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SCHRIFTLICHE ENTLASSUNGSDOKUMENTATION NEU

Projektträger: Steiermärkische Krankenanstaltenges.m.b.H.
Projektzeitraum: 1.1.2019-31.12.2019
Projektleitung: Priv.-Doz. Mag. Dr. Gerald Sendlhofer
Projektbeauftragte: Univ. Prof. Dr. Lars-Peter Kamolz, Medizinische Universität Graz, LKH-Univ. Klinikum Graz
Kontakt: Mag. Dr. Magdalena Hoffmann, MSc, MBA, Stabsstelle Qualitäts- und Risikomanagement, Auenbruggerplatz 1, 8036 Graz, magdalena.hoffmann@klinikum-graz.at
Zielgruppe: Multiplikatorinnen und Multiplikatoren auf organisationaler Ebene (ÄrztInnen), EntscheidungsträgerInnen, GesundheitsdienstleisterInnen, PatientInnen

ZIEL

Das Ziel dieses Projekts ist es, die Qualität der Entlassungsinformationen zu erhöhen und damit die PatientInnen bestmöglich informiert und in Bezug auf die eigenen Erkrankungen „gesundheitskompetent“ zu entlassen.


Hintergrund

Die schriftliche ärztliche Entlassungsinformation ist ein wichtiges Dokument bei der Entlassung aus dem Krankenhaus oder bei einem Transfer in eine andere Gesundheitseinrichtung. Laut Krankenanstalten- und Kuranstaltengesetz ist unverzüglich ein Entlassungsbrief bei Entlassung zu erstellen. Dieser Entlassungsbrief soll im Rahmen des Entlassungsgespräches zusammen mit anderen mündlichen und schriftlichen Informationen den PatientInnen übergeben werden oder auf Wunsch an die betreuenden Ärzte und Ärztinnen übermittelt werden (Elektronische Gesundheitsakte - ELGA).Die schriftliche ärztliche Entlassungsinformation birgt große Herausforderungen hinsichtlich Struktur-, Ergebnis- und Prozessqualität. So ist derzeit die Entlassungsinformation in der Steiermark oftmals noch nicht ELGA-konform und es fehlen strukturell einheitliche Vorlagen sowie evidenzbasierte Vorgaben für die Gestaltung der Entlassungsinformation. Auch die verspätete/ oder gar fehlende Übermittlung an die PatientInnen oder den weiter behandelnden Arzt/die weiter behandelnde Ärztin führt zu einer Unterbrechung in der Behandlung und Betreuung der PatientInnen. Das fehlende systematische Training zum Verfassen von Entlassungsinformationen während des Studiums oder in der Aus- und Weiterbildung wirkt sich auf die Qualität der Entlassungsinformationen aus. Vor allem aber, wird in der Entlassungsinformation eine medizinische Fachsprache verwendet, die in der Regel von Patient*innen kaum verstanden wird. Die Informationen bei der Entlassung sind sehr wichtig zur Erhaltung und Förderung der Gesundheit, und auch für weiterbehandelnde oder betreuende Gesundheitsdienstleiter*innen. 


Ziel

 

Das Ziel dieses Projekts ist es, die Qualität der Entlassungsinformationen zu erhöhen und damit die PatientInnen bestmöglich informiert und in Bezug auf die eigenen Erkrankungen „gesundheitskompetent“ zu entlassen.

Die zuvor identifizierten Risiken und Herausforderungen bei der Entlassungsinformation, zeigen ein großes Verbesserungspotential hinsichtlich der PatientInnen-Sicherheit und damit der Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität auf. Das Ziel dieses Projekts ist es, die Qualität der Entlassungsinformationen zu erhöhen und damit die PatientInnen bestmöglich informiert und in Bezug auf die eigenen Erkrankungen „gesundheitskompetent“ zu entlassen.


Projektbeschreibung

Das Qualitätssicherungsprojekt zur Verbesserung der Informationsweitergabe zwischen dem Krankenhaus, den PatientInnen und dem niedergelassenen Bereich wurde an der Med Uni Graz von Univ. Prof. Dr. med. Lars-Peter Kamolz, MSc und am LKH-Univ. Klinikum Graz von Priv.-Doz. Mag. Dr. Gerald Sendlhofer im Auftrag des KAGes-Vorstandes geleitet. Zusammen mit den ProjektpartnerInnen, Gesundheitsfonds Steiermark, Ärztekammer, Ordensprovinz, Volkshilfe und PatientInnen (v.a. SteirerInnen) wurde sichergestellt, dass inhaltlich wie fachlich alle wichtigen Stakeholder beteiligt waren.


Umsetzung

Mit diesem Projekt konnte erstmalig in einem multidisziplinären Team inklusive PatientInnen, Qualitätssicherungsmaßnahmen und Empfehlungen zur Verbesserung der medizinischen Praxis entwickelt werden. Das Projekt wurde vollständig mit Ende Februar 2020 erfolgreich abgeschlossen.Die Umsetzung einzelner Qualitätskriterien ist bereits in einigen Kliniken und Krankenhäusern der KAGes im Rahmen der Einführung der elektronischen Fieberkurve erfolgt. Die Umsetzung von Folgeprojekten insbesondere hinsichtlich von wissenschaftlichen Erkenntnissen, Sensibilisierung, Sicherheitstraining, Integrierung der Maßnahmen in die Lehre (Humanmedizin) ist in Planung und Teil von mehreren Folgeprojekten. Ein Folgeprojekt zur Wissensvermittlung rund um die ärztliche Entlassungsinformation wurde als eLearning bereits zur Förderung beim Gesundheitsfonds Steiermark eingereicht und bewilligt. Weiters wurde daran gearbeitet, die ärztliche Entlassungsinformation ELGA-konform umzusetzen und auf risikobehaftete unerklärte Abkürzungen aufmerksam zu machen. Dabei wurde der Weg der Wissensvermehrung und der Forschung gewählt, um hier auf Basis von Evidenz mit Zahlen, Daten und Fakten in der Praxis zu überzeugen.


Was wurde mit dem Projekt erreicht?

Es wurden Qualitätskriterien und Empfehlungen entwickelt, die in der Praxis im Krankenhaus aber auch in anderen Gesundheitseinrichtungen künftig genutzt werden können. Das Projekt trägt zur Stärkung der individuellen Gesundheitskompetenz der PatientInnen bei. Die abschließenden Ergebnisse können als Grundlage für die Aus- und Weiterbildung verwendet werden.


Welche Zielgruppen haben Sie erreicht?

ÄrztInnen. In weiterer Folge: PatientInnen, pflegende Angehörige, Pflegepersonen, StudentInnen und anderes medizinisches Personal (z.B. ErgotherapeutInnen, KliniksozialarbeiterInnen etc.) 


Welche Maßnahmen wurden umgesetzt?

  • Systematische Literaturrecherche zur Identifizierung der Risiken der ärztlichen Entlassungsinformation.
  • Analyse der Ist-Situation - Schwerpunkt Prozess in der klinischen Praxis und hinsichtlich der ärztlichen Entlassungsinformation im LKH-Univ. Klinikum Graz inkl. Bericht.
  • Befragung von ÄrztInnen in der Steiermark zur ärztlichen Entlassungsinformation. Die Ergebnisse der befragten ÄrztInnen (n=1060) wurden publiziert.
  • Literaturrecherche zu nationalen und internationalen Qualitätskriterien der ärztlichen Entlassungsinformation und Zusammenführung der Ergebnisse in eine ELGA-konforme Struktur.
  • Analyse von 100 ärztlichen Entlassungsinformationen (Analyse in Bezug auf Struktur, Sprache, ELGA, Abkürzungen) – Publikation eingereicht.
  • Pilotstudie - Testung von Qualitätskriterien (n=74 StudentInnen der Humanmedizin) anhand von 2 originalen ärztlichen Entlassungsinformationen und zweier überarbeiteter ärztlicher Entlassungsinformationen; Publikation in Vorbereitung.
  • Hauptstudie - Testung Qualitätskriterien (n=436 PatientInnen, MedizinerInnen, Pflegepersonen) anhand von 2 originalen ärztlichen Entlassungsinformationen und zweier nach Qualitätskriterien überarbeiteter ärztlicher Entlassungsinformationen - Publikation in Vorbereitung.
  • Erstellung eines Kurzberichts (Folder) und Vollberichts mit Empfehlungen für Qualitätskriterien/Komponenten für die ärztliche Entlassungsinformation.
  • Start der Implementierung von Qualitätskriterien/Komponenten im Rahmen der Implementierung der elektronischen Fieberkurve in der KAGes.
  • Abschlusspräsentation der Ergebnisse des Projektes
  • Beschluss von möglichen Folgeprojekten zur nachhaltigen Implementierung der Ergebnisse→ Entwicklung von Folgeprojekten zur Dissemination der Ergebnisse wie zum Beispiel ein eLearning zur Wissensvermittlung und zur Qualitätssicherung in der klinischen Praxis.
  • Nominierung für den „SALUS“ 2020.