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Folge #43 Das Blutbild: Wie kann ich die Werte verbessern?

Gefäß mit Blut gefüllt, umgeben von Tropfen.

Hämato, Leuko, Thrombo und Co – ein Laborbefund des Blutes gibt ganz schön viele Rätsel auf.

In der Folge #46 des „Gesund informiert“-Podcast erfahren Sie, was hinter den Abkürzungen des Blutbildes steckt, wie Sie sich auf einen Bluttest vorbereiten und was Sie tun können, um die Werte zu verbessern

Gast: Frau Primaria Dr.in Mariana Stettin (Medizinerin Barmherzige Brüder Steiermark)

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Text for the episode

Also, wie schaut die Zelle aus und die gibt mir Auskunft, ob es irgendwelche Erkrankungen dahinter sein können.

Willkommen bei Gesund informiert, deinem Podcast, der Gesundheit verständlich macht. Bianca und Anja bringen Licht in den Dschungel der Gesundheitsinformationen. Mit wissenschaftlich gesicherten Infos, hilfreichen Tipps und spannenden Interviewgästen bist du immer gesund informiert.

Herzlich willkommen bei Gesund informiert heute mit dem Thema Blutbild: Wie kann ich die Werte verbessern? Das Blut, unser Lebenssaft, ist besonders kostbar, gibt aber auch Rätsel auf. Alle, die schon einmal eine Blutuntersuchung gemacht haben, ein sogenanntes Blutbild, wissen das. Es wimmelt nur so von Abkürzungen und Zahlen, und was dahinter steckt, ist kompliziert zu durchschauen. Heute bei mir zu Gast ist Frau Doktorin Primaria Mariana Stettin von den Barmherzigen Brüdern in Graz. Sie ist zuständig für die Labore der Barmherzigen Brüder in Graz, St. Veit, und des Elisabethinenkrankenhauses in Klagenfurt. Sie ist Medizinerin und weiß ganz genau, was hinter Hämato, Leuko und Co. steckt. Herzlich willkommen beim Gesund informiert Podcast. Schön, dass du dir die Zeit nimmst.

Vielen Dank für die Einladung. Freue mich sehr.

Liebe Mariana, gleich meine erste Frage: Was ist denn eine Primaria eigentlich?

Eine Primaria ist eine Abteilungsleitung, wobei wir unterscheiden zwischen Abteilungen, die bettenführend sind, und solchen, die es nicht sind, wie zum Beispiel das Labor, die Radiologie. Und ich bin zuständig, nicht nur für das Fachliche, sondern auch fürs Personal, für die Organisation, dass alles gut funktioniert.

Gut, also ich habe eine echte Expertin heute bei mir zu Gast. Fangen wir gleich mal an: Ich brauche eine Blutuntersuchung, wie läuft das denn ab?

Genau, also grundsätzlich muss man immer darauf achten, ob geplant oder ungeplant eine Blutabnahme durchgeführt werden muss. Man muss auf jeden Fall zu einem Arzt gehen oder in eine Ambulanz. Dort sitzend wird Blut abgenommen, meist venös. Es geht auch kapillär. Und große Vorbereitung ist nicht notwendig, wenn man sich gewisse Analysen anschaut. Beim Blutbild ist zum Beispiel bei der Vorbereitung die Nüchternheit nicht notwendig. Bei anderen Laboranalysen natürlich schon. Jetzt muss ich gleich darf ich einhaken?

Sind mir gleich drei Dinge aufgefallen. Du hast gesagt: Blutabnahme venös, Blutabnahme kapillär und nüchtern.

Genau.

Erklär mir diese drei Dinge, bitte.

Also bei der Blutabnahme venös wird aus der Vene punktiert, meistens in der Ellenbeuge. Da sind die Gefäße sehr gut sichtbar und spürbar, und hier können wir gut Blut abnehmen. Kapillär ist sozusagen an der Fingerbeere, wenn zum Beispiel schnell Blut abgenommen werden muss und auch gleich vor Ort analysiert werden kann, wie zum Beispiel beim Zucker.

Ah, Das sind diese Pixer.

Genau, das sind die Pixer, und zum Beispiel Diabetiker wissen das sehr gut, weil sie sich oft selbst kontrollieren müssen und dann immer wieder regelmäßig in die Ambulanz kommen und dann auch dort kapillär, weil das Ergebnis innerhalb von einer Minute schon vorhanden ist und da ist man noch beim Arzt und kann das dann auch gleich mit ihm besprechen.

Und zum Thema nüchtern: Ich darf keinen Alkohol trinken?

Genau, könnte man so sagen. Fürs Blutbild selbst ist es nicht notwendig, aber zum Beispiel, wenn man natürlich den Stoffwechsel überprüfen möchte, wie zum Beispiel Blutzucker oder auch die Fette bestimmen möchte, da ist es von Vorteil und unbedingt notwendig, dass man nüchtern ist. Nüchtern heißt eigentlich 8 bis 12 Stunden nicht gegessen und auch nichts getrunken hat. Wir wollen immer gleiche Bedingungen haben, damit wir tatsächlich wissen, ob die Werte normal sind oder nicht.

Das heißt, ich dürfte auch kein Glas Wasser trinken in der Früh?

Das Glas Wasser ist natürlich erlaubt.

Aber beim Kaffee ist schon wieder ganz anders.

Genau. Und vor allem, wenn man das mit Milch dann trinkt.

Alles klar. Gut, das heißt, nüchtern heißt, noch Abendessen, aber in der Früh dann nichts mehr zu mir nehmen, außer das Glas Wasser. Das kann ich trinken, damit ich gut an einem heißen Tag zu euch ins Labor komme. Dann wird das Blut abgenommen über die Vene oder eben das Pixer, und dabei darf ich sitzen.

Genau, genau. Dann kommt es zu uns ins Labor, und je nach Fragestellung muss dann das Röhrchen zentrifugiert werden, oder es kann gleich analysiert werden.

Da interessiert mich jetzt auch wieder, du sagst Röhrchen: Wie viel wird denn bei einer, ich sage jetzt einfach, Standard-Blutabnahme, wie viel wird denn da von meinem Blut in etwa gezapft?

Also grundsätzlich, noch einmal, je nach Fragestellung. Aber zum Beispiel beim Blutbild sind Mengen von 2 ml völlig ausreichend. Ja. Bei anderen Parametern, sei es bei der Gerinnung oder wir nennen das klinische Chemie, wenn man Werte über Leber, Niere, Herz haben möchte, sind dann bis zu 5 ml schon notwendig.

Gut, was kann man denn alles rauslesen?

Also zum Beispiel, wenn ich ein Blutbild machen möchte, dann geht es darum, dass ich die zellulären Bestandteile des Blutes untersuchen möchte. Ich habe eben Zellen, aber ich habe auch Blutflüssigkeit, und in dieser Blutflüssigkeit habe ich Eiweiße, Hormone, Proteine und Enzyme, die ich alle untersuchen kann. Wenn ich zum Beispiel jetzt beim Blutbild mir das anschaue, dann geht es darum: Habe ich hier eine Veränderung der Zellzahl oder schauen auch die entsprechenden Zellen unterschiedlich aus? Wir sagen die Morphologie, also wie die Zelle aussieht, und die gibt mir Auskunft, ob irgendwelche Erkrankungen dahinter sein können. Also, wenn ich zum Beispiel erschöpft bin oder müde bin, sind das so Hinweise, wo ich sage, ein Blutbild ist angebracht, das ich durchführe oder analysieren lasse.

Also Detektivarbeit.

Es ist immer Detektivarbeit.

Gibt es da einen Unterschied eigentlich zwischen Erwachsenen? Gibt es einen Unterschied zwischen Männern, Frauen und dann auch bei Kindern, Säuglingen, Teenagern?

Genau, es gibt, wir nennen das Referenzbereiche grundsätzlich. Also es gibt Unterschiede bei einigen Analysen oder Parametern zwischen Männern und Frauen. Auch ist es altersabhängig, da gibt es auch unterschiedliche Werte. Das wird immer evaluiert.

Das heißt, diese Grenzwerte oder Zielwerte werden von Experten beschlossen, und die können sich auch ab und an ändern.

Natürlich, die können sich ändern.

Gut, jetzt haben wir schon paarmal gehört: Blutbild. Wann brauche ich denn überhaupt ein Blutbild?

Also, wenn man zum Beispiel, wie ich schon vorher erwähnt habe, Symptome hat von Müdigkeit, Kurzatmigkeit, Leistungsschwäche, dann ist es auf jeden Fall ratsam, zum Arzt zu gehen, und er wird sicher ein Blutbild anfordern, entweder es selbst durchführen oder es in ein anderes Labor weiterschicken, da ist es sicher sinnvoll. Das Blutbild zeigt mir aber auch anhand der Zellen, ob ich zum Beispiel eine Entzündung habe, und das sehe ich an den weißen Blutzellen, die wir als Leukozyten und deren Untergruppen bezeichnen.

Jetzt waren wir ja schon ganz drinnen im Thema bei den weißen Blutkörperchen. Aber vorher noch: Ich meine zu wissen, es gibt das große Blutbild und das kleine Blutbild. Was ist da der Unterschied?

Ja, also beim kleinen Blutbild möchte ich wissen, wie die Zellzahl bei den roten Blutkörperchen ist. Das sind diese Zellen, die dafür zuständig sind, Sauerstoff zu transportieren. Und Sauerstoff brauche ich für die Atmung, um zu verstoffwechseln und damit mein Körper funktioniert. Also Sauerstoff ist wichtig für den Stoffwechsel. Ich kann das anhand der Zellen sehen, und diese Sauerstoffleistung basiert auf dem Hämoglobin. Das Hämoglobin bindet den Sauerstoff, das ist über die Einatmung der Lunge, und transportiert ihn dorthin, wo es notwendig ist. Und anhand des Hämoglobinwertes kann ich zum Beispiel sehen, ob ich ausreichend Sauerstofffunktion hätte oder nicht. Und bei den weißen Blutkörperchen sehe ich beim kleinen Blutbild, ob ich viele oder wenige habe, weil sie dafür da sind, um die Infektionsabwehr durchzuführen. Da kann man auch sehen, wenn sie erhöht sind, ob eine Infektion vorliegt und wie lange sie vielleicht schon besteht. Da hilft natürlich die Anamnese, also zu sagen, welche Beschwerden ich habe oder nicht. Oder es gibt Erkrankungen, wo vielleicht aufgrund von bösartigen Erkrankungen des Knochenmarks eine vermehrte Bildung von weißen Blutkörperchen vorliegt. Die sieht man dann im großen Blutbild. Da wird viel detaillierter im weißen Blutbild geschaut, weil wir unterschiedliche Zellen haben, die unterschiedliche Funktionen haben. Und hier kann man dann schon gut sehen, wenn die Verteilung nicht so gleich ist wie normal, dann geht man weiter. Dann gibt es sozusagen das mikroskopische Blutbild. Das ist eine aufwendige Untersuchung, weil hier die Mitarbeiterin einen Blutausstrich macht und sich tatsächlich durch das Mikroskop anschaut, wie die Verteilung der Zellen ist und wie die Form und Größe ist. Eine dritte Zellreihe oder Gruppe sind die Thrombozyten. Die sind dafür da, dass wir die Blutgerinnung unterstützen, und wir brauchen die Blutgerinnung, damit wir nicht verbluten, wenn ein Gefäß sich geöffnet hat durch eine Verletzung oder durch eine OP.

Wenn ich jetzt also kurz zusammenfasse: Beim kleinen Blutbild werden gewisse Standardwerte der festen Blutbestandteile untersucht. Du hast gesagt, also Erythrozyten, die roten Blutkörperchen und auch die Thrombozyten. Ja. Und die Leukozyten. Und wenn man da tiefer reinschauen möchte, wenn man noch was Spezielles wissen will, macht man das große Blutbild.

Genau. Da haben wir viel mehr Parameter und die Untergruppen der weißen Blutkörperchen. Gut.

Jetzt hast du schon gesagt, Erythrozyten sind zuständig für und so weiter. Was ist denn, wenn jetzt der Wert nicht entsprechend ist? Kann ich da selbst zu Hause etwas tun? Zum Beispiel, wenn ich zu wenig habe oder zu viele?

Es hängt jetzt davon ab, was die Ursache ist. Sind sie erhöht oder nicht? Meistens, wenn erniedrigt, zeigt mir das eher, dass ich entweder einen höheren Verbrauch habe, zum Beispiel Blutverlust. Kann es sein, dass ich ein Geschwür habe? Also, ich müsste hier weiter untersuchen. Habe ich irgendwo Beschwerden? Manchmal sehe ich das ja, weil Blut im Stuhl ist und ich verliere. Also, es kann nicht ausreichend nachgebracht oder gebildet werden. Da kann ich nicht viel tun, außer mich weiter untersuchen zu lassen. Ja, bei den weißen Blutkörperchen ist es ja nicht unendlich. Im Sinne von, wenn Erkrankungen vorliegen, wie Entzündungen, sei es chronisch oder auch akut, aber dann habe ich schon Symptome, sei es jetzt entweder durch die Infektion, die ich habe, wo ich dann Fieber habe oder eben das Unwohlsein und meistens dann irgendwelche körperlichen Beschwerden. Oder wenn es maligne Erkrankungen sind, da gibt es dann auch Symptome wie Müdigkeit, Mattigkeit, das zeigt es mir dann auch.

Gut, also zum Beispiel bei den weißen Blutkörperchen, den Leukozyten, hast du gerade gesagt: Wenn etwas nicht im Grenzwert oder im Referenzwert ist, dann ist es eher so, dass ich gar nichts für das Blut oder für die Leukozyten machen kann, sondern das zeigt mir einfach, dass es eine Ursache gibt, und ich muss auf die Ursache dann drauf kommen.

Genau, genau. Manchmal sind es Zufallsbefunde, manchmal nicht. Was man schon sieht, ist, dass manchmal die Leukozyten bei Rauchern erhöht sind. Interessanterweise ist insofern gesundheitsförderndes oder prophylaktisches Verhalten wichtig.

Das heißt, es ist immer sinnvoll, auf seine Gesundheit zu achten, nicht zu rauchen, Sport und Bewegung und so weiter.

Genau, genau.

Also ein kleiner Exkurs. Jetzt wieder zum kleinen Blutbild: Muss man da noch etwas ergänzen oder von den Parametern her, die man anschauen sollte?

Ja, also wir haben, wie gesagt, das Hämoglobin, also den Farbstoff, das Eiweiß, das die Sauerstoffbindung zeigt, und wenn ich nicht ausreichend Hämoglobin habe, dann bin ich müde. Das erkenne ich. Den Anteil zum Beispiel beim Hämatokrit, also den Anteil von den zellulären Bestandteilen zur Blutflüssigkeit, und dann gibt es Parameter, die dann zum Teil errechnet werden, wo man sieht, wie das Volumen der Erythrozyten im Durchschnitt ist und wie die Hämoglobinkonzentration oder der Anteil ist. Das klingt jetzt sehr kompliziert, aber vielmehr geht es immer darum zu schauen, wir brauchen den Erythrozyt für unseren Sauerstoff, für unsere Energie, und wenn diese Verhältnisse, also der Erythrozyt und Hämoglobin und Hämatokrit, nicht passen, dann muss ich dem nachgehen: Was ist da? Wobei kleine Referenzüberschreitungen nie besorgniserregend sind. Das wird der Arzt dann klären, weil es immer sein kann, dass man ein bisschen drüber oder drunter sein kann, und da ist immer die Anamnese, sprich das Gespräch mit dem Arzt, sehr bedeutungsvoll.

Und beim großen Blutbild?

Da will man wissen, welche weißen Blutkörperchen wie verteilt sind, wenn man zum Beispiel auf der Suche nach einem Herd ist oder ob es vielleicht eine andere Erkrankung gibt. Da sind mehr Analysen vorhanden, also die Unterteilung von den Basophilen, Neutrophilen, Eosinophilen und auch der Thrombozyten.

Ui ui ui. Da steige ich jetzt aus von den Fremdwörtern her, aber ich erkenne auch, dass ich das ohne Arzt oder ohne Ärztin schlecht lesen und zuordnen kann. Was bedeutet das jetzt? Das muss ich immer im Dialog versuchen zu klären. Wie ist das so mit den anderen Parametern, wie zum Beispiel Vitamine oder Mineralstoffe? Genau, da gibt es vieles, was man machen kann. Als erster Schritt gehe ich zum Hausarzt oder zur Hausärztin, und dann kriege ich ja in der Regel eine Überweisung mit, und dann müsste es aber angekreuzt werden. Ich könnte jetzt nicht spontan, wo ich dann hingehe, zum Labor, zur Analytikerin sagen: "Bitte nehmen Sie doch das jetzt auch noch mit ab."

Nein, das kann man nicht machen. Die Anforderung stellt immer der Arzt, und deshalb ist das Gespräch mit dem Arzt so wichtig, weil er ja auch deine Geschichte kennt und deshalb er zuerst detektivisch unterwegs ist und das entsprechend abklärt.

Tatsächlich hat sich jetzt ein bisschen herausgestellt: Für Blutuntersuchungen braucht man einen kompetenten Partner, eine Partnerin an der Seite. Das ist in erster Linie der Hausarzt, die Hausärztin, die dich zu Hause durchlotst. Und wenn du spezielle Interessen hast, was wissen möchtest, dann besprich das mit deinem Arzt, deiner Ärztin, und ganz wichtig, und vor allem doppelt rot unterstrichen: Wenn du etwas nicht verstehst, frag nach, dreimal. Ist völlig in Ordnung, aber es soll dir ja klar sein, es geht um dein Blut und es geht um die Werte, die dann angegangen werden müssen. Das heißt, es hat unmittelbare Konsequenzen für dich. Trau dich ruhig nachzufragen. Und jetzt hast du vorher interessant gesagt: Biomedizinische Analytikerinnen, das sind die Damen und Herren, die im Labor arbeiten. Sehr spannendes Berufsfeld. Das wäre doch eine Folge wert, einmal Damen und Herren einzuladen, die dann ein bisschen über ihr Berufsfeld erzählen.

Oh ja, oh ja, ich finde es unglaublich spannend.

Ja, also lass dich zu Hause überraschen: Biomedizinische Analytikerinnen. Ein spannendes Berufsfeld werden wir mal vorstellen. Das ist definitiv eine Folge wert. Jetzt generell: Wir haben ja da jetzt versucht, Informationen zu sammeln, und haben ja festgestellt, das ist schon ein bisschen speziell, und da braucht man schon viel Fachwissen, um dahinter zu schauen. Aber wenn ich mich jetzt noch mal speziell informieren möchte zum Thema Blutbild, oder was kann ich denn im Blut alles sehen oder rauslesen, hast du einen Tipp für uns? Wo kann ich mich denn informieren? Wo könnte ich nachschauen?

Also, es haben tatsächlich viele Laboratorien Homepages, wo einiges an Information vorhanden ist, und sehr viele Unikliniken, die wirklich sehr einfach auch die Analysen beschreiben. Das ist schon eine sehr gute Übersicht, was das bedeutet. Was man trotzdem aufpassen muss, ist immer wieder, weil es wird gut beschrieben: Wann ist es erhöht, wann ist es erniedrigt? Und da kommen sehr viele fachspezifische Themen, und sobald "maligne" oder "bösartig" steht, dann ist man natürlich entsprechend aufgeregt, muss es aber nicht bedeuten. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering, wenn man keine Symptome hat. Also deshalb auch immer vorsichtig mit dem Internet, sage ich jetzt einmal so, welche Homepages man sich anschaut. Also die von Laboratorien, die von Universitätskliniken sind immer mit der besten Information ausgestattet, und sonst den Hausarzt fragen.

Ja, kann ich vielleicht ergänzen. Du findest natürlich auch auf unserer Webseite „Gesund informiert“ Checklisten, wo du einschätzen kannst: Ist das seriös oder nicht? Und gibt es noch etwas, das unsere Hörerinnen und Hörer unbedingt zum Thema Blutbild wissen sollten?

Also, man ist immer detektivisch unterwegs. Wir sehen ja den Patienten nicht, wir kriegen ja nur die Probe, und wir wissen oft wenig, was dem Patienten fehlen könnte. Deshalb ist es dann wichtig, dem Arzt zu sagen, weil wir rufen zum Beispiel an, wenn wir sehen, dass ein Wert sehr hoch vom Normwert abweicht, und da sind wir oft aufgeregt, und dann heißt es: "Kein Problem, wir wissen das schon, weil hier wird ein Medikament eingenommen, wo die Gerinnung zum Beispiel beeinflusst ist."

Jetzt muss ich noch mal nachfragen: Wenn ich jetzt dort sitze und mir Blut abgenommen wird, spricht dann die Ärztin oder der Arzt oder die biomedizinische Analytikerin oder der Analytiker mit mir und will Dinge von mir wissen, welche Medikamente und so weiter ich einnehme? Oder macht das eigentlich schon vorher der Arzt oder die Ärztin mit mir?

Das macht üblicherweise vorher der Arzt oder die Ärztin, weil sie den Auftrag auch macht. Rein formal stellt sie ja die Frage ans Labor.

Ich bin direkt froh, dass ich nicht direkt bei der Blutabnahme Dinge gefragt werde, weil da, zugegeben, bin ich schon hochnervös. Ja die Nadel, das ist nicht angenehm, muss man sagen.

Nein, nein, es ist nicht angenehm, aber das Personal ist versiert und echte Könner und sehr bemüht. Wir wissen, dass man manchmal etwas zur Ruhe kommen und sich hinsetzen muss und sich entspannen kann, und dann erst wird das Blut venös im Ellenbogenbereich abgenommen, idealerweise.

Gut, also jetzt versuche ich, weil wir ja schon wieder fast am Ende dieser Folge angelangt sind, das Wichtigste noch einmal für dich zu Hause zusammenzufassen. Also bei einer Blutabnahme wirst du von einem Hausarzt oder deiner Hausärztin oder wenn du schon im Krankenhaus bist, von Ärztinnen zum Labor überwiesen. Das heißt, du gehst dorthin oder ich gehe dorthin, dann wird dir von einer Dame oder einem Herrn meistens in der Ellenbeuge Blut abgenommen.

Genau.

Und dieses Blut wandert dann mit Röhrchen ins Labor. Da brauchst du dich nicht mehr drum kümmern. Das ist dann in den besten Händen. Und dann beginnt die Detektivarbeit beim Blutbild. Das ist eine spezielle Untersuchung des Blutes. Da gibt es das große und das kleine Blutbild. Es werden unterschiedliche Werte angeschaut, zum Beispiel die festen Bestandteile des Blutes: weiße Blutkörperchen, rote Blutkörperchen, Blutplättchen, die heißen Erythrozyten, Thrombozyten, Leukozyten. Aber das musst du alles gar nicht wissen, weil es tatsächlich kompliziert ist. Was du wissen musst, ist: Sprich mit deinem Arzt oder deiner Ärztin, wenn du etwas nicht verstehst, auch wenn du diesen Laborzettel dann zu Hause hast. Reg dich nicht gleich auf, wenn irgendwas nicht in diesen Richtwerten ist. Das kann ganz einfache Ursachen haben, und dann noch einmal telefonieren oder Rücksprache mit Arzt oder Ärztin halten, damit Klarheit dann herrscht. Die Blutwerte kannst du natürlich beeinflussen, indem du einen gesunden Lebensstil hast. Das heißt, Bewegung, nicht Rauchen, gutes, gesundes, ausgewogenes Essen. Du kannst nicht unbedingt etwas für deine Blutkörperchen tun. Meistens, wenn da irgendwas nicht im Lot ist, hat das einen Grund, eine Ursache, und da muss man dieser Ursache auf den Grund gehen mittels dieses Blutes, des Blutbildes, und dann kann gemeinsam ein Plan mit der Ärztin überlegt werden. Was noch wichtig wäre für dich zu wissen: Die Werte sind unterschiedlich bei Mann, Frau, Kind. Es gibt unterschiedliche Referenzwerte, nennt man das, und die werden alle Jahre wieder angeschaut, ob die noch passen.

Ja, auch von den Herstellern der Firmen, die diese Geräte zur Verfügung stellen, passen, weil die oft Vergleichsmessungen mit gesunden Personen, weiblich und männlich in unterschiedlichen Altersgruppen, machen. Die machen das, und die schreiben auch dann gleich, was sie erfasst haben, und wir schauen uns dann an, wie es dann bei uns ist.

Jetzt ist meine letzte Frage, liebe Mariana, und zwar lautet sie immer gleich: Was ist denn dein persönlicher Tipp für ein gesundes Leben?

Ja, leider muss ich sagen, jetzt nichts so Leichtes, weil es gehört ein bisschen Disziplin dazu, sich daran zu halten, dass man sich ausgewogen ernährt, dass man sich altersabhängig bewegt. Also, man muss kein Hochleistungssportler sein für die Gesundheitsförderung, aber man muss täglich etwas tun und auf sich achten. Das ist eigentlich mein persönlicher Tipp, und ich selbst bemühe mich sehr jeden Tag darauf zu schauen, dass ich meine Bewegungen mache, also entsprechend ausgewogen esse. Und natürlich esse ich auch gelegentlich etwas Süßes, aber es sollte nicht ständig sein. Das ist wichtig. Also im Rahmen. Alles im Rahmen.

Mit Maß und Ziel. Mit Maß und Ziel. Alles im Rahmen. Genau. Das war es auch schon für heute. Vielen Dank, liebe Frau Primaria Mariana Stettin, dass du heute bei mir zu Gast warst. Wir hoffen, dir zu Hause hat diese Folge gefallen und du bist auch das nächste Mal wieder mit dabei. Wenn du mehr zum Thema Gesundheit wissen willst oder den Podcast nachhören möchtest, dann schau auf unserer Webseite gesund-informiert.at. Wenn du Themen für uns hast, die dich interessieren, dann schreibe uns unter gesund-informiert@gfstmk.at.

Wir freuen uns schon auf ein Wiederhören. Bis dahin bleib gesund und informiert. Baba - Bianca und Anja von „Gesund informiert“, deinem Podcast, der Gesundheit verständlich macht.