Folge Nackenschmerzen: Gefährlich oder unbedenklich?
Nackenschmerzen hatte wohl jede*r schon mal. Die Ursachen dafür können unterschiedlich sein. Die gute Nachricht: meist sind Nackenschmerzen harmlos.
In der Folge #45 des „Gesund informiert“-Podcast erfahren Sie, wann Sie zum Arzt oder zur Ärztin gehen sollten, wie Sie Nackenschmerzen vorbeugen können, ob Wärme hilft und welche Übungen helfen können, die Schmerzen zu lindern.
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Willkommen bei Gesund informiert, deinem Podcast der Gesundheit verständlich macht. Bianca Heppner und Anja Mandl bringen Licht in den Dschungel der Gesundheitsinformationen. Mit wissenschaftlich gesicherten Infos, hilfreichen Tipps und spannenden Interviewgästen bist du immer gesund informiert.
Heute sprechen wir bei Thema, das wollen leider viele unserer Hörerinnen und Hörer kennen. Es geht um Nackenschmerzen. Viele von uns, so auch ich, sitze den ganzen lieben langen Tag vor einem Bildschirm. Wenn ich dann abends nach Hause komme und mich gemütlich auf die Couch pflanzen möchte, dann merke ich, wie verspannt mein Nacken ist. Oder vielleicht kennst du das. Du stehst in der Früh auf und schon melden sich die Schmerzen. Die gute Nachricht gleich vorab: Nackenschmerzen sind zwar unangenehm, aber meistens harmlos. In dieser Folge erfährst du, was du gegen Nackenschmerzen tun kannst und und was du tun kannst, damit es gar nicht so weit kommt und ob ein Pflaster helfen kann. Los geht's. Liebe Bianca Heppner, woher kommen denn die Beschwerden?
Ja, wenn Nackenschmerzen plötzlich auftreten, also ohne offensichtlichen Grund, dann gibt's dafür viele verschiedene Ursachen. Es kann z.B. zu viel Bewegung gewesen sein oder auch zu wenig Bewegung. Stress wirkt sich auch auf unseren Nacken aus. Natürlich, wenn du bei der Arbeit, so wie du vorher gesagt hast, schlecht sitzt oder auch eine große körperliche Anstrengung hast, dann wirkt sich das auf den Nacken aus. Viele Mamis klagen über Nackenschmerzen. Und du kennst es bestimmt zu Hause, wenn du mit dem Auto fährst oder mit dem Zug und die Scheibe ist unten. Jedenfalls, dann gibt's Zugluft und diese Zugluft macht auch, dass der Nacken schmerzen kann. Und wenn das passiert, gibt's dann Medikamente, die helfen?
Ja, es gibt Schmerzmittel, die können vorübergehend gegen die Beschwerden helfen. Aber wichtig, wenn du diese über einen längeren Zeitraum nimmst, dann kann das Nebenwirkungen verursachen und zwar auch schwere Nebenwirkungen. Darum solltest du, bevor du so ein Schmerzmittel einnimmst, immer mit dem Arzt abklären, was ist die Ursache für die Schmerzen und wie lange darfst du dann das Medikament einnehmen?
Und wie schaut's mit Salben aus oder mit Spritzen? Hilft bei Nackenschmerz? Das weiß man nicht so genau, ob die Salben helfen oder nicht. Das ist tatsächlich zu wenig untersucht und da kann die Wissenschaft bis jetzt keine Aussage dazu geben. Aber mein Vorschlag dazu: Probier es einfach aus und du wirst sehen, ob dir die Salbe gut tut oder nicht. Und Spritzen werden bei Nackenschmerzen eher nicht empfohlen.
Gut, das heißt, Schmerzmittel sind nicht optimal, Spritzen auch nicht und bei Salben wissen wir es nicht. Welche Möglichkeiten gibt es denn sonst?
Deine Physiotherapeutin oder ein Physiotherapeut kann helfen. Und natürlich, ich habe es vorher schon gesagt, geh zum Arzt, wenn du verunsichert bist und wissen möchtest, wo die Nackenschmerzen herkommen. Und der Arzt oder die Ärztin, der kann dir dann sagen, ob irgendwas Ernsthaftes dahinter steckt und kann dich dann auch gleichzeitig für eine Physiotherapie überweisen. Man hat nämlich festgestellt oder Studien sagen, dass eine Kombination aus Manualtherapie und aktiven Übungen sehr wirksam ist.
Was ist denn bitte Manualtherapie?
Bitte, das fragst du ganz genau, deinen Physiotherapeuten oder Physiotherapeutin. Es sind jedenfalls spezielle Handgriffe und Techniken, die deine Beweglichkeit steigern und gleichzeitig die Schmerzen lindern. Und wenn du dann zu Hause noch Übungen machst, dann ist das natürlich sehr wirksam.
Und was ist mit Wärmepflastern? Können die bei Nackenschmerzen helfen?
Ja, die Wärme, die kann als sehr angenehm empfunden werden, aber da wiederhole ich mich jetzt auch wieder. Die Kolleginnen und Kollegen von Medizin transparent, die haben sich nämlich angeschaut, ob das nachhaltig ist, also ein Wärmepflaster auf dem Nacken, und haben festgestellt, dass leider auch hier die wissenschaftlichen Belege für die Wirksamkeit fehlen. Also wiederum mein Rat, probier es einfach aus, schau, ob dir die Wärme angenehm ist oder ob du eher Kühle als angenehm empfindest und entscheide dann für dich selbst, ob du es anwendest.
Stimmt, probieren geht über studieren. Und falls dich zu Hause die Studie interessiert, dann verlinken wir dir diese in der Folgenbeschreibung. Gibt es noch weitere Behandlungen, die helfen können? Auch Akupunktur kann für kurze Zeit Besserung bringen. Du weißt, Akupunktur, das ist mit Nadeln. Das kommt aus der traditionell chinesischen Medizin. Da werden mit Nadeln gewisse Punkte im Körper stimuliert und man erwartet eine Wirkung. Das ist wiederum leider nicht wissenschaftlich belegt, aber es kann dir helfen. Probier es einfach aus. Und jetzt der wichtigste Tipp, du beugst vor. Also mein erster Tipp dafür: Stress vermeiden.
Das hatten wir ja schon in einigen Folgen. Was gibt's denn noch außer Stress vermeiden?
Regelmäßige Frischluft und gute Lichtverhältnisse in deinem Raum schaffen ein gutes Wohlfühlklima und vermeiden, dass du gebückt an deinem Arbeitsplatz sitzt. Es ist auch gut, wenn du öfters mal deine Sitzposition wechselst oder zwischendrinnen aufstehst. Und wenn du schwere oder einseitige körperliche Belastung hast beim Arbeiten, wie z.B. du musst Paletten im Geschäft ins Regal räumen oder du musst schwere Ziegel den ganzen Tag tragen, dann kann gezieltes Training deinen Körper stärken.
Okay, Sport, also noch so ein Tipp, den wir schon ein paar Mal hatten.
Ja, und mir fällt auf, sogar unsere Gäste sagen ganz oft bei unserer Frage, was ist der Tipp für ein gesundes Leben, Bewegung und Sport?
Also, das hat schon seinen Sinn. Ja, natürlich nicht nur Sport, sondern du musst auch beim Arbeiten schauen, dass du den Arbeitsplatz gut einrichtest. Da kannst du z.B. einen Arbeitsmediziner oder die Arbeitsmedizinerin fragen. Auch die AUVA hat da gute Tipps zusammengefasst für die Arbeit am Bildschirm. Guter Schlaf ist genauso wichtig und regelmäßige Übungen helfen dir dabei, Nackenschmerzen vorzubeugen.
Da ist wieder was dabei, was wir verlinken können, nämlich die Tipps von der AUVA. Du hast gesagt, regelmäßige Übungen können helfen. Was kann ich denn da für Übungen machen?
Du kannst z.B. schon vorher deine Physiotherapeutin oder deinen Physiotherapeuten fragen, welche Übungen zur Stärkung des Nackens gut sind. Aber du kannst natürlich auch Bewegung prinzipiell in deinen Alltag einbauen, wie z.B. dass du mehr gehst, du nimmst die Stiegen statt dem Lift oder du fragst beim Verein deines Vertrauens aus deiner Umgebung einfach nach, ob du da mitmachen kannst und die können dir sicher auch Ratschläge geben, welche Übungen gut sind für deinen Nacken. Das war jetzt eigentlich ziemlich viel auf einmal. Kannst du noch einmal ganz kurz zusammenfassen, wenn es um Nackenschmerzen geht, was kann ich selbst tun? Ja, du hast eh schon gespoilert, die gute Nachricht noch einmal: Meistens vergehen die Nackenschmerzen von selbst. Gut ist sowieso immer und überhaupt, dass du in Bewegung bleibst. Leichte körperliche Aktivität, wie z.B. spazieren gehen, ist da sehr sinnvoll und versuch, einseitige Belastung überhaupt zu vermeiden und ansonsten deinen Körper mit gezielten Übungen zu stärken. Und wenn das alles nichts hilft und die Nackenschmerzen trotzdem bleiben, wo finde ich dann Rat und Hilfe? Der erste Weg sollte immer zum Arzt oder zur Ärztin sein, wenn du verunsichert bist, weil in ganz seltenen Fällen können Nackenschmerzen auch auf ernsthafte Erkrankungen hinweisen oder auf einen Notfall. Wenn du natürlich nach einem Unfall Nackenschmerzen hast, solltest du zum Arzt zur Ärztin gehen. Wenn dein Nacken steif wird und du Fieber bekommst, ab zum Arzt. Aber auch wenn du Kopfschmerzen in Kombination mit den Nackenschmerzen hast oder wenn du Kribbeln in den Armen und Händen hast, dann solltest du auf Nummer sicher gehen und deine Ärztin oder deinen Arzt fragen.
Wir sind schon wieder am Ende dieser Folge angelangt und ich fasse das Wichtigste noch einmal zusammen. Nackenschmerzen sind meistens harmlos und vergehen oft von alleine wieder. Ausreichend Bewegung und Schlaf können helfen, den Schmerzen vorzubeugen und Stress sollte man vermeiden. Wenn Nackenschmerzen gemeinsam mit anderen Beschwerden wie z.B. Schwindel oder Übelkeit auftreten, dann unbedingt ab zum Arzt. Liebe Bianca Heppner, die letzte Frage, ich hoffe, du bist vorbereitet. Was ist denn dein persönlicher Tipp für ein gesundes Leben?
Ich glaube, heute habe ich wirklich einen tollen Tipp, passend zum Thema. Meine Yogalehrerin sagt immer, wir machen jetzt die Ja, Ja, Nein, Nein Übung und das empfehle ich dir zu Hause auch zu tun. Das heißt, du nickst einfach Ja vor dich hin und machst dann gleich die Nein, Nein Bewegung. Das heißt, du schüttelst den Kopf, weil diese zwei Übungen lockern deinen Nacken und beugen Schmerzen vor. Wie praktisch, oder? Das geht auch im Büro zwischendurch. Ich glaube, das werde ich mir merken.
Ja. Ja. Nein, nein. Das war's für heute. Danke liebe Bianca Heppner, dass du heute meine Fragen beantwortet hast.
Sehr gerne.
Wir hoffen, diese Folge hat dir zu Hause gefallen und du bist auch das nächste Mal wieder dabei. Wenn du mehr zum Thema Gesundheit wissen willst oder den Podcast nachhören möchtest, dann schau auf unserer Webseite gesund-informiert. Wenn du Themen für uns hast, die dich interessieren, dann schreibe uns unter gesund-informiert@gfstmk.at
Wir freuen uns schon auf ein Wiederhören. Bis dahin bleib gesund und informiert. Papa, Bianca Heppner und Anja Mandl von gesund informiert, deinem Podcast, der Gesundheit verständlich macht.