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Folge #107: Gesund informiert zu digitaler Gesundheitskompetenz: Was haben Internet und Smartphone mit unserer Gesundheit zu tun?

Podcast Digital Gesund, Handy

Das Smartphone ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Sogar wenn es um unsere Gesundheit geht. Es gibt vieles, was nur mehr online funktioniert – zum Beispiel Befunde ansehen oder einen Arzttermin buchen.

In der neuen Folge #107 erfahren Sie, warum digitale Gesundheitsinformationen wichtig sind, welche Herausforderungen insbesondere ältere Menschen im Umgang mit digitalen Gesundheitsanwendungen haben und wie Jugendliche dabei unterstützen können.

Gäste: Claudia Wagner (Verein akzente) und Eva Karner (LOGO jugendmanagement)
Gemeinsam mit dem Frauengesundheitszentrum Graz setzen sie das Projekt „Digital gesund und kompetent handeln“ um.

„Gesund informiert“ ist eine Zusammenarbeit zwischen ORF Steiermark und Gesundheitsfonds Steiermark.

Redaktion und Stimme: Fanny Sedlnitzky

Mehr Infos zum Projekt finden Sie hier: https://www.digital-gesund-und-kompetent-handeln.at/

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Podcast clips

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Teil 1: Was brauchen ältere Menschen?
Teil 2: Was lernt man im Kurs?
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Hinweis: Dieses Transkript wurde mit Künstlicher Intelligenz generiert.

Willkommen bei Gesund informiert, der Gesundheitspodcast. Eine Zusammenarbeit von Gesundheitsfonds Steiermark und ORF Steiermark. Fanny Sedlnitzky liefert wertvolle Antworten in unserem rezeptfreien Podcast. Heute zu Gast Claudia Wagner vom Verein Akzente und Eva Karner vom Logo Jugendmanagement.

Fanny Sedlnitzky: Handy, Internet, Computer, das sind alles Dinge, die aus unserem Leben gar nicht mehr wegzudenken sind. Aber oft ist es auch so, geht es glaube ich jedem hin und wieder so, dass man nicht zurechtkommt mit diesen Dingen. Aber es ist so wichtig, diese Dinge auch zu beherrschen, vor allem, wenn es in gewisse Bereiche hineingeht. Und Sie werden sich vielleicht fragen, was hat denn das mit Gesund informiert, mit unserem Gesundheitspodcast zu tun? Ja, es gibt so etwas wie eine Gesundheitskompetenz und darüber wollen wir heute sprechen. Ich habe zwei Expertinnen bei mir hier zu Gast. Claudia Wagner, schön, dass Sie da sind.

Claudia Wagner: Vielen Dank für die Einladung.

Fanny Sedlnitzky: Und Eva Karner, herzlich willkommen.

Eva Karner: Hallo.

Fanny Sedlnitzky: Es gibt hier ein Projekt, das nennt sich Digital gesund und kompetent handeln. Und in diesem Projekt sind Sie beide gemeinsam mit einer dritten Organisation noch tätig und hier wird alles Mögliche getan dafür, dass die digitale Welt zugänglicher gemacht wird für Menschen. Vielleicht kann man das vereinfacht sagen. Was ist denn in diesem Projekt alles drinnen? Wer ist dran beteiligt und was habe ich davon als Benutzer diverser Internetseiten z.B.?

Eva Karner: Also, wir sind drei Organisationen, die sich zusammengetan haben, weil wir verschiedene Schwerpunkte haben und verschiedenen Fokus. Wir bei Logo Jugendmanagement bilden Jugendliche dazu aus, Digiguides zu werden. Das sind Jugendliche, Ehrenamtliche, die ältere Menschen dabei unterstützen, das Smartphone zu verwenden, das Internet gut zu verwenden und alle möglichen technischen Aspekte, die dazu gehören, aber eben auch in Richtung gute Gesundheitsinformationen im Internet zu suchen.

Claudia Wagner: Dann gibt es natürlich die Spezialisten für die Älterenbildung, die wir dazu gebraucht haben, damit wir ein gutes Gesamtprojekt schnüren können. Das kannst du sicher besser erklären, Claudia. Akzente ist eine Bildungsorganisation, die sich mit der Bildung älterer Menschen beschäftigt. Das heißt, Menschen, die nicht mit digitalen Medien aufgewachsen sind. Und unser Part ist auch immer wieder einzubringen in das Projekt: Worauf müssen wir achten? Wo sind die Hürden älterer Menschen? Was brauchen sie, um gut mit digitalen Medien und digitalen Services umgehen zu können?

Fanny Sedlnitzky: Und dann gibt es noch eine dritte Organisation, heute nicht hier.

Claudia Wagner: Ja, das ist das Frauengesundheitszentrum in Graz gemeinsam mit der OED. Unsere Kolleginnen bringen ganz stark den Gesundheitsaspekt mit in unser Gesamtprojekt. Die haben die Gesundheitskompetenz eigentlich ausgebildet für Gesundheitsfragen bei Frauen, aber nicht nur, sondern darüber hinaus. Und wir nutzen dieses Wissen von diesen drei Organisationen und bringen das zusammen. Und was bringt das den Nutzern und Nutzerinnen? Ja, wir versuchen eben wirklich maßgeschneiderte Angebote für die Menschen zu schaffen. Das heißt, wir gehen in verschiedene Gemeinden und dort schauen wir, was gibt es an Bedarf, was gibt es an Voraussetzungen, was brauchen die Menschen dort, um digital gesundheitskompetenter zu werden. Wir machen vielleicht einen digitalen Stammtisch vor Ort, wir bilden dort vielleicht Jugendliche aus, digitale Sprechstunden, aber auch vielleicht Organisationen wie Bibliotheken gesundheitskompetenter zu machen. Da ist vieles möglich und der Nutzen ist für die Einwohner und Einwohnerinnen der Gemeinden immer kostenlos. Wir setzen selten jetzt direkt selbst diese Dinge wie z.B. einen digitalen Stammtisch um, sondern wir suchen engagierte Menschen, die sich vorstellen können, das eigenständig zu machen. Sie werden von uns geschult, anfangs begleitet, damit sie dann wirklich in ihrer Region, in ihrer Gemeinde so etwas anbieten können und weiterhin Menschen bei digitalen Fragen, digitalen Gesundheitsfragen unterstützen können.

Fanny Sedlnitzky: Diese digitale Gesundheitskompetenz haben wir jetzt alle schon mehrfach angesprochen. Was fällt denn da hinein? Welche konkreten Beispiele könnten Sie uns vielleicht einmal nennen, damit man versteht, was unter digitaler Gesundheitskompetenz überhaupt zu verstehen ist?

Claudia Wagner: Also grundsätzlich spricht man ja von digitaler Gesundheitskompetenz, dass Menschen in der Lage sind, Gesundheitsinformationen im Internet zu finden, diese zu verstehen. Das liegt nicht immer an den Menschen selbst, sondern oft auch wie diese Information gebracht wird. Sie sollten in der Lage sein, diese Information zu beurteilen. Das heißt, ist das jetzt etwas, dem ich vertrauen kann? Also, ist das eine Information, der ich vertrauen kann, oder sollte ich hier etwas vorsichtig sein? Am Ende geht es dann wirklich darum, diese Information für mich und für meine Gesundheit anwenden zu können. Das heißt, da gibt es verschiedenste Punkte und man bekommt vielleicht einen Befund. Es gibt von der Österreichischen Gesundheitskasse eine App, wo man alles Mögliche abrufen kann. Es geht auch so weit, dass man Arztrechnungen einreichen kann digital. Das fällt alles dort hinein.

Fanny Sedlnitzky: Genau. Wo sind denn die Hürden?

Claudia Wagner: Die Hürden bei vor allem älteren Menschen sind zuerst mal wirklich die digitalen Kompetenzen, die fehlen. Wenn ich Ihnen jetzt sage: Ich habe eine Empfehlung für eine super tolle App, können Sie kostenfrei herunterladen und Sie können diese App nutzen, um Symptome zuordnen zu können, sagen Sie das einem älteren Menschen, der nicht mit den digitalen Medien aufgewachsen ist, dann kommen natürlich Fragen auf: Wo bekomme ich diese App her? Ist das wirklich sicher, wenn ich die einfach so herunterlade? Kann ich das einfach googeln? Oder gibt's einen anderen Weg, wo ich die App herbekomme, wie finde ich die App? Ist das überhaupt die richtige App?

Fanny Sedlnitzky: Und da kann ja auch viel schiefgehen, gerade wenn man googelt. Man weiß, es gibt auch sehr viele Informationen im Internet, die nicht vertrauenswürdig sind.

Claudia Wagner: Ganz genauso ist es. Und das ist etwas, das ältere Menschen ganz stark begleitet: die ständige Angst, etwas falsch zu machen, die ständige Angst, in eine Falle zu tappen. Der andere Weg zu sagen, ich befasse mich damit gar nicht mehr, ist aber auch kein Weg, denn es führt, wie wir schon kurz erwähnt haben, eigentlich an dieser digitalen Gesundheitskompetenz kein Weg mehr vorbei. Genauso ist es. Ich habe immer wieder Teilnehmende, die ganz verzweifelt zu uns in die Kurse kommen und sagen: Ich habe lange Zeit mich überhaupt nicht damit befasst und die Digitalisierung ist aber so schnell vorangeschritten, dass einfach kein Weg mehr wirklich vorbeiführt. Vor allem auch dann, wenn man im ländlichen Raum wohnt.

Fanny Sedlnitzky: Heute zu Gast in Gesund informiert, dem rezeptfreien Podcast: Claudia Wagner vom Verein Akzente und Eva Karner von Logo Jugendmanagement. Bei den Jugendlichen schaut's ein bisschen anders aus. Die hätten vielleicht das Know-how und die Fähigkeiten, sich diese richtigen Apps zu suchen. Die wissen vielleicht auch, wo man sie findet, aber da ist vielleicht mehr so das: Ich brauche es eigentlich überhaupt nicht.

Eva Karner: Ja, also die haben erstens einmal andere Bedürfnisse und andere Voraussetzungen. Der Vorteil, den sie meistens – jetzt mal grob gesprochen – haben, ist, dass sie sehr wenig Scheu vor neuen technischen Anwendungen haben. Die Probleme, die sie aber sehr wohl mitbringen, ist teilweise die kritische Medienkompetenz, die man erst schulen muss. Weil natürlich, wenn ich jetzt meine Informationen über soziale Medien vielleicht bekomme, ist es sehr ratsam, da gut nachzuschauen: Wer ist die Person, die die Informationen ausgibt? Kann ich diesen Informationen vertrauen oder wieso tut das ein Influencer, eine Influencerin überhaupt? Und das ist etwas, was nicht mehr sehr oft passiert, und da ist es ganz wichtig, Jugendliche dahinzubringen, dass diese Informationen, die schnell zugänglich sind, die sehr überzeugend gebracht werden, dass diese Informationen trotzdem überprüft werden müssen, dass es trotzdem Belege geben muss und dass eine Behauptung von einem Laien auf sozialen Medien nicht das Gleiche ist wie eine wissenschaftlich fundierte, evidenzbasierte Information.

Fanny Sedlnitzky: Mhm. Wir haben uns auch schon in einer Podcast-Folge befasst mit seriösen Internetseiten: Wie finde ich sie? Wie kann ich Gesundheitsinformationen aus dem Netz ein bisschen filtern? Aber man kann das glaube ich nicht oft genug sagen und wie Sie schon gesagt haben, die digitale Welt entwickelt sich so rasch weiter, dass man sozusagen eigentlich immer hinten nach ist. Dieses Wissen, sowohl für ältere als auch für jüngere Menschen, kann man in Kursen erlernen.

Claudia Wagner: Genauso ist es. Akzente setzt bereits seit Jahren den sechsteiligen Kurs „Gesundheit am Tablett“ um. Es geht darum zu erlernen, wie die Logik hinter diesen Geräten funktioniert. Ältere Menschen versuchen sich oft etwas anzutrainieren, wie sie etwas umsetzen. Gibt's ein Update, schaut das wieder anders aus und sie wissen dann nicht mehr, wie sie damit umgehen sollen. Und das versuchen wir im Kurs aufzubauen, dieses Wissen, welcher Logik folgen diese Geräte, welche Muster kommen vielleicht immer wieder vor, welche Symbole tauchen wo auf. Wenn Menschen so etwas lernen, dann ist es für sie einfacher. Wenn Sie z.B. eine App oder eine Internetseite öffnen und es taucht ein Werbefeld auf und sie kennen das schon und haben das geübt, dann wissen Sie, egal wie dieses Werbefeld aussieht, oben links oder rechts ist ein X und mit diesem X kann ich das schließen. Wir üben dann auch, Gesundheitsinformationen im Internet zu suchen, sich auf Gesundheitsplattformen gut zurechtzufinden, das heißt oder auch Gesundheits-Apps herunterzuladen und sich auch damit zu befassen, auf welche Kriterien sollte ich achten, um eine App überhaupt herunterzuladen.

Fanny Sedlnitzky: Mhm. Diese Updates, diese angesprochenen, und diese Dinge, das wird für Jugendliche wahrscheinlich kein Problem sein, weil die wachsen ja tatsächlich von der Wiege an mit dem digitalen Gerät auf. Aber ist es nicht auch wichtig für die Jugendlichen, ein bisschen zu verstehen, wie könnte ich diese Systeme vielleicht Oma oder Opa erklären? Da braucht's ja auch ein anderes Vokabular dazu. Ich muss als Jugendliche ja dann auch mit der Oma anders sprechen, weil da kann ich nicht sagen ohne Geduld: Ich mache das einfach zu, und die Oma versteht überhaupt nicht, was ich da für ein Fenster schließen muss.

Eva Karner: Sehr viele von den jungen Menschen, die zu uns kommen, helfen bereits Oma, Opa oder einer älteren Nachbarin oder einem Nachbarn. Aber vor der Ausbildung ist es oft so, dass das Ziel ist, das Problem schnell zu lösen. Und was wir versuchen ihnen mitzugeben, ist: Es geht nicht darum, dass das Problem gelöst ist, sondern es geht darum, den Menschen, die mit einer Frage zum Smartphone oder zu Internetanwendungen kommen, diese Fähigkeiten zu geben, es selbst zu lösen. Das heißt, unser Ansatz ist z.B., dass die Seniorinnen und älteren Menschen selbst am Handy, auf ihrem Handy etwas lösen.

Fanny Sedlnitzky: Also nicht sagen: Gib mir das Handy, ich mache das für dich, sondern nur erklären, wie es funktioniert. Weil wenn man selbst einmal was gemacht hat, kennt man ja, dann tut man sich leichter.

Eva Karner: Genau. Und das ist eben einer der Punkte, der ist natürlich den Jugendlichen oft neu, weil das Problem ist oft schnell behoben, aber es kommt in kürzester Zeit dann das nächste Problem, wenn die Personen nicht selbst lernen, wie sie das lösen. Und was die Jugendlichen aber auch lernen müssen, ist eben, wie Sie gesagt haben, diese Begrifflichkeiten zu erklären, mit denen sie automatisch aufwachsen. Z.B. Scrollen, Download, da denken sie gar nicht darüber nach. Aber wenn ich sie dann frage: Ja, was heißt das eigentlich genau? Wie kann ich das jemandem erklären, der das nicht kennt?, dann stehen sie schon vor Schwierigkeiten. Und das ist aber wichtig, weil wenn ich mich auf die andere Seite hineinversetze, dann bin ich einfach auch der bessere Trainer, die bessere Trainerin.

Fanny Sedlnitzky: Vielleicht können wir ein paar Begriffe, die ältere Menschen sicherlich schon einmal gehört haben oder auch die Jungen in letzter Zeit aus der digitalen Gesundheitswelt, erklären, die immer wieder vorkommen. Da geht es um den digitalen Impfpass, die ELGA, es spielt auch die ID Austria eine Rolle, und man hat oft gar keinen Überblick mehr, dass man oft sagt: Ja, wofür brauche ich jetzt was?, die richtige App dann auch noch zu finden und und und. Also da gibt es schon einige Hürden. Vielleicht können wir ein paar dieser wichtigsten Begriffe jetzt erklären. Fangen wir vielleicht an mit der ELGA, die ist jahrelang durch die Medien gegeistert als: Ja, jetzt kommt sie, jetzt kommt sie. Was ist denn die ELGA?

Claudia Wagner: Die ELGA ist die elektronische Gesundheitsakte. Wie Sie vorhin auch schon angesprochen haben, Impfpass z.B., also Impfungen finde ich dort drinnen, Medikationen, Befunde. Für ältere Menschen ist die ELGA oft etwas sehr Abstraktes.

Fanny Sedlnitzky: Sie wissen, es gibt sie, wissen aber oft überhaupt nicht, wie sie dorthin kommen...

Claudia Wagner: ...und was man damit anfangen kann.

Fanny Sedlnitzky: Und was man dann wirklich damit anfangen kann. Genauso ist es. Braucht jeder eine ELGA oder hat jeder automatisch eine ELGA? Es ist dann auch oft so, dass man z.B. zu einem Arzt geht oder in ein Institut für ein – ich sage jetzt – Röntgen und dann heißt es: Sie können den Befund in der ELGA abrufen.

Claudia Wagner: Aha. Ja, genau. Große Hürde für ältere Menschen. Und Sie haben es vorhin auch schon angesprochen, um die ELGA überhaupt nutzen zu können, brauche ich auch die ID Austria. Und die ID Austria ist ähnlich wie die ELGA oft auch etwas sehr Abstraktes. Menschen wissen oft gar nicht, wozu sie die genau brauchen und brauchen sie die ID Austria überhaupt? Sie kommen dann erst wirklich darauf, wenn sie merken: Okay, das hat jetzt zwar nichts mit Gesundheit zu tun, aber FinanzOnline Steuerausgleich zu machen, dafür brauche ich mittlerweile die ID Austria. Um eben den Befund abzurufen in der ELGA, benötige ich ebenso die ID Austria. Unsere Erfahrung ist, dass Menschen oft glauben, die ID Austria ist das Tor zu diesen ganzen Services. Es ist schwierig zu verstehen, dass die ID Austria der Schlüssel ist.

Fanny Sedlnitzky: Das heißt, ich muss trotzdem...

Claudia Wagner: Ja, genau. Ich brauche trotzdem den Zugang zu dieser Plattform. Also ich muss wissen: Wo finde ich die ELGA überhaupt? Wo ist die Tür zur ELGA? Und dann muss ich wissen, dass der Schlüssel auf meinem Smartphone ist mit der ID Austria, wenn ich natürlich die Registrierung habe.

Fanny Sedlnitzky: Mhm. Denn sonst könnte ja jeder in meine ELGA sozusagen hineinschauen, wenn ich nicht diesen persönlichen Schlüssel, sprich ID Austria, habe.

Claudia Wagner: Genau. Und es ist oft auch mit großen Unsicherheiten verbunden, weil diese ELGA und die Informationen in der ELGA, die sind im Internet, und ältere Menschen können sich nicht vorstellen, wie das funktioniert. Alles, was im Internet ist, ist für sie angreifbar, ist für sie für alle einsehbar. Und das heißt, da gibt's große Unsicherheiten: Wer kann darauf zugreifen? Wer sieht das? Kann etwas passieren, wenn ich Informationen in der ELGA habe?

Fanny Sedlnitzky: Die ELGA würde ich sagen, ist dann schon fast so etwas wie die Königsdisziplin in der digitalen Gesundheitskompetenz. Gehen wir einen Schritt zurück. Es ist ja für viele auch schon eine Hürde, einfach einen Termin bei einem Arzt auszumachen. Viele Ärzte haben einfach keine Telefonzeiten mehr, weil sie nicht so oft geöffnet haben oder weil die Telefone einfach den ganzen Tag heiß laufen. Da heißt es dann auf dem Band: Bitte machen Sie online einen Termin aus, bitte schauen Sie auf unsere Website. Auch das ist für viele Menschen tatsächlich eine Hürde.

Claudia Wagner: In unseren Kursen üben wir mit den Teilnehmenden, Internetseiten, also Internetadressen zu erkennen: Wie sieht eine Internetadresse aus? Woraus besteht sie? Wo gebe ich eine Internetadresse ein? Die nächste Hürde ist, wenn Personen wissen, wie sie die Internetseite aufrufen, dann poppt ein Fenster auf. Und dieses Fenster auf Internetseiten kennen Sie wahrscheinlich. Wissen Sie, was ich meine damit?

Fanny Sedlnitzky: Ja, da muss man dann zustimmen, ablehnen oder irgendwas Eigenes einstellen.

Claudia Wagner: Ganz genauso ist es. Der Cookie. Und das höre ich immer von den Teilnehmenden, dann kommt immer so ein Feld und da muss ich irgendwas zustimmen und ich weiß aber nicht, was ich zustimme, und viele sagen, dann gehe ich einfach wieder raus.

Fanny Sedlnitzky: Mhm. Okay. Und dann habe ich aber nicht das erreicht, was ich wollte, nämlich einen Arzttermin bekommen.

Claudia Wagner: Ganz genau. Und wenn ich wirklich auf der Seite bin, einige klicken dann einfach auf „Alles akzeptieren“, weil sie ohnehin nicht wissen, was sie hier akzeptieren, sondern vielleicht haben Enkelkinder gesagt: Oma, da kannst du ruhig draufklicken, das ist egal. Ja, das hören wir auch sehr oft. Und dann muss ich natürlich die Seite finden. Ich muss finden: Wo kann ich den Termin vereinbaren? Dann muss ich meistens auch noch eine Eingabemaske ausfüllen, also ein Formular ausfüllen mit meinem Namen, mit meiner Adresse, mit meinen Versicherungsdaten... Und das ist auch eine...

Fanny Sedlnitzky: ...die man nicht gerne hergibt vielleicht.

Claudia Wagner: Ganz genau.

Fanny Sedlnitzky: Weil ich dem Internet, wenn ich natürlich auch wenig Wissen dazu habe, nicht vertraue. Vielleicht können wir den Begriff Cookie auch ganz kurz erklären. Die Jugendlichen werden es wahrscheinlich wissen, der Begriff an sich kommt aus der Küche. Es bedeutet Kekse.

Eva Karner: Theoretisch Kekse. Es geht einfach darum, dass jede Seite Informationen abspeichert von den Menschen, die die Seite nutzen, und da muss man eben wirklich unterscheiden: Da gibt es welche, die sind notwendig, damit gewisse Anwendungen funktionieren, damit ich z.B. das Formular öffnen kann oder ein Video anschauen kann. Da fällt mir ein, z.B. gibt es auch Aufklärungsvideos vor einer OP z.B., die man sich vielleicht anschauen muss. Also es gibt auch solche Dinge, die bei den Cookies nicht unbedingt abgelehnt werden sollten, weil das sonst nicht funktioniert. Und dann gibt's andere Cookies, die sind nicht notwendig, sondern die erfassen quasi Daten von mir, um diese Daten dann für sich selbst vielleicht aufzubereiten. Aber bei Webseiten, die nicht vertrauenswürdig sind, könnte es auch sein, dass diese Daten eben dort landen, wo ich es nicht möchte – für Werbezwecke, für Marketingzwecke. Und darum ist es wichtig, dass man das unterscheiden kann: Sind es essenzielle Cookies, sind es funktionsnotwendige Cookies oder sind es Marketing-Cookies, die vielleicht auch meine Anwendung besser machen möchten, weil ich z.B., wenn ich diese Cookies zulasse, beim nächsten Besuch dieser Seite genau wieder dort weitermachen kann, wo ich aufgehört habe.

Fanny Sedlnitzky: Also ist nicht nur schlecht.

Eva Karner: Absolut nicht nur schlecht. Und am besten – da gibt's auch die Möglichkeit, nur notwendige Cookies, nur essenzielle Cookies zu akzeptieren. Das ist vielleicht auch ein Weg.

Claudia Wagner: Genau, das ist eigentlich auch der Weg, den wir so an die Teilnehmenden weitergeben und auch den Schulen, dass sie das auch so weitergeben.

Fanny Sedlnitzky: Ja, weil das ist ein interessanter Unterschied: Während vielleicht ältere Menschen ein Problem damit haben, überhaupt zuzustimmen, weil sie vielleicht davor Hemmungen haben, sind Jugendliche oft sehr schnell zu sagen: Alles akzeptieren, weil ihnen noch nichts passiert ist.

Eva Karner: Genau. Und das ist eben genau dieser Spagat, dass man sich einfach mal überlegt: Was bedeutet das? Was passiert mit meinen Daten? Was machen die damit und will ich das wirklich?

Heute zu Gast in Gesund informiert, dem rezeptfreien Podcast: Claudia Wagner vom Verein Akzente und Eva Karner von Logo Jugendmanagement.

Fanny Sedlnitzky: Gibt es Merkmale, an denen ich gleich erkenne: Vorsicht, hier ist was faul unter Anführungszeichen?

Claudia Wagner: Wenn ich jetzt z.B. auf einer Internetseite bin und diese Internetseite ist voll mit Werbefeldern zu Produkten, die ich natürlich auch bezahlen muss, dann sollten schon einmal die ersten Alarmglocken läuten.

Eva Karner: Ja, also ich sage meinen Digiguides auch immer: wenn die Information mit sehr viel Emotion daherkommt. Das heißt, wenn es auf eine Art und Weise Angst macht oder Druck erzeugt oder wenn etwas zu schön klingt, um wahr zu sein, dann bitte besondere Vorsicht und dann auch ein bisschen aufs Bauchgefühl hören: Wie fühlt sich das an, wenn ich diese Information bekomme?

Fanny Sedlnitzky: Das Gleiche gilt auch für E-Mail-Nachrichten, die man bekommt, SMS-Nachrichten. Das ist oft schwierig, weil, wir haben gerade gesagt, da bekommt man dann vielleicht nach einer Untersuchung ein E-Mail von einem Institut, von einem Arzt, wo dann steht: Bitte geben Sie Ihren Sozialversicherungscode, Ihr Geburtsdatum etc. ein, dann können Sie den Befund herunterladen, downloaden, also ansehen. Ja, gleichzeitig gibt es aber natürlich auch Nachrichten, wo dann steht, man muss irgendwas bekannt geben, wo man vielleicht sich nicht ganz sicher ist. Wie erkenne ich, ob diese Nachrichten jetzt tatsächlich von meinem Arzt, meiner Ärztin sind oder ob das irgendwelche Nachrichten sind, die einfach in meinem Postfach gelanded sind?

Claudia Wagner: Mittlerweile wird das immer schwieriger. Die KI hat auch für solche Betrugsmaschen neue Möglichkeiten eröffnet. Wir üben das auch mit unseren Teilnehmenden, also Stichwort E-Mail. Immer wieder zeige ich Teilnehmenden im Kurs, wie einfach es ist, dass ich selbst als Trainerin eine E-Mail fälschen kann und bei den Teilnehmenden erscheint der Name Österreichische Gesundheitskasse. Das heißt, was die Teilnehmenden dann auch lernen, ist nachzusehen: Wie lautet denn tatsächlich die E-Mail-Adresse, also die Absenderadresse? Da steht dann oft eine Buchstaben-Zahlen-Kombination, die nichts mehr mit der Österreichischen Gesundheitskasse zu tun hat. Da muss man zweimal hinschauen.

Eva Karner: Genau. Ganz genauso ist es. Meistens ist es so, dass es ja nicht nur sehr schnell neue Betrugsmaschen gibt, sondern es gibt ja auch Menschen, die sich genau dem widmen und versuchen, dem etwas entgegenzuhalten. Also gibt es Faktenchecks. Das heißt, wenn ich diese E-Mail bekommen habe mit einer vermeintlichen Betrugsmasche, dann haben das wahrscheinlich mehrere bekommen und es zahlt sich aus, einfach mal diese Nachricht vielleicht zu kopieren oder einen Teil davon und auch das wieder gegenzuchecken. Das heißt, auch das kann ich dann googeln oder ich kann gleich zu einem Faktenchecker gehen. Das sind einfach Menschen, die sich wirklich dem annehmen und genau diese E-Mails, diese Nachrichten überprüfen und dann sehe ich schon: Aha, diese Betrugsmasche geht gerade um und auch ich habe sie bekommen. Dann wird es sehr schnell klar. Es gibt eine Internetseite, die nennt sich Watchlist Internet – also watchlist-internet.at – und die beschäftigen sich nur mit Betrugsmaschen, die in Österreich kursieren. Und die kann ich einerseits verwenden, um mich immer wieder über aktuelle Betrugsmaschen zu informieren. Oder ich kann auch den Namen in die Suchleiste eingeben. Das heißt, wenn jetzt eine möglicherweise gefälschte Nachricht von der ÖGK kommt, dann kann ich in die Suchleiste ÖGK eingeben und sehe dann die Betrugsmaschen, die im Moment kursieren.

Fanny Sedlnitzky: Mhm. Gibt es abschließend noch einen Tipp, den Sie unseren Zuhörerinnen und Zuhörern mit auf den Weg geben, sei es jetzt junge Menschen, die vielleicht jemanden zu Hause haben, einen älteren Menschen, dem man das erklären muss, oder ältere Personen, die sich selbst angesprochen fühlen?

Claudia Wagner: Man sollte kritisch bleiben, aber man sollte nicht gleich die Augen davor schließen, was die Digitalisierung auch für einen Nutzen bringt. Man sollte sich auf jeden Fall mit anderen zusammenschließen, das heißt bei einem Stammtisch mitmachen, vielleicht in der Bibliothek nachfragen, ob es dort Unterstützung gibt. Es gibt mittlerweile wirklich schon viele Unterstützungsangebote. Und einfach Sachen auszuprobieren, ohne zu viel Angst zu haben, und trotzdem dann wissen: Wenn mir etwas kritisch vorkommt oder unsicher vorkommt, ich kann mir wo Hilfe holen. Ich möchte älteren Menschen oder Menschen, die sich mit digitalen Medien noch etwas schwer tun, mitgeben: Üben, üben, üben! Das ist eines der wichtigsten Dinge, wirklich dranzubleiben und gezielt etwas auszuprobieren. Und haben Sie keine Angst vor Ihrem Smartphone! Es kann in der Regel kaum etwas passieren, wenn Sie es wirklich mit Ruhe angehen.

Eva Karner: Und jüngeren Menschen, die vielleicht ältere Menschen dabei unterstützen, möchte ich mitgeben: Bitte nicht das Smartphone aus der Hand nehmen und sagen: Ich mache das für dich, sondern gemeinsam und in Ruhe sich die Dinge ansehen und ausprobieren.

Fanny Sedlnitzky: Mhm. Wenn man jetzt Interesse hat, vielleicht auch als Gemeinde, an diesem Projekt „Digital gesund und kompetent handeln“ mitzumachen, zu sagen: Kommt's auch zu uns!, wohin kann man sich wenden?

Eva Karner: Am besten gleich direkt an uns. Also es gibt eine Webseite von „Digital gesund und kompetent handeln“, da findet man unsere Kontaktdaten und dann schauen wir, was möglich ist in Ihrer Gemeinde.

Fanny Sedlnitzky: Und weil wir jetzt über digitale Gesundheitskompetenz gesprochen haben: Wir werden diese Website einblenden, weil sie etwas kompliziert ist. Und damit man sich da nicht im Internet durch einen Dschungel von Seiten quälen muss, kann man das dann ganz einfach bei uns kopieren, unten in den Informationen. Vielen herzlichen Dank, Claudia Wagner und Eva Karner, dass Sie gekommen sind und uns ein bisschen einen Einblick gegeben haben in den digitalen Dschungel der Gesundheitsinformationen. Man könnte natürlich noch lange und viel darüber reden und wahrscheinlich in drei Wochen wieder, weil das Thema so schnelllebig ist, dass sich schon wieder neue Dinge ergeben haben. Möge die Übung gelingen, ob jung oder alt!

Eva Karner: Herzlichen Dank, dass Sie uns hier gehabt haben.

Claudia Wagner: Vielen Dank für die Einladung.

Das war Gesund informiert, der Gesundheitspodcast. Eine Zusammenarbeit von Gesundheitsfonds Steiermark und ORF Steiermark.