Skip to main content
Loading...

Was die Zutatenliste über ein Lebensmittel verrät

Allgemeines

Die Zutatenliste gibt über die Sachbezeichnung hinaus Informationen über ein verpacktes Lebensmittel. Ihr lässt sich entnehmen, was genau im Produkt enthalten ist. In der Zutatenliste müssen nicht nur alle Zutaten angeführt werden, die im Produkt verwendet wurden, sondern auch die enthaltenen Zusatzstoffe und Allergene.

Die Zutatenliste lässt auch grobe Rückschlüsse auf die enthaltenen Mengen der einzelnen Zutaten zu. Diese müssen nämlich nach ihren Gewichtsanteilen aufgelistet werden.

Das bedeutet: Die Zutat, von der am meisten enthalten ist, muss an erster Stelle der Zutatenliste stehen; jene Zutat, die am wenigsten vorkommt, an letzter Stelle.

Manchmal erfolgt auch eine genaue Mengenkennzeichnung. Man spricht dann von einer Quid-Kennzeichnung. (Quid steht für „Quantitative Ingredient Declaration“ = Angabe der Mengenwerte in Prozent). Eine Quid-Kennzeichnung erfolgt dann, wenn eine Zutat in der Sachbezeichnung vorkommt.

Auch Lebensmittelzusatzstoffe müssen auf der Zutatenliste ausgewiesen sein. Durch Zusatzstoffe werden Lebensmittel haltbarer, stabiler, ansprechender und oftmals auch billiger in der Erzeugung. Manche Lebensmittel könnten ohne Zusatzstoffe gar nicht erzeugt werden, wie z.B. Light-Produkte, Margarine oder Schmelzkäse. Der Einsatz mancher Zusatzstoffe wird heiß diskutiert. Bei Produkten, die für Kinder gedacht sind, sollten manche Zusatzstoffe vermieden werden, wie z. B. Azo-Farbstoffe.

Eine Liste aller zugelassenen Zusatzstoffe sowie eine Einstufung ihrer gesundheitlichen Bedenklichkeit finden Sie hier: https://www.zusatzstoffe-online.de/home/

Beispiele Zutatenliste:

Gefüllte süße Hörnchen


Zutatenliste

Weizenmehl, pflanzliches Fett (Palm, Kokos), 18 % Milchcreme (pflanzliches Fett [Palm, Kokos], Zucker, Milchzucker, Magermilchpulver, Butterreinfett, Süßmolkenpulver, Emulgator: Mono- und Diglyceride von Speisefettsäuren und Sojalecithine, natürliches Aroma, Antioxidationsmittel: Alpha-Tocopherol), 10 % Karamellcreme (Glukose-Fruktose-Sirup, gezuckerte Kondensmagermilch, pflanzliches Fett [Palm, Kokos], natürliches Aroma), Eier, Zucker, Hefe, Milchzucker, Feuchthaltemittel: Sorbit und Glycerin, natürliches Aroma, Speisesalz, Emulgator: Mono- und Diglyceride von Speisefettsäuren

Was erkennen wir daraus?

Die Zutat von der am meisten im Lebensmittel enthalten ist, ist Weizenmehl.

Mengenmäßig folgt dann pflanzliches Fett und danach die zusammengesetzte Zutat Milchcreme. Sie macht 18 % des Produktes aus.

Als zusammengesetzte Zutat folgt bei der Milchcreme in Klammer die Aufzählung ihrer Bestandteile.

Da Weizenmehl und pflanzliches Fett vor „18 % Milchcreme“ stehen, kann man darauf schließen, dass die erstgenannten Anteil mehr als 18 % des Produktes ausmachen.

Weiters erkennt man, dass im Produkt Zucker in den verschiedensten Varianten enthalten ist, nämlich in Form von Zucker, Milchzucker, Glukose-Fruktose-Sirup und gezuckerter Kondensmagermilch.


Ein Wort zu Zucker in der Zutatenliste

Auch wenn das Wort „Zucker“ nicht in einer Zutatenliste auftaucht, können viele zuckerartige Verbindungen enthalten sein. Dazu zählen: Saccharose (Haushalts-, Rohr- oder Rübenzucker), Glukose oder Dextrose (Traubenzucker), Fruktose (Fruchtzucker), Laktose (Milchzucker), Invertzucker (Mischung aus Glukose und Fruktose) oder Maltose (Stärkezucker). Weitere süßende Zutaten sind Dicksäfte (zum Beispiel Agaven-, Apfel-, Birnendicksaft), Saftkonzentrate (zum Beispiel Traubensaftkonzentrat), Honig, Isomaltulose, Karamell und Sirupe (zum Beispiel Glucosesirup, Fructosesirup, Karamellzuckersirup, Reissirup, Ahornsirup). Auch die Bezeichnung „Süße nur aus Früchten“ bedeutet nicht, dass das Produkt ungesüßt ist. Weitere Informationen, wie viel Zucker noch gesund sind, gibt es dann bei der Nährwert-Tabelle.

Quelle: richtigessenvonanfangan.at


Kennzeichnung von Zusatzstoffen in der Zutatenliste

Lebensmittelzusatzstoffe müssen in der Zutatenliste angeführt werden. Dabei wird die Funktionsklasse genannt, z. B. „Emulgator“ oder „Konservierungsstoff“. Darauf folgt der spezifische Name oder die E-Nummer (Beispiel Antioxidationsmittel Citronensäure oder Antioxidationsmittel E330). Der Buchstabe „E“ steht dabei für „essbar“ oder Europa. Zugesetzt darf ein Stoff nur werden, wenn er von den Behörden zugelassen wurde.

Beispiele Kennzeichnung der Zusatzstoffe in der Zutatenliste

Gefüllte süße Hörnchen


Zutatenliste

Weizenmehl, pflanzliches Fett (Palm, Kokos), 18 % Milchcreme (pflanzliches Fett [Palm, Kokos], Zucker, Milchzucker, Magermilchpulver, Butterreinfett, Süßmolkenpulver, Emulgator: Mono- und Diglyceride von Speisefettsäuren und Sojalecithine, natürliches Aroma, Antioxidationsmittel: Alpha-Tocopherol), 10 % Karamellcreme (Glukose-Fruktose-Sirup, gezuckerte Kondensmagermilch, pflanzliches Fett [Palm, Kokos], natürliches Aroma), Eier, Zucker, Hefe, Milchzucker, Feuchthaltemittel: Sorbit und Glycerin, natürliches Aroma, Speisesalz, Emulgator: Mono- und Diglyceride von Speisefettsäuren

Was erkennen wir daraus?

Bei diesem Produkt hat sich der Hersteller dafür entschieden, die Zusatzstoffe mit dem Klassennamen („Emulgator“ und „Feuchthaltemittel“) und der genauen Bezeichnung anzuführen.

Möglich wäre aber auch gewesen, z. B. Alpha-Tocopherol E 307 statt „Antioxidationsmittel“ zu schreiben.


Kennzeichnung von Allergenen in der Zutatenliste

Bei verpackten Produkten müssen zudem bestimmte allergene Zutaten bzw. Stoffe, die Unverträglichkeiten auslösen können, in der Zutatenliste optisch hervorgehoben werden. Welche diese sind, wurde in der Lebensmittel-Informationsverordnung definiert.

Diese Stoffe sind:

  • glutenhältiges Getreide und daraus hergestellte Erzeugnisse
  • Krebstiere und Krebstiererzeugnisse
  • Eier und Eierzeugnisse
  • Fisch und Fischerzeugnisse
  • Erdnüsse und Erdnusserzeugnisse
  • Soja und Sojaerzeugnisse
  • Milch und Milcherzeugnisse (einschließlich Lactose)
  • Schalenfrüchte (wie z. B. Mandeln, Haselnüsse, Walnüsse, Pistazien bzw. daraus hergestellte Erzeugnisse)
  • Sellerie und Sellerieerzeugnisse
  • Senf und Senferzeugnisse
  • Sesamsamen und Sesamsamenerzeugnisse
  • Schwefeldioxid und Sulfite in einer Konzentration von mehr als 10 mg/kg oder 10 mg/l als SO2 angegeben
  • Lupinen und Lupinenerzeugnisse
  • Weichtiere und Weichtiererzeugnisse

Beispiel Kennzeichnung der allergenen Zutaten in der Zutatenliste

Gefüllte süße Hörnchen


Zutatenliste

Weizenmehl, pflanzliches Fett (Palm, Kokos), 18 % Milchcreme (pflanzliches Fett [Palm, Kokos], Zucker, Milchzucker, Magermilchpulver, Butterreinfett, Süßmolkenpulver, Emulgator: Mono- und Diglyceride von Speisefettsäuren und Sojalecithine, natürliches Aroma, Antioxidationsmittel: Alpha-Tocopherol), 10 % Karamellcreme (Glukose-Fruktose-Sirup, gezuckerte Kondensmagermilch, pflanzliches Fett [Palm, Kokos], natürliches Aroma), Eier, Zucker, Hefe, Milchzucker, Feuchthaltemittel: Sorbit und Glycerin, natürliches Aroma, Speisesalz, Emulgator: Mono- und Diglyceride von Speisefettsäuren

Was erkennen wir daraus?

Man erkennt, dass die hervorgehobenen Allergene im Produkt enthalten sind.

Wichtig ist die Kennzeichnung für Personen, die auf allergene Stoffe mit einer Unverträglichkeit reagieren.

Hinweis: Auch wenn keine Zutat hervorgehoben gekennzeichnet ist, heißt es nicht, dass das Lebensmittel allergenfrei ist.