Podcast

Folge #53: Cholesterin: Wie kann ich meine Werte senken?

Blutzellen und Gefäß mit einem Tropfen.

Dass zu hoher Cholesterinspiegel zu gesundheitlichen Problemen führen kann, ist bekannt. Was ist Cholesterin überhaupt und wie kann ich meine Werte senken?

In der Folge #53 des „Gesund informiert“-Podcast erfahren Sie, was der Apfel mit Cholesterin zu tun hat und wie Sie Ihren Cholesterinspiegel in Balance halten.

Gast:
Dr. Meinrad Lindschinger⁠, Facharzt für Innere Medizin und Ernährungsmediziner

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Text for the episode

Diese Ballaststoffe, die im Apfel drinnen sind und die sind dann in der Lage, das Cholesterin indirekt zu senken. Willkommen bei Gesund informiert, deinem Podcast der Gesundheit verständlich machen. Bianca und Anja bringen Licht in den Dschungel der Gesundheitsinformationen. Mit wissenschaftlich gesicherten Infos, hilfreichen Tipps und spannenden Interviewgästen bist du immer Gesund informiert.
Herzlich willkommen zum Gesund informiert Podcast. Heute möchten wir über ein Thema sprechen, das viele Menschen interessiert. Cholesterin. Ein zu hoher Cholesterinspiegel kann zu gesundheitlichen Problemen führen. Und in dieser Folge werden wir genauer erklären, was ist denn Cholesterin eigentlich und noch wichtiger, was kann man denn womöglich selbst tun, um den Cholesterinspiegel im Gleichgewicht zu halten? Zu Gast bei mir ist heute Primarius Dr. Rad Lindinger. Er ist der ärztliche Leiter am Institut für Ernährung und Stoffwechselerkrankungen im wunderschönen Kurort Laßnitzhöhe bei Graz. Schön, dass Sie sich die Zeit nehmen und herzlich willkommen.
Bitte gern.
Gut, dann fangen wir gleich mit der ersten Frage an. Was ist denn Cholesterin und warum ist das überhaupt wichtig für uns und unseren Körper?
Cholesterin kommt bei uns im ganzen Körper vor, ist Bestandteil von Membranen, also von jedem Zellaufbau und ist für uns eigentlich eine lebensnotwendige Substanz ohne Cholesterin kein Leben. Natürlich ist Cholesterin in in weiterer Folge, wenn man es jetzt die negative Seite betrachtet, dann auch Grundlage für Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Gefäßverstopfungen. Aber ich denke, das werden wir noch genauer besprechen.
Jetzt ähm wichtig für den Körper und Teil jeder Membran ist es wie eine Schmiere oder kann man das vielleicht ein bisschen?
Ja, Cholesterin ist eine fettähnliche Substanz äh und wird gesagt sagt in die Membranen eingebaut und wenn es jetzt im Körper transportiert wird, was wir allgemein so als Cholesterin betrachten, äh dann verbindet es sich mit anderen Substanzen, z.B. eben Eiweißen, Proteinen und darum heißt es auch Lipoproteine, also Fett und Eiweißsubstanzen. Und das sind dann diejenigen Strukturen, die dann bei uns im Gefäßsystem dann von der Leber zur Leber und in den ganzen Körper hin eben transportiert werden. Da haben wir verschiedene Gruppen eben. Weiß nicht, ob sie schon einmal einen Befund von sich genau angeschaut haben. Da ist z.B. LDL Cholesterin, das kommt vom Englischen, heißt Low Density Lipoprotein, also ein ein eine Struktur, die eine geringe Dichte hat. Dann gibt es das HDL Cholesterin, was landläufig auch als unter Anführungszeichen das gesunde Cholesterin bezeichnet wird, was so nicht mehr stimmt, werde ich Ihnen nachher noch erklären. Dann gibt es noch IDL, VLDL etc. etc. Aber für uns die wichtigsten sind jetzt in dem Bereich heute eben das LDL Cholesterin, äh das wenn es sich verändert, dann in den Gefäßen abgelagert werden kann und das HDL Cholesterin, das High Density, also eine hohe Dichte ist dann auch dafür verantwortlich, dass es dieses LDL Cholesterin, also unter Anführungszeichen das Ungünstige äh wieder z.B. zur Leber zur Verstoffwechselung rückführt. Dadurch ist immer wieder die Diskussion, dass das HDL Cholesterin und LDL Cholesterin im Verhältnis passen sollen. Äh ist ist nicht mehr ganz richtig, aber man kann sich daran orientieren.
Vielleicht gehen wir da gleich noch mal ähm drauf ein. Also, es gibt zwei verschiedene, es gibt mehrere Arten von Cholesterin, wenn ich das richtig verstanden habe. Für uns heute ist wichtiger das LDL und das HDL. Und ähm wenn ich jetzt das vorher Gesagte noch mal Revue passieren lasse, dann ist eigentlich äh das HDL schon etwas, das ich ein bisschen züchten sollte in meinem Körper oder?
Na ja, das prinzipiell ist es ja so, dass ja praktisch Cholesterin zum größten Teil im Körper selber gebildet wird und nur ein geringer Teil mit der Nahrung aufgenommen wird. Und natürlich ist es so, dass äh dass äh Ernährungseinflüsse äh Lebensgewohnheiten äh natürlich äh die Cholesterinsynthese, also die Produktion äh beeinflussen und das HDL Cholesterin z.B. ist steigerbar eben z.B. durch Bewegung, äh durch äh Gewichtsregulation etc. Und das heißt, das kann ich schon beeinflussen, aber man muss das natürlich immer wieder berücksichtigen, dass im Wesentlichen Cholesterinproduktion auch genetisch vorgesehen ist. Das heißt, äh wenn jetzt jemand in der Familie, Mutter, Vater, Tante, Onkel erhöhtes Cholesterin haben, so ist eine genetische Disposition als eine genetische Neigung dazu äh gegeben und da muss man natürlich schon besonders vorsichtig mit Herzkreislauf umgehen, weil man sonst ein höheres Risiko hat, einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu erleiden.
Also, wenn ich jetzt zu hohes Cholesterin habe, geht es hauptsächlich auf meine Gefäße bzw. auf Kreislauferkrankungen. Habe ich das richtig verstanden?
Ja, das ist landläufig äh sozusagen äh das, was äh diskutiert wird. Es hat auch mit Alterungsprozess zu tun. Es hat mit Zellmembran, mit Zellstabilität zu tun. Äh Cholesterin äh ist ja jetzt nicht nur Bestandteile des der Zellmembranen. Cholesterin ist Bestandteil z.B. der Gallensäuren, Grundlage für das Vitamin D, Grundlage für die Hormonsynthese. Also, das heißt äh Ohne Cholesterin wäre unser Körper schlecht bedient. Und das heißt, wenn man jetzt medikamentös oder auch sonst drastisch mit anderen Mitteln eingreift, dann muss man natürlich den Menschen als gesamte sehen und ein Risikoprofil machen und das gestalten, dass es möglichst komplikationslos oder überhaupt komplikationsfrei abläuft. Aber die blödeste Komplikation ist klarerweise der Schlaganfall und der Herzinfarkt.
Landläufig spricht man ja von zu hohem Cholesterin, geht's auch zu niedrigem Cholesterin darin?
Na ja, prinzipiell möglich, ja, aber ich habe noch nicht wirklich was gesehen.
Okay. Gibt es Unterschiede zwischen Männer und Frauen, was jetzt den Cholesterin Wert, den empfohlenen, sage ich jetzt angeht?
Äh, na ja, äh Männer und Frauen sind nicht nur äußerlich unterschiedlich, sondern auch teilweise im Stoffwechsel. Äh, und wenn man jetzt z.B. die Situation hernimmt, äh Frau Anfang, Mitte 50 äh sehr gestresst äh beginnender oder mitten im Wechsel. So ist da gibt es durchaus auch Schwankungen im Cholesterinspiegel äh wo man nicht gleich nervös werden muss. Klarerweise Unterschiede Mann und Frau groß.
Mhm. Und auch altersabhängig höre ich jetzt raus.
Und auch altersabhängig. Ja.
Und könnte man einen ungefähren Wert sagen oder ist es unseriös?
Äh, na ja, es gibt es gibt Guidelines äh also so Richtlinien äh wo man sagt, jetzt sein Cholesterinspiegel z.B. bis 230 ist grenzwertig, darüber ist es schon sehr genau zu beachten und darüber äh noch klarerweise dann schon eine medikamentöse Option in Betracht zu ziehen.
Wir haben jetzt von den Grenzen auch gesprochen, von den Werten. Wer legt denn diese Werte fest?
Na, diese Werte, die werden von medizinischen Fachgesellschaften festgelegt äh und entsprechen praktisch äh einem Risikoprofil. Das heißt, es sind ja 10 Millionen Menschen untersucht worden in diversesten Studien, wo dann drauf geachtet wurde, bei welchem Cholesterinspiegel, bei welchen Umgebungsbedingungen, bei welchen äh Lifestyle, also Lebensstil äh Geschichten haben die Menschen ein höheres Risiko, z.B. jetzt eine Gefäßverkalkung äh zu bekommen, ein Schlaganfall oder ein Herzinfarkt oder die Gefäßverstopfungen äh die in den Händen und Beinen auftreten können und Und das ist eigentlich ursprünglich statistisch ermittelt worden und dann klarerweise mit vielen Fallkontrollstudien, wo man wirklich geschaut hat, wie hoch ist der Cholesterinspiegel, bei welchem Gefäßstatus und was haben die Leute für eine Komplikationen. Also darauf kann man schon vertrauen. Da ist die Wissenschaft sehr exakt.
Wie weiß ich, dass ich zu hohes Cholesterin habe?
Äh durch Messungen. Also fühlen kann man das nicht. Äh man könnte also aber das ist schon äh bisschen schon schon ein höherer Cholesterinspiegel vorhanden. Da gibt es so Ablagerungen z.B., die man jetzt in den Augengliedern sieht. Das sind sogenannte Xanthelasmen, das sind so so Fettablagerungen, so kleine. Und wenn man sowas hat, dann macht's auf jeden Fall einmal Sinn, dass man den Fettstatus anschaut, den Blutfettstatus.
Und wie oft soll ich denn den messen lassen? Und vor allem, wie funktioniert das denn dann?
Na, bei uns in Österreich hat jede Bürgerin und jeder Bürger ab 18 Jahren eine Gesundenuntersuchung zu machen. Und bei dieser Gesundenuntersuchung wird einmal primär der Cholesterinspiegel mitgemessen. Das heißt, äh da kann man sich schon mal ein bisschen orientieren. Äh, wenn das jetzt alles okay ist, dann dann reicht das durchaus, wenn ich wenn ich in alle paar Jahre als junger Mensch das anschauen lasse. Äh, aber ich würde meinen, ob ein oben Alter, na prinzipiell meine ich ab 18 Jahr Mhm.
Weil ich weiß, dass es in der Praxis anders ist, dass die meisten so Ende 30, Anfang 40er so jetzt dann kommen und da sieht man unter Umständen auch schon die Folgen. Also je früher desto besser, dass man sich orientiert und die Gesundenuntersuchung ist eigentlich jährlich vorgesehen. Das sollte man durchaus nutzen.
Mhm. Je früher, desto besser.
Ja.
Lieber später als nie.
Ja.
Sehr gut.
Frankf Frank.
Ja. Ähm und ähm wie Wie passiert das Cholesterin überprüfen?
Cholesterin wird übers Blut gemessen. Das heißt, das ist ein kleiner Pikser. Es wird venös aus der Vene abgenommen und wird dann im Labor analysiert. Wichtig ist, dass man dass man nicht unmittelbar vorher äh Wienerschnitzel mit Pommes frites und Mayonnaisesalat gegessen hat. Also, das wäre ein Unsinn, weil dann habe ich nur mehr verfälschte Werte. Es muss optimalerweise äh sozusagen ein ein eine Nahrungskarenz wäre von 12 Stunden sinnvoll. Äh und wenn ich jetzt, nehmen wir an, in der Früh, wenn ich am Nachmittag einen Arzttermin habe und in der Früh äh ein ein Tee trink und der leichte Speise dazu und am Nachmittag dann teste, dann ist in der Regel das kein Problem.
Gut, also Training.
Mhm. Ich kann das nicht alleine messen, so wie den Blutdruck z.B. da brauche ich schon Expertinnen an der Hand. Was kostet es?
Äh, diese Untersuchungen sind in der Regel über die Kasse abgerechnet.
Mhm. Also für mich kostenfrei als äh für sie auch kostenpflichtig, aber mit ihren Steuergeldern. Gut
und Gesundheitsbeiträgen.
Nein, vielleicht eine wichtige Bemerkung. Gesundheit ist nicht gratis, auch für jemanden, der momentan nichts dafür bezahlt, aber er bezahlt indirekt und gut, dass wir hier ein kollektives System haben.
Ich unterbreche jetzt kurz. Gefällt dir unser Podcast? Wenn ja, erzähl doch auch anderen davon. Du hilfst uns dabei, verlässliche und unabhängige Gesundheitsinfos an möglichst viele Menschen zu bringen. Abonniere unseren Podcast und teile Folgen in sozialen Medien. Ich danke dir für deine Unterstützung und schon geht's weiter. Was kann ich denn tun selbst bei erhöhtem Cholesterinspiegel?
Ja, wenn ich schon weiß, dass ich ihn habe, also zuerst einmal wirklich die Untersuchung machen und wenn ich es weiß äh dann mir mit den Fachleuten ein Risikoprofil machen. Ein eines der größten Risiken ist z.B. Übergewicht. Also Also, wir betreuen wirklich sehr viele, viele Leute äh mit mit Gewichtsreduktion und was wir sehen ist, dass sich dann Parameter wie der Blutdruck, wie die Triglyceride, wie der Blutzucker und auch wie das Cholesterin sehr sehr häufig, also fast in den meisten Fällen äh in den Normalbereich senken, aber zumindest auch in einen Bereich senken, der dann für die Patientinnen ungefährlich ist. Also Gewicht ist hier mal ein wichtiger Parameter.
Ich möchte das kurz wiederholen. Also tatsächlich durch mein Essverhalten kann ich den Cholesterin wieder auf normal
Ja, aber weitgehend normal oder klar. Ja, auf jeden Fall deutlich verbessern.
Äh dann das zweite vielleicht reden wir noch noch über welche Lebensmittel da vielleicht auch sinnvoll sind. Äh das zweite äh was ein Risikoprofil ist, ist äh das inhalierende Rauchen. Das haben wir auf jeden Fall deutlichst zu reduzieren, am besten einzustellen. Das Das Dritte ist Bewegung, wie ich eingangs schon gesagt habe, also die Non-Diät Maßnahmen, die jeder von uns kennt. Äh und die sind tatsächlich, da habe ich wirklich wirklich viel in der Hand, also sehr sehr viel in der Hand.
Und wenn man von Bewegung reden, was muss das für Ausmaß haben?
Also dreimal in der Woche wäre schön, eine so um die Stunde. Zweimal ist besser wie drei einmal und einmal ist besser wie nie. Also jede Möglichkeit, die ich hier habe, sollte ich nutzen. Was die Intensität betrifft, hängt es natürlich auch vom Trainingszustand ab. Wir machen sehr, sehr viel Leistungsdiagnostik, wo wir dann auch schauen, wie ist die Sauerstoffsättigung im Verhältnis zur Muskel und da ist es halt wichtig, dass man, wenn man so ein Cardiotraining macht, das ist ja allgemein jetzt mittlerweile auch schon bekannt, äh im unteren Pulsbereich sauber aufwärmen, äh dann Cardiobereich, vielleicht ein kleines Intervall, dass ich einmal den Puls ein bisschen hinauf äh vertreibe dann wieder runter bis in normales drei Intervalle und dann wieder in der auf gut neudeutsch Cooldown-Phase. Also und wenn ich das mache, habe ich viel beigetragen.
Ich wollte gerade fragen, ginge auch schnelles Spazierengehen?
Ja. Ja. Na äh Sie mit Bewegung meinten sie vorher Sport oder jetzt laufen oder sowas? Nein. Wenn z.B. Also ich mag z.B. nicht laufen. Ich tue gerne Rad fahren und Berggehen und Walken ist ein ganz gutes, gut steuerbares und mit unterintensives Cardiotraining und auch für das für den Rücken gut.
Risikofaktoren haben wir jetzt sozusagen Rauchen,
ja,
Ernährung,
ja,
positiv wirken würde, Bewegung,
ja,
wie ist das mit Stress?
Na ja, Stress, Stress ist wie überall sozusagen ein wichtiger Punkt, wissen Sie, weil wir nehmen Stress her. Stress sind Notfall von erhöhte Herzfrequenz, erhöhte Atemfrequenz, erhöhte Muskelspannung, erhöhte Konzentration, Angriff oder Flucht, wenn man so will. Und das Zielorgan für Stress äh ist nicht das Hirn, sondern die Muskulatur. Ich kann mit der Muskulatur das auch positiv beeinflussen und abbauen. Also je mehr sie gestresst sind, desto wichtiger ist es, dass sie auch im Grundlagenbereich Training machen. Ich möchte jetzt ein bisschen auf die Ernährung noch eingehen mit Ihnen. Was wären denn gute Lebensmittel für mich, wenn ich zu hohem Cholesterinwert habe? Ja, äh wir haben seinerzeit tausende Datensätze angeschaut, Alter, Geschlecht, Sozialversicherung, Blutstatus etc. und haben gesehen, dass es deutliche Unterschiede in den Bedürfnissen gibt. Einerseits was Mann und Frau betrifft, Berufsgruppen betrifft, die haben damals angeschaut Sozialversicherungen, ob das jetzt Beamte waren, Bauern waren, Angestellte waren etc. und haben hier verschiedenste Belastungsprofile festgestellt und damit auch geänderte Nährstoffbedürfnisse und das heißt, wir haben Warenkörbe erstellt und das ist wirklich ausschließlich mit natürliche Lebensmittel möglich. Und wenn jetzt Leute z.B. nehmen wir an einen erhöhten Cholesterinspiegel haben, äh dann sind natürlich die Klassiker äh des Cholesterinsenkens dabei. Das ist sichtbare Zuckermeiden, sichtbare Fette meiden, energiebilanziert das ganze äh zu gestalten. Aber wir präzisieren dann auch noch näher mit den Bedürfnissen. Das heißt, die Leute kriegen dann einen Warenkorb, der Cholesterin senkend und Antistress ist. Seitdem muss ich sagen, äh sind wir deutlich erfolgreicher, dass wir unter Anführungszeichen die gesunde Ernährung, was Lebensmittel betrifft. Äh, das sind z.B., was fällt mir als erstes ein, der Apfel, der gute steirische Apfel. Da haben wir auch Studien dazu gemacht. Äh kann man den Cholesterinspiegel positiv beeinflussen. Das sind diese diese Pektine, die jetzt diese Ballaststoffe, die im Apfel drinnen sind und die sind dann in der Lage, das Cholesterin indirekt zu senken oder auch wenn man jetzt Vollkornprodukte nimmt, die sind in der Lage äh das Cholesterin indirekt zu senken und wie gesagt was Zucker betrifft, also raffinierter Zucker, Auszugsmehle und dergleichen mehr, ja, das ist nicht wirklich förderlich für den Blutfettstatus. Also es ist durchaus möglich Cholesterinspiegel zu beeinflussen. Wir bewegen uns da in einer Größenordnung äh zwischen 10 und 15% äh des Gesamtcholesterinspiegels, was durchaus nicht wenig ist, weil wenn ich jetzt z.B., nehmen wir an, 220 Cholesterin habe äh und ich durch Ernährungsmaßnahme den auf 190 senken kann, dann bin ich voll dabei.
Ja, das ist ein ordentlicher Beitrag, den ich selber leisten kann.
Ich würde gerne noch jetzt zwei Mythen womöglich einbauen, nämlich Das eine ist, es wirbt ja die Werbung und Medien noch und noch mit gesundheitsförderlichen Dingen. Unter anderem gibt's da eine Spezialmargarine, sage ich jetzt einfach ohne Wort zu nennen oder Namen zu nennen, die behauptet, den Cholesterin positiv zu beeinflussen.
Na ja, äh das ist dann in erster Linie dann auch immer wieder eine Mengenfrage, weil man muss den Leuten dazu sagen, wenn ich jetzt z.B. eine Spezialmargarine nehme, wo jetzt viel das äh genutzt, das Fettsäuremuster, damit das sehr hoch ungesättigte Fettsäuren und äh äh drinnen sind, äh dass die sich positiv sozusagen auf die Gefäßmembranen bzw. den Cholesterinspiegel auswirken, das ist durchaus okay. Aber wenn ich jetzt hergehe und sagt, okay, ich habe äh z.B. jetzt eine Margarine vor mir, da steht oben, die ist gesund und ich tue so viel aufs Brot drauf, dass ich das Brot nicht mehr sehe, dann habe ich mir keinen Gefallen getan. Äh, das heißt, Wenn ich eine Margarine esse, wo jetzt wo ich die Portion fülle und dann von mir aus Gurken drauf tue, eine Radieschen drauf tue, ein mageren Käse drauf tue etc., dann habe ich genau das gleiche erreicht. Also da muss man sehr sehr vorsichtig sein mit diesen gesundheitsbezogenen Aussagen.
Also ich muss mir nicht unbedingt die teure Margarine kaufen. Wie oft im Leben die Dosis macht das Gift?
Ja, in in dem Fall ist es wirklich bei den Fetten echt die Zusammenstellung,
wenn dich zu Hause interessiert das Thema Ernährung sowieso und überhaupt, dann kann ich dir auch noch den Podcast zum Thema Vollkorn empfehlen oder auch den sehr spannenden Podcast zum Thema Gemüse und muss ich wirklich Spinat essen. Jetzt gehen wir von den Fetten vielleicht noch zum zweiten Mythos, den ich immer wieder höre. Ist eh klar, ich habe so ein Cholesterinspiegel, ich esse ja auch fünf mal in der Woche Fleisch.
Mhm.
Ist da was Wahres dran?
Das da ist, wenn Sie jetzt sagen, ich esse jetzt fünfmal Fleisch, da ist natürlich schon insofern was dran. dass die Frage der Zubereitung des Fleisches eine wichtige ist. Äh und zum anderen dann auch äh klarerweise die Menge, was die Empfehlung von Fleisch betrifft. Wenn ich gern Fleisch esse, äh so geht man davon aus, dass man sagt, zwei bis dreimal äh oder maximal viermal pro Woche und wenn ich die Menge aufteile auf 7 Tage in ist es auch kein Unglück. Aber äh da wir essen in der Regel zu viel Fleisch, das ist klar. Äh und das beeinflusst natürlich jetzt nicht nur den Cholesterinspiegel äh oder andere Spiegel, sondern natürlich auch die gesamten Stoffwechsel, Nierenfunktion etc.
Dr. Lindinger, darf ich Sie einladen mit mir essen zu gehen? Fiktiv. Ähm vielleicht fangen wir mit dem Frühstück an. Was wie können ein cholesterinoptimiertes Frühstück ausschauen?
Cholesterinoptimiertes Frühstück. Also ich kann sagen, was ich heute gegessen habe. Äh ich habe gerne Tee, aber auch sehr gerne Kaffee, weil ich von der Klinik ja früher fast von dem gelebt habe, aber ich sammel mir meine Kräuter selber. Das sind verschiedene Teemischungen, die ich mach und dann esse ich dazu meistens ein Brot äh mit einem mit einem Topfenaufstrich und wenn es jetzt im Frühjahr z.B. jetzt der Bärlauch und der frische Schnittlauch äh und die Radieschen, also das liebe ich, das wäre mal eine gute Möglichkeit im Winter. Also es gibt's auch, aber äh da habe ich gerne auch eine eine magere Käsesorte. Äh äh auch auf so einen Aufstrich drauf. Vormittag äh trinke ich ein Kaffee und wenn ich viel Arbeit habe, zwei Kaffee. Mhm. Äh
zu Mittag kochen meine Frau und ich abwechselnd nach eigentlich nach, wenn man so will, Brainfood äh und bisschen Sporternährung. Meine Frau ist sportlicher wie ich äh und ja,
was was gibt's da?
Äh
gibt's da Suppe, gibt's da Hauptspeise, gibt's da Nachspeise oder
also was bei uns immer gibt äh ist Gemüse und Salat. Das gibt's immer. Äh was Fleisch betrifft, äh schätze ich äh das von mir erlegte Wildfleisch sehr. Äh wir züchten selber Forellen und wir haben bei uns in der Gegend sehr sehr viele äh landwirtschaftliche Betriebe, die wirklich beste Qualität erzeugen. Also, da haben wir im Grazer Raum hier wirklich äh große Vorteile.
Ähm ich würde sagen, wir sind sowieso in einem Genussland in der Steiermark, da haben wir ja das Glück.
Wenn ich jetzt noch einmal kurz zusammenfasse, ich kann mit moderatem Sport, mit keinem Rauchen, mit einer guten regionalen und saisonalen Ernährung haben sie noch einmal betont extra ähm
bedarfsangepasst, sehr viel für meine cholesterinbewusste Ernährung selbst tun. Und wenn ich Fragen habe, dann kann ich mich natürlich an die Expertinnen wenden. Das sind zum einen Ernährungsinstitute, das sind natürlich aber auch als erste Ansprechpartner immer Hausärzte, Hausärztinnen, das sind die Diätologinnen, das sind natürlich auch äh die Fachärzte für innere Medizin. Ähm, wenn ich jetzt die Information bekomme, ich habe zu hohen Cholesterin, sie haben es auch angesprochen, man kann neben dem Selbstbeeinflussung Bewegung, Lifestyle und Co. auch Medikamente zu sich nehmen. Was muss ich da wissen?
Äh, wissen Sie, die die Cholesterinmedikamente haben in weiten Teilen der Bevölkerung einen schlechten Ruf äh weil es heißt, das muss ich dann lebenslang nehmen. Äh die mögliche Nebenwirkung des cholesterinsenkenden Medikaments ist wirklich immer noch deutlich geringer als die Möglichkeit des Schlaganfalls und des Herzinfarkts. Das muss man mal sehen. Äh zum anderen gibt es jetzt sehr sehr moderne Ansätze auch der medikamentösen Therapie, wo man dann wirklich mit dem Internisten oder Internistin den den Hausärzten äh dann auch schauen kann, wie verträgt man es in der Regel ist mein Ziel z.B. wenn ich einstelle auf cholesterinsenkende Medikamente, dass die Leute nichts spüren, dass sie nichts spüren, außer dass bei der Messung der Cholesterinspiegel äh gesenkt und im normalen Bereich ist. In seltenen Fällen kann es zu Nebenwirkungen kommen. Äh das muss man dann einfach den behandelnden Ärztin einfach sagen und dann kann man auf eine andere auf eine an andere Substanzgruppe zugreifen und da haben sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten wirklich sehr effektive und gut verträgliche Medikamente äh entwickelt. Also, wenn ich äh das cholesterinsenkende Medikament brauche, würde ich in jeden Fall raten, dieses auch zu nehmen, weil man damit das Risiko wirklich deutlich senkt.
Neben dem Ernährungs Bewegungs Maßnahmen und dergleichen Her
sind diese verschreibungspflichtig oder kann ich die auch allein in der Apotheke.
Nein,
also immer über Arzt oder Ärztin.
Ja, es gibt Medikamente, die sind nicht rezeptpflichtig. Ja, Medikamente sind es nicht. Das sind eher jetzt in der Nahrungsergänzung äh Substanzen wie z.B. jetzt Reispräparate oder Pektinpräparate äh die jetzt bei einem leicht erhöhten Cholesterinspiegel durchaus eine gewünschte Wirkung, wie gesagt mit 10, 15% erreichen können, äh die ich auch, wenn ich so will, mit der Ernährungsumstellung äh erreichen kann, wobei das das halt oft bequemer ist für einige Leute, aber Ernährungsumstellung macht dann in jedenfalls Sinn trotzdem zu machen
und kostet weniger
und kostet deutlich weniger.
Herr Dr. Lindinger, ich komme jetzt schon zu meiner letzten Frage und zwar die lautet immer gleich: Was ist denn ihr persönlicher Tipp für ein gesundes Leben?
Na ja, sie haben es ja vorher schon trefflich zusammengefasst. Also wichtig ist einmal, dass man Dinge tut, wenn man bei der psychischen Gesundheit anfängt, die einem gut tut. Bei mir äh ist es das Radfahren, das Bergwandern, das Musizieren, die Familie äh und dergleichen mehr. Äh dann in weiterer Folge äh die Frage jetzt der Ernährung, also was mich wiederum betrifft, habe ich das Glück in einer gesunden Umgebung äh mit gesunden Lebensmitteln äh zu leben. Und ich halte mich da eigentlich an unser Functional Eating-Prinzip mit der Anti-Stress-Ernährung. Äh Und was jetzt die Bewegung betrifft, ja, das haben wir vorher eh schon gesagt, aber wenn es Möglichkeiten gibt, das so zu gestalten, wie es bei mir möglich ist, dann hat man großes Glück.
Das war's für heute. Vielen Dank Herr Dr. Lindinger, dass Sie sich die Zeit genommen haben bei uns zu sein. Wir hoffen, dir zu Hause hat diese Folge gefallen und du bist auch das nächste Mal wieder mit dabei.
Wenn du mehr zum Thema Gesundheit wissen willst oder den Podcast nachhören möchtest, dann schau unserer Webseite gesund-informiert. Wenn du Themen für uns hast, die dich interessieren, dann schreibe uns unter gesund-informiert@gfstmk.
Wir freuen uns schon auf ein Wiederhören. Bis dahin bleibt gesund und informiert. Ciao, Bianca und Anja von Gesund informiert, deinem Podcast, der Gesundheit verständlich macht.