahren, also zum Beispiel Röntgen oder CT oder eben auch die Begutachtung von Fotos, da sind wir noch ein wenig zurück. Ähm, aber dort wird die künstliche Intelligenz die Diagnosen soweit verbessern, also relativ rasch wird es einem Arzt verboten sein, keine KI einzusetzen, weil die einfach äh viel mehr Krankheiten erkennen kann. Brustkrebs beispielsweise Jahre vorher erkennen kann als Mensch mit seinem Auge. Ja, wir sind heute einfach nicht dafür gemacht, dass wir kleine Pixel erkennen. Da ist die KI einfach viel viel viel besser. Ich unterbreche jetzt kurz. Gefällt dir unser Podcast? Wenn ja, erzähl doch auch anderen davon. Du hilfst uns dabei, verlässliche und unabhängige Gesundheitsinfos an möglichst viele Menschen zu bringen. Abonniere unseren Podcast und teile Folgen in sozialen Medien. Ich danke dir für deine Unterstützung und schon geht's weiter.
Das heißt, in der Diagnose spielt jetzt schon zum Teil eine große Rolle die künstliche Intelligenz. Ja,
was siehst du denn noch so Bereiche, in denen die KI eingesetzt werden könnte?
Ja, das ist auch die Überwachung. Also Diagnose steht ja immer am Anfang. Ja, man muss einmal feststellen, was hat denn der, und dann findet man vielleicht äh eine Sache irgendwo bei einer Mammografie oder auf der Niere oder die Prostata. Ja, da gibt's bereits einen Operationsroboter seit vielen Jahren, seit 20 Jahren. Der da Vinci, der ist aber dumm. Ja, der lernt aber jetzt immer mehr dazu, bis er irgendwann einmal in wenigen Jahren selber diese Operationen machen kann. Ja, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis diese Roboter in der Lage sind, besser zu operieren als der beste Chirurg. Warum? Wenn ich mich bewege beispielsweise, ja, dann muss der Chirurg ja mitgehen. Ja, ich brauche, sonst muss halt sediert werden, betäubt werden. Das brauche ich dann oft nicht mehr. Dann können solche Operationen äh mit lokaler Anästhesie, also nur dort im Operationsgebiet stattfinden, weil der Roboter einfach meine Bewegungen ja mitmacht. Das kann ein Chirurg einfach nicht. Also hier erwartet man große Fortschritte und dann auch in der Überwachung. Ja, also wir haben jetzt Apple Watch vielleicht oder anderes äh äh Device, das unseren Puls misst, unser EKG. Das wird immer viel viel besser. Das wird irgendwann so gut sein wie eine Intensivstationsüberwachung, die ich dann am Handgelenk trage.
Kann KI ihren Arzt, ihre Ärztin oder Physiotherapeuten oder eine Pflegeperson ersetzen?
Möchtest du das als Patientin?
Ein klares Nein.
Ja, wir als Menschen wollen andere Menschen und der Arzt, ja, der Arzt hilft mir bei der Heilung. Der Arzt, der berät mich, will ich eine Therapie, möchte ich das operieren lassen, warten wir noch ein Jahr. Da bitte g Da möchte ich keine künstliche Intelligenz, die mir sagt, ja, so die Lebenserwartung, die ist, wenn wir das herausschneiden, ist sie 17 Jahre. Wenn wir es nicht herausschneiden, ist die Lebenserwartung 16 Jahre? Na,
die lernt ja, habe ich jetzt verstanden von dir, die KI. Wird die irgendwann das schaffen, Gefühle zu erkennen oder mit mir zu scherzen?
Humor ist immer das Unwahrscheinliche, eine künstliche Intelligenz kann ChatGPT kann dir einen alten Witz erzählen, ja, den du vielleicht noch nicht kennst, dann funktioniert's. Ja, aber neue Situationskomik, ja, Situationskomik entsteht immer aus dem Unwahrscheinlichen. Und die Statistiksysteme hinter der KI Statistik ist immer die ähm die Herrschaft, die Diktatur des Durchschnitts. Ja, das bleibt immer durchschnittlich und das Witzige, die Pointe, das Menschliche, das ist immer das Unwahrscheinliche und das kann keines dieser Systeme, die es heute gibt und es ist ja auch nicht abzusehen, dass sich das jemals ändern kann.
Mhm. Also die Unberechenbarkeit im Menschen sozusagen.
Ja, genau. schafft Humor, unter anderem auch.
Mhm.
Woher bekommt denn die KI eigentlich ihre Informationen?
Wir haben ja jetzt Diagnosesysteme angesehen, dort werden einfach die Bilder eingespeist oder viele Messzahlen. Äh künstliche Intelligenz kann ja auch, wenn ich sie an der Uhr trage, ja, feststellen, ich habe jetzt irgendwie Abweichung von sonst. Ja, das könnte ein Herzinfarkt sein, schaut man sich an. Die lernt also von dem, was ich bisher habe, von diesen Daten, die sie bekommt, diese ganz großen Systeme, die lernen vom Internet. 3 Billiarden. Ja. Ähm äh also 1000, 3000 Milliarden an Webseiten stecken, stehen zumindest theoretisch zur Verfügung, das, was da in ChatGPT drin ist und das ist mehr Information, als jeder Mensch jemals haben könnte und wollte. Ja, niemand von uns will eine Bibliothek auswendig lernen. Dafür haben wir eben diese KI, mein Gott. Ja,
jetzt kommen wir wieder zum Beispiel mit den Kopfschmerzen. Also, ich habe verstanden, ich suche mir das in einer Suchmaschine, dann finde ich einen Anbieter, dann gebe ich meine Frage ein. Ich kann ja 2 D fünf Fragen stellen, es ist ja egal, oder sehe ich das richtig?
Ja. Und die KI stellt dann auch Fragen. Ah,
ach so, okay. Gut. Und dann bekomme ich Antworten.
Ja.
Unter anderem auch, dass die KI kein Arzt ist oder keine Medizinerin und also diesen Hinweis, wie vertrauensvoll sind denn oder wie vertrauenswürdig sind denn diese Antworten, die mir die KI gibt?
Mhm. Also im Moment ist es so, ChatGPT lügt genauso wie wir Menschen auch. Von wem hat sie es denn auch gelernt? Eine künstliche Intelligenz hat keinen Zugriff zur Wahrheit. Wir übrigens auch nicht. Ja, wir müssen schon unsere Erfahrung, unseren Hausverstand einsetzen. Wir müssen uns fragen, passt es so einigermaßen? Und Hausverstand hat die KI leider nicht. Ja, die gibt einfach nur statistisch das wieder, was in den Daten steckt. Darum, wenn man ChatGPT fragt, 2 + 2, das ist bei ChatGPT nicht vier, sondern vielleicht 4,1. Warum? Ja, weil 70 Leute haben gesagt, 2 + 2 ist 4 und irgendein Hirsel hat halt gesagt, 2 + 2 ist 7 und der Durchschnitt, ja, haben wir zuerst drüber geredet, ist halt dann 4,1. Niemand hat die Möglichkeit, Wahrheit zu prüfen und diese Systeme nehmen einfach nur das, was statistisch am wahrscheinlichsten ist.
Gibt es also keine Kriterien, die du uns jetzt verraten kannst, worauf ich achten könnte, wenn ich jetzt die Ergebnisse bekomme, von welcher Firma auch immer oder welcher künstlichen Intelligenz?
Ich kann und das ist verblüffend. Ja, zuerst mal muss ich mit ChatGPT höflich sein und dann dringend. Das heißt, ich muss sagen, liebe ChatGPT, habe folgende Symptome. Was könnte das sein? Und dann muss ich streng sein und sagen, streng dich gefälligst an. Ich habe nicht viel Zeit, ich brauche das gleich. Ja, auf ganz sonderbare Art und Weise, wenn ich streng bin mit ChatGPT, sind die Ergebnisse besser und dann ja, dann ist es ganz wichtig ähm die Einzel ähm ChatGPT das Gleiche noch mal zurückzugeben und zu sagen, stimmt denn das, was du mir gesagt hast, und dann kommt ChatGPT oft drauf, 2 + 2 ist eigentlich nicht 4,1 und das wundert uns. Wir fragen uns, wie kann denn das System das gewusst haben? Aber das funktioniert eben nicht so. Ja, ChatGPT sagt immer das, was am passendsten ist. Ein schönen Vergleich finde ich, demenzkranke Menschen kommen in der Welt sehr gut zurecht oft. Ja, man merkt es oft gar nicht. Warum? Weil die sagen das, was wir von ihnen erwarten, das ist eine relativ clevere Strategie und ChatGPT ist eben auch nicht wesentlich anders als wir. Es sagt halt das, was erwartet wird und ähm dann vorzuwerfen, das stimmt ja alles nicht. Das ist gar nicht das Prinzip von diesem System.
Wäre es auch noch eine Möglichkeit, anderen, weil du sagst ChatGPT, eine andere künstliche Intelligenz zu befragen und das dann abzugleichen?
Also ähm es ist mittlerweile so, dass auf Basis von ChatGPT quasi das Allgemeinwissen, dort bauen jetzt viele GPTs darauf auf, und ich vermute, dass viele Gesundheitsversorger das, beispielsweise das Arbeitsmarktservice, das war jetzt kurz einmal in den Medien, weil dort auch ähm auch dort die die äh künstliche Intelligenz sich gegenüber den ähm Arbeitsplatzsuchenden recht unhöflich und ungeschickt ausgedrückt hat. Das muss es eben lernen. Ja, und es wird immer besser werden und vielleicht wird ähm der Gesundheitsservice in der Steiermark eine eigene KI haben, die viel genauer auf die Bedürfnisse der Storsteirer äh hintrainiert ist. Ja, genau weiß, was gibt's denn dort für äh Erkrankungen und kann dann viel genauer auf das Eingehen. Das heißt, es wird nicht mehr lange dauern, dann können wir wirklich darauf vertrauen, was diese Systeme uns sagen.
Ja, Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.
Genau.
Ähm, wer kontrolliert denn die KI?
Ja.
Ja, das machen im Moment erstmal die Firmen selber und das ist nicht ganz unproblematisch. Andererseits ist es ja so, also erstens, diese Firmen erheben keinen Anspruch darauf, korrekt zu sein, weil niemand weiß alles und es gibt zu allen Dingen verschiedene Meinungen. Ähm wir sehen, dass die Dinge, die bei KI schiefgehen können, äh schiefgehen können. Man kann KI zum Beispiel verwenden, ein Mensch kann die KI dazu einsetzen, ähm einen Brief zu schreiben, der dann zum Betrug führt. Ja, wir alle kennen E-Mails von nigerianischen Prinzen, die uns ein Vermögen versprechen. Wenn wir nur 200 € Portogebühr überweisen, dann kommt das alles. Ja, das
Ich hab gestern 4 Millionen gewonnen. Und stell dir vor.
Genau. Und du musst nur 100 € überweisen, damit du das Geld dann auch bekommst. Komisch eigentlich. Ja, du hast doch so ja, also die KI wird bösen Menschen helfen, noch geschickter sein. Ja, und das bleibt trotzdem verboten. Nur weil man KI einsetzt, ist es trotzdem Betrug.
Jetzt hast du ja schon, aber vielleicht kommen wir wieder zurück auf das Thema Gesundheit. Ähm, du hast ja schon ein paar Anwendungsmöglichkeiten uns erzählt, die einerseits schon in der Praxis laufen, andererseits auch als Betätigungsfelder denkbar sind. Worauf also das sind Vorteile womöglich. Was sind denn Nachteile, die du uns jetzt noch verraten wolltest in diesem Zusammenhang?
Ja. Ja, also der größte Nachteil ist definitiv, dass diese Systeme eine Autorität entwickeln werden, der wir vertrauen, und es wird immer stärker in unser Leben integriert, und wir, schönes Beispiel sind die Navigationssysteme, die basieren auf künstlich intelligenten äh äh Systemen. Ja, und man wundert sich dann immer, wie konnte dieser LKW-Fahrer da in die Fußgängerbrücke einfahren, ja, wo er dann festgeklemmt ist, weil man diesen Systemen einfach mehr vertraut und sich keine Zweitmeinung einholt, und du hast es schon angedeutet. Es gibt dann auch andere KI-Systeme, und die Zweitmeinung ist total wichtig, ja, und sich eben selber für die Dinge zu interessieren und sie weiterhin verstehen zu wollen. Also am Beispiel der Landkarten halt doch mal eine Karte rauszuziehen und sich doch einmal einen Überblick über die Umgebung zu verschaffen. Die anderen Szenarien, die es so gibt, also dass die Systeme falsche Informationen rausgeben, das ändert sich mit der Zeit. Je stärker diese Systeme äh sich entwickeln, umso klarer wird gerade im medizinischen Bereich die Eindeutigkeit bleiben. Und
Christoph, jetzt bin ich schon fast am Schluss, jetzt aber eine Frage vor der letzten Frage sozusagen, wenn ich jetzt mit der KI umgehe und ich stelle ihr Fragen in Bezug oder ihm, das ist jetzt schon noch mal wieder ein ethisches Problem. Also es
die KI ist ein, das ist immer eine Sache, das ist ein Stein. Ja, das ist ein Stück, das besteht aus Silizium im Kern, und das ist nur ein komplexes Stück Silizium. Also die künstliche Intelligenz im Kern ist ein Stück Stein.
Mhm. Siehst du, mit dem Hintergrund, mit dem, was du jetzt sagst, ist es noch einmal einfacher wirklich äh das auch einzuordnen. Also für mich jetzt zumindest einmal. Jetzt stellen wir uns vor, ich stelle dem Stein, also der künstlichen Intelligenz, Fragen zu meiner Gesundheit. Was muss mir denn klar sein, bevor ich die KI benutze?
Wir haben dieses Phänomen und ich würde da drauf zurückgreifen, Doktor Internet. Ja, ich habe mit vielen Ärzten geredet, haben mir gesagt, wahnsinnig, das war so 2000er Jahre, der Patient kommt bereits mit 17 Ausdrucken zu mir, hat schon fünf Diagnosen vorbereitet. Ja, und ich muss ihm dann erklären, warum meine sechste Diagnose die richtige ist. Also ähm ich denke, wir brauchen informierte Patienten, die sich auch an ihren eigenen Entscheidungen beteiligen können. Ich darf dem, was mir die KI sagt, nicht vollständig vertrauen und ich muss auch darauf vorbereitet sein, zu ertragen, was sie mir sagt. Ja, ich kann mir plötzlich die wildesten Krankheiten erklären lassen von einer künstlichen Intelligenz. Ja, theoretisch ist es ein statistisches System, das mir meine Lebenserwartung ausrechnen kann. Damit muss ich leben können. Ja, weil es trotzdem eine Statistik ist. Ich kann der sein, den es wesentlich früher dahinrafft. Ich kann der sein, der wesentlich länger mit dieser Krankheit umgeht. Also, wir werden auch selber unsere eigenen Kompetenzen weiterentwickeln.
Ist es gültig, wenn ich jetzt als Zusammenfassung sage, künstliche Intelligenz kann ein wichtiger Mitspieler werden, wenn es um unsere Gesundheit geht.
Ja.
Ähm der wichtigste Spieler, wenn es um Gesundheit geht, bin immer ich selber.
Ja, Gott sei Dank, unterstützt von einem
Topteam, muss man sagen, in Österreich, in der Steiermark, tolle Experten, die dann noch von der KI unterstützt werden, aber ich muss immer immer den Hausverstand einschalten, wenn es um künstliche Intelligenz geht.
Der Mensch bleibt deshalb ewig im Mittelpunkt, weil nur wir spüren können. Ja, die KI kann als Psychopath uns genau analysieren, wie es uns geht, aber wirklich mitfühlen, ja, mitspüren. Ja, dafür braucht's einen menschlichen Körper. Ja, da braucht's Spiegelneuronen, wissen viel darüber. Ja, und aber ähm aber da braucht's Menschen. Empathie, ja, ist nicht digitalisierbar, und Verantwortung ja ist nicht digitalisierbar. Also die Verantwortung der helfenden Hand, der Pflegekräfte, der Mediziner für das Gegenüber aber auch den Respekt vor dessen Autonomie. Ja, künstliche Intelligenz wird, was ich am wichtigsten finde, meine Autonomie als Patient stärken. Ich muss leben damit. Ja, sie darf mich dann nicht beschweren, wenn diese Konsequenzen vielleicht dramatisch für mich sind, aber sie stärken meine Autonomie, wenn ich will. Sie geben aber auch die Freiheit zurück. Ja, künstliche Intelligenz soll uns von allem befreien, was Zeit kostet, was anstrengend ist, was langweilig ist, was wir Fehler machen könnten. Ja, also die KI soll die Dinge mitdokumentieren, die soll einfach mitschreiben, ja, die soll mitlesen, die soll immer mit dabei sein, ja, und soll das aber auch geheim halten. Sie soll unsere Privatsphäre schützen. Gibt's keine Technik, die das besser kann als neuronale Netzwerke. All das, aber sie soll die Beziehung zwischen Patient und Arzt, zwischen Patient und Pfleger wieder frei machen von all dem, was wir in dieser Industriegesellschaft uns an zusätzlichen Dingen aufgebürdet haben. Die sind schon erfolgreich, ja, diese zusätzlichen Dinge, aber sie soll uns frei machen für die menschliche Beziehung, denn das ist es, was heilt.
Menschliche Beziehung heilt. Das sind noch perfekte Abschlussworte. Aber lieber Christoph, jetzt habe ich noch eine letzte Frage, wie schon angekündigt. Äh, das ist immer unsere Standard-Letzte Frage. Was ist denn dein persönlicher Tipp für ein gesundes Leben?
Also, da könnte man jetzt ja viele Dinge aufzählen, aber ich glaube, es ist die Liebe.
Ich habe dich nicht gehört.
Ich glaube, das Wichtigste für ein gesundes Leben ist die Liebe.
Ja, man kann es nicht oft genug sagen. Ich danke dir für die Wiederholung. Äh und ich danke dir überhaupt, dass du dir heute Zeit genommen hast, um mit uns gemeinsam ein Thema zu durchleuchten, relativ Neues, aber uns viel beschäftigen wird in unserem Alltag und ähm ja, herzlichen Dank.
Ja, Bianca, das war sehr schön und vielleicht zum Schluss: für Pessimismus ist es sowieso längst zu spät.
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Wir freuen uns schon auf ein Wiederhören. Bis dahin bleib gesund und informiert. Baba, Bianca und Anja von gesund informiert, deinem Podcast, der Gesundheit verständlich macht.