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Folge #55 Nahrungsergänzungsmittel: Sinnvoll oder gefährlich?

Drei Gefäße in denen Beeren, Nüsse Vollkorn gesammelt werden.

Zink fürs Immunsystem, Magnesium gegen Wadenkrämpfe und Eisen gegen die Müdigkeit. Aber halten Nahrungsergänzungsmittel wirklich was sie versprechen? Brauchen Sie diese als gesunder erwachsener Mensch? Und wo sollte man die Kapseln und Pulver am besten kaufen?

In der Folge #55 des „Gesund informiert”-Podcast erfahren Sie, für wen Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sein können, ob das Motto „hilft’s nix, schadet’s nix“ wirklich gilt und welche Bedeutung sie für Sportler*innen haben.

Gast:
Prof. (FH) Mag. Dr. Manuela Konrad, Professorin am Studiengang Diätologie an der FH JOANNEUM

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Text for the episode

Niemand sollte hier eine Eigendiagnose stellen oder auf Verdacht dieses Nahrungsergänzungsmittel nehmen. Es ist sehr wichtig, eine Vollblutanalyse zu haben und dementsprechend dann auch das Nahrungsergänzungsmittel zu dosieren. Willkommen bei Gesund informiert, deinem Podcast der Gesundheit verständlich machen. Bianca und Anja bringen Licht in den Dschungel der Gesundheitsinformationen mit wissenschaftlich gesicherten Infos, hilfreichen Tipps und spannenden Interviewgästen bist du immer gesund informiert.
Zink fürs Immunsystem, Magnesium gegen Wadenkrämpfe und Eisen gegen die Müdigkeit. Nahrungsergänzungsmittel begegnen uns häufig im täglichen Leben, aber halten Sie wirklich, was Sie versprechen? Und brauchen wir Nahrungsergänzungsmittel als gesunde Erwachsene überhaupt? Kann ich die bedenkenlos im Internet kaufen oder sollte ich mich doch lieber beraten lassen? In dieser Folge von gesund informiert erfährst du, worauf du achten solltest, wenn du Nahrungsergänzungsmittel einnehmen möchtest, welche Risiken es gibt und wann die Kapseln und Pulver wirklich einen Nutzen für unsere Gesundheit haben. Diese Fragen beantwortet uns heute Magister Dr. Manuela Konrad. Sie ist Professorin an der Ferneum im Studiengang Diätologie, ist Diätologin und forscht zum Thema Ernährung. Sie ist außerdem Präsidentin der österreichischen Gesellschaft für Sporternährung und kennt sich mit unserem Thema also bestens aus. Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit nehmen.
Sehr gerne. Danke für die Einladung. Wir starten gleich mit der ersten Frage und zwar wird mich ja mal interessieren, was versteht man denn überhaupt unter Nahrungsergänzungsmitteln? Ja, da möchte ich mich äh an die Definition der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit halten, die sogenannte EFSA, die sagt, das Nahrungsergänzungsmittel oder kurz NEM auch genannt, konzentrierte Quellen sind von Nährstoffen oder anderen Stoffen mit ernährungsspezifischer oder physiologischer Wirkung. Das heißt, Inhaltsstoffe haben die auf uns zu wirken und die dann in dosierter Form, das heißt in einer äh Menge, die bekannt ist, auf den in den Verkehr gebracht werden. Und es gibt ja eine sehr breite Auswahl von Nährstoffen, ähm, die enthalten sein können, z.B. Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe, Proteine, essentielle Fettsäuren oder eben auch ähm andere Pflanzen oder Kräuterextrakte.
Wie schaut es denn rechtlich aus? Sind Nahrungsergänzungsmittel, Medikamente, Nein, äh Nahrungsergänzungsmittel sind keine Medikamente. Medikamente haben nämlich das Ziel zu heilen oder Schmerz zu lindern oder eben auch Krankheiten vorzubeugen. Und Nahrungsergänzungsmitteln haben auch nichts mit homöopathischen Mitteln zu tun, die ja auf dem Prinzip der Potenzen basieren. Das heißt, man unterscheidet hier Nahrungsergänzungsmitteln, Medikamente und homöopathische Mittel. Und Nahrungsergänzungsmitteln sind den Lebensmitteln zuzuordnen.
Okay. Welche Formen gibt's denn bei den Nahrungsergänzungsmitteln. Also, ich kenne jetzt selbst Pulver und Tabletten und Kapseln, aber was ist denn da drinnen? Was zählt denn da dazu? Also, wie Sie schon gesagt haben, es gibt ja ganz unterschiedliche Formen, eben wie genannt Tabletten, Kapseln, Pulver, Flüssigkeiten und wie eingangs schon erwähnt, die Inhaltsstoffe können Vitamine sein, Mineralstoffe oder Fettsäuren, Pflanzenextrakte, natürlich auch Multivitaminpräparate, die sehr häufig zum Einsatz kommen, vor allem auch in den Wintermonaten, wenn die Erkältungszeit ist. Fischölkapseln oder eben auch Probiotika, deren Markt gerade im Zunehmen begriffen ist. Ähm Lebensmittel als solche, die eben Obst und Gemüse z.B. zählen nicht zu der Nahrungsergänzungsmitteln.
Wie schaut's aus? Brauche ich als gesunder erwachsener Mensch Nahrungsergänzungsmittel? Na ja, das ist eine etwas komplexere Frage. In der Regel braucht es für einen gesunden Erwachsenen keine Nahrungsergänzungsmittel. Wir wissen aus den Ernährungsberichten äh der erst im österreichischen Ernährungsbericht, dass im Regelfall keine wesentlichen Mängel in der allgemeinen Population vorzufinden sind. Es kann aber natürlich sein, dass gerade wenn das Ernährungsverhalten nicht optimal ist, das heißt, wenn man sich ähm unausgewogen ernährt und auch unausgewogen Flüssigkeit zuführt, dass es dann sehr wohl von Bedeutung sein kann, Nahrungsmittel zuzuführen. Das heißt, es kann hier nicht pauschal beantwortet werden, ob ein gesunder Erwachsener Mensch diese braucht oder nicht. Wünschenswert wäre, dass über die Nahrung alles zugeführt wird, was der Organismus braucht. Aber wie gesagt, es gibt hier Ausnahmen und es gibt eben auch Personengruppen, die eher davon betroffen sind, diesen Bedarf nicht decken zu können.
Was wären denn solche Personengruppen oder auch Lebensphasen, wo man sich vielleicht ein bisschen genauer mit dem Thema Nahrungsergänzung beschäftigen sollte? Das eine ist einmal ähm, dass es spezifische Ernährungsformen gibt, die das abverlangen. Wenn ich z.B. äh mich entscheide für einen veganen Lebensstil, dann kann es hier notwendig sein, vereinzelt ähm zu supplementieren. Oder natürlich in der Schwangerschaft. In der Schwangerschaft ist ein großes Thema, nicht nur in der Schwangerschaft, sondern schon beim Kinderwunsch, dass Folsäure supplementiert werden soll. Dann kann es sein, dass Patienten ein gewisses Risiko haben, das heißt z.B. ein Herzinfarktrisiko haben und deshalb versuchen hier auch präventiv zu arbeiten, dann kann es ein Thema sein bei Alkoholerkrankten und natürlich auch im Alter ähm verändern sich verändert sich der Bedarf und hier muss man auch genauer hinschauen. Das heißt, es ist ein Querschnitt aus unterschiedlichen Lebensaltern oder unterschiedliche Lebensphasen, die sehr wohl abverlangen können, dass ein Nahrungsergänzungsmittel unterstützend sein kann und nicht zuletzt auch im Sport, gerade ähm auch wenn es hier etwas ambitionierter ist. Äh ich möchte ja gar nicht nur vom Profisport sprechen, sondern sondern schon im ambitionierten Hobbysport kann es auch ein Thema sein, dass man vereinzelt supplementieren muss und mit ambitionierten Hobbysport meine ich, wenn jemand regelmäßig Wettkämpfe macht.
Können Sie zu dem Thema vielleicht noch ein bisschen mehr erzählen, was da für Sportlerinnen und Sportler wichtig wäre? Ähm gerade für Hobbysportler, Leistungssportler ist wahrscheinlich wieder anderes Thema, aber womit sollte man s oder womit kann man sich da beschäftigen? Das sind mannigfaltige Themen, die her auftauchen, aber ich möchte mich im Hobbysport da darauf reduzieren, vielleicht einmal auf die Definition zurückzukommen. Hier sprechen wir von bis zu 5 Stunden Sport pro Woche. Das läuft noch unter Hobbysport sozusagen und hier sind im Wesentlichen keine zusätzlichen Nahrungsergänzungsmittel notwendig. Eine Ausnahme könnte vielleicht sein, wenn ich z.B. verletzt bin, dass ich dann ähm auf Omega-3-Fettsäuren zurückgehe oder äh wenn eine Veränderung hinsichtlich des Gewichts ein Ziel ist auch dann könnte man vielleicht schauen, dass man das Eiweiß erhöht, aber auch das lässt sich im Regelfall über die Ernährung gut decken, wenn der Sport intensiver wird und wenn es auch hier wie gesagt Wettkämpfe gibt, dann ist es schon von großer Wichtigkeit eben auch Nahrungsergänzungsmittel zu verwenden, die sicher sind. Das heißt, ein Produkt zu wählen, dass jeder Dopingkontrolle standhalten würde. Und da möchte ich ganz äh intensiv empfehlen den Nahrungsergänzungsmittel-Checker von der NADA, von der Website der österreichischen Dopingagentur Und ähm auch noch ähm gibt es zwei weitere Websites. Das einerseits die Kölner Liste. Äh das eine Datenbank, wo man Produkte, wo man nachschauen kann, ob das Produkt enthalten ist. Und die dritte Seite ist Informed Sport, wo es eben auch Informationen gibt bzw. e auch eine Datenbank ist, ob dieses Produkt enthalten ist, um sicherzugehen, dass es eben nicht meist unabsichtlich im Zuge der Herstellung verunreinigt wurde. in in einem der Produktionsschritte und es ist nicht nur für den Sport interessant, sondern es kann auch für andere Bevölkerungsgruppen von Interesse sein, sich anzuschauen, ob denn dieses Produkt, wenn ich jetzt z.B. mir ein Eisen kaufe im Internet, ob dieses Produkt denn auch in diesen Datenbanken zu finden ist. Wenn es dort ist, dann kann ich davon ausgehen, dass es ein sicheres Produkt ist, das auch den Standards entsprechend produziert wurde und eben auch keine Verunreinigungen hat, wenn ich dieses Produkt Produkt dort nicht finde. In keinen dieser Datenbanken kann ich eigentlich nicht sicherstellen, ob das ein qualitativ hochwertiges Produkt ist.
Sehr spannend. Sie haben jetzt schon ein Beispiel erwähnt, das möchte gerne noch einmal aufgreifen und zwar das Eisen. Jetzt kennt man das ja, man ist müde, erschöpft. Ich vermute selbst vielleicht, dass ich ein Eisenmangel habe. Und nach dem Motto hilft nichts, schadet nichts. Bestelle mal im Internet Eisenkapseln und nehmen dir mal laut Packungsempfehlung ein. Was ist denn davon zu halten? Davon ist definitiv abzuraten. Also ich niemand sollte hier eine Eigendiagnose stellen oder auf Verdacht dieses Nahrungsergänzungsmittel nehmen. Ich würde Ihnen, wenn Sie das Gefühl haben, dass eine Eisenmangelanämie ein Thema sein könnte, empfehlen, dass ein eine Vollblutanalyse gemacht wird. Das heißt, ein umfangreiches äh rotes Blutbild, auch das Ferritin etc. angeschaut wird. Also mehr mehrere Eisenparameter bestimmt werden, das möchte ich damit sagen. Und man dann je nach Ergebnis aus der Vollblutanalyse als Konsequenz dann ein Eisen verabreicht wird oder auch nicht. Aber eben wie gesagt, es braucht hier eine ärztliche Beratung und eine Vollblutanalyse.
Das gilt jetzt aber nicht nur fürs Eisen oder das gilt für alle Nahrungsergänzungsmittel. Genauso ist es. Genauso. Ja. Okay. Jetzt haben wir schon das Internet kurz angesprochen. Man kann sich ja durchaus sämtliche Nahrungsergänzungsmittel im Internet bestellen. Sie haben schon die Checklisten erwähnt, wo man nachschauen kann. Sollte man sonst dann noch was beachten oder kann man grundsätzlich bedenkenlos im Internet einkaufen? Man kann im Internet bedenkenlos nicht einkaufen. Ähm das heißt, hier geht es oftmals darum, dass Produkte günstig oftmals auch aus dem Ausland oder aus dem außereuropäischen Raum äh importiert werden und keine standardisierten Qualitätskontrollen haben. Und es ist ja oft auch für für den Laien oder die Laien schwer zu erkennen, ob dieses Produkt den zertifiziert ist und ob es auf die Qualität geprüft wurde. Anders formuliert, es gibt hier ein großes Risiko der Kontamination und der schlechten Qualität. Das kann auch im Einzelfall bedeuten, dass das Produkt auch schlechter resorbiert wird, also aufgenommen wird im Körper, weil es eben nicht so gehaltsvoll ist. Es gab eine Untersuchung von der Arbeiterkammer, die schon ein paar Jahre alt, aber da hat sich gezeigt, dass eben Produkte, die aus dem Internet wahllos bestellt worden, zu einem großen Teil nicht der Qualität entsprochen haben, die man äh sich wünschen würde als als Kundin oder als Konsumentin. Und deshalb äh sind hier Produkte aus dem Internet mit großer Vorsicht zu betrachten. Ich würde hier eher eben noch einmal zurückkommen auf Arzt oder Ärztin oder einer Beratung beispielsweise in einer Apotheke und auch unterschiedliche Drogeriefachgeschäfte sind oder haben in Österreich die Erlaubnis äh Produkte oder Nahrungsergänzungsmittel eben in der Form äh zu verkaufen. Das sind eigentlich die einzigen in unserem Land, die berechtigt sind derartiger Produkte auch zu vertreiben.
Ich unterbreche jetzt kurz. Dir gefällt was du hörst und du glaubst, dass das Thema auch andere interessieren könnte? Dann erzähle Ihnen doch von gesund informiert und drücke am besten auf Folgen, damit du keine Folge mehr versäumst. Du kannst unseren Podcast auch teilen und auf Google Podcasts, Spotify oder iTunes bewerten. Das hilft uns noch mehr Menschen. zu erreichen. Danke für deine Unterstützung und schon geht's weiter. Jetzt ganz allgemein, was sind denn die Vorteile von Nahrungsergänzungsmittel oder welche Vorteile können Sie haben?
Nahrungsergänzungsmittel können äh definitiv gesundheitsförderlich wirken oder dann auch dabei unterstützen Verläufe beispielsweise von, ich hatte vorher schon die Verletzungen angesprochen zu mildern oder die Erholungszeit beispielsweise nach sportlichen Belastungen zu verkürzen. Nahrungsergänzungsmittel können auch Großes leisten, wenn es darum geht, begleitend als adjuvante Therapie eingesetzt zu werden, also als Unterstützung sozusagen. Und ähm wenn wir daran denken, z.B. das Vitamin D oder auch das Vitamin D, das dem Alter von großer Relevanz ist, das ist natürlich auch dann für die Knochengesundheit, für äh die ältere Bevölkerung von großer Wichtigkeit und Relevanz. Das heißt, Nahrungsergänzungsmittel als solche haben ihre Berechtigung, wenn sie korrekt und gezielt eingesetzt werden.
Und welche Nachteile können es geben oder auch welche Risiken? Nachteile von Nahrungsergänzungsmitteln umfassen einerseits eben mögliche Überdosierungen. Das heißt, das Produkt wird zu intensiv oder zu engmaschig eingenommen. Dann können natürlich auch Nebenwirkungen auftreten und es kann auch zu Wechselwirkungen kommen mit anderen Medikamenten. Und wenn man eben Produkte wie z.B. aus der Vitamingruppe zu hoch hoch hochdosiert über einen längeren Zeitraum einnimmt, kann es hier bis zu zu toxischen, also zu giftigen Wirkungen führen. Vitamin A z.B. oder auch Vitamin D, das eben nicht vom Körper wieder ausgeschieden wird, wie es ja bei wasserlöslichen Vitaminen der Fall wäre. Das heißt, hier muss man achtsam sein und auch gut auf die Dosierung, die empfohlen wird, schauen.
Jetzt habe ich zwei Nachfragen dazu und zwar haben Sie wasserlösliche und fettlösliche Vitamine erwähnt. Was sind dann diese fettlöslichen, wo man bisschen besser schauen muss oder bisschen besser aufpassen muss? Die fettlöslichen Vitamine sind ADEK, das kann man sich relativ leicht merken, ADEK sozusagen und bei denen ist es umso wichtiger, dass man sie eben nicht zu hochdosiert, weil sie eben äh im Gegensatz zu den wasserlöslichen Vitaminen vom Körper nicht ausgeschieden werden und es im Einzelfall, wenn eben wie schon gesagt chronisch hochdosiert zugeführt wird, es hier eben auch zu so ähm Intoxikationen kommen kann. Das heißt, einer ja einer Vergiftung in einer gewissen Weise. Das möchte man natürlich tunlichst vermeiden. Das heißt, zusammenfassend könnte man noch einmal sagen, es ist sehr wichtig, eine Vollblutanalyse zu haben und dementsprechend dann auch das Nahrungsergänzungsmittel zu dosieren und eben auch äh ein nach einer Zeit, das muss eben vereinbart werden, eine Verlaufskontrolle zu machen. Das wäre sozusagen der Idealfall, um dann eben zu sehen und ähm zu evaluieren, wo ist denn der aktuelle Blutparameter und braucht es hier noch weiter die Supplementierung oder kann diese auch wieder abgesetzt werden? Es gibt auch Supplemente, die je nach Jahreszeit von relevant sein können, wie z.B. das Vitamin D. Das ist in der Bevölkerung meist zu niedrig. Da kann es z.B. Sinn machen, dass über die Wintermonate, wo eben wenig Hautoberfläche zur Sonne der Sonne ausgesetzt ist, das zu supplementieren. In den Sommermonaten wird es im Regelfall äh nicht von relevant sein oder nicht von großer Bedeutung sein für das Gros der Bevölkerung. Wenn wir jetzt aber wieder vielleicht von einer älteren Frau sprechen, die viel drinnen sich aufhält, die auch im Sommer langärmlich gekleidet ist, dann kann es auch hier von Bedeutung sein, was jetzt die Knochengesundheit angeht, das auch im Sommer ähm weiterhin zu zu verabreichen. Also hier braucht es individuelle Lösungen, um zu schauen, dass jede Person auch das bekommt, was sie braucht.
Also, ich höre die Empfehlung raus, ähm immer vorher mit Hausarzt oder Hausärztin zu sprechen und ähm ein Vollblutbild zu machen. Bleiben wir gleich beim Vitamin D. Jetzt ähm nehme ein Beispiel an, ich war bei meiner Hausärztin, habe äh mein Blut untersuchen lassen und sie empfiehlt mir jetzt Vitamin D einzunehmen. Ist es jetzt ein Medikament, weil mir ja die Ärztin das Vitamin D empfiehlt oder bleibt es trotzdem ein Nahrungsergänzungsmittel? Es bleibt der Nahrungsergänzungsmittel. Worauf sollte ich denn dann achten, wenn ich mir jetzt ein Präparat kaufe?
Wenn ich dann das Produkt in den Händen habe, ist es wichtig, dass ich mir ähm dass ich möglichst konsequent mich an das Protokoll halte, so wie eben die Empfehlung lautet, dass es eingenommen wird. Beim Vitamin D ist es ja noch Produkt alle paar Tage oder einmal die Woche. Ähm und da ist es wichtig eben, dass sich wie schon gesagt möglichst konsequent hier das Produkt dann auch den Empfehlungen entsprechend zu mir nehme. Das heißt auch je nachdem vielleicht mit einer Flüssigkeit gemeinsam oder mit Wasser gemeinsam, nicht mit irgendeiner Flüssigkeit, im Regelfall ist das mit Wasser gemeinsam, weil es eben auch beispielsweise zur Interaktionen mit Kaffee kommen kann und je nachdem bei manchen Nahrungsergänzungsmitteln ist es auch wichtig, dass sie eben vor dem Essen genommen werden oder gerade eben nach dem Essen oder auf nüchternen Magen. Äh und auch das gilt es eben dann zu beachten, je nach Produkt ähm, dass ich nehme.
Jetzt gibt's ja Die Apotheke hat durchaus Preisunterschiede bei den Produkten und manche Apotheken stellen auch selbst Produkte her. Ähm, wie ist denn da ihre Empfehlung? Es bedeutet nicht automatisch, dass ein teureres Produkt auch ein besseres Produkt ist. Dazu gibt es auch Untersuchungen. Äh weder die Resorption noch die äh Qualität im Sicherheit im Sinne von der Reinheit des Produktes äh hängt zusammen mit dem Preis. Das heißt, hier muss es nicht sein, dass das teuerste Produkt auch immer das Beste ist. Man muss aber der dazu sagen, dass gerade diese Zertifizierungen, dass das Produkt auch sicher ist, das kostet etwas. Das heißt, ein Labor, das sich zertifizieren lässt, um dann zu schauen, mein Produkt ist frei von Anabolika und Stimulanien, das wird im Regelfall kein Produkt sein, das sehr sehr günstig ist oder dass ich eben sehr günstig im Internet beziehen kann, weil diese Qualitätskontrollen ähm arbeits- und personalaufwendig sind. Das heißt, ein gutes Produkt wird etwas teuer teuer sein. Das heißt aber nicht, dass das teuerste Produkt das Beste ist.
Okay. Und auch da kann ich mich natürlich beraten lassen, nehme ich an. Genau. Genau. Das wäre die Empfehlung. Worauf muss ich denn bei der Dosierung achten? Ich hätte da wieder ein Motto und zwar viel hilft viel. Ä ganz so simpel ist es nicht. Äh wie schon vorher erwähnt, es gilt hier sich an das Protokoll zu halten. Das heißt, die Empfehlungen, die dann je nach Produkt ausgesprochen werden oder manchmal auch am Beipackzettel oder am Informationszettel äh zu finden. sind. An diese Dosierungen äh sollte man sich halten, aber nein, äh es bedeutet nicht automatisch, dass mehr auch besser ist. Ganz im Gegenteil. Auch dazu gibt's eben Untersuchungen, dass einzelne Produkte z.B., die mal hochdosiert gibt über einen kurzen Zeitraum, haben eben keinen Benefit, z.B. auf das Immunsystem oder z.B. auf die Muskelregeneration. Hier geht es eher Richtung, mehrere ähm Inhaltsstoffe zu kombinieren und diese über einen längeren Zeitraum zu geben als nur ein Produkt und das über einen kurzen Zeitrahmen und hochdosiert.
Wie schaut's denn mit Wechselwirkungen aus? Sie haben das schon angesprochen, Thema Medikamente oder auch Lebensmittel. Gibt's da was? Muss man auf was aufpassen und wenn ja, haben Sie Beispiele? Ja, tatsächlich sind Wechselwirkungen ein häufiges Thema bei Nahrungsergänzungsmitteln und Medikamenten. Deshalb ist es auch wichtig, dass wenn Sie ein Medikament einnehmen, dass das eben dann mit Arzt oder Ärztin besprochen wird, wenn sie ein Nahrungsergänzungsmittel auch nehmen, weil es eben zu Interaktionen kommen kann. Hier beispielsweise das Eisen, das die Aufnahme von bestimmten Antibiotika beeinflusst oder Vitamin K kann eben die Wirkung von Blutverdünnern beeinflussen oder z.B. ähm das Biotin ähm also ein B ein Vitamin aus dem B-Komplex, das beeinflusst eben die Laborwerte der Schilddrüse und es kann sich auch bei einzelnen Produkten die Farbe der des Urins ändern. Das ist vielleicht auch noch wichtig zu wissen, das heißt hier acht achtsam zu sein, wenn es eben um Wechselwirkungen geht und ich wiederhole mich jetzt eben das auch zu kommunizieren an Arzt oder Ärztin, um hier etwaige Wechselwirkungen schon vorab zu besprechen.
Jetzt haben Sie gesagt, Nahrungsergänzungsmittel sind keine Medikamente, können Sie trotzdem Krankheiten lindern oder sogar vorbeugen? Nahrungsergänzungsmittel können wesentlich dazu beitragen, Nährstoffmängel zu beheben und eben auch äh bestimmte Gesundheitszustände zu optimieren oder unterstützen. Ich habe's heute schon ähm kurz erwähnt, z.B. die Folsäure beim Neuralrohrdefekt, das heißt, bei Kinderwunsch ist es schon ein Thema und ähm bei äh Neugeborenen dann man muss aber noch einmal hier auch hier dazu sagen, dass Nahrungsergänzungsmittel keine medizinische Behandlung ersetzen können oder austauschen können. Es geht hier um eine unterstützende, begleitende Maßnahme, die z.B. auch in der Therapie von Tumorerkrankungen helfen kann, aber eben eine schulmedizinische Abklärung Therapie Diagnose niemals ersetzen kann.
Das heißt, sie können unterstützen und helfen, aber niemals alleine eine Krankheit lindern oder sogar vorbeugen. Genauso sehe ich es ja. Okay. Kurz noch zur rechtlichen Situation in Österreich. Wer darf denn überhaupt Nahrungsergänzungsmittel verkaufen? Sie haben schon die Drogerien angesprochen, Apotheken natürlich. Gibt's da noch wen oder? Also grundsätzlich müssen in Österreich Nahrungsergänzungsmittel den gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Das heißt, sie müssen auch korrekt gekennzeichnet sein und müssen die ein die Inhaltsstoffe äh ausweisen. Die empfohlene tägliche Verzehrmenge muss ähm ausgewiesen sein und auch etwaige Warnhinweise. Der Verkauf ähm erfolgt dem über Apotheken, Drogerien und eben spezifische Online-Anbieter.
Und jetzt kommen bisschen weg von den Nahrungsergänzungsmitteln Und zwar wird mich interessieren, wie schaut denn eine ausgewogene Ernährung aus? Worauf sollte ich denn achten, damit ich keine Nahrungsergänzungsmittel brauche? Es ist einmal mehr die Vielfalt der Nahrungsmittelauswahl. Das heißt, darauf zu achten, dass ich viele Farben auf meinem Teller habe. Das heißt, eine große Menge an Obst, Gemüse, Milchprodukte, wenig Fleisch, Fisch, gerne, aber gerne den heimischen. Dann natürlich Hülsenfrüchte, Erbsen, Bohnen, unterschiedliche Bohnen, äh Linsen, Kichererbsen. Also hier auch das pflanzliche Eiweiß öfter aufs auf den Teller zu bringen oder als Salate, als Beigabe von Suppen auf Nachhaltigkeit zu schauen, das heißt regionale Lebensmittel zu bevorzugen, Lebensmittel dann zu essen, wenn es sie aktuell in unserem Land gibt. Als Flüssigkeitszufuhr als erste Empfehlung ist hier das Wasser zu erwähnen als als wichtigste Flüssigkeitszufuhr den kann man auch gut Geschmack geben, indem man z.B. Minze reinlegt oder Zitronenscheiben und natürlich ist auch Naschen in Ordnung und sind auch Süßigkeiten in Ordnung, aber das eben sehr bewusst zu machen und sich dem das bewusst auch zu genießen und nach Möglichkeit keine Nahrungszufuhr einfach so nebenbei passieren zu lassen, sondern sich hier bewusst Zeit zu nehmen und das Lebensmittel auch in seiner Vielfalt bewusst zu schmecken und Ich möchte ja auch appellieren, vielleicht gelingt es uns ab und zu mal was Neues auszuprobieren oder ein neues Lebensmittel äh zu verwenden. Also Lebensmittel Gemüse ausprobieren, dass man vielleicht nicht immer hat, sondern ein bisschen über den Tellerrand schauen im wahrsten Sinne des Wortes und hierbei etwas Neues ausprobieren. Und wenn ich viel außer Haus bin oder außer Haus esse, dann kann es hier auch helfen, den Fokus zu legen auf eine gute Salatportion, eine einen farbenfrohen Teller. mit ähm Salaten zu verzehren. Zum Thema Gemüse haben wir auch schon eine Folge aufgenommen. Also, wenn dich das näher interessiert, dann hört doch dort einmal rein. Wo kann ich mich denn gut informieren über Nahrungsergänzungsmittel? Also, wir haben jetzt schon öfter das Thema gehabt, ähm sich beim Arzt oder bei der Ärztin beraten zu lassen, aber wo finde ich denn noch gute Infos zum Thema?
Also, es gibt natürlich so übergeordnete Gesundheitsorganisationen, wie vorher schon gesagt, die EFSA, also sehr spezifisch jetzt die europäische Gesellschaft, Aber es gibt auch eben nationale Gremien, die sich damit beschäftigen. Ähm empfehlen möchte ich dabei die Website gesundheit. Dazu findet man auch einige Informationen z.B. zu Supplementen und dann kann man noch immer klassisch natürlich zu dem Thema auch unterschiedliche Bücher lesen, sich ein bisschen breiter informieren. Man kann ähm Podcasts zu dem Thema hören äh und man kann natürlich auch bei Arzt oder Ärztin oder in der Apotheke sich dazu beraten lassen.
Gut, dann sind wir schon am Ende dieser Folge angelangt und also mich wird noch interessieren, haben wir irgendwas vergessen, dass unsere Hörerinnen und Hörer wissen sollten ähm zum Thema Nahrungsergänzungsmittel. Finden noch was ein. Ich möchte noch einmal betonen, dass die erste Wahl immer eine vielfältige Auswahl an Lebensmittel sein soll, damit man gut heranwachsen kann bzw. gesund auch altern kann. Das muss die erste Option sein in der Auswahl der Lebensmittel, also vielfältig der bunte Teller, all das, was ich vorher schon gesagt habe. Ergänzend dazu kann es aber von Bedeutung sein, in bestimmten Lebensphasen unter bestimmten Umständen ein Nahrungsergänzungsmittel zu nehmen. Und wichtig ist dabei, dass dieses nicht wahllos konsumiert wird nach Gutdünken oder nach einem Gefühl, sondern dass es hier eine Analyse braucht des Blutes, um das festzustellen und dann dementsprechend auch ein gezieltes Supplement zum Einsatz kommt. Das wären, denke ich, so das Wichtigste, dass ich noch einmal zusammenfassen möchte.
Genau. Ich finde auch, sie haben die Inhalte jetzt sehr gut noch einmal zusammengefasst. Deshalb komme ich gleich zur letzten Frage und zwar was ist denn Ihr persönlicher Tipp für ein gesundes Leben? Es ist wohl die Kombination Bewegung der Ernährung, dem sozialen Schaffen, der Freundeskreis, die Familie und äh der erholsame Schlaf. Ich denke, die Kombination aus diesen vier Elementen äh macht uns Menschen aus und bedeuten für mich ein gesundheitsförderliches Leben. Danke, das war's für heute. Danke liebe Frau Dr. Konrad, dass Sie heute bei uns zu Gast waren und die Fragen beantwortet haben. Wir hoffen, diese Folge hat dir zu Hause gefallen und du bist auch das nächste Mal wieder dabei.
Vielen Dank. Wenn du mehr zum Thema Gesundheit wissen willst oder den Podcast nachhören möchtest, dann schau auf unserer Webseite gesund-informiert. Wenn du Themen für uns hast, die dich interessieren, dann schreibe uns unter gesund- informiert@gfstmk.at. Wir freuen uns schon auf ein Wiederhören. Bis dahin bleibt gesund und informiert. Baba, Bianca und Anja von gesund informiert deinem Podcast, der Gesundheit verständlich macht.