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Folge #86 Gesund informiert mit Claudia Traunmüller: Wie kommen wir entspannt durch den Advent?

Ein Apfel mit Herzschlag-Symbol und Stethoskop neben dem Text "GESUND INFORMIERT ENTSCHEIDEN" auf einem gespaltenen Hintergrund mit dem ORF Steiermark Logo.

Der Advent ist die stillste Zeit im Jahr… oder sollte es zumindest sein. In Wahrheit ist es oft die stressigste Zeit des Jahres. Denn zwischen Weihnachtsfeiern und Geschenken muss ja auch der normale Alltag bewältigt werden.

In der Folge #86 erfahren Sie, wie man gut durch die stressige Weihnachtszeit kommt, wie Sie sich kleine „Tankstellen“ im Alltag schaffen und warum auch kleine Auszeiten wertvoll sind.

Gast:
Psychologin Claudia Traunmüller

„Gesund informiert“ ist eine Zusammenarbeit zwischen ORF Steiermark und Gesundheitsfonds Steiermark.

Redaktion und Stimme: Fanny Sedlnitzky

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Podcast clips

Listen in to the episode for a quick moment!

Teil 1: Ist die Weihnachtszeit als „stillste Zeit im Jahr“ nur eine falsche Hoffnung?
Teil 2: Wie kann man Stress in der Weihnachtszeit abbauen?
Teil 3: Wie möchte ich die diesjährige Weihnachtszeit für mich gestalten?
Text for the episode
Willkommen bei Gesund informiert, der Gesundheitspodcast. Eine Zusammenarbeit von Gesundheitsfond Steiermark und ORF Steiermark. Fanny Sedelnitzki liefert wertvolle Antworten in unserem rezeptfreien Podcast. Heute mit der Psychologin Claudia Traunmüller.
Es ist die stillste Zeit im Jahr. So sagt es zumindest die Literatur, die Adventzeit, die Weihnachtszeit. Aber ja, ich glaube, jeder kennt es, wenn man vor die Haustür geht, ist von der stillsten Zeit im Jahr. eigentlich kaum etwas übrig. Es ist hektisch. Jeder muss noch das hineinpacken oder jenes. Jeder muss sich vorbereiten auf Weihnachten. Hat Dinge zu erledigen und der Alltag, der macht sich ja auch nicht von selbst, der läuft noch nebenher. Wir wollen uns heute ein bisschen mit der Adventzeit, mit der Vorweihnachtszeit beschäftigen in unserer Podcast Folge und wir wollen einen Blick darauf werfen, wie man das Ganze ein bisschen gemütlicher angehen kann. Dazu habe ich einen Gast eingeladen. Ich freue mich, dass Sie hier sind, Claudia Traunmüller.
Ja, herzlichen Dank für die Einladung.
Sie sind Psychologin und sie sich mit dem Thema Stress und wie wir ihn vielleicht in der Vorweihnachtszeit vermeiden können aus. Warum?
Ja, also ich bin Psychologin und mein Spezialgebet ist die Gesundheitspsychologie. Das heißt, wir beschäftigen uns sehr stark mit dem Stress an sich, mit Stressuslösern, aber auch mit dem Ressourcenmanagement. Das heißt, äh wie kann ich mich zu oder für Krisenzeiten, für stressige Zeiten so gut aufrüsten, dass ich das bei guter Gesundheit äh schaffen kann?
Ja, genau. Das wollen wir uns jetzt anschauen, weil eigentlich nimmt man sich doch immer vor, nächstes Jahr zu Weihnachten mache ich es anders. Da möchte ich das ganze ruhiger angehen. Ja, und kaum ist dann die Weihnachtszeit wieder da, man schafft es nicht. Man hat 1000 Wege, tausend Dinge zu erledigen und ja, es ist eigentlich so, dass man da schon nicht in die ruhigste Zeit starten kann mit Ruhe.
Ja, es ist glaube ich kein Wunder, weil äh das, was wir merken, auch wenn wir da jetzt in unseren Forschungsthemen äh ein bisschen nachgraben, der Alltag an sich ist schon so gepackt, ne? Die Leute haben schon in ihrem normalen Alltag eigentlich keine Zeit für nichts und dann kommt noch das Riesenprojekt Weihnachten dazu.
Genau. Da muss man das und jenes
Genau. Und es wird über alle Kanäle natürlich noch einmal gebostert. Weihnachten beginnt in den Geschäften ab Oktober und schon kommt in einem das Gefühl, oh Gott und was muss ich jetzt alles tun, anstatt vielleicht mal kurz stehen zu bleiben und sich eine ganz wesentliche Frage stellen, wie möchte ich das Heuer für mich gestalten? Was braucht's für mich heuer, damit Weihnachten für mich schön wird, weil vielleicht möchte ich es wirklich mal anders haben als die letzten Jahre.
Macht es vielleicht Sinn vorher darüber nachzudenken, sich eine Liste zu machen, was wirklich notwendig ist?
Ich denke schon, weil die meisten kommen dann relativ kurzfristig drauf, oh Gott, das habe ich noch vergessen und das muss ich noch machen und den muss ich noch beschenken und was mache ich da? Vielleicht mal auch zu überlegen, wen würde ich gern beschenken, was würde ich heuer gerne tun und auch vielleicht mal in seinem Zeit Plan das einzubauen und zu sagen, wann möchte ich gerne in die Stadt gehen und es ist ein Unterschied, ob ich zu mir sag, ich muss oder ich tue heute, das ist ein völlig anderes Gefühl und sich das ein bisschen besser einzuplanen und vielleicht auch ein bisschen mehr auf weniger als mehr schauen. Ja,
dieser Stress, den man sich ja eigentlich selbst auflädt, ja, den man da, wie sie sagen, man muss noch das und jenes und ich muss noch in die Stadt, ich muss Kekse backen, ich muss alles dekorieren und Und und ja, ist das ein Stress, der mich krank macht, wenn ich ihn nicht ausgleichen kann?
Ja, also ich denke bei Stress muss man schon ein bisschen vorsichtig sein. Evolutionsbiologisch schaffen wir das. Wir waren immer drauf trainiert mit Stresssituationen gut umzugehen. Die Frage ist, kann ich es ausgleichen, ja oder nein? Weil in einer Stresssituation hat der Körper Chaos, Stresshormone, alles fliegt durcheinander. Das heißt, für den Körper ist es recht aufwendig, uns die Energie zur Verfügung zu stellen, die wir brauchen. Und das ist immer in einer Stresssituation mehr als weniger. Die Frage ist, wie viel Zeit gebe ich meinem Körper, um das Ganze wieder in Ordnung zu bringen? Der Körper ist auch ausgestattet dafür, das wieder in Ordnung zu kriegen, wenn er kräftig genug ist, wenn er fit genug ist und wenn er die Zeit bekommt. Also, das ist, glaube ich, der wichtigste Faktor. Kriege ich in so einer stressigen Zeit von vier Wochen, dreieinhalb Wochen, Weihnachten, wo sind meine Slots? Wo sind meine Tank? stellen, wo ich Energie tanken kann, kenne ich die überhaupt und gehe ich dorthin?
Genau, das wollen wir uns heute ein bisschen eben genauer anschauen. Sie haben auch einige Tipps und Tricks mitgebracht, wie wir sozusagen uns selbst ein bisschen die Vorweihnachtszeit entstressen können. Zuvor aber noch die Frage, was sind denn eigentlich die Stressfaktoren in dieser Adventszeit? Sie haben sch gesagt, der Alltag ist an sich schon stressig und dann kommt das alles noch dazu.
Ja, ich glaube, das ist für jeden anders. Natürlich, also jeder hat anderes soziales Umfeld, jeder hat andere Anforderungen an sich selber, die es selber an sich stellt oder die auch von außen kommen, aber es ist dieses ä schön machen zu wollen, es jedem recht machen zu wollen. Es sind diese vielen Erwartungen, was schenke ich wem? Da geht's oft gar nicht mehr um die Qualität, sondern um die Quantität. Na, je mehr, desto besser. Also, das sind viele, viele selbstgemachte Dinge natürlich dabei. Dann kommen noch andere Verpflichtungen dazu. Wenn man arbeitet, dann ist dort eine Weihnachtsfeier, dort ist für die Kinder irgendein Weihnachtsfest und das macht den Tag schon einmal sehr straff. Trotzdem, wenn man durch die Straßen geht oder auch ähm in den Medien, es wird immer Werbung gemacht mit dieser stillen Zeit im Jahr, mit der Ruhe und genießen sie und machen sie doch. Ja, aber mir kommt vor, es gelingt niemandem oder ist das einfach eine falsche Hoffnung, die einem da gemacht wird?
Ich denke, das ist ein ganz klare bewusste Entscheidung. Wie will ich das? will ich es mal ruhiger angehen und wer soll mir die ruhige Zeit geben? Das muss ich mal selber schaffen, ne? Das sag ich klinke mich da ein bisschen aus. Ich möchte das für mich heuer anders machen. Ich möchte mir am Adventswochenende Zeit nehmen, eine Geschichte zu lesen, mit meinen Kindern wieder mal ein Spiel zu spielen. Die Zeit gibt mir niemand. Die Frage ist, ist es mir so wichtig, dass ich da einfach mal einen anderen Impuls setzen will? Und dann muss ich mir diese Zeit schaffen und nehmen und der Zeit andere Qualität geben. Haben tun wir sie ja oft, aber wir verbuchen sie anders.
Heute zu Gast in gesund informiert, dem rezeptfreien Podcast Psychologin Claudia Traunmüller.
Kommen wir zum Stichwort Selbstfürsorge. Also, man ist eigentlich selbst seines Glückes Schmied und man kann die Zeit vielleicht auch selbst in die Hand nehmen und sagen: "Nein, ich gehe es anders an." Aber das ist leichter gesagt als getan. Und man hat oft gut Vorsätze, wie man es heuer machen möchte. Ja, der Alltag lehrt einen dann anderes und man schafft es wieder nicht. Aber auch hier kann man vielleicht ein bisschen dagegen steuern. Was würden Sie denn Menschen raten, die wirklich also einen normalen Alltag im Dezember weiterleben müssen? Ja, klarerweise gibt es, wie Sie schon gesagt haben, einen Job, Kinder, Verpflichtungen, die ja nicht stehen bleiben in dieser Zeit. Und gleichzeitig möchte ich es aber auch schaffen, diese Weihnachtszeit ein bisschen zu genießen, ohne dabei zu verzichten auf Kekse backen und und was mich ja vielleicht wieder in Stress versetzt.
Ja, aber Kekse backen kann auch schön sein. Ja, also es ist ja nicht nur ein "Oh Gott, ich muss Kekse backen, sondern ich kann sagen, hey, an dem Wochenende backen wir Kekse." Das kann
also auch dieses positive Formulieren
definitiv, wo ich mir überlege, welche Kekse hätte ich gern? Ich kann meine Familie mit einbinden, ich kann es mit einer Freundin machen. Das kann auch was Schönes sein. Mit netter Musik und nicht auf Zeitdruck um Zehner. am Abend noch die Vanillekipfall hineinzugeben, die mir verbrennen, weil ich eingeschlafen bin. Also, das muss es ja nicht sein, sondern dem Ganzen auch einen Platz zu geben, das glaube ist unglaublich wichtig, dass ich sag, was mache ich nicht, damit ich das machen kann, was für Weihnachten typisch ist, was mir vielleicht auch wichtig ist. Weihnachten ist ein Fest der Rituale. Weihnachten ist bei vielen immer gleich, läuft gleich ab. Man hat Dinge, die man aus der Kindheit übernimmt vielleicht. Und das fangt an am 1. Dezember. wenn man den Adventkalender vielleicht öffnet oder die Kerzen des Adventkranzes jeden Sonntagabend anzündet mit der Familie. Sind diese Rituale etwas, was uns ein bisschen runterholen kann?
Ja, Rituale sind super wichtig. Ja, es sind Morgenrituale wichtig, es sind Abendrituale wichtig, es sind Essensrituale wichtig. Also Rituale an sich sind für den Körper und für den Geist ä Säulen und das ist in der Weihnachtszeit ganz genauso, ne? Also, wenn man sagt, da weiß ich, da gibt's Ritual. mit Adventskranzkerze, mit Adventskalender, das kann was ganz was beruhigendes sein. Man sieht das oft bei den Kindern, die lieben Rituale, die lieben das, wenn manche Dinge gleich ablaufen. Von dort könnten wir uns viel abschauen, wie wichtig das ist.
Viele haben aber auch sehr unrealistische Erwartungen an diese Zeit. Viele Menschen sagen: "Na, heute mache ich es anders, heute mache ich das und jenes und dieses und das äh entspannt mich dann." Also, die machen sich auch eine Liste, so wie wir schon gesagt haben an Dingen, die sie anders machen wollen, um zu entspannen, aber genau das versetzt sie dann wieder in Stress, weil sie diese Liste abarbeiten müssen, weil sie wieder ähm das Gefühl haben, etwas nachlaufen zu müssen.
Ich glaube, wie bei jeder Verhaltensänderung äh ist eine Frage extrem wichtig, nämlich wenn Leute sagen, Heuer mache ich anders, die Frage ist, warum? Warum will ich das Heuer anders machen? Was kriege ich dafür, wenn ich das Heuer anders ma? Das ist ja Ganz wichtige Frage, ne? Kriege ich dann mehr Entspannung? Möchte ich es anders machen, damit ich nachher nicht krank werde? Warum will ich das heuer anders machen? Und wenn ich das mal weiß, dann kann ich mir überlegen, was ist denn der erste kleinste Schritt, den ich anders machen möchte als letztes Jahr.
Also nicht gleich die ganze Adventszeit auf den Kopf stellen.
Nicht die ganze Adventszeit auf den Kopf stellen. Wenn wir in der Gesundheitsdiagnostik Menschen sehen, die sagen, ich weiß, ich muss alles ändern, dann bremsen wir ein und sagen alles gut, aber was ist denn das erste, womit du beginnen kannst, wo du auch dran bleiben kannst, ne? Ich kann nicht alles ändern, weil dann habe ich plötzlich eine zusätzliche To-Do Liste, die dann noch dazu kommt, sondern einfach mal die wichtigste Frage, warum will ich das heuer anders machen? Schauen, ob der Grund wichtig genug ist und dann schauen, was ist das Wichtigste für mich, was ich eigentlich im Vergleich zum letzten Jahr zum vorletzten Jahr ändern möcht eines.
Vielleicht können wir ein paar konkrete Beispiele aufzählen, wie man, wenn man keine Idee hat, den Stress ein bisschen reduzieren könnte, welche Rituale ich setzen könnte, welche Kleinigkeiten ich in den Alltag einbauen könnte, um mir die Weihnachtszeit ein bisschen entspannter zu gestalten.
Also, letztlich habe ich zwei Möglichkeiten. Entweder kann ich Stressfaktoren überhaupt wegnehmen, wenn ich das nicht kann, warum auch immer.
im Sinne von Alltag oder was sprechen?
Sinne von genau, dass ich sag und das muss ich noch dazu machen und das muss ich noch dazu machen und dann habe ich vielleicht Großeltern und noch Schwiegereltern und ich kann diese ganzen Sachen, da komme ich nicht raus. Ich kann meinen Job auch nicht reduzieren. Äh wenn das nicht geht, dann habe ich immer nur Möglichkeiten auf meine Erholungsressourcen zurückzugreifen und zu sagen, gut, dann spiele ich damit, aber ich brauche meine kleinen Slots. Das kann sein, ein Tee, ein Kaffee, in meinem Lieblingsbecher für 5 Minuten. Man hat immer das Gefühl, man muss das so eins zu eins ausgleichen. Das muss Stunden dauern und ein Ausgleich heißt, die muss am Wochenende in die Terme fahren.
Auch nicht schlecht, aber es sind die kleinen Dinge. Wie habe ich in der Früh eine kurze Zeit für mich habe ich den Tee in meinem Lieblingshfall kann ich essen ohne nebenbei am Handy zu sein und nebenbei meine Dinge abzuarbeiten. hat der Tag irgendwann für mich ein Ende, wo ich Dinge machen kann, die mir wichtig sind. Wir wissen, dass die kurzen Erholungsphasen zwischendurch wesentlich wertvoller sind als eine ganze Stunde nach der Arbeit.
Das heißt, sich da Slots zu schaffen und auch zu schauen, womit kann ich relativ schnell mich vom Kopf und vom Körper entspannen. Eine Technik ist atmen. Also, ich meine, es gibt unzählige Ratgeber für Atmen. Wir haben das auch erforscht über Jahre und wissen, wenn ich mir eine Atemtechnik anlerne, das kann jeder, dann kann ich das anwenden und meine Erholungssysteme springen sofort an. 5 Minuten zum Fenster, 5 Minuten im Lift oder wenn ich am Klo bin, es ist in Wahrheit ganz egal, könnte ich den Körper unterstützen, mal ein bisschen runter vom Gas, ein bisschen die Bremse und dann starte ich weiter. Also auch das ist eine Möglichkeit, g
die man das ganze Jahr über auch praktizieren könnte, nicht nur in der Weihnachts immer mit.
Heute zu Gast in gesund informiert, dem rezeptfreien Podcast Psychologin Claudia Traunmüller.
Ein Satz, den Sie vorhin gesagt haben, ich muss mir überlegen, was möchte ich anders machen, das ist mir hängen geblieben und da ist es oft schwierig zu sagen, ich äh muss eingestehen, so wie es bisher gelaufen ist, ist es nicht gut gelaufen. Ich möchte heuer etwas anders machen. Aber es liegt nicht immer nur an mir selbst. Sie haben erwähnt, man muss noch die Tante besuchen, äh den Bruder beschenken und und die Schwiegereltern etc. Also, man hat eine ganze äh Reihe an Leuten, die man vielleicht auch beglücken muss in der Vorweihnachtszeit. Wenn ich sage, das stresst mich, wie erkläre ich das meinem Umfeld? Wie erkläre ich das, lieben Menschen, ich möchte euch nicht verletzen. Ich möchte euch jetzt nicht vor die Tür setzen, aber ich brauche diese Zeit für mich. Ja,
das ist eine gute Frage, auf die es natürlich keinen Satz gibt, der das beantworten kann, aber ich denke Sie sagen das schon so, ne, die ich beglücken muss, wo da ist überall dieses Muss dabei. Ich meine, entweder wird das Muss zu einem, ich möchte wirklich eine Freude machen und mir ist das wichtig, das macht dann Unterschied und ich sag, es freut mich vielleicht nicht 100%, aber für diesen Menschen mache ich das, weil es für diesen Menschen so wichtig ist, kriegt ein bisschen eine andere Qualität, als wenn ich sag, ich muss.
Die andere Frage ist, kann ich das vielleicht ein bisschen besser zusammenfassen? Könnte ich das ein bisschen besser bündeln könnte ich Menschen zusammenholen, dass ich nicht jeden einzeln besuchen muss
und manchmal ist es einfach so stressig, dass ich Dinge tun muss, aber dann brauche ich trotzdem als Ausgleich meine kleine Insel, wie auch immer die ausschauen mag, um mich von dem auch wieder zu erholen. Und die ist für jeden anders. Das kann ein Bild sein, das kann eine Musik sein, das kann meine Tasse Tee oder Kaffee sein, das kann ein cooler Podcast sein, es ist ganz egal. Aber ich muss auch wissen, was müsste ich tun, damit ich mich dann von diesen Sachen erholen kann? Wo sind meine Tankstellen, meine Inseln?
Und es ist ja auch so, wenn wir es mit dem Auto vergleichen, je weiter ich mit dem Auto fahre, umso öfter muss ich auf eine zu einer Tankstelle und niemand
würde auf der Autobahn, wenn ich merke, die Reserve blinkt auf, sagen, mir ist das wurscht, ich fahre einfach weiter. Und das müsste ich auch wissen, dass ich, wenn ich ganz stressigen Zeiten bevorstehe, ob das jetzt Weihnachten ist oder was anders, brauche ich öfter eine Tankstelle. Und was machen wir? Wir verzichten auf die Tankstelle.
Wir fahren vorbei. Und das ist eine ganz schlechte Idee. Das heißt, wenn ich weiß, Weihnachten ist stressig für mich, aus welchen Gründen noch immer, wäre eine wichtige Sache zu sagen, wo sind meine Tankstellen? Wie lang muss ich bei den einzelnen Tankstellen sein,
die muss ich öfter besuchen als in einem Alltag, wo nicht noch was dazu kommt. Und das ist glaube ein wichtiger Bewusstseinsschritt, dass ich überhaupt weiß, wo meine Tankstellen sind. Was entspannt mich? Ist es ein Buch? Ist es ein nettes Gespräch? Ist es ein "Ich gehe mal einfach 5 Minuten und mach gar nichts?
Was ist meine Tankstelle?"
Ein schöner Vergleich. Das bringt mich jetzt noch zu einem großen Thema, dem Höhepunkt der Weihnachtszeit, zum Weihnachtsfest. Da könnten wir wahrscheinlich eine eigene Podcast Folge damit füllen, aber vielleicht können wir es ganz kurz ansprechen, das Weihnachtsfest. Äh man man arbeitet die ganzen Wochen davor darauf hin. Man möchte es entspannt haben, man freut sich vielleicht auch auf das Zusammentreffen mit Familie und oft eskalieren die Situationen, da gibt es äh Streit, da gibt es Diskussionen und nicht immer ist es so, dass es dann so abläuft oder sagen wir vielleicht in den wenigsten Fällen, wie man sich das vielleicht wünscht. Was gibt's denn da für das Weihnachtsfest für Tipps, damit es gelingen kann oder damit zumindest nicht überbleibt der Familienstreit.
Ja, gut, den Familienstreit, den kann man, wenn er brodelt, wahrscheinlich nicht wirklich verhindern, aber sie sagen das schon, ne? Ich bereite mich schon die ganze Zeit auf dieses Ereignis vor. Das widerspricht schon einem entspannten Abend letztlich, ne, wenn ich so viel Vorbereitung brauche, dass das dann besonders entspannend ist. Ich glaube, das was wirklich wichtig ist, ist sich auch selber zu überlegen, was man selber bräuchte, dass es entspannt abbrennt. Das fangt bei der Essensauswahl an. Muss es ein zehngängiges Menü sein oder könnte das auch einfacher sein, weil es vielleicht um ganz was anderes geht
und mein Weihnachtsbaum eigentlich im Mittelpunkt steht. Ja, und ich kann auch mit einem super Fingerfood am Boden sitzen und meinen Weihnachtsbaum anschauen und es ist für mich super, genauso wie es für andere, der schön gedeckte Tisch mit schön den Kerzen das Richtige ist, aber auch mal herauszufinden, was braucht's für mich oder für meine Familie, für meine Kernfamilie,
damit das wirklich entspannt abläuft. Ja,
da gibt's oft ganz unterschiedliche
ganz unterschiedlich. Ja, ich hat mir letztes Mal eine Freundin erzählt, die gesagt hat, sie ist da manchmal bei der Familie von ihrem Mann und da ist Weihnachten super traditionell, alle schön angezogen, schön gedeckter Tisch, alles mit der nötigen Form und sie würde aber so gerne nach dem Essen auch am Boden sitzen können und den Weihnachtsbaum anschauen können und das geht nicht.
Kann man das dann aussprechen? Gibt es Kompromisse?
Ich denke, das wird wahrscheinlich extrem schwierig, na, wenn man jetzt, sagen mal als Einzelmensch in eine Gruppe kommt, wo das einfach Tradition ist,
das werde ich aushalten müssen, ja, und sagen, gut, da klinke ich mich ein, ich hätte es zwar gern anders, aber so geht's nicht. Ist auch okay. Ja, aber man sieht nur, dass die Fnisse, was für einen gemütliches Fest ist, völlig unterschiedlich sind. Extrem unterschiedlich. Und wenn ich einer Tradition Folge leisten muss, dann nutzt auch an nichts, wenn ich mich dagegen aufbäume. Dann mache ich das und versuch es mit der nötigen Freude zu machen und geb diesen Kampf dagegen einfach auf.
Ja,
sie haben jetzt genau das auch angesprochen, das muss ich muss mich diesen Traditionen beugen. Muss ich das? Oder kann ich vielleicht sagen, hör zu, letztes Jahr waren wir bei deiner Familie, Heuer wünsche ich mir zu Hause unter dem Baum am Boden zu sitzen.
Ja, genau. Das geht auch. Ja, also ein Muss ist immer die Frage. In meiner Welt muss ich nicht, ja, sondern da darf ich und äh werd mich drauf einstellen, je nachdem, wo ich bin, mit den Traditionen, die dort vorherrschen, zurechtzukommen. Will ich das nicht, dann kann ich auch äh meine Traditionen in meinem Zuhause leben und besuche dann einfach die Menschen am 25. am 26. je nachdem mir das belastet. Ganz ganz korrekt. Ja,
also kleine Inseln schaffen, kleine Tankstellen schaffen, dann könnte die Vorweihnachtszeit und auch die Tage danach, die Feiertage gut gelingen. Man muss ein bisschen an sich arbeiten und vielleicht auch das ein oder andere nicht ganz so eng nehmen oder nicht ganz so ernst nehmen.
Ja, oder vielleicht, was ich glaube, was wirklich wichtig ist, sich selber die Frage zu stellen, was ist mir wichtig und vielleicht auch ein bisschen den Mut zu haben, dann dafür einzustehen. gehen und zu sagen, deswegen mache ich das eine oder vielleicht das andere auch nicht.
Und wer Antworten gefunden hat auf die Fragen, was einem wichtig ist, dann kann es möglicherweise gelingen und vielleicht ist zumindest ein kleiner Bausteinheuer weg für den einen oder den anderen, der die Adventzeit ein bisschen entstresst. Claudia Traunmüller, vielen herzlichen Dank für diese wertvollen Tipps. Möge die Adventzeit gelingen.
Möge sie gelingen. Ja,
das war gesund informiert, der Gesundheitspodcast. Eine Zusammenarbeit von Gesundheitsfond Steiermark und ORF Steiermark.