Podcast

Folge #59 Antibiotika: Wie nehme ich sie richtig ein?

Schutzschild auf dem Virenzellen abgebildet sind.

Heute dreht sich alles um das Thema Antibiotika. Wann werden Antibiotika eingesetzt und wie wirken sie im Köper?

In der Folge #59 des „Gesund informiert“-Podcast erfahren Sie die Antworten auf diese Fragen, was bei der Einnahme von Antibiotika zu beachten ist und welche Rolle Milch und Alkohol dabei spielen.

Gast:
Dr. Bernd Haditsch, Facharzt für Innere Medizin und Vorsorgemediziner

External content is hidden due to privacy reasons. It will be embedded after consent is given in the privacy settings.

Text for the episode

Sie sollten die Antibiotika so oft wie notwendig nehmen, aber so selten wie möglich. Willkommen bei Gesund informiert, deinem Podcast der Gesundheit verständlich macht. Bianca und Anja bringen Licht in den Dschungel der Gesundheitsinformationen. Mit wissenschaftlich gesicherten Infos, hilfreichen Tipps und spannenden Interviewgästen bist du immer gesund informiert. Herzlich willkommen zu unserer und informiert Folge heute zum Thema Antibiotika. Wir werden besprechen, wann Antibiotika eingesetzt werden, wie sie im Körper wirken und für dich zu Hause bestimmt wichtig, was man bei der Einnahme berücksichtigen muss oder sollte. Zu Gast bei mir ist heute Dr. Bernt Harditch. Er ist Facharzt für innere Medizin und Leiter des Gesundheitszentrum für Vorsorgeuntersuchungen der ÖGk in Graz und er wird meine Fragen beantworten, wie wir mit Antibiotika verantwortungsvoll für unsere Gesundheit umgehen können. Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit nehmen und herzlich willkommen.
Danke für die Einladung. Ich freue mich sehr. Jetzt die erste Frage, die jetzt ganz spontan kommt, es heißt manchmal Antibiotikum, manchmal Antibiotika. Was ist der Unterschied? Antibiotikum ist ein Medikament, Antibiotika ist die Mehrheit, also die Familie der Medikamente. Okay, gut. Wenn wir das jetzt geklärt haben, können wir ans inhaltliche gehen. Äh, was sind denn Antibiotika? Welche gibt's denn eigentlich und wie wirken sie? Also Antibiotika sind sehr wertvolle, manchmal sogar lebensrettende Medikamente, ja, die trotzdem manchmal zu häufig, zu früh, zu lange eingesetzt werden. Und deswegen freue ich mich sehr mit Ihnen, mit euch dieses Thema besprechen zu dürfen. Prinzipiell sind Antibiotika, Medikamente, die zielgerichtet auf Bakterien wirken. Bakterien sind Krankheitserreger, eine spezielle Form von Krankheitserregern. Ein großer Irrtum ist, dass jede Krankheit, jede Infektionskrankheit mit Antibiotika behandelt werden muss. Das ist schon eine große Fallstricke, weil es gibt auch andere Krankheitserreger wie Viren oder Pilze, gegen die Antibiotika definitiv nicht wirken und da wäre es auch ungünstig, diese Krankheiten mit diesen Medikamentengruppe zu bedienen. Ja, wenn wir die Antibiotika uns aufdröseln, dann gibt es zwei prinzipielle Wirkmechanismen. Das eine ist, dass Antibiotika Bakterien am Wachstum hemmen können. Und die andere Wirkmöglichkeit ist, dass dieses Medikament die Bakterien umbringt. Ja, das sind zwei unterschiedliche Wirkmechanismen, wo maßgeschneidert von Ihrem Arzt, Ihrer Ärztin das passende Antibiotikum ausgesucht werden wird. Die Antibiotika können wirken lokal. Am bekanntesten sind Antibiotika haltige Salben oder Augensalben. Ja. Äh das kann auch lokal im Darm wirken oder wie man so schön sagt systemisch. Das heißt, dass dieses Medikament über den Körper aufgenommen wird, entweder als Tablette oder als Infusion und dann im ganzen Körper wirkt.
Antibiotika helfen gegen Bakterien, nicht gegen Viren und Pilze habe ich mir gemerkt. Ist fast ein bisschen leicht sich Eselsbrücke zu bauen, nämlich im Antibiotika ist ein B Bakterien. Gut, guter Hinweis. Ähm, wann sind Sie denn notwendig? Also gibt's da, können Sie ein paar Beispiele nennen? Ja, also die Krankheiten, die durch Bakterien verursacht werden, müssen nicht von vorne rein mit Antibiotika behandelt werden. Es gibt durchaus Erkrankungen, wo man die Selbstheilung des Körpers unterstützen kann. Spontan, weil es dort sehr häufig und unkontrolliert zu Antibiotikainsatz kommt, fallen mir ein Harnwegsinfekte. Ja, bei Harnwegsinfekten auch wenn sie durch Bakterien verursacht sind, ist d mal die erste Therapie vom ausreichend Trinken Blasen die Preiselbeeren. Ja und erst wenn dann Beschwerden auftreten, das nennt man symptomatischen Harnwegsinfekt. Also wenn die betroffene Personen, es sind meistens Frauen, sind eher geneigt für Harnwegsinfekt. brennen, beim Harnlassen, Unterleibschmerzen gar Fieber haben und diese Maßnahmen wie trinken, Blasendee, Preiselbeeren nicht reichen, dann ist die Indikation, also dann ist die dann ist die Gabe von Antibiotikum indiziert, wie man schon sagt, also begründbar.
Das heißt jetzt im Alltag, ich gehe in die Apotheke, kauf mir Antibiotikum und nehme das, wenn ich glaube oder wie ist denn da der korrekte Weg? Der korrekte Weg ist, dass sie zur Ärztin, zum Arzt ihres Vertrauens gehen, weil die Antibiotika sind durch die Bank rezeptpflichtig, verschreibungspflichtig, rezeptpflichtig. Das heißt, sie können noch so ein großes Wissen in der Apotheke darstellen und die Apothekerin kann das noch so gut finden. Es muss verschrieben werden, die Antibiotika und das ist auch gut so.
Mhm. Das heißt, für dich zu Hause, der erste Weg muss über Hausarzt, Hausärztin oder Facharzt passieren. Ähm, damit du dann entsprechend gut beraten bist für die Antibiotika Einnahme. Vielleicht, weil ich gerade Einnahme sage, was ist denn bei der Einnahme zu beachten? Gebrauchsinformation. Lesen Sie die Gebrauchsinformation? Fragen Sie Arzt oder Apotheker, das ist der Stehsatz immer wieder. Äh das Wichtige dabei ist, dass man sehr maßgeschneidert schauen muss. In den meisten Fällen sind es zumindest im häuslichen Gebrauch Tablettenformen. Ja äh wo es manchmal darauf ankommt, ob man es nüchtern nimmt oder zum Essen dazu nimmt. Prinzipiell, wenn ich so kategorisieren darf, ist die Nüchterneinnahme durchaus von Vorteil. Was konkret bei Antibiotikern ein Problem sein kann, ist, dass sie zusammen mit fettreichen Nahrungsmittel z.B. mit Milch schlechter aufgenommen werden. Also da schon bitte auch einmal noch nachfragen, wenn es nicht gesagt wird. Äh Beipacktext steht es auch drinnen, aber ich glaube in der Arztpatientenkommunikation ist es wichtiger, dass Sie diese Frage dem Arzt der Ärztin das Vertrauens stellen und der wird Ihnen dann zu diesem passenden Medikament die richtige Antwort geben.
Und nüchtern bedeutet Nüchtern bedeutet auch nicht gegessen zu haben. Also es die das nüchtern im ärztlich Bereich äh umkreist nicht nur den Alkoholkonsum, sondern tatsächlich äh weder gegessen noch getrunken zu haben. Wie lange soll ich das Antibiotikum einnehmen? Ist eine sehr schwierige, durchaus eine nicht einfach zu beantwortete Frage. Warum? Es gibt da ganz genaue Therapieschema da. Also im Extremfall kann ich sagen, ein sogenannter Single Shot, also eine einmalige Gabe mit einer recht hochdosierten Gabe kann zielführend sein. Z.B. weil es mir konkret einfällt bei einem Harnwegsinfekt. Umgekehrt gibt es wieder äh Erkrankungen, die eine lange Antibiotikaeinnahme brauchen. Spontan, weil es in der Steiermark durchaus auch gängig ist, fällt mir da die Borreliose ein, weil diese die Bakterien, die die Borreliose verursachen, insofern lästige Viechern sind, weil sie immer wieder verschwinden und wieder aufpoppen. Wenn man da zu früh aufhört, dann kann man nicht alle dieser Bakterien erwischen. Da kann das dann durchaus zwei bis drei Wochen sein. Es gibt auch eine sogenannte prophylaktische, also eine vorsorgliche Einnahme für Risikopatientinnen mit Herzklappenproblemen oder mit einem geschwächten Immunsystem bei Zahn äh einsetzen, dass da kurz vor dem Eingriff äh mit dem Antibiotikum eine mögliche Infektion verhindert wird. Also da ist tatsächlich eine maßgeschneiderte Therapie mit dem Arzt der Ärztin Ihres Vertrauens abzusprechen.
Und wenn ich jetzt wieder vom Harnwegsinfekt ausgehe, also ich kriege ja die Packung der Tabletten mit nach Hause, das sind meistens sind das schon große Trümmer, die sind ja nicht so angenehm zu schlucken. Die nehme ich aber nüchtern und mit Wasser z.B. ein, so wie sie es jetzt da empfohlen haben. Und jetzt geht's mir besser und die Packung ist noch nicht leer. Also es sind große Trümmer oftmals. Ja, also da gut trinken und sich ein schönes Stück Schokolade oder Fleisch oder was auch immer vorstellen, dann rutscht vielleicht leichter runter. Bitte halten Sie sich an die Vorgaben der Ärztin oder des Arztes. Ja, Sie müssen nicht die Packung aufbrauchen, wenn es ein wie schon gesagt Single eine einmalige Therapie ist. Sollte der Rest dieser Bakterien der dieser Medikamente muss darf kann dann verworfen werden. Ja, umgekehrt ähm auch nicht zu früh aufhören. Das heißt, sollte dieses Medikament, sollte die Therapie dir meistens auch aus Schmerz und Fieber senkenden Medikamenten betrifft, sollte das schon Erfolg führen. Aber Ihnen vorgeschrieben sein, dass sie die Medikamente, die Antibiotika über eine gewisse Zeit, sagen wir, eine Woche nehmen und es geht Ihnen am fünften Tag schon besser. Bitte trotzdem diese sieben Tage äh fertig nehmen. Warum, wenn Sie zu früh aufhören können, einzelne Krankheitserreger wieder aufflammern. Das nennt man dann Rebound, dass man also wiederum diese Krankheit bekommt und das kann dann durchaus lästiger sein.
Gut, also ich merke mir jetzt genauso lange einnehmen wie der Arzt oder Ärztin mir das sagt und was ist, wenn ich es einmal vergesse? Der Körper hat Gott sei Dank Kalender und keine innere Uhr, er hat schon eine innere Uhr, aber nicht die auf Stunden geht, dann bei nächstmöglicher Gelegenheit dazu nehmen. Also die therapeutischen Breiten, das nennt man so. Das heißt, ähm in welchem Wirkspiegel dieses Medikament wirkt, sind nicht allzu eng üblicherweise. Das heißt, sollte man eine vergessen werden oder sollten sie im Zuge dieser Behandlung Durchfall oder brechen haben, dann sinkt vielleicht messbar Wirkspiegel ein bisschen ab, aber deswegen fällt man nicht heraus. Das ist ja auch der Vorteil dieser von vielen Medikamenten, wir sprechen heute konkret von Antibiotika, dass die einen gewissen Wirkspiegel aufbauen. Das heißt, im Blut ist eine gewisse Menge von dieser Substanz über die Behandlungszeit äh vorhanden und mit den zusätzlichen Einnahmen halten Sie diesen Spiegel aufrecht. Und wenn Sie jetzt einmal eine Tablette nicht nehmen oder auch nicht vertragen oder durch Durchfall oder Erbrechen verlieren, dann sinkt vielleicht messbar dieser Wirkspiegel ein bisschen ab, aber sie sind noch immer in diesem therapeutischen Bereich. Also dann ich würde sagen, einfach weiternehmen.
Und jetzt spreche ich in ein Beispiel. Ich soll Montag bis Freitag die Tablette einnehmen und vergesse Mittwoch. Soll ich dann Donnerstag zwei nehmen oder wie ist es dann mit dem Wirkspiegel? Meine Empfehlung ist dann äh die Medikamente so einzunehmen, wie es vorgeschrieben ist. Also diese eine Tablette durchaus und Anführungszeichen vergessen. Ja, wenn Sie tatsächlich auf diese 7 Tage Behandlung kommen wollen, dann lass ich gerne mit mir verhandeln. Das sage ich auch meiner Patientin, mein Patienten, dass das dann halt eben am Samstag in der Früh noch einmal nachnimmst. Ja, dann hast eben auch die Therapieform von den 7 Tagen, die halt um diese um diesen halben Tag verlängert ist.
Was sind denn so typische Nebenwirkungen von Antibiotika? Einerseits sind sie nicht zu 100% wirksam, also man kann auch daneben liegen. Vielleicht kommt dann da noch kommen wir darauf noch auf das Gespräch und andererseits äh hat jedes Medikament ein Wirkung Nebenwirkungsprofil. Deswegen soll es auch zielgerichtet, maßgeschneidert eingesetzt werden. Und Sie als Hörer als dann Patientin Patient sollen auch nachfragen. Die häufigsten Nebenwirkungen, wenn ich so grob einteilen darf, sind Magen-Darm-Geschichten. Ja, also angefangen von Übelkeit äh Völlegefühl im Bauch bis hin zu Durchfall. Das ist eine ein großes Kapitel. Das zweite große Kapitel von manchen Medikamenten ist, dass es Hautreaktionen auslösen kann. Ja. Und etwas abgesehen von Nebenwirkungen, was tatsächlich abgefragt werden sollte, ich würde so sagen muss, ist eine allergische Reaktion, weil eine Allergie, die kann auch auf diverse Antibiotika sein. Das ist ein Einusschalter. Ja, also und erreicht auch schon eine Tablette, dass diese allergische Reaktion äh im Körper abläuft und die kann dann durchaus belastend bis gefährlich werden. Ähm bei einem erstmaligen Verschreibung wird der Arzt Ärztin Ihnen das Medikament verschreiben, das gut dafür wirkt. Aber bitte beachten Sie bei einer vor allem erstmaligen Einnahme eines eines gewissen Präparates, ob sie ähm juckenden Hautausschlag bekommen oder gar Schwindelgefühl oder Artennot, um alles zu bedienen. Ja. Und das sprechen Sie und melden Sie dann bitte ehestmöglich Ihren behandelnden Arzt, Ihre behandelten Ärzte zurück. Also, das sind nicht Nebenwirkungen, sondern es ist eine allergische Reaktion, die auch auf Medikamente und explizit auf Antibiotika passieren kann.
Ich zu Hause kann ich in irgendeiner Art und Weise die Nebenwirkungen minimieren, kann ich sie möglichst vermeiden durch irgendein Verhalten? Bedingt. Bedingt. Ja, also sie sollten schon die Medikamente einnehmen, wenn sie für sie äh passend und zielgerichtet sind. Ähm sie können oder die Antibiotika, wie gesagt, wie schon gesagt, die Antibiotika gehen ja auf Bakterien und sie haben ja Bakterien sind ja von vorne nichts Schlechtes. Wir haben ja auch gute Bakterien im Darm, ich sprich das Mikrobiom, die Darmflora an, die essentiell, die wesentlich für unsere Gesundheit und unsere Gesunderhaltung und in dem Fall auch für unser Immunsystem sind. Und die Antibiotika, die Medikamente unterscheiden nicht zwischen gut und böse. Das heißt, wir müssen davon ausgehen, dass diese Medikamente, die Sie für eine Krankheitsbewältigung brauchen, auch die guten Bakterien beleidigen oder gar kaputt machen und daraus resultieren dann diese typischen Magen-Darm-Geschichten wie Durchfallerscheinungen und das können sie unterstützen, indem Sie begleitend Probiotika oder Präbiotika, das kann in Joghurtform sein, es gibt auch es gibt auch pharmazeutische Präparate oder Nahrungsergänzungsmittel, die die sogenannte Darmflora unterstützen und damit können diese Nebenwirkungen abgefangen abgemildert werden. Zumindest auch wenn nicht abgefangen werden. Ja, eine wesentliche Nebenwirkung habe ich noch vergessen, die eher die Damen betrifft. Ähm das ist, dass Antibiotika durchaus auch der Schleimhautmilieu verändern kann und das betrifft Männer und Frauen im Bereich des Mundes, also Mundschleimhaut, wo zu Pilzinfektionen kommen kann und unangenehm ist es für Damen die eine Pilzerkrankung der Scheide. Ja, weil weil auch dort gesunde Bakterien äh das das Scheidenmilieu aufrechterhalten und auch da gibt es unterstützende Maßnahmen, um diese um diese unangenehme Nebenwirkung abzufedern.
Wie ist denn das mit dem Alkohol? Kann ich Alkohol trinken, während ich Antibiotika nehme? Ist eine sehr diffizile für Frage für mich, weil Alkohol ist für mich kein Getränk. Da spricht jetzt der Vorsorgemediziner in mir. Alkohol ist ein Genussmittel und kein Getränk. Dafür ist es zu energiereich und hat auch viele andere gesundheitliche Nebenwirkungen, die hier jetzt nichts verloren haben. Also als Getränk Alkohol trinken, da bin ich etwas zurückhaltend. Alkohol genießen darf jede und jeder zu Festivitäten, zu besonderen Anlässen, zu einem schönen Essen. Ich nehme an und fürchte fast, dass Sie bei Krankheit nicht unbedingt etwas zu feiern haben und im Zusammenhang mit Krankheiten, egal welcher äh welche Infektion es ist, sollte der Alkoholkonsum minimiert werden. Äh dafür schmeckt's dann, wenn sie gesund sind, umso besser.
Mhm. Und ich habe legitime Ausrede. Ich kann nichts trinken, muss Antibiotikum nehmen. Ich glaube, man braucht keine Ausrede dafür. Das braucht man nicht. Und Gott sei Dank ist die Gesellschaft jetzt schon soweit, dass man auch mit Mineralwasser oder mit gutem Leitungswasser anstoßen kann und dass ein Nein auch beim Alkohol akzeptiert wird. Das ist eine für mich sehr wertvolle Vorsorge oder Gesundheitsmaßnahme. Wenn Sie die Ausnahme brauchen, können Sie es gerne aufs Antibiotikum schieben.
Na, vielen Dank. Nein, danke. Reicht völlig aus. Gibt ja noch viele, viele andere gute Sachen. Aber Apropos gute Sachen, wir haben von Milch gesprochen, ja was Feines und ich habe mir hoffentlich richtig gemerkt, nicht ideal mit der Antibiotikum Aufnahme, weil fettreich und kann die Aufnahme verhindern oder dämpfen. Sie treffen mein Herz, weil ich liebe Milch. Ich könnte Milch, ich könnte also wenn es mir Bier und Milch hinstell, ich trinke die Milch sehr gerne, aber das ist nicht gesund. Ich bin ja auch nur, weil ich Arzt bin, nicht unbedingt jetzt da überall gesund äh unterwegs. Die Milch von vorne rein, die Puristen, ich habe schon angesprochen, die Darmflora, das Mikrobiom und äh die Puristen sagen, dass die Milch oder die vor allem die Vollmilch, die getrunkene Vollmilch auch für das Mikrobiom nicht gut ist. Ja, und es ist ja eigentlich eine es ist ja eigentlich ungewöhnlich, dass erwachsene Säugetiere wie der Mensch auch im erwachsenen Alter Milch trinkt. Also die möglich Unverträglichkeit ist eigentlich was Natürliches, dass das Baby von der Mutterbrust wegkommt. Also generell auch wenn ich es liebe, ist Milch schon gar kein Getränk, dafür ist es zu energiereich. ist ein Nahrungsmittel und das Nahrungsmittel verträgt nicht jeder Darm optimal. Jetzt im Zusammenhang mit den Antibiotika. Dadurch, dass es fettlöslich ist, kann es die Aufnahmeleistung des Darmes oder des Medikaments Antibiotikum beeinflussen, in welche Richtung auch immer. Und aus dem Grund im Zusammenhang mit Antibiotika äh sollte man auch den Milchkonsum im Sinne von Milchtrinken vermeiden.
Gibt's noch andere Lebensmittel, wo ich aufpassen müsst, mit Antibiotikum? An Lebensmitteln denke ich jetzt nicht unbedingt. Wie gesagt, nüchtern, also ohne Nahrung aufnehmen ist sicher vernünftiger. Ein Glas Wasser dazu ist okay. Umgekehrt, was man schon mit dem Arzt der Ärztin Ihres Vertrauens absprechen sollte, ist, wenn Sie andere Medikamente nehmen, weil es doch relativ häufig ist, ein blutverdünnende Medikamente äh die eine Vielzahl von der älteren Bevölkerung einnimmt und es ist kein Problem. Es gibt genug Leute, die blutverdünnende Medikamente nehmen und gut mit Antibiotika behandelt werden können. Also keine Sorge, bitte. Aber die Rückfrage beim Arzt oder die Rückfrage an die Ärztin, ob das wohl mit den mit den Standardmedikamenten äh ihrer Behandlung zusammenpasst, ist legitim und ich würde sagen, ist gut.
Ich weiß nicht, ist das ein Mythos oder was auch immer, den klären wir jetzt jedenfalls auf. Hitze und Antibiotika Kann auch schwierig sein. Hitze und Antibiotika, also prinzipiell die Hitze oder bei jeder Erkrankung, insbesondere bei Infektionskrankheiten sollte man bestmöglich die Hitze meiden. Ja, weil viele Infektionskrankheiten ja als normale körperliche Reaktion haben, das jetzt unabhängig, ob es Bakterien oder Viren sind, ähm die eine Reaktion des Körpers haben, dass Fieber produziert wird. Also Fieber ist ja von vorne einmal nichts Schlechtes und Das ist eine Reaktion des Körpers wieder gesund zu werden. Und wenn Sie sich jetzt da in die Hitze begeben und der Körper bemüht sich ja durch ein körpereigenes Klimagerät die Temperatur in einem relativ engen Kreis von 36 bis 38° konstant zu halten. Wir sprechen von Fieber ab 38,5° und jede und jeder von Ihnen, liebe Zuhörerinnen wissen, wie es mit 40° geht. Ja, da ist man schon richtig krank. Also, das sind nur sehr kleine äh Nuancen an Körpertemperatur und es ist, glaube ich, relativ leicht nachvollziehbar, wenn es jetzt krank bist und dich in die Sonne legst und dabei dann eine Außenhauttemperatur von 38 39° hat und schon krank bist, dass das dann durchaus anstrengend ist. Also ich würde nicht das Antibiotikum als Hitzeproblem sehen, sondern die Krankheitsbewältigung oder wie der Körper mit der Krankheit umgeht, was nicht unbedingt mit der Hitze zu tun hat, was für spezielle Medikamente, spezielle Antibiotika wichtig und wesentlich ist und das sollen die Zuhörerinnen und Zuhörer wissen, es gibt manche manche Antibiotika, die eine sogenannte Fototoxizität haben. Das heißt, die Einnahme von diesem Medikament kann bei Sonnenbestrahlung so etwas wirken wie einen Sonnenbrand. Das bekannteste Medikament dafür ist ein recht häufiges, sondern ein sehr gutes Doxycyclin ist der Handelsname ist der pharmakologische Name und das ist eigentlich die Erstlinientherapie von der Borreliose. Ja, also insoferne kann das mit das korrekt eingesetzt ist, für eine korrekte Krankheit eingesetzt ist, dann zu Schwierigkeiten führen, wenn sie sich der Sonne aussetzen und das bitte auch mit dem Arzt der Ärztin ihres Vertrauens absprechen, wenn es nicht selber anspricht.
Ich unterbreche jetzt kurz. Gefällt dir unser Podcast? Wenn ja, erzähl doch auch anderen davon. Du hilfst uns dabei, verlässliche und unabhängige Gesundheitsinfos an möglichst viele Menschen zu bringen. Abonniere unseren Podcast und teile Folgen in sozialen Medien. Ich danke dir für deine Unterstützung und schon geht's weiter. Gibt's Alternativen zu Antibiotika? Wenn der Arzt die Ärztin die Indikation zu einer Antibiotikabehandlung korrekt ausspricht, dann gibt's keine Alternativen. Es ist immer die Frage, muss ich auf jede, nennen wir es banalen Infekt gleich mit einem Antibiotikum reagieren? Und da ist nicht nur meine persönliche Meinung. Nein, man muss nicht auf jede Krankheit von vorne gleich an Antibiotika denken. Ich habe schon äh erwähnt, dass es manchmal sogar in die falsche Richtung gehen kann. Die meisten Erkältungskrankheiten sind viral bedingt, also durch Viren ausgelöst. Das ist eine andere Regergruppe, da wirken Antibiotika nicht und nur wenn ein Husten, Schnupfen äh oder was auch immer hast, muss man nicht gleich mit Antibiotika reagieren. Wenn das Antibiotikum passend ist, dann äh gibt es wenige Alternativmöglichkeiten. Man kann im Vorfeld, wie ich schon mir gesagt hab, beim Harnwegsinfekt mit Trinken, mit Preiselbeeren, mit Harnansäuren helfen. Genauso gibt es die guten alten Hausmittel. Äh ich sag's wirklich so bewusst, weil jetzt da können wir pharmakologisch feststellen, welche Wirksubstanzen drinnen sind, ob das jetzt der Efeu, Thymian die, der das Salbeitee ist, alles das hat antiinfektiöse Wirkungen, die halt nicht genauso abgebildet sind wie ein Medikament. Schaden werden sie sich damit nicht. Ja, aber es hat auch eine Wirkungsbeziehung, es kann nicht immer helfen. Ja, aber unterstützend mit mit Mundspülungen, mit Teesorten ist durchaus legitim, wenn dann trotzdem die Krankheit, die Infektionskrankheit, die bakterielle Infektionskrankheit überhand bekommt, dann ist der Antibiotika Einsatz gerechtfertigt. Und in diesem in dieser Situation gibt es meiner Meinung nach keine Alternative. Dann
jetzt haben wir ja wirklich viel Informationen schon bekommen. Vielen Dank dafür. Ähm, wo könnte ich denn nachlesen? Also, können Sie jetzt irgendeine Seite empfehlen im Internet z.B., wo es auch wirklich geprüfte Informationen gibt, wo ich nachschauen kann und mich auch darauf verlassen kann, dass das stimmt, was da steht. Ja, also die das geflügelte Wort der Produktwerbung heißt hier für Fragen fragen Sie den Arzt oder die Apothekerin. Das ist auch korrekt. Mit einem kleinen Aber in einer Gebrauchsanleitung in einem in einem in einem Beipacktext muss tatsächlich alles drinnen stehen, was irgendwann und irgendwo einmal aufgetreten ist und das ist auch gut so, aber es hat auch ein gewisses Verunsicherungspotenzial. Ja, und ich bin nicht so naiv, ähm dass ich glaube, dass nur der Arzt und nur die Apothekerin ihr Vertrauen genießt. Und auch gut so. Sehr viele Leute, auch ich selber informiere mich im Internet. Wenn sie im Internet sich äh informieren, dann bitte Schauen Sie, wie er diese Seite geschrieben hat. Ja, auf das nennt man aufs Impressum schauen. Hat das als Ärztin, ein diplomiertes Personal? Hat das ein Medizinjournalist? Hat das eine öffentliche Institution wie Sozialversicherungen, wie der Gesundheitsfond ähm geschrieben oder sind das Foren, wo äh frei heraus philosophiert wird, dass es der Nachbarin geholfen hat und der Tante auch oder dieses Präparat ganz böse ist, weil irgendwer irgendwas gehabt hat, also auf Foren und auf Meinungsberichte, die bitte nicht mal überlesen, sondern gar nicht lesen, sondern wenn sie sich informieren, dann eben schauen, wie diese Seite betreibt.
Ich darf vielleicht ergänzen und du als Hörer oder Hörerin weiß es eh schon, aber auf unserer gesund-informiert-Seite gibt's natürlich auch immer auch Text zu unseren Podcast Folgen. Das heißt, du wirst auch etwas über das Thema Antibiotika auf unserer Website gesund-informiert. Was wäre denn noch wichtig, dass unsere Hörerinnen und Hörer wissen sollten zum Thema Antibiotika? Was ich vergessen habe zu fragen. Was fällt mir dann noch ein? Also Antibiotika sind wichtige ähm wichtige Medikamente. Ich bin froh, dass es in unserem Portfolio drinnen ist. Ja, man soll sie zielgerichtet einsetzen. Das finde ich auch wichtig, wenn Sie in die Kommunikation mit Ihrem Arzt Ihrer Ärztin gehen. Das heißt zielgerichtet. Es kann sein, dass bei den Beschwerden der Arzt, die Ärztin durchaus einmal mit einem, das nennt man Breitbandantibiotikum, also mit einem Antibiotikum, das gegen viele mögliche Keime wirkt, anfängt und trotzdem der Erfolg nicht gewährleistet ist, weil es ein spezielles Bakterium ist, ein spezieller Erreger ist, der ihre Gesundheit da belästigt. Und dann kann der Arzt die Ärztin ein sogenanntes Antibiogramm anfordern. Das heißt, man kann ganz zielgerichtet schauen, welches welche Substanz auf den Krankheitskeim mit dem ihr Körper zu tun hat, passt und das kann durchaus auch sein, dass die Antibiotikatherapie dann von Arzt von der Ärztin angepasst wird. Ja, das ist einmal wichtig. Auf der anderen Seite der unkontrollierte Einsatz, wobei ich da nicht so sehr den medizinischen Bereich in die Verantwortung nehmen möchte, sondern auch durchaus aus vielerlei Hinsicht für mich unter Anführungszeichen gesagt ungesund die äh Nahrungsmittelindustrie, weil dort wird sehr viel mit Antibiotika nachgearbeitet in der Fleischindustrie und das ist ein großes Problem in der Zukunft sein mit sogenannten Resistenzen. Das heißt, manche Medikamente wirken durch einen unkontrollierten und unreflektierten Einsatz beim Menschen, aber auch beim Tier dann nicht mehr, wenn wir es brauchen. Und das kann tatsächlich ein großes Problem sein. Es gibt sogenannte multiresistente Stämme, das heißt Bakterien, die gelernt haben mit Antibiotika umzugehen, die sich dagegen wehren können. und dann trotz Antibiotika weiter wachsen und den Körper beeinflussen können. Und da sind oftmals dann die schwächsten unserer Gesellschaft multimorbide, alte vielfachkranke, immungeschwächte, Kinder und Erwachsene betroffen. Und das kann dann durchaus eine eine langwierige heftige Therapie sein, die auch nicht immer gut ausgehen muss. Also der kontrollierte Einsatz von Antibiotikern ist ganz wichtig. Sie sollten die Antibiotika so oft wie notwendig nehmen, aber so selten wie möglich und wenn dann richtig.
Mein persönlicher Tipp, das ist das, was ich jeden Tag verschreibe meine Therapie, die ich verschreibe, sie ist oftmals eine heftige Therapie. Ich bin aber davon überzeugt. Und es ist Lebensstil, Lebensstil oder Lebensstiländerung. Gerade auch da, worüber wir jetzt sprechen, nämlich im großen Bereich des Immunsystems, der Abwehr, äh ist es gut bekannt, dass Personen, die sich bewegen, die sich ausgewogen pflanzenbasiert regional, saisonal ernähren, die auf ihr Gewicht achten, die genießen, aber nicht maßlos sind, die nicht rauchen, die sorgsam mit dem Genussmittel Alkohol umgehen, die auf ihr seelisches Wohlbefinden achten, dass die damit auch ihr Immunsystem stärken und das hat jede und jeder von Ihnen, liebe Zuhörerin, selbst in der Hand gestärkt durch den Winter zu kommen.
Mhm. Das war ja nicht nur ein Tipp, das waren ja Tipps. Großartig. Vielen, vielen Dank, das ganze Paket. Ja, und das war's eigentlich auch schon für heute. Also vielen Dank, Dr. Harditch, dass Sie heute bei mir waren im Gesund informiert Podcast. Äh, ich hoffe auch, dir zu Hause hat diese Folge gefallen und du bist auch wieder das nächste Mal mit dabei. Wenn du mehr zum Thema Gesundheit wissen willst oder den Podcast nachhören möchtest, dann schau auf unserer Webseite gesund-informiert. Wenn du Themen für uns hast, die dich interessieren, dann schreibe uns unter gesund-informiert@gfstmk. Wir freuen uns schon auf ein Wiederhören. Bis dahin bleibt gesund und informiert. Papa, Bianca und Anja von Gesund informiert, deinem Podcast der Gesund verständlich macht.